13 April 2017

13. April, 2017


Nicht, dass die abgelaufene Saison arm an guten Storylines gewesen wäre, aber... Playoffs, yo! In den nächsten acht Wochen ist endlich richtiger Basketball angesagt. Auch hier bei NBACHEF, wo wir euch mit Postseason-Content mästen. Zum Auftakt wie immer die acht Erstrundenserien im Schnellcheck - straight auf den Punkt.

von STEFAN DUPICK @Hoopsgamede

Entrée
In dieser Drei gegen Sechs Serie sind die Toronto Raptors der klare Favorit gegen die Milwaukee Bucks, nicht zuletzt seit Kyle Lowry wieder fit ist und in den letzten Spielen beweisen konnte, dass er von seiner hervorragenden Form nicht viel eingebüßt hat.

In der regulären Saison haben die Raptors die Bucks mit 3-1 geschlagen, darunter zwei massive Klatschen für Milwaukee mit 22 bzw. 16 Punkten Differenz. Hoffnung gibt den Aussenseitern jedoch die letzte Partie im März, denn hier konnten sich die Bucks im heimischen BMO Harris Bradley Center mit 101:94 durchsetzen.


Das 3-1 in der regulären Saison ist als Indikator jedoch fragwürdig. Schließlich war Milwaukees Flügelspieler Khris Middleton in den ersten drei Partien verletzt, während Jabari Parker noch gespielt hat.

Auf der anderen Seite konnte Lowry im vierten Spiel verletzungsbedingt nicht auflaufen. Auch die Veränderungen durch Torontos Trades für Serge Ibaka und P.J. Tucker zur Deadline konnten in allen Spielen entweder gar nicht oder nur wenig berücksichtigt werden.

Vergangenheit ist Vergangenheit. Somit sollte letztlich der Fokus auf die Zukunft gerichtet werden. Die Raptors sind der Favorit, aber alleine die Tatsache, dass Giannis Antetokounmpo in den Reihen der Bucks spielt macht die Serie interessant, wenn nicht sogar spannend.


Warum Toronto gewinnt
Die kanadischen Raptoren sind das vielleicht kompletteste Team im Osten und konnten ihren Roster durch die Verpflichtungen von Tucker und Ibaka speziell in der Defensive gehörig verstärken. Auch im Angriff gibt Ibaka den so lange gesuchten Stretch Vierer, der dieses Team vervollständigt.

Toronto ist breit aufgestellt, kann offensiv sehr effizient agieren und in der Defensive neuerdings auf unterschiedliche Lineups des Gegners reagieren. Coach Dwane Casey kann gross oder klein spielen lassen, ist im Vergleich zu früher vielseitiger und mobiler.

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Der Backcourt um Lowry und DeMar DeRozan ist eines der besten Guard-Duos der Liga und kann mit Tempo, Shooting (Lowry) und Drives (DeRozan) ganze Spiele im Alleingang entscheiden. DeRozan ist immer für mindestens Punkte gut, wann immer er aufs Parkett steigt. Gleiches gilt für Lowry, der von Downtown zudem richtig heiß laufen kann.

Auch der Heimvorteil könnte zu einem Faktor werden! Angeführt von VIP-Fan Drake werden die Fans im heimischen Air Canada Center regelmäßig ausrasten und den Gastgeber unterstützen. Sollte es wieder erwarten also zu einem Spiel 7 in dieser Serie kommen, dann erwartet die Bucks in Toronto ein absoluter Hexenkessel.


X Faktor Raptors
Der Gesundheitszustand von Lowry ist der X-Faktor für die Dinos. Nicht nur in dieser Serie, sondern in den gesamten Playoffs. Wollen die Raptors wie schon im Vorjahr das Conference Finale oder mehr erreichen, muss ihr Spielmacher in Topform sein.


Die Raptors sind auf Lowrys 22,4 Punkte und 7 Assists pro Abend angewiesen. Der werdende Free Agent ist der General auf dem Feld und führt das Team aus Toronto zweifelsohne an. Ein Ausfall der #7 wäre mit Blick auf die grösseren Aufgaben schwer zu verkraften, auch wenn mit Corey Joseph ein solider Backup bereit steht.


