09 August 2017

9. August, 2017


In jedem NBA-Sommer gibt es Teams, die definitiv zu den Gewinnern zählen und auch solche, die fraglos der Verliererkategorie zuzuordnen sind. Und dann sind da noch die Härtefälle dazwischen, an denen sich die Geister scheiden. Haben die Verantwortlichen ihren Job gemacht oder nicht? Stehen die Klubs besser oder schlechter da? Der #NBACHEFSQUAD beleuchtet fünf Streitfälle der Offseason 2017.

von NBACHEFSQUAD



Detroit Pistons

Re-Sign: Reggie Bullock
Plus: Avery Bradley, Langston Galloway, Anthony Tolliver, Eric Moreland
Minus: Kentavious Caldwell-Pope, Marcus Morris, Aron Baynes, Beno Udrih

Harald Mainka: Avery Bradley ist definitv ein viel besserer Caldwell-Pope, ansonsten fehlt es mir im Pistons-Sommer an PS. Vom Gefühl her ist das Team stehen geblieben und weil Stillstand immer ein Rückschritt ist, ist Detroit ein Verlierer.

Christoph Lenz @NBAKenner: Die Pistons geben im Kern ihrer Free Agency zwei Starter ab, um einen zu holen. Dieser eine – Avery Bradley – stellt (wenn überhaupt) keine signifikante Verbesserung zu Caldwell-Pope und/oder Morris dar und hat nebenbei nur noch ein Jahr Vertrag. Die Moves ihrer Free Agency machen die Franchise aus Motor City in der mittelfristigen Zukunft kein bisschen flexibler, sondern kreieren eher die Gefahr, sich noch länger ans aktuelle Roster zu ketten. Stand heute sind die Detroit Pistons damit ein Verlierer der Free Agency. Allerdings fällt der Name ihrer höchstbezahlten Spieler auch immer wieder in Trade-Gerüchten, wodurch manche Entscheidungen in der Retrospektive durchaus sinnvoller erscheinen könnten, als es zum aktuellen Zeitpunkt scheint.

Stefan Dupick @hoopsgamede: Die Pistons sind ein Verlierer der Offseason. Zwar hat Detroit in Avery Bradley einen guten Guard via Trade ergattert, zeitgleich jedoch Kentavious Caldwell-Pope, Aron Baynes und Marcus Morris verloren. Die Pistons waren nicht gewillt, KCP zu bezahlen, nun haben sie genau ein Jahr gewonnen, bis Bradley die Hand aufhalten wird, um einen Max-Vertrag zu fordern.

Jan Wiesinger @WiesiG: Der Abgang von KCP war absehbar. Der bekam jedoch nicht den von vielen erwarteten Max-Deal angeboten, sondern setzte mit einem eher untypischen Einjahresvertrag über 18 Mio. $ auf sich selbst. Avery Bradley kommt im Tausche für Marcus Morris nach Motown und ist sicher alles andere als ein schlechter Fang. Defensiv ist Bradley ohnehin beschlagen und auch offensiv blitzte sein Können in der letzten Saison in Boston desöfteren auf. Finanziell muss er eindeutig in die Kategorie „Super-Schnäppchen“ eingeordnet werden, denn für nur neun Millionen im Jahr bewegt kein GM heute solche Spieler mehr den Füllfederhalter zu zücken. Dennoch sind die Pistons ein Verlierer. Der Vertrag läuft nach der Saison aus und dann heißt es für die Pistons auch bei Bradley: Zahlen oder ziehen lassen.


Daniel Schlechtriem @W14Pick: Insgesamt habe ich mir von Stan Van Gundy sehr viel mehr versprochen, als ihm die Pistons vor drei Jahren praktisch die Schlüssel zur Stadt überreicht haben. Dieser Sommer hat den Eindruck nicht verbessert. Das Team wird wie ein Titelanwärter bezahlt, ist aber nicht mal Durchschnitt – und das in diesem miesen Osten. Bei der Personalie KCP, immerhin der achte Pick 2013, hat Van Gundy die Gelegenheit verpasst, im Februar noch etwas von Wert herauszuschlagen. Einen Top-10 Pick nach Ablauf des Rookie-Vertrages ziehen zu lassen spricht nie für das Management. Bradley macht die Pistons zwar besser, wird aber womöglich nur eine Saison da sein. Insgesamt fehlt Struktur und ein Plan – Detroit steht vor dem nächsten verlorenen Jahr. Das macht sie auch insgesamt zum Verlierer des Sommers.



