01 März 2017

1. März, 2017


In der NBA spielen so viele Ausländer wie nie zuvor. Während der politische Trend in vielen Ländern, und so auch unter Trump in den USA, immer mehr Richtung Nationalismus geht, öffnet die beste Basketball-Liga der Welt ihre Türen für Baller aller Nationen. In der aktuellen Saison stehen bei den 30 Franchises 116 „International Players“ aus 44 Nationen unter Vertrag. Nachdem mehr als der Hälfte der Partien 2016/17 gespielt sind, ist es an der Zeit, den jeweils besten Profi jeder NBA-Nation zu küren.

von GERRIT LAGENSTEIN @GAL_Sports

Argentinien (3 Legionäre)
Gut, dass Manu Ginobili seinem guten Freund Tim Duncan im Sommer nicht beim Ritt in den Sonnenuntergang Gesellschaft geleistet hat. Mit seinen 39 Lenzen gehört der Spur zwar zu den ältesten Spielern der Association und hat einiges an Produktivität eingebüßt, für San Antonio ist er aber immer noch wertvoll. Manu kann für sich und andere kreieren und trifft 40 Prozent seiner Dreier. Das reicht, um Argentiniens bester Mann zu sein, denn die Konkurrenz ist entweder ebenfalls im Herbst der Karriere (Luis Scola) oder gerade erst am Anfang (Nicolás Brussino)


Australien (7)
Die Spurs räumen schon wieder ab. Kein Wunder, stellen sich doch eines der internationalsten Teams der Liga. Ben Simmons hätte Patty Mills den Rang ablaufen können, denn er ist definitiv der talentiertere Baller. Dummerweise stand der erste Pick des vergangenen Drafts noch keine Sekunde auf einem NBA-Parkett. Mills ist von allen aktiven „Boomers“ der mit dem größten Einfluss auf sein Team und wird dafür im Sommer anständig bezahlt werden.


Bahamas (1)
Wer für „Boogie“ Cousins getraded wird, kann nur der beste Basketballer seiner Nation sein! Spaß beiseite, Buddy Hield ist aktuell der einzige NBA-Profi mit bahamaischen Pass. Dieser Award geht an ihn, egal wie übertrieben das Vertrauen von Vivek Ranadive an ihm ist.


Bosnien und Herzegowina (2)
Eins gegen eins: Jusuf Nurkic vs. Mirza Teletovic. Wer wird wohl gewinnen? Solange Teletovic beim Modus „Winner Takes It“ nicht unfassbar heiß von der Dreierlinie läuft, dürfte es hier eher um den Neuzugang der Trail Blazers handeln. Nurkic ist schon jetzt wertvoller als sein Landsmann und wird sich im Gegensatz zu Teletovic sicherlich noch weiter steigern.

Brasilien (8)
Der Gastgeber der letzten Olympischen Spiele hat zwar ein großes NBA-Kontingent, wirklich umhauen tut einen aber niemand aus dem brasilieneichen Oktett. Die Auszeichnung geht als halber „Lifetime-Achievement-Award“ an Houstons Nene, der sich knapp gegen Leandro Barbosa durchsetzt. Maybyner Rodney Hilario war über Jahre zumindest ein durchschnittlicher NBA-Profi. Youngster wie Lucas Nogueira oder Cristiano Felício kratzen gerade erst an der Grenze zum Mittelmaß.


Dem. Rep. Kongo (2)
Im Gegenteil zu Emmanuel Mudiay hat Bismack Biyombo in seiner Karriere schon einmal bewiesen, dass er einer NBA-Franchise von Nutzen sein kann. In den letztjährigen Playoffs ersetzte der 24-Jährige Raptors-Starter Jonas Valanciunas mit Bravour. Mudiay kam als hoffnungsvolles Talent in die Liga und hat auch in seiner zweiten Saison eins der schlechtesten „Player Efficiency Ratings“ der NBA.


Deutschland (3)
Machtwechsel in der Bundesrepublik. Nachdem Dirk Nowitzki jahrelang als einziger Mohikaner die Schwarz-Rot-Goldenen-Farben in Amerika vertrat, hat ihm Dennis Schröder nach seiner Beförderung zum Starter den Rang abgelaufen. Das ist keinerlei Kritik am Sechstplatzierten der ewigen NBA-Scorerliste. Mit 38 Jahren darf er ungestraft ins zweite Glied treten. Rookie Paul Zipser hält derweil bei den Chicago Bulls die deutsche Flagge hoch.


Dominikanische Republik (1 bis 2)
So ganz verstehen muss man es nicht. Im Nationalmannschaftsbereich lief Karl-Anthony Towns bereits für die Dominikanische Republik auf. Anlässlich der Rising Stars Challenge beim All Star Weekend wurde KAT dennoch dem Team USA zugeteilt. Der begabte Big Man hat beide Pässe. Wer der Meinung ist, dass ihn das für diese Liste disqualifiziert, muss an dieser Stelle mit Al Horford vorliebnehmen.


Frankreich (11)
Wer sich als besten Center der Liga bezeichnet, kann bei der Auszeichnung zum besten Spieler seines Landes nur von einem der besten Forwards oder Guards der Liga getoppt werden. In beiden Fällen ist kein Franzose in der Diskussion. Ob Rudy Gobert wirklich der beste Center der NBA ist, sei einmal dahin gestellt. Zumindest die Defensive dominiert er wie keiner seiner Landsmänner - und nur wenige Spieler überhaupt, egal welcher Abstammung. Das macht ihn zum besten NBA-Profi der Equipe Tricolore - vor einem in die Jahre gekommenen Tony Parker, Nicolas Batum oder Evan Fournier.


Georgien (1)
1.528.941 Menschen hätten Zaza Pachulia gerne beim All-Star-Game gesehen. Da die meisten von ihnen aus Georgien kamen, ist zu vermuten, dass es sich bei Zaza um den besten Spieler aus dem Land am Schwarzen Meer handeln muss.

Griechenland (3)
Sein Spitzname nimmt die Entscheidung vorweg. Im Fall von Griechenland führt kein Weg an Giannis Antetokounmpo aka. „The Greek Freak“ vorbei. Geht die Leistungskurve des Milwaukee Bucks weiter so steil nach oben, wird er schon bald in der Konversation um ganz andere Awards auftauchen.


Großbritannien (1)
Luol Deng reißt sich jeden Tag den Arsch auf. Nicht um der beste Baller aus Großbritannien zu sein, dafür reicht es einfach auf der Platte zu stehen. Der gebürtige Sudanese will seinem Team immer maximal weiterhelfen, egal wie chaotisch die Franchise um ihn herum auch ist.

Haiti (1)
Die Sacramento Kings scheinen ein Faible für Top-Nationalspieler aus der Karibik zu haben. Auf Buddy Hielt folgt Haitis Skal Labissiere.

Israel (1)
Auch Omri Casspi gehört zu der Riege von Spielern, die ihren Award kampflos erhalten. Die Tatsache, dass Casspi sich seit acht Jahren in der Liga hält, beweist aber, dass er sich diesen Titel mehr als verdient hat.


Italien (2)
Auch wenn Denver Danilo Gallinari gerne losgeworden wäre. 'Gallo' ist mit Abstand der produktivste Italiener in der NBA und das hat keineswegs etwas damit zu tun, dass die meisten seiner Landsleute wieder aus der nordamerikanischen Liga geflüchtet sind. 17 Punkte und 5 Rebounds im Schnitt sind für einen Spieler, der neben zwei Kreuzbandrissen mit allerlei anderen Verletzungen zu kämpfen hatte, definitiv honorierungswürdig.


Jamaika (1)
Die Zeit von Roy Hibbert in der NBA neigt sich dem Ende entgegen. Doch solange er noch spielt, wird auch der ehemalige All Star (unglaublich, dass das erst drei Jahre her ist) mangels Alternativen bester Aktiver seines Landes bleiben.

Kamerun (3)
Der ka­me­ru­nische Wahlspruch lautet: Frieden, Arbeit, Vaterland. Dank Joel Embiid könnten drei andere Wörter bald zum Slogan des Landes werden. „Trust The Process“ hat nach zweijähriger Leidenszeit in der NBA eingeschlagen wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Was kommt als nächstes? Wer weiß, vielleicht verdrängt Embiid eines Tages ja sogar Hakeem Olajuwon als besten NBA-Afrikaner aller Zeiten…


Kanada (11)
Kein anderes Land schickt mehr Profis in die NBA. Die große Auswahl macht die Entscheidung aber nicht wirklich schwieriger. Andrew Wiggins scort knapp 13 Punkte mehr als jeder andere Spieler mit einem Pass, der nördlich der Niagarafälle ausgestellt wurde. Da kann er es sich auch erlauben, in allen anderen Kategorien seines Spiels etwas hinter den Erwartungen hinterherzuhinken.


Kap Verde (1)
Walter Tavares, aus Gründen ...

Kroatien (6)
Wäre Dario Saric direkt nach dem Draft 2014 in die NBA gekommen, würde die Wahl höchstwahrscheinlich auf ihn fallen. Weil der 76er aber gerade erst dabei ist, in Nordamerika anzukommen, landet Bojan Bogdanovic auf Platz eins. Kritiker werden sagen, dass er mangels Alternativen in Brooklyn so viel gescort hat. Bogdanