19 April 2017

19. April, 2017


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt. 

von TORBEN SIEMER @LifeOfTorben

Und der Preis für den meistverbesserten Spieler geht an...

Most Improved Player
Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks)

Stats ‘16/17: 
22,9 PPG | 8,7 RPG | 5,4 APG | 1,6 SPG | 1,9 BPG | 52,1% FG | 77,0% FT in 80 gm.

Highlights:
- Erster griechischer All-Star
- Career High 41 Punkte, 18x über 30 Punkte
- 35 Pts, 9 Rebs, 8 Asts, 7 Blks, 2 Stls, beim Sieg über die Bulls [31.12.2016]

Überraschung geht anders, aber es kann nur einen geben: Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks ist der Most Improved Player 2016/17. Auf nur einem einzigen Stimmzettel stand sein Name nicht ganz oben, die Wahl war also beinahe einstimmig. Vor zwei Jahren landete Antetokounmpo auf dem geteilten achten Rang unserer Wahl, im Vorjahr war er Vierter. Diesmal gab es kein Vorbeikommen an der basketball-spielenden Naturgewalt mit der Trikotnummer 34.

Antetokounmpo ist in seinem vierten NBA-Jahr der unangefochtene Franchise Player in Milwaukee, die Bucks sind souverän in die Playoffs eingezogen. Ein erster Lohn dafür war die Berufung ins All-Star-Team der Eastern Conference. Nicht aber als Reservist, sondern gleich als Starter an der Seite von LeBron James und Jimmy Butler. Ein privater Dunk-Contest und 30 Punkte später war der Greek Freak Topscorer seiner Auswahl. Diese Bühne wird erst der Anfang gewesen sein, die All-NBA-Nominierung ist Antetokounmpo so gut wie sicher.

Warum? Er führt die Bucks in allen Boxscore-Stats an: Punkte, Rebounds, Assists, Steals und Blocks sammelte niemand so viel wie der als Guard-Forward gelistete, mindestens 2,11 Meter große Grieche. Das gelang vor ihm nur vier anderen Spielern. Was die totalen Werte für die fünf Kategorien angeht, liegt er jeweils in den Top 20 dieser Saison – das schaffte vorher keiner. Und wann immer du in der NBA derjenige bist, der etwas zum ersten Mal schafft, ist das herausragend.


Der Sprung zur Vorsaison ist beeindruckend: Sechs Punkte, ein Rebound, ein Assist und ein Stock (Steal plus Block) mehr bei fast exakt identischer Minutenzahl, dazu 52.2 statt 50.6 Prozent aus dem Feld bei drei Würfen mehr. 7.7 Freiwürfe pro Abend statt 5.1 - alles Career High, wie auch die Erfolgsquote von 77 Prozent. Platz zehn bei den Total Win Shares, Platz vier beim Value Over Replacement Player und, und, und, ...

Kurz und knapp: Career Highs hier, Career Highs dort, Career Highs überall. In vier Jahren seit seinem Draft ist aus dem Projekt Antetokounmpo der Superstar Antetokounmpo geworden. Der übrigens vor kaum fünf Monaten seinen 22. Geburtstag feierte. Das ist also wohl alles nur der Anfang.

Neben ihm auf dem Podium landeten Nikola Jokić, der die Denver Nuggets fast in die Playoffs trug und den Rekord für die meisten Triple Doubles eines Centers einstellte sowie Devin Booker von den Phoenix Suns, der vor allem mit dem elften 70 Punkte-Spiel der NBA-Geschichte für Aufsehen sorgte.


Abstimmungsergebnis:
1. Giannis Antetokounmpo (38)
2. Nikola Jokić (14)
3. Devin Booker (9)
4. Otto Porter Jr. (5)
5. Isaiah Thomas (3)
6. James Harden (2)
-. Seth Curry (2)
8. Rudy Gobert (1)
-. Kemba Walker (1)
-. James Johnson (1)
-. Harrison Barnes (1)
-. Dion Waiters (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.