01 April 2017

1. April, 2017


von AXEL BABST @CoachBabst


South Carolina Gamecocks vs. Gonzaga Bulldogs

Wer dominiert die Zone?
Beide Teams wollen den Ball zunächst in die Zone bringen und von dort aus ihr Angriffsspiel aufziehen. Da beide Teams um die Vorlieben des Gegners wissen, werden sie versuchen, die Stärken des jeweils anderen zu negieren. Insofern wird ein entscheidender Faktor dieses Halbfinales darin bestehen, die Zone öfter und erfolgreicher zu attackieren als der Gegner. South Carolina hat nicht die Tiefe, Größe und Qualität der Zags auf den großen Positionen, was jedoch keine unbekannte Situation für die Gamecocks ist. Mit Herz, Einsatz und physischer Spielweise werden die Bigs des 7 Seeds dagegenhalten und dafür sorgen, dass jeder Zentimeter in der Zone umkämpft sein wird. Dennoch dürfte Gonzaga letztlich die Oberhand behalten.


Welche Verteidigung ist die bessere?
Folgt man den Metriken von KenPom, treffen im ersten Halbfinale die beiden besten Defensivteams der NCAA aufeinander. Auch bei näherer Betrachtung der Spiele, kann der geübte Beobachter zur Überzeugung gelangen, dass diese beiden Teams wissen, wie sie ihre Kontrahenten vom Punkten abhalten. Gerade Gonzaga ist in dieser Hinsicht deutlich besser aufgestellt als möglicherweise in den Vorjahren. Brauchen die Bulldogs ein paar Stops in der Defense, scheinen sie sich auf ihre Verteidigung verlassen zu können. Andersherum bissen sich an South Carolinas Defense in der zweiten Runde Dukes NBA Talente wie Jayson Tatum die Zähne an der widerspenstigen Defensive aus.


Bekommt Thornwell Unterstützung?
Während Gonzaga ein relativ ausbalanciertes Team mit vielen Scoring Optionen auf die Beine stellt, ist South Carolina das Eigentum von Sindarius Thornwell, auch wenn Coach Frank Martin da mit deutlichen Worten widersprechen würde. Thornwell ist der Anführer, der als gutes Beispiel vorangeht und neben überragender Defense mittlerweile auch noch ein sehr komplettes Offensivpaket anbietet. Er kann zwar sicherlich in den entscheidenden Phasen das Ruder übernehmen und die Offense der Mannschaft im Alleingang schultern, doch über 40 Minuten gesehen braucht der Senior Unterstützung. Bisher erhielt er solche Hilfsstellungen von Bankspielern oder weiteren Startern, doch gegen Gonzaga wird es für die Mitspieler sicher noch schwieriger, sich im Angriff einzubringen. Die Hoffnungen lasten auf den Sophomores P.J. Dozier und Chris Silva.

Prognose: Gonzaga


Oregon Ducks vs. North Carolina Tar Heels

Wer bestimmt das Tempo?
Oregon ist ein athletisches Team, das gerne im Fastbreak scort und durchaus Schnellangriffe als gefährliche Waffe einsetzen kann. Allerdings sollten sie sich nicht auf ein Sprintduell mit den Tar Heels einlassen. Die Tar Heels sind tiefer besetzt und können das Tempo länger hochhalten. Zudem wurde bei Oregon gegen Kansas in den letzten zehn Minuten deutlich, dass die Ducks ohne Chris Boucher in der Rotation schneller ermüden. Die Enten sehnten das Spielende förmlich herbei und waren nur darauf bedacht, in Angriffen Zeit von der Uhr zu nehmen und den Vorsprung zu verwalten. UNC ist jedoch im Gegensatz zu Kansas tiefer besetzt und noch besser darin, zu jedem Zeitpunkt eines Spiels der Partie eine dramatische Wendung zu geben. Durch die Erfahrung der Tar Heels sollte so ein Run selbst zu einem späten Zeitpunkt der Begegnung nicht ausgeschlossen werden, wie das Zweitrundenspiel gegen Arkansas bewies.


Wer trifft die Dreier?
Besonders zwei Spielern und ihrer guten Trefferquote aus der Distanz haben die Ducks ihre Final Four Teilnahme zu verdanken. Dillon Brooks warf bisher 9/23 und damit leicht unter seinem Saisonschnitt, konnte jedoch durch gutes Timing glänzen. Tyler Dorsey schwebt momentan in einer eigenen Stratosphäre und kann auf stattliche 17/26 während der ersten vier Tournament Spiele zurückblicken. 0/7 am ersten Wochenende, 9/13 am zweiten: Joel Berry kann das Zünglein an der Waage sein. Seine frechen Dreier haben den Tar Heels in dieser Saison schon so manches Spiel gewonnen. Ähnlich trifft auf Breakout Star Justin Jackson zu. Der Junior traf am ersten Wochenende starke 8/14 seiner Dreier, ließ darauf jedoch verbesserungswürdige 3/13 folgen. Die Ducks sind die konstanteren Schützen, allerdings auch mehr auf den Dreier angewiesen. Für UNC ist der Wurf von Downtown ein netter Bonus. Fallen die Würfe von Berry und Jackson in der gleichen Partien ähnlich konstant, hat der Gegner ein ernsthaftes Problem.


Jordan Bell vs. UNC Frontcourt - wer gewinnt?
Jordan Bell sollte sich am vergangenen Wochenende mit seinen Leistungen gegen Moritz Wagner und Kansas einen Namen selbst in (College-)Basketballdeutschland erspielt haben. Gerade gegen Kansas war der Junior einfach überall und scheiterte nur knapp am Triple Double. Nach der Verletzung von Frontcourt Partner und Teilzeit Backup Chris Boucher, ist Bell auf sich alleine gestellt und bekommt kaum Pausen. 14 von 80 Spielminuten gönnte Dana Altman seinem Big Man eine kurze Pause. Während Michigan und Kansas diese Saison jedoch verhältnismäßig wenig über ihre Bigs spielen, kann UNC pausenlos Bell mit einer Armee von Bigs attackieren. Kennedy Meeks, Isaiah Hicks und Tony Bradley sind allesamt größer, ähnlich athletisch und in der Überzahl gegen den einsamen Bell. Diese Aufzählung schließt Elite Eight Held Luke Maye noch nicht mit ein. Reichen Bells Kräfte aus, um 35 Minuten oder mehr gegen UNC gesamten Frontcourt standzuhalten? Oder kann eventuell Kavell Bigby-Williams aka "Sir Bigby" für die notwendige Unterstützung sorgen?

Prognose: Oregon