Marquee Matchup
Die wichtigste Frage in Toronto lautet: Wie stoppen die Raptors den „Greek Freak“? Giannis kann eigentlich alles und wenn der Grieche heiß läuft, dann hat der Gegner ein Problem! Auch wenn Antetokounmpo nicht der Über-Scorer ist, so kann er sein Team mitreißen und Räume für die Mitspieler schaffen!


Die Situation für die Raptors ist jedoch nicht aussichtslos! Tucker, Ibaka oder DeMarre Carroll haben alle das Zeug dazu, Giannis in seinem Spiel einzuschränken und ihm Probleme zu bereiten. Auch wenn es nahezu unmöglich ist, diesen Athleten zu stoppen, so wird die Team-Defense der Raptors dafür sorgen, dass der junge Grieche an die Kette gelegt wird!


Warum Milwaukee gewinnt
Und wieder dieser Name… Giannis Antetokounmpo ist ein (werdender) Superstar in dieser Liga und dürfte den Raptors einiges an Problemen bereiten. Giannis führt teamintern alle wichtigen Kategorien an.

Er liefert Punkte, Rebounds, Assists, Steals und Blocks und zudem noch solide Wurfquoten aus dem Feld. An seiner Seite verfügt der Allrounder neuerdings aber auch noch über einen sehr guten Schützen...


Khris Middleton hat nach seiner Verletzung direkt eingeschlagen und zeigt bereits wieder, warum er in Milwaukee mit einem teuren Vertrag ausgestattet wurde. Middleton ist der Robin an der Seite von Giannis' Batman.

Neben den beiden Stars verfügen die Bucks auch über einen mehr als soliden Supporting Cast. Speziell die Bank ist ordentlich besetzt und bringt in Greg Monroe, Matthew Dellavedova, Jason Terry, Michael Beasley und Mirza Teletovic eine Menge Erfahrung ins Spiel.


X Faktor Bucks
Das Alter und damit die fehlende Erfahrung der Jung-Hirsche Antetokounmpo und Malcolm Brogdon könnten für Milwaukee zum X-Faktor werden. Brogdon ist ein heißer Anwärter auf den Rookie of the Year Award und spielt eine gute Saison. Der Shooting Guard bleibt jedoch ein Frischling ohne Playoff-Erfahrung.

Auch Antetokounmpo kann gerade einmal auf sechs Playoff-Spiele zurück schauen. Bei den überragenden Leistungen des Griechen und den Begeisterungswellen der Fans darf nicht vergessen werden, dass der Allrounder gerade einmal 22 Jahre jung und somit noch lange kein Routinier ist.

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An dieser Stelle ist auch Thon Maker zu nennen. Der Frontcourt Player ist ebenfalls Rookie und zarte 20 Jahre jung. Maker konnte in der Saison sein Potential bereits andeuten, dürfte in den Playoffs jedoch kein Faktor sein. Die Erfahrung der Raptors gegen die Jugend der Schlüsselspieler-Bucks könnte zum entscheidenden Faktor werden.


Marquee Matchup
Khris Middleton gegen DeMar DeRozan ist sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive ein wichtiges Matchup für die Bucks. DeRozan gilt nicht als herausragender Verteidiger.


Daher könnte Middleton im direkten Duell seine Chance nutzen und als Scorer aktiver werden als sonst. Die Bucks sind auf die Punkte des Shooting Guards angewiesen. Speziell in diesem Matchup kann Middleton sie liefern.

Auf der anderen Seite des Courts ist die Thematik eine ähnliche. Die Bucks sind darauf angewiesen, dass DeRozan auf dem Zug zum Korb gestoppt wird. Wenn die Bucks es zulassen, dass der Shooting Guard der Dinos seine 30 Punkte oder sogar mehr auflegt, werden sie kaum eine Chance in dieser Serie haben.

Alles steht und fällt also auch mit der defensiven Leistung von Khris Middleton. Middleton muss DeRozan stoppen und somit verhindern, dass DeRozan ins Rollen kommt. Je mehr er ihn anderen Ende unter Druck setzt, desto mehr schwingt das Pendel in Richtung Milwaukee.


Die Rechnung, bitte!