L.A. Clippers

Re-Sign: Blake Griffin
Plus: Danilo Gallinari, Patrick Beverley, Lou Williams, Miloš Teodosić, Sam Dekker, Montrezl Harrell, Willie Reed
Minus: Chris Paul, J.J. Redick, Jamal Crawford, Luc Mbah a Moute, Paul Pierce, Raymond Felton, Marreese Speights, Brandon Bass, Alan Anderson

Mainka: Was erwähnst du, wenn deine neue Freundin nicht so hübsch wie deine Ex-Perle ist? Richtig, den Charakter. So ist es mit den Clippers und Miloš Teodosić. Was soll das Ganze? Chris Paul ist in Houston! Die Clippers sind verloren! Zieht nach Seattle! Auch wenn ich Bock auf Teodosić in der NBA habe - die „Bester Passer der Welt“-Videos sind etwas zu steil gegangen. Der beste Passer der Welt ist Chris Paul, war es immer und wird es vorerst noch sein. Ende der Diskussion. Warum Steve Ballmer die Bude nicht komplett eingerissen hat? Keine Ahnung. So oder so – Clipperland ist Verliererland.

Lenz: Es ist kompliziert... angesichts dessen, dass sie nach dem Abgang von Chris Paul ein klarer Verlierer der Offseason sind, haben sich die Clippers durch den erhaltenen Gegenwert für ihn zu einem Gewinner gemacht. Indem immerhin Blake Griffin langfristig gehalten wurde, stehen sie als Gewinner da, sollte sich dessen Verletzungshistorie aber als Problem für die kurz- und mittelfristige Zukunft herausstellen, macht sie diese Unterschrift zum großen Verlierer. Bottom Line: Stand jetzt sind die Clippers, unter der Annahme, dass Chris Paul Los Angeles verlassen wollte, ein Gewinner der Free Agency. Das Front Office um Doc Rivers hat im Rahmen des Möglichen aus der Offseason einiges rausgeholt und nun einen tieferen und flexibleren Kader als in vergangenen Jahren. Nach Jahren der Stagnation kommt so nun etwas frischer Wind rein und das sogar ohne alles aufbrechen und komplett von Null beginnen zu müssen.

Dupick: Wenn du Chris Paul abgeben musst, dann bist du immer ein Verlierer. Die Clippers haben jedoch viel aus der Offseason rausgeholt, dafür dass sie ihren Franchise Player verloren haben. Der Kader wurde wild durch gewürfelt und das neue Team hat auch im starken Westen weiterhin eine Chance auf die Playoffs. Speziell die verletzungsanfälligen Griffin und Gallinari sind langfristig natürlich ein Risiko.

Wiesinger: Klar ist der Paul-Abgang eine Zäsur. Aber so schlecht haben die Clippers das gar nicht gelöst und angesichts der Umstände, dass man auch mit der alten Truppe in den Playoffs immer wieder kläglich scheiterte, sind sie ein Gewinner der Offseason. Beverley ist ein solider und griffiger Aufbauspieler, der mit Miloš Teodosić einen der besten Europäer der letzten Jahre, der sich noch nicht über den großen Teich getraut hat, an seine Seite gestellt bekommt. Lou Williams weiß ebenfalls wo der Korb hängt und kann Jamal Crawford und Schnellschütze Speights sicher gut ersetzen. Danilo Gallinari tat es zuletzt dem neuen Alpha-Clipper Blake Griffin gleich und unterzog seine Hand einer basketballuntypischen Belastung, indem er diese im Gesicht des niederländischen Gegenspielers versenkte. Dadurch verpasst er zwar die EM, ist aber zum Saisonstart wieder fit. Auch Dekker, Harrell und Reed haben allesamt Potenzial, eine solide Rolle im neuen Clippers-Verbund zu übernehmen.

