03 April 2017

3. April, 2017


von AXEL BABST @CoachBabst

Wer kontrolliert die Zone?
Beide Teams leben von ihrer Dominanz in der Zone. In beiden Halbfinalspielen wurde das ersichtlich. Gonzaga schien das Spiel gegen South Carolina lange Zeit zu kontrollieren, geriet aber plötzlich knapp sieben Minuten vor dem Ende in Rückstand.

Dass die Zags nun doch im Finale stehen, haben sie einer starken Schlussphase ihrer beiden Bigs Przemek Karnowski und Zach Collins zu verdanken. Gerade Collins traf den wichtigsten Wurf der Begegnung und sorgte mit seinem Dreier zum 68:67 für den erneuten Führungswechsel. Bei den Tar Heels hatte hingegen nur Kennedy Meeks einen starken Tag. Bereits 14 Minuten vor Spielende hatte er 20 Punkte und 10 Rebounds gesammelt.

Frontcourt Partner Isaiah Hicks war hingegen angeschlagen und traf nur einen seiner zwölf Versuche aus dem Feld. Gegen Gonzaga, die vier talentierte Bigs in beliebiger Kombination aufstellen können, braucht Meeks allerdings Unterstützung von einem zweiten Innenspieler.


Welcher Point Guard behält die Oberhand?
Joel Berry ging angeschlagen in die Partie gegen Oregon und blieb die ganze Partie über im Schatten seiner Mitspieler Meeks und Justin Jackson. Ob Berry sich eine erneut schwächere Partie im Aufeinandertreffen mit Nigel Williams-Goss erlauben kann, darf stark angezweifelt werden. Williams-Goss war in den ersten 30 Minuten des Halbfinals nicht zu stoppen und etablierte sich frühzeitig als Topscorer der Partie.

Traditionell entscheidet in der NCAA das Guard-Play über den Ausgang einer Partie. Zwar wird er Fokus eindeutig auf den Frontcourts liegen, doch sollten sich diese egalisieren, kann der Sieg auf der Position des Aufbauspielers über die Meisterschaft entscheiden.

Wer stoppt Justin Jackson?
Oregon fand im Halbfinale keinen geeigneten Gegenspieler, um den Junior Wing am Scoring zu hindern. Auch für die Matchup Zone war Jackson wie zu erwarten Gift. Mit seiner geschmeidigen Spielweise, die irgendwo zwischen unkonventionell und eigenwillig zu verorten ist, wird auch Gonzaga Probleme bekommen.

Jackson ist größer als die Gonzaga Guard und sollte dadurch seine gefürchteten Floater und Leaner problemlos anbringen können. Viel wichtiger ist es jedoch, ihm den Rhythmus an der Dreierlinie zu rauben und ihm möglichst wenig Fastbreaks zu gestatten. Beides ist leichter gesagt als getan. Der eine oder andere Dreier von Jackson im Halbfinale hätte sicherlich ein zahlendes Zirkus Publikum begeistert.


Darum gewinnt Gonzaga:
Gonzaga hat auf dem Papier eine bessere und klarere Rollenaufteilung, die jedoch keineswegs individuelle Qualitäten beschneidet, sondern sie eher zur Entfaltung bringt. Zudem sind alle zentralen Schlüsselfiguren in guter Form.

Collins hat sich mittels des Halbfinales einiges an Bekanntheit erspielt. Karnowski und Williams-Goss spielen so abgezockt wie immer, während Mathews die wichtigen Dreier verwandelt. Einzig von Josh Perkins und Johnathan Williams könnte noch etwas mehr kommen. Von allen vier Teams wirkte Gonzaga am fokussiertesten und in bester Form.


Darum gewinnt UNC:
UNC hat aus dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen. Eine zweite Finalniederlage können sich die Tar Heels einfach nicht erlauben. Das würde zu sehr am Stolz dieses Programms nagen. Der Schmerz sitzt bei den vielen zurückgekehrten Protagonisten sicher tief und dürfte sicherlich zusätzliche Motivation sein.

Obwohl nur Jackson und Meeks einen guten Tag erwischten, konnte UNC ins Finale einziehen. Mit einem besser aufgelegten Berry und einem treffsicheren Hicks wird Gonzaga defensiv sehr viel Arbeit haben.

Prognose: Gonzaga