08 April 2017

8. April, 2017


LaVar Ball says [...]

von ANNO HAAK @kemperboyd

Es ist vorbei, bye, bye Junimond
Der kurze Frühlingstraum währte nur wenige Wochen. Grün war die Hoffnung auf Basketball spielende Kobolde am abgeschafften deutschen Ex-Nationalfeiertag. Die lange, schier immer währende Schreckensherrschaft des LeBron James über die Leastern Conference hatte Risse bekommen. Tiefe Risse. Tief wie die Löcher in der Defensive der Kavaliere. Tief wie die Geheimloge, die den Auserwählten Jahr für Jahr der Einschaltquoten wegen in die letzten Spiele der Saison manipuliert.

Dann kehrte der Cyborg unter den 14-Jahr-Veteranen an die Stätte seines größten Triumphs zurück und die Scheinriesen aus dem Bankgarten wurden Midgets von der Größe Isaiah Thomas'. May the world come to order? Yes, Sir! Vor rund einer halben Dekade, im Mai im Jahre des Herrn 2012 machte LeBron Raymone James aus Akron, Ohio den Garden zu seiner zweiten Heimat.

In Spiel sechs der Conference Finals lieferte er, was Jeff Van Gundy die größte einzelne Performance eines Basketballspielers jemals nannte, schickte die Serie mit dem Rücken zur Wand und Dirk-Nowitzki-Alpträumen hinter der Stirn zurück in die Teilzeitwahlheimat nach Miami. Vier Wochen später war er Meister, die Celtics gewannen seitdem so viele Playoffserien wie die Mavericks seit ihrer Meisterschaft.

Wohl solche Grenzerfahrungen haben aus LeBron James den Auserwählten der "Oppa-erzählt-vom-Krieg"-Überheblichkeit gemacht, der dann aber liefert. "I bin in six NBA Finals. Don ax me bout no regular season games!" Wie, ist kalt? Stalingrad war kalt! Dann geht er im Borat-Badeanzug zum Skifahren und kommt ohne Erkältung wieder nach Hause. Boston is over. If you want it.


Restwurm
Bei Leuten, die ohne ironischen Bruch in der rechten Kniescheibe Sätze mit "Jordan hätte nie" anfangen, fragt man sich ja immer zuerst, ob die Medikation verordnet oder abgesetzt werden muss. Dennis the menace hat den unschätzbaren Vorteil, dass die Frage ohnehin durch jeden Raum schwebt, den er betritt.

Als dieser Raum jüngst mal wieder ein Fernsehstudio war, gewannen die Metallrückstände in den Gliedmaßen wieder die Oberhand. Der Fünffachchamp von einst hob an und erklärte, Jordan habe nie geruht. Und überhaupt: Borat mosere zu viel und spiele zu wenig. Es sei es heute leicht, in der NBA als großartiger Spieler zu gelten.

Das von dem Mann, der ein halbes Buch mit "mimimi" über sein zu geringes Gehalt befüllte und eine Karriere daraus gemacht hat, mit zu viel Tinte unter der Haut und zu viel Farbe an den Haarwurzeln Abpraller abzufischen.

Kerrs "Er war ja auch ständig gesperrt"-Replik ist zwar nur halb so lustig wie Rodmans neue Sonnenbrille. Immerhin macht Kerr heute, was er zu seiner Spielerzeit angedroht hatte: irgendwas mit Menschen und Basketball. Rodman hatte sich als Aktiver über Kollegen mockiert, die Fernsehverträge abstauben wollten und versprochen, die Liga sehe ihn nie wieder. Kannste Dir nicht ausdenken.

Kerr verkauft sich auch nicht an einen Sender, der ein Produkt herunterreden will, an dem er zuletzt Übertragungsrechte hielt, als die NBA-Trophäen-Frau für eindimensionale Reboundfischer noch Madonna und nicht die Schwägerin von Kanye West war. Jordan hätte sowas nie gemacht...


Disrespectful to Norm Powell
Wenn ich "ungeschriebene Regeln" höre, bekomme ich Rodman-DNPRest-Wallungen. DeMar DeRozan geht das ähnlich, wenn gegen jene verstoßen wird. Da ungeschriebene Regeln von den eingeschriebenen Schiedsrichtern leider nicht exekutiert werden, schritt der beste Guard aller Zeiten, der kein All-NBA-Team erreichen wird, zur Selbstjustiz.

Er stellte Lance (<3) S., nachdem der es gewagt hatte, einen Layup zu exekutieren, obwohl das Spiel zugunsten seiner Pacers (<3, welcome home BTW) bereits entschieden und die Wurfuhr bereits ausgestellt war. was dann folgte, wäre der lurchigste Lurchibrawl der Saison gewesen, hätte sich Serge Ibaka den Award nicht schon mit seinem Staubwirbelschwinger gegen RoLo gesichert.

Man könnte die Frage stellen, welchen Unterschied es eigentlich macht, Spiel siebenunddrölfzig der Saison mit 16 oder mit 18 Punkten zu verlieren. "Respektlos dem Spiel gegenüber"? Ja, ne, is klar. Aber ich will mich der Logik der ungeschriebenen Regeln ja nicht verweigern. Zuhülf, Twitter!


Danke. "LaVar says STFU DeMar". Oder kehr wenigstens im eigenen Hinterhof.


Dashboard des Grauens
Wir sollten demnächst die erste social-media-Entlassung eines NBA-GM erleben. Das Foto eines namenlosen neuen 10-Tages-Lohnsklaven, der sich bei seiner Gefangennahme durch die Orlando Magic ablichten ließ, gibt das her.

Dank der auf einer Tafel verewigten Inkompetenz des GM des Jahrzehnts weiß Aaron Gordon jetzt, dass man im Front Office wohl von dem eigenen 2014er Draft Day Trade nicht ganz so angetan ist und er selbst auf dem Tradeblock für Dario Saric steht.

Außerdem dürfte Hennigan in Kürze Anrufe mit den Vorwahlen von Memphis und den Lakers (na, klar haben die eine eigene Vorwahl, Lonzo Ball will dahin) erhalten, da er Parsons und Deng für hybride (was auch immer das heißt, muss aber so was wie "voll töfte" bedeuten) Tradeziele hält. LaVar Ball wäre kein schlechterer GM. Gundgütiger...


Fundstück der Woche
Die Washington Wizaards mit dem ersten Divisionstitel seit…Moment…1979. 38 Jahre nach dem Finale gegen die Sonics (schnüff), 16 Jahre nach Kwame, 14 Jahre nach MJ und vor den Hornets. Jordan hätte nie den Südosten gewonnen! Keep ballin'!