Schlechtriem: Wer einen der besten zehn Spieler der Liga verliert, kann kein Gewinner sein. Chris Paul war Herz, Gehirn und Seele dieser Mannschaft (Blake Griffin als Rotschopf hat bekanntlich keine). Immerhin haben die Clippers nun endlich einen qualitativen Flügel und echte Tiefe. Auf Teodosić bin ich sehr gespannt. Einen annähernd so großen Einfluß wie CP3 wird er aber nicht haben – was wiederum DeAndre Jordan als Faktor am offensiven Ende eingrenzt. Die Clippers sind vom Homecourt-Team zum Vielleicht-Playoff-Team gefallen, daher Verlierer.




Sacramento Kings

Re-Sign: -
Plus: George Hill, Zach Randolph, Vince Carter, Bogdan Bogdanović
Minus: Rudy Gay, Darren Collison, Tyreke Evans, Ben McLemore, Langston Galloway, Arron Afflalo, Ty Lawson, Anthony Tolliver

Mainka: Sind wir ehrlich: wären es nicht gerade die Kings, von denen wir hier sprechen, dann hätte diese Offseason ein paar Schlagzeilen mehr verdient gehabt. Ich sehe hier tadellose Arbeit von Vlade Divac: ein Großteil der sowohl charakterlich als auch sportlichen Minusspielern ist weg, erster Pluspunkt. De’Aaron Fox lässt die verbliebenen Kings-Fans den letzten fähigen Point Guard Mike Bibby vergessen, zweiter Pluspunkt. Die drei Veteranen Carter, Hill und Randolph sorgen für Ruhe in der Umkleidekabine – wenn der General Manager seinen Chef ebenfalls besänftigen kann, sind die Kings in 2017/2018 ein komplett neues Basketballteam und der Gewinner der Offseason.

Lenz: Als GM Vlade Divac im Februar im Rahmen des Trades von DeMarcus Cousins die Worte „Winning begins with culture and character matters“ bemühte, erntete er dafür selbst für Kings-Verhältnisse bemerkenswert viel Spott von der NBA-Fangemeinde. Dass er diesen Worten dann auch Taten folgen lässt, erstaunt Kritiker und gibt den Fans der Franchise endlich wieder neuen Mut. Die Abgänge sind nicht unbedingt alles Spieler mit „schlechtem Charakter“, haben aber teilweise schon zu viel Schlechtes in den letzten turbulenten Jahren mit den Kings erlebt. In George Hill, Vince Carter und Zach Randolph kommen gestandene Veteranen aus hochprofessionellen und sehr angesehenen Franchises. Der durchdachte Neustart mit erlesenen Bestandteilen macht die Kings zu einem Gewinner der Offseason. Die Rufe nach einem totalen Rebuild lassen außer Acht, dass solche Projekte in der Vergangenheit schiefgingen und die Verträge von Hill und Randolph sehr klug strukturiert, dadurch auch im Fall der Fälle tradebare Assets sind.

Dupick: Sacramento hat sich von vielen Spielern getrennt, die keine Zukunft im Kader haben. Zeitgleich wurde der Umbau begonnen. Die Kings scheinen in den kommenden Jahren auf die Jugend zu setzen und sind somit ein Gewinner der Offseason. Die Veteranen Carter, Hill und Randolph sollen das junge Team führen und als Mentoren agieren. Die Idee ist grundsätzlich eine gute, dennoch hätte ich es bevorzugt, wenn die Kings etwas Salary Cap Flexibilität bewahrt hätten, um in den kommenden Monaten als Salary Dump Trade Partner zu agieren. Den einen oder anderen Pick hätten sie auf diese Art garantiert abgreifen können.


Wiesinger: Wer hätte das gedacht – die Kings sind ein klarer Gewinner des Wechselkarussells. Keiner der Abgänge spielte in der letzten Saison eine Rolle, die nicht irgendeiner der jungen Spieler in der neuen Saison ausfüllen könnte. Sacramento setzt klar auf einen Neuaufbau und hat genug Platz für Spielzeit für hoffnungsvolle Jungprofis wie Skal Labissiere, Willie Cauley-Stein, Buddy Hield oder Georgios Papagiannis sowie die Rookies De'Aaron Fox, Justin Jackson und Harry Giles schaffen können. Dazu gesellen sich mit Vince Carter, Zach Randolph und George Hill drei der erfahrensten Veteranen, die auf dem Transfermarkt erhältlich waren. Davon können die Kings nicht nur sportlich, sondern insbesondere in Sachen Teambuilding und Mentalität profitieren. Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich auf die „New Kings“ in der nächsten Saison freut.

Schlechtriem: Carter, Hill und Randolph sind gestandene Vorzeige-Profis und machen die Kings definitiv stärker. Ich verstehe nur nicht, wo sie hinwollen. Mit Ach und Krach in die Playoffs? Sind die rüstigen Veteranen als Mentoren gedacht? Denn dafür wären vor allem Carter und Z-Bo auf ihren letzten Metern zu schade. Der Weg zurück in die Relevanz ist auch nach diesem Sommer nicht erkennbar, dafür hat der Westen ein zu hohes Niveau. Da Sacramento aber seiner leidenden Fanbase weder einen desaströsen Trade, noch einen sinnbefreiten Langzeitvertrag zumutet, macht sie das gemessen am eigenen Standard zu Gewinnern.



San Antonio Spurs

Re-Sign: Pau Gasol, Patty Mills, Manu Ginóbili
Plus: Rudy Gay, Joffrey Lauvergne
Minus: Jonathon Simmons, Dewayne Dedmon

Mainka: Seit dem Signing von LaMarcus Aldridge wird bei jedem noch so großen Free Agent-Namen ein leises „pssscht, die Spurs sind dran“ interessiert. Das nervt. Für’s Protokoll: die Spurs sind eine völlig autarke NBA-Franchise, die immer einen Weg finden werden. Die Verlängerungen der Senioren gehen in Ordnung, und eine so irre geleitete NBA-Persönlichkeit wie Rudy Gay legt in der nächsten Saison dann 20 Punkte und acht Rebounds auf. Weil’s die Spurs sind – Gewinner.


Lenz: Ausnahmsweise ist die Franchise, die nichts als Siegen gewohnt ist, diesmal auf der Seite der Verlierer. Anders kann das Ergebnis der Free Agency, in der die Spurs einen großen Wurf landen wollten, nicht bewertet werden. Nicht nur der große Wurf blieb aus, sondern die Verlängerungen der auslaufenden Verträge von Pau Gasol und Patty Mills kommen nicht gerade zum Hometown-Discount daher. Jonathon Simmons, den Orlando günstig abstaubt, wird durch Rudy Gay ersetzt, dessen Achillessehnenverletzung zumindest für ein wenig Skepsis sorgen sollte. Sowohl kurz- als auch mittelfristig wirft diese Offseason einige Fragen auf, vielleicht können die Spurs diese aber in ihrer typischen Art und Weise am Ende doch wieder mit dicken Ausrufezeichen beantworten.

Dupick: Die Spurs sind ein Gewinner des Sommers. Gasol, Ginóbili und Mills sind zurück, zudem wurde in Rudy Gay ein starker Scorer verpflichtet – vorausgesetzt natürlich, Gay überwindet seine Achillessehnenverletzung schnell. Die Spurs dürften sich erneut das Heimrecht in der Western Conference sichern, zu viel mehr wird es in der kommenden Saison jedoch nicht reichen.

Wiesinger: Go, Spurs, Go. Das ist schnell gemacht. Gasol, Ginóbili und Mills sind für die Popovich-Truppe definitiv wichtiger als Simmons und Dedmon. Irgendeinen No-Name wird man ohnehin noch aus dem Hut zaubern, der dann im Folgejahr aufgrund seiner guten Leistungen weggekauft wird und dort dann gar nichts mehr bringt. Rudy Gay und Joffrey Lauvergne bringen überdies ihre jeweilige Qualität nach San Antonio. Insbesondere für den in sein elftes NBA-Jahr startenden Gay wünsche ich mir endlich mal eine längere Zeit ohne Verletzungen. In der richtigen Rolle könnte der 30-Jährige bei den Spurs wirklich aufblühen. Gewinner, denn auch der Koyote konnte gehalten werden.

