23 April 2017

23. April, 2017


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt. 

von GERRIT LAGENSTEIN @GAL_Sports

Und der Preis für den wertvollsten Spieler geht an...

MVP:
Russell Westbrook (Oklahoma City Thunder)

Stats ‘16/17: 
31,6 PPG | 10,7 RPG | 10,4 APG | 1,6 SPG | 0,4 BPG | 42,5% FG | 84,5% FT in 81 gm.

Highlights:
- Erster Spieler seit Oscar Robertson (1962), der im Schnitt ein Triple Double auflegt
- Neuer NBA-Rekord mit 42 Triple Doubles
- Zum zweiten Mal NBA-Topscorer

Selten war der Kampf um den MVP-Titel so ausgeglichen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei MVP-Anwärtern? Das hatte es schon häufig gegeben. Doch die NBA 2k17 war anders. Um es mit den unsterblichen Worten von LeBron James zu sagen: „Not two, not three, not four, …“ ja vielleicht waren es vor der Verletzung von Kevin Durant sogar fünf Kandidaten, die sich berechtigte Hoffnungen machen durften.

Ob Russell Westbrook, James Harden, Kawhi Leonard oder LeBron James, sie alle lieferten eine individuelle Saison, für die sie unabhängig von den Leistungen der anderen die Maurice Podoloff Trophy verdient gehabt hätten.

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Experten wie Mark Jackson brachten Co-MVPs mit zwei Gewinnern ins Spiel. Nun ist es aber nicht an der NBACHEF-Redaktion, das Regelwerk für den wertvollsten Spielers der Saison zu ändern. Die Wahl musste auf einen einzigen Superstar fallen und mit dem denkbare knappsten Vorsprung war dies Russell Westbrook.

30-10-10. Russ machte sich mit drei zweistelligen Zahlen unsterblich. OKCs Nummer 0 war schon in den vergangenen Jahren ein Experte für Triple Doubles gewesen. Nach dem Abgang von Kevin Durant unkte die NBA-Welt, Westbrook werde den Dreifach-Zehner im Schnitt auflegen.

Sonderlich ernst gemeint war diese Behauptung kaum. Ein Triple Double im Schnitt? Das hatte zuletzt Oscar Robertson vor 55 Jahren und damit in einer Epoche mit einem ganz anderen Basketball-Stil aufgelegt. Russ belehrte alle eines besseren. Viel wichtiger: Er sammelte nicht nur Punkte, Assists und Rebounds wie andere Briefmarken, er führte eine Horde von Jungspunden und Rollenspieler mit mehr als 50 Prozent gewonnenen Spielen auch in die Playoffs.


Dem einen oder anderen waren die 47 Siege der Thunder trotzdem zu wenig. Ein MVP müsse bei einem der Titelkandidaten spielen, hieß es. Dazu gehören die Houston Rockets ebenfalls nur bedingt. Doch James Harden vollzog in den vergangenen sechs Monaten eine Entwicklung, die ähnlich auszeichnungswürdig war.

Mit der Hilfe von Mike D’Antonis genialem Spielsystem legte der Bärtige plötzlich doppelt so viele Assists auf wie in seiner gesamten vorherigen Karriere im Schnitt. Dabei büßte er keineswegs eigenes Scoring ein. 29,1 Punkte pro Spiel bedeuteten ebenfalls einen Karrierebestwert. Mit einem groß aufspielenden Harden gewannen die Rockets 14 Spiele mehr als im vergangen Jahr.

Damit ließ der Linkshänder Kawhi Leonard (die meisten Punkte, die ein Spur in den letzten 15 Jahren aufgelegt hat), einen gewohnt starken LeBron James (wenn der Schalter an war) und Giannis Antetokounmpo (führte die Bucks in so ziemlicher jeder Statistik-Kategorie an) hinter sich, aber eben nicht seinen ehemaligen Teamkollegen Westbrook.


Abstimmungsergebnis:
1. Russell Westbrook (29)
2. James Harden (28)
3. Kawhi Leonard (13)
4. LeBron James (5)
5. Giannis Antetokounmpo (3)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.