06 April 2017

6. April, 2017


von GÜVEN TAŞ @GuvenTas

In der heutigen NBA, die so herrlich bunt und international ist, darf natürlich die Jugo-Connection nicht fehlen. Der Balkan hat eine lange und glorreiche Basketballtradition. Aktuell kämpfen 17 Athleten aus dem Südosten Europas für dieses Erbe. Keine europäische Fraktion stellt mehr Talent in der Association - ein Beweis für die immerwährende Talentschmiede im Osten des alten Kontinents.

Ein hochinteressanter Mix aus talentierten Young Guns und erfahrenen Veteranen. Potenzielle künftige Additionen wie Milos Teodosic, Bogdan Bogdanovic (beide Serbien) oder Luka Doncic (Slowenien) gar nicht mit eingerechnet. Auf jeden Fall stellen sie eine Bereicherung für die NBA und den Basketballsport da. Sechs Kroaten, drei Serben, drei Montenegriner, drei Slowenen und zwei Bosnier - eine ordentliche Dosis Balkan für die NBA. Hier sind kurze Porträts zu diesen Athleten.

Nikola Jokić
Denver Nuggets
Serbien

Das erste Ausrufezeichen seiner noch sehr jungen NBA Karriere setzte Jokić am 18. November 2015 im Spiel gegen die San Antonio Spurs, als er 23 Punkte und 12 Rebounds ablieferte. Aktuell spielt der Big Man der Denver Nuggets eine sensationelle Saison und gehört zu den größten Überraschungen der Spielzeit 2016/17. Mit 10 Punkten und 7 Rebounds im Schnitt (51 % FG, 81% FT) gehörte er bereits in der vergangenen Saison zu den wenigen Lichtblicken in der Mile High City.

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Der schlaksige Serbe ist erst 22 Jahre alt. Beim Draft 2014 von den meisten GMs ignoriert, ging der 2,08 m große PF/C erst in der zweiten Runde an 41. Stelle über die Theke. Im Nachhinein natürlich ein exzellenter Steal für die Franchise aus Colorado.

Seine Reichweite geht an guten Tagen bis hinter die Dreierlinie (36%). Und dass er auch den Ball servieren kann, beweist er aktuell konstant auf hohem Niveau. Allein im Monat Februar 2017 zauberte Jokic stolze vier Triple-Doubles aufs Parkett.

Im Schnitt macht er in der laufenden Saison 16 Punkte, gute 9 Rebounds und knapp 5 Assists im Schnitt. 58% FG und 81% FT lesen sich ebenfalls hervorragend. Denver scheint endlich seinen neuen Franchise Player gefunden zu haben: Nikola Jokic.


Jusuf Nurkić
Portland Trail Blazers
Bosnien

Der Center von den Portland Trail Blazers ist ein richtiger Büffel: 127 Kilogramm Kampfgewicht verteilt auf 2,13 Meter. Für seine jungen 22 Jahre verfügt der Ex-Nugget über eine sehr kräftige Physis.

Im Februar wechselte Nurkić im Tausch für Mason Plumlee von Colorado nach Oregon. Seine Leistungskurve zeigt seither steil nach oben. Am 10. März 2017 gab er im Spiel gegen die Philadelphia 76ers eine denkwürdige Vorstellung: 28 Punkte, 20 Rebounds, 8 Assists und 6 Blocks. Eine Leistung, die zuletzt "Sir" Charles Barkley gelang… im Jahre 1986!

Bereits die vergangene Saison hat schon gezeigt, dass der Youngster das Zeug zum guten NBA-Center hat. Besonders in der Defensive weiß Nurkić oft zu überzeugen.


Spielt die Gesundheit mit, könnte Jusuf Nurkić zu einem der besten Ring-Protektoren der Liga werden. Dazu hat er aber noch viel Arbeit vor sich. Der Koloss von Tuzla hat die Kraft bereits in den Genen. Sein Vater Hariz, ein Polizeibeamter, soll bei einer Größe von 2,15 Meter angeblich stolze 184 kg wiegen!


Goran Dragić
Miami Heat
Slowenien

Der Aufbauspieler der Miami Heat trägt meiner Meinung nach einen der seltsamsten Spitznamen der NBA: The Dragon. Die sportliche Qualität des Slowenen soll dadurch in keiner Weise geschmälert werden.

Goran Dragić ist ein offensiv sehr potenter Point Guard, der den Angriff seines Teams wunderbar koordinieren kann. Er ist jederzeit in der Lage, den Dreier einzunetzen, effektiv zum Korb zu slashen oder den freien Mitspieler zu finden. Sein Drive zum Korb ist seine größte Stärke. Besonders in seiner Zeit bei den Phoenix Suns (2012-15) spielte er diese Vorzüge bestens aus.

Gemeinsam mit Eric Bledsoe bildete Dragić ein gefährliches Backcourt-Duo. Nach der Saison 2013/14 wurde er mit dem 'Most Improved Player' Award ausgezeichnet. Absolut verdient angesichts seiner Statline: im Schnitt 20 Punkte und 6 Assists, bei 51% FG und 41% von der Dreierlinie.


Der inzwischen 30-Jährige spielt aktuell eine bockstarke Saison mit seinen Miami Heat. Der ehemalige Finals Abonnent aus Florida startete schwach in die Saison 2016/17. Eine Bilanz von 11-30 liess viele bereits in Richtung Lottery schielen.

Seit Mitte Januar spielen die Heat allerdings wie ausgewechselt. In den Monaten seit diesem Tiefpunkt haben sie eine beeindruckende Siegesquote von knapp 80%, sind eines der heissesten Teams der NBA und mitten im Playoff-Rennen. Maßgeblich am Erfolg beteiligt: Goran Dragić.


Bojan Bogdanović
Washington Wizards
Kroatien

Der alt wirkende Kroate spielte bereits im letzten Jahr eine solide Saison. 79 Spiele machte er für die Brooklyn Nets, darunter 39 Spiele von Beginn an. Nun gut, in einem Team wie den Brooklyn Nets ist das kein großes Kunststück.

Im Gegensatz zu seinen Nets-Kollegen spielte Bogdanović recht konstant. Seine Quote from Downtown konnte er leicht steigern. Auch die anderen Zahlen konnten sich sehen lassen.

Die Washington Wizards liessen sich nicht zwei Mal bitten und sicherten sich den Shooter im Februar 2017 per Trade. Auch in der Hauptstadt kann Bojan überzeugen und liefert starke Leistungen von der Bank. Seine Zahlen sehen gut aus: 14 Punkte bei ausgezeichneten 47% FG aus dem Feld und 40% von der Dreierlinie sind immens wichtig für Washingtons schwache Bank.


Drei Jahre spielte der 27-jährige Flügel beim türkischen Topteam Fenerbahçe Istanbul. Dort gewann er neben der Meisterschaft auch den Pokal und den Supercup. 2014 wurde er dazu noch ins Allstar Team der türkischen Super League gewählt.

Bojan Bogdanović ist ein klassischer „pure scorer“ und hat für beide Positionen auf dem Flügel eine gute Größe von 2,03 m. Seine Defense hingegen ist sehr ausbaufähig. Dies gilt auch für seinen Basketball-IQ und Übersicht. Wenn ein Guard im Schnitt gerade mal einen Assist auflegt, dann ist dies indiskutabel.


Nemanja Bjelica
Minnesota Timberwolves
Serbien

Noch so ein Alleskönner vom Balkan. Der Vierer der Minnesota Timberwolves ist ein Point Forward. Dank seiner Spielübersicht und seinem hohen Basketball-IQ weiß der 28-jährige Serbe zu glänzen. Aufgrund seiner guten Wurftechnik ist er ausserdem ein nicht zu unterschätzender Schütze von außen.


Ohne große Probleme kann Bjelica den Ballvortrag übernehmen und seine Mitspieler gekonnt in Szene setzen. Dies bewies er in seinem letzten Jahr in Europa auf eindrucksvolle Weise. Mit seinem Verein Fenerbahçe Istanbul erreichte er das Final Four Turnier der EuroLeague und wurde am Ende der Spielzeit zum MVP dieser Eliteklasse gewählt.

Bei den Timberwolves kommt der 2,09 m große Forward nur von der Bank, was ihn jedoch nicht weiter stört. Der relativ wortkarge Bjelica agiert ohnehin lieber unauffällig. Mit dem Ex-Spieler von Roter Stern Belgrad hat Minnesota einen erfahrenen Profi in seinen Reihen, der seine Rolle bestens ausfüllt.


Mirza Teletović
Milwaukee Bucks
Bosnien

Der 31-jährige Bosnier verbrachte insgesamt zehn Jahre in Europas Top-Ligen, ehe er 2012 in die NBA wechselte. Zwischen 2006 und 2012 spielte er für das spanische Spitzenteam Saski Baskonia, mit dem er 2008 und 2010 die nationale Meisterschaft gewann.

Anschließend verbrachte er drei durchwachsene Jahre bei den Brooklyn Nets. Im Sommer 2015 wechselt der Power Forward mit dem weichen Handgelenk zu den Phoenix Suns. In Arizona „profitierte“ er von den Verletzungen seiner Mitspieler Eric Bledsoe und Brandon Knight.

Teletovic bekam deutlich mehr Spielanteile in der Offensive - und wusste die durchaus zu nutzen. Mehrfach lieferte der 2,06 Meter große Stretch Vierer 20 Punkte von der Bank. Er legte die beste Saison seiner NBA-Karriere auf. Doch im warmen Süden der USA hielt es ihn nur eine Saison.


Im Sommer 2016 unterschrieb er bei den Milwaukee Bucks. Bei seinem neuen Arbeitgeber läuft es nicht mehr ganz so gut für den Bosnier. Mit dürftigen Wurfquoten und dementsprechend wenig Spielzeit kann er kaum Akzente setzen.

Teletović ist unter normalen Umständen ein abgezockter Hund. Er hat eine Reichweite bis hinter die Dreierlinie, besitzt viel Erfahrung und bringt dementsprechend wertvolle Routine in die sonst relativ junge Bucks Truppe.

Seine Liebe zum Basketball erklärt der Mann aus Mostar folgendermaßen: „Ich war knapp sieben Jahre alt, als der Krieg ausbrach. So gut wie jeden Tag starb einer, auch aus unserer Familie. Dieser Cousin ist tot, dieser Freund ist tot, diese Tante ist tot. Es war furchtbar. Meine Freunde und ich spielten trotzdem draußen Basketball. Ständig waren Schüsse und Sirenen zu hören. Aber für den Basketball hätte ich damals sogar den Tod in Kauf genommen. Ich liebe diesen Sport so sehr!“


Mario Hezonja
Orlando Magic
Kroatien

Der Sophomore der Orlando Magic ist ein sehr talentierter Spieler, den Orlando bereits an fünfter Stelle des Drafts 2015 zog. Drei Jahre lang (2012-2015) ging der Flügelspieler für den FC Barcelona auf Korbjagd, gewann mit den Katalanen 2014 die spanische Meisterschaft.

Seine Athletik ist längst auf NBA Niveau. An guten Abenden kann der Kroate die Netze löchrig schießen. Sein Distanzwurf ist sauber und schön anzusehen. Eigentlich alles gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere in der Association.


Wäre da nicht sein Temperament. Hezonja galt schon immer als großer Hitzkopf, der sich häufig durch unbedachte Aktionen und Aussagen ins Abseits stellt. Ihm werden Starallüren und ein schwieriger Charakter nachgesagt.

Bislang blieb es in Florida zwar weitgehend ruhig. Seine Leistungen reissen dafür aber niemanden vom Hocker. Hoffen wir, dass Coach Vogel seinen Jungspund aus Dubrovnik auf den richtigen Weg bringt. Hezonja ist erst 22 Jahre jung und hat eigentlich viel zu viel Talent, um alles zu verschwenden. Oder?


Nikola Peković
Minnesota Timberwolves
Montenegro

Wenn Jusuf Nurkić ein Büffel ist, dann ist Nikola Peković ein Bison! 140 Kilo Kampfgewicht inklusive Ostblock-Balkan-Bumsbirne geben dem Center der Minnesota Timberwolves ein furchteinflößendes Aussehen.

Der Montenegriner begann erst im Alter von 15 Jahren mit dem Basketball. Über die Stationen Partizan Belgrad (2005-08) und Panathinaikos Athen (2008-10) wechselte Peković zu den Timberwolves.

Peković ist eigentlich ein grundsolider Center. Er hat eine gute Low Post Präsenz, kann den Jumper versenken und verfügt über eine extrem kräftige Physis. Er ist jedoch auch extrem anfällig für Verletzungen. Die abgelaufene Saison war bereits seine siebte im kalten Norden. Gespielt hat er in den letzten zwei so gut wie gar nicht.

Sein saftiger Vertrag (12 Mio. $ pro Jahr) läuft noch bis 2018. Ein Trade ist unmöglich. Vielleicht lässt er sich aber auch einfach auszahlen und geht mit der dicken Knete seiner zweiten Beschäftigung nach. Peković ist nämlich ganz nebenbei Teampräsident von Partizan Belgrad. Himmel, man muss den Balkan einfach lieben!


Nikola Vučević
Orlando Magic
Montenegro

Der 26-Jährige wurde als Center von den Philadelphia 76ers gedraftet (16. Pick 2011). Nach einer recht enttäuschenden Rookie Saison bei der damaligen Loser Franchise wechselte er zu den Orlando Magic. In Florida sparte Vučević nicht nur Steuern, sondern konnte auch auf Anhieb überzeugen. Mit 13 Punkten und 12 Rebounds legte er durchschnittlich ein sattes Double-Double auf.

Seine offensive Ausbeute konnte der in der Schweiz geborene Vucevic bis zur Saison 2014/15 ordentlich steigern (19,3 PPG). Seitdem stagniert allerdings die Entwicklung des Centers mit montenegrinischen Wurzeln.

Defensiv konnte das Mitglied der Nikola-Gang noch nie überzeugen. Ein Rim Protector wird er jedenfalls nicht mehr. Dennoch gehört Vucevic zu den offensiv versiertesten Pivoten in der NBA.


Nikola Mirotić
Chicago Bulls
Montenegro

Der spanische Nationalspieler stammt gebürtig aus der ehemaligen jugoslawischen Minirepublik Montenegro. Doch bereits mit 15 Jahren zog Mirotić nach Spanien und schloss sich der Jugendabteilung von Real Madrid an. Drei Jahre nach seiner Ankunft gab er dann sein Debüt für die Profiauswahl des spanischen Rekordmeisters. Einmal gewann er mit seinem Team den Meistertitel und zweimal den Pokal.


Nach fünf Jahren verabschiedete er sich 2014 von den Königlichen und wechselte in die NBA zu den Chicago Bulls. Ursprünglich gedraftet wurde Mirotić bereits 2011 von den Houston Rockets (1. Runde, 23. Pick). Schon früh zeichnete sich Mirotić als atypischer Power Forward aus. Trotz seiner Länge von 2,09 Meter zieht er sein Spiel am liebsten vom Perimeter aus auf.

Die aktuelle Saison verläuft nicht gerade vielversprechend für den Mann mit dem prächtigen Bart. Head Coach Fred Hoiberg degradierte ihn im Sommer wieder zum Bankdrücker. Der häufig lustlos agierende Mirotić gibt seinem Coach auch nicht viele Argumente, ihm mehr Spielanteile zu überlassen. Nur knapp 10 Punkte liefert Nikola mit dem Bart, bei schwachen 33% von Downtown.

Mirotić ist 26 Jahre alt und hat somit noch Zeit, um seinem sehr ansehnlichen Spiel die nötige Konstanz zu verleihen. Ob es aber in Chicago passieren wird, ist unklar. Immer wieder werden Gerüchte nach einem Trade laut. Dies gilt im Grunde aber für fast alle Spieler der Bulls.


Boban Marjanović
Detroit Pistons
Serbien

Richtige Filmfans kennen den riesigen Serben noch aus dem James Bond Streifen „Der Spion, der mich liebte“. Dort machte er in seiner Rolle des „Beißer“ dem britischen Superagenten das Leben schwer. Der inzwischen fast 90-jährige Roger Moore schwärmt noch immer von seinem außergewöhnlichen Filmpartner.

Letztes Jahr spielte Marjanović bei den San Antonio Spurs. Coach Popovich gab dem Center regelmäßig Spielzeit. Und die wusste der 27-jährige Rookie zu nutzen. Mittlerweile ist er bei den Detroit Pistons unter Vertrag. Bei einem Spieler seiner Statur (2,21 Meter und 132 kg) erwartet man eigentlich eine brachiale Walze unter den Brettern. Dem ist jedoch nicht so.


Mit guter Fußarbeit, erstaunlicher Wendigkeit und einem weichen Handgelenk spielte er einen sehr ordentlichen Part in der Rotation der Spurs. Bei den Pistons spielt er ebenfalls solide, in seinen bescheidenen sieben Minuten pro Spiel.  Aufgrund seiner Frohnatur und seines feinen Sinns für Humor ist Boban sehr beliebt unter seinen Kollegen.

Marjanović ist bereits seit 2006 Profi. Seitdem sind die Pistons bereits seine zehnte Station im elften Profijahr. Die letzten Jahre verliefen sehr erfolgreich für den Mann aus dem ost-serbischen Städtchen Zajecar.

Mit Roter Stern Belgrad gewann er die nationale Meisterschaft und zweimal den Pokal. Damit durchbrach er mit seinem Team die Dominanz des Erzrivalen Partizan Belgrad, der die letzten acht Titel (!) der Meisterschaft errungen hatte. Zudem wurde er dreimal in Folge mit der MVP Trophäe der Serbischen Liga ausgezeichnet und 2015 ins All-First Team der EuroLeague gewählt.


Sasha Vujačić
New York Knicks
Slowenien

Der Shooting Guard in Diensten der New York Knickerbockers wurde bereits 2004 in die NBA gedraftet. In jenem Jahr zogen die Los Angeles Lakers den damals erst 20-Jährigen in der ersten Runde an 27. Stelle.

Der Sohn eines serbischen Vaters und einer slowenischen Mutter spielte sechs Jahre bei den Kaliforniern. In dieser Zeit gewann er zwei NBA-Titel an der Seite von Kobe Bryant und Pau Gasol (2009 und 2010).

Nach seinem Abschied von den Lakers 2010 hüpfte der Kombo-Guard von einer Liga zur nächsten. Er machte Station in Italien, Spanien und in der Türkei. Insgesamt wurden es sechs Teams in nur fünf Jahren. Im Sommer 2015 kehrte Vujačić schließlich in die Association zurück und unterschrieb im Big Apple.

An guten Tagen ist er ein brauchbarer Schütze. Diese Tage sind jedoch inzwischen sehr rar geworden im Kalender des Slowenen. Trotz seiner guten Länge spielt er bescheidene Defense. Im Grunde ist der Two-Guard ein reiner Schütze. Und die gibt es in der NBA wie den berühmte Sand am Meer. Nun ja, selbst das Schießen kriegt 'The Machine' nicht mehr so richtig hin.


Damjan Rudež
Orlando Magic
Kroatien

Vor der vergangenen Saison tradeten ihn die Indiana Pacers nach Minnesota. Im Gegenzug zog Chase Budinger weiter Richtung Hoosier State. Die Wolves reichten ihn nach einer bescheidenen Saison weiter zu den Magic, die somit drei Jugos in ihren Reihen haben. Orlando ist bereits die 10. Station in der Karriere des 30-jährigen Kroaten aus Zagreb.

Sowohl bei den Pacers als auch bei den Wölfen als auch bei den Magic spielte Rudež nie eine Rolle. Auch wenn er für einen Small Forward mit 2,08 m eine gute Größe hat und über einen respektablen Wurf verfügt - er ist nicht mehr als Füller und vermutlich bald wieder in Europa.


Beno Udrih
Detroit Pistons
Slowenien

Der Veteran aus Slowenien ist ein echter Wandervogel. Die Detroit Pistons sind seine achte Station als Profi, allein in der NBA. Insgesamt sind die Kolben aus Michigan sogar sein 13. Profiklub. Mit über 800 NBA-Einsätzen bringt Udrih eine große Erfahrung mit nach Detroit.


Coach Van Gundy kann sich auf seinen 34-jährigen Routinier verlassen. Beno Udrih ist ein solider Back Up. Bislang konnte der Mann aus Celje bei all seinen Klubs überzeugen. Der Spielmacher agiert zwar auf keinem besonders hohen Niveau, aber dafür gibt es auch kaum Schwankungen in seinen Leistungen. Ausschläge nach oben oder unten sind rar.

Gerade das macht ihn immer wieder zum gefragten Rotationsspieler. In seinen aktuell 14 Minuten pro Abend legt er 6 Punkte und 3 Assists auf. An seiner geringen Spielzeit stört sich Bernd Beno ohnehin nicht. So hat er mehr Zeit, um mit seinem Kumpel Boban herumzualbern.


Ivica Zubac
Los Angeles Lakers
Kroatien

Der erst 20-jährige Center befindet sich in seiner Rookie Saison. Nach Anlaufschwierigkeiten kam der im bosnischen Mostar geborene Kroate immer besser in Fahrt. Seinen vorläufigen Karrierehöhepunkt erlebte das Milchgesicht am 12. März 2017.

Im Spiel seiner Los Angeles Lakers gegen die Denver Nuggets legte Zubac eine individuell herausragende Leistung hin. Aber auch seine 25 Punkte (12/15 FG) und 11 Rebounds konnten die deftige 101:129 Niederlage nicht verhindern.


Momentan kann man (noch) nicht viel über den talentierten Big Man sagen. Seine rohen Skills müssen von Coach Walton geschliffen werden. Die Lakers sind im Kern sehr jung, die Zeichen stehen seit Anfang dieses Jahres klar auf Tanking. Das könnte Zubac zugutekommen.

Seine Minuten stiegen konstant an, seit die Lakers verlautbaren ließen, dass Sie für den Rest der Saison auf die Dienste von Timofey Mozgov verzichten möchten. So wie sich Zubac vor seiner Verletzung präsentierte, hätten sie den Russe gar nicht erst verpflichten müssen.


Dario Sarić
Philadelphia 76ers
Kroatien

Der Power Forward wurde bereits 2014 von den Draft-Experten aus Pennsylvania gepickt. An 12. Stelle sicherten sich die Philadelphia 76ers die Dienste des Kroaten. Vorerst bestritt Sarić jedoch keine NBA Partien. Der türkische Spitzenklub Anadolu Efes blieb zwei Jahre seine sportliche Heimat. Sein Trainer: Dušan Ivković, der ehemalige Nationaltrainer Jugoslawiens während der Goldenen Ära!

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Seit dieser Saison ist der Mann aus Šibenik, der Heimatstadt eines gewissen Dražen Petković, jedoch fester Bestandteil der aufstrebenden Sixers. Seit dem All-Star Break spielt der Kroate stark auf, avancierte nach der Verletzung von Joel Embiid nicht nur zu Phillys bestem Spieler, sondern obendrein zum grossen Rookie of the Year Favoriten.

Bisheriger Höhepunkt war das Spiel vom 12. März 2017 gegen die Los Angeles Lakers. Zum knappen Sieg Phillys steuerte Saric starke 29 Punkte bei. Seinen Zahlen in Saisonhälfte zwei: 18 Punkte, 7 Rebounds und fast 4 Assists im Schnitt.


Dragan Bender
Phoenix Suns
Kroatien

Da ist das halbe Dutzend voll: Gleich sechs Kroaten spielen aktuell in der besten Liga der Welt. Der letzte und gleichzeitig Jüngste im Bunde ist Dragan Bender von den Phoenix Suns.

Beim Draft 2016 pickten die Suns den zu jenem Zeitpunkt erst 18 Jahre alten Power Forward schon an vierter Stelle. Mit seiner Größe von 2,16 Meter und „nur“ 102 kg Körpergewicht erinnert der Teenager rein äußerlich stark an Kristaps Porzingis.

Auch 'Godzingis' wurde beim Draft 2015 bereits an vierter Stelle ausgewählt. Dass die Fans der New York Knicks alles andere als begeistert waren, konnte man am gellenden Pfeifkonzert hören, welches den Letten auf die Bühne begleitete. Knappe zwei Jahre später wissen wir, dass die Knicks mit dem 'Zinger' einen Volltreffer landeten. Die Fans, die damals volles Rohr pfiffen, sind längst verstummt und schämen sich insgeheim wegen ihrer Schmährufe.

Ob Dragan Bender eine ähnlich gute Entwicklung nehmen wird, lässt sich jetzt natürlich noch nicht sagen. Die aktuelle Saison lief erwartungsgemäß schwach für das Riesentalent. Eine Operation an seinem rechten Knöchel legte ihn nach schwachen ersten Monaten obendrein aufs Eis. Zwischen dem 2. Februar und 2. April bestritt der elend lange Vierer keine einzige Partie.

Aber: Bender ist der jüngste Spieler in der gesamten Basketball Association (geboren November 1997) und hat wahrlich alle Zeit der Welt, um sein immenses Potenzial abzuschöpfen.