21 April 2017

21. April, 2017


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt. 

von MARC LANGE @godzfave44

Und der Preis für den besten sechsten Mann geht an...

Sixth Man of the Year:
Lou Williams (Los Angeles Lakers/Houston Rockets)

Stats ‘16/17: 
17,5 PPG | 2,5 RPG | 3,0 APG | 1,0 SPG | 0,2 BPG | 42,9% FG | 88,0% FT in 81 gm.

Highlights:
- 40 Punkte in 32 Minuten gegen Memphis [12.03.2017]
- 27 Punkte im ersten Spiel nach dem Trade von den Lakers zu den Rockets (sieben Dreier!)
- Erster Lakers-Spieler mit mindestens 38 Punkten in aufeinanderfolgenden Spielen seit Kobe Bryant

Der beste sechste Mann des Jahres ist ein alter Bekannter: Lou Williams schnappt sich im NBACHEF-Voting die Trophäe „Sixth Man of the Year“. Dass mit der 30-jährigen Mikrowelle von der Bank die absolut richtige Wahl getroffen wurde, beweisen seine beeindruckenden Zahlen in der Offensive.

Nachdem im letzten Jahr ein eher untypischer Reservist die begehrte Auszeichnung erhielt – Andre Iguodala mit seiner bärenstarken Perimeter-Defense – kehrt der Award nun praktisch zu seinen Wurzeln zurück. Williams ist „all about offense“ und hat dies in den vergangenen Monaten mehr als eindrucksvoll bewiesen – ob im Trikot der Lakers oder der Rockets. Seine besten Leistungen dieser Saison rief der Veteran allerdings in der lila-goldenen Spieluniform ab.

Es wäre wohl Blasphemie zu sagen, dass Williams teilweise einen gewissen Kobe Bryant in Vergessenheit geraten ließ. Okay, es wäre definitiv Blasphemie. Aber: Der einstige 45. Pick im 2005er NBA-Draft hat dieses Jahr Scoring-Festivals veranstaltet, die einer Mamba würdig wären.

Mit seiner 40-Punkte-Performance gegen die Grizzlies war er nicht nur der erste Bankspieler, dem so eine Vorstellung überhaupt gegen Memphis gelang. Er war damit auch der erste Akteur, seit Jordan Crawford 2014, der 40 Punkte ohne Starting-Lineup-Privileg erzielen konnte.

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Das größte Highlight spielte sich jedoch zwischen dem 3. und 9. Dezember 2016 ab. Williams scorte in diesem Zeitraum insgesamt 137 Punkte in vier Spielen – historisch! So eine Zahl erreichte noch kein Bankspieler in der NBA. Seine Auftritte in Kalifornien und Texas kumuliert, kommt der drahtige Shooting Guard dieses Jahr somit im Schnitt auf 17,5 Punkte und 3 Assists. Einziger kleiner Dorn im Auge: Seine Trefferquote liegt bei ausbaufähigen 43 Prozent aus dem Feld.

Nichtsdestotrotz führt bei der Wahl zum Sixth Man of the Year kein Weg an Louis Tyrone Williams vorbei. Das spiegelt sich auch im Voting wieder: Zwar hat Eric Gordon dieses Jahr eine kleine Wiederaufstehung seiner Karriere erlebt, jedoch werden seine Leistungen nicht so im Gedächtnis bleiben, wie die von seinem jetzigen Team-Kollegen. Der erst vor der laufenden Spielzeit auf die Bank umgesiedelte Zach Randolph landet auf dem dritten Platz.

Die Nummer 12 der Rockets hat sich mit seiner Sahne-Saison eigentlich schon selber belohnt. Anstatt mit den Lakers die Playoffs vor dem Fernseher zu verfolgen, ist er jetzt mittendrin. Houston hat rechtzeitig erkannt, dass mit dem personifizierten Scoring-Punch von der Bank vielleicht noch ein bisschen mehr drin ist, als viele den Raketen zunächst zugetraut haben...


Abstimmungsergebnis:
1. Lou Williams (28)
2. Eric Gordon (18)
3. Zach Randolph (13)
4. Andre Iguodala (9)
5. James Johnson (3)
-. Enes Kanter (3)
7. Patty Mills (2)
8. Greg Monroe (1)
-. Tyler Johnson (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.