Schlechtriem: Die Spurs haben einen überraschend schlechten Job gemacht: Der Vertrag für Methusalem Gasol erschließt sich mir nicht, Patty Mills kann nicht die dauerhafte Antwort auf die Verletzung von Tony Parker sein, die Personalie LaMarcus Aldridge bleibt bisher ungeklärt und Rudy Gays Karriere zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sämtliche seiner bisherigen Teams besser wurden, nachdem er sie verlassen hatte. Okay, wir reden über die Spurs und die Abgänge von Simmons und Dedmon kratzen Popovich nicht. Er lässt einfach den nächsten mittelmäßigen Spieler wie einen Borderline-All-Star aussehen. Dennoch hat San Antonio die Lücke zu den Warriors nicht verkleinert, während die Konkurrenz des Westens massiv aufrüstet. Das macht die White Walker zu Verlierern dieser Offseason... aber was heißt das bei San Antonio schon?



Toronto Raptors

Re-Sign: Kyle Lowry, Serge Ibaka
Plus: C.J. Miles
Minus: DeMarre Carroll, P.J. Tucker, Cory Joseph, Patrick Patterson

Mainka: Das Franchise-Trio ist am Start, der Unterbau auch und C.J. Miles schlüpft in die Rolle, die einst DeMarre Carroll zugedacht war – Dreier werfen, verteidigen, den Locker Room regieren. Stand heute könnte die Offseason-Tätigkeiten von Masai Ujiri in einem völlig offenem Osten für’s Finale reichen. Und daher sind die Raptors ein Gewinner – wie gesagt, Stand heute.

Lenz: Bei ihren großen Namen Lowry und Ibaka setzen die Raptors auf Konstanz. Drei Jahre sind nichts Verrücktes, die Höhe der Gehälter war so zu erwarten und daher wohl eingeplant. Die maßgeblichen Veränderungen gibt es etwas weiter hinten im Kader. Dort dünnen die kanadischen Dinos ordentlich aus und verstärken sich sehr gezielt punktuell mit C.J. Miles. Da schon seit Jahren die Draft- und Nachwuchsarbeit unter der Führung von GM Masai Ujiri gelobt wird, wird durch diese Moves endlich auf genau diese Arbeit zurückgegriffen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die stille Reserve zeigt, wozu sie wirklich fähig ist. Wenn wir dem glauben dürfen, was wir lange über diese gehört haben können wir die Raptors zu den Gewinnern der Offseason zählen.


Dupick: Toronto ist für mich knapp ein Gewinner des Sommers. In Lowry und Ibaka wurden die vermeintlichen Stars für je drei Jahre verlängert und somit der Kern des Teams gehalten. Der Verlust der Ergänzungsspieler könnte jedoch schmerzhaft werden. Die Raptors sind lange nicht mehr so tief besetzt wie zuletzt. Die Verpflichtung von C.J. Miles dürfte die Starting Five jedoch verbessern. Die Raptors werden im Osten wieder ein Wort um die Conference Finals mitreden.

Wiesinger: No, Mr. Ujiri, I don't like. Die Rolle als Cleveland-Jäger #1, die sich viele für die Raptors nach dem Ibaka-Trade gewünscht hatten, war dann wohl doch zu hoch gegriffen. Die Abgänge von Joseph, Patterson und Tucker werden schmerzen, der von DeMarre Carroll hingegen eher weniger. Lowry ist zwar der beste Spieler der Raptors, ein Vertrag über drei Jahre wäre aber nicht nötig gewesen. Hier bleiben Fragezeichen über den Gesundheitszustandes des Point Guards offen. Positiv ist hingegen, dass man auch den offiziell vier Jahre jüngeren Serge Ibaka nur um drei Jahre verlängerte. So kann man das Kartenhaus bei Bedarf immer noch früh genug umschmeißen. Andere GMs hätten vielleicht beide länger an sich gebunden. Dennoch sind die Raptors ein Verlierer der Offseason, denn trotz C.J. Miles sind sie auf dem Papier schlechter als in der Vorsaison.

Schlechtriem: Der Aderlass in der zweiten Reihe ist schon beachtlich und Toronto hat nun eine der schlechtesten Bänke unter den designierten Playoff-Teilnehmern. Da sie allerdings in Lowry und Ibaka zwei ihrer drei wichtigsten Akteure langfristig gebunden haben und Spieler der zweiten Garde in den allermeisten Fällen ersetzbar sind, gehen die Raptors gerade noch so als Gewinner in die neue Saison. Jetzt muss das Trio Lowry/DeRozan/Ibaka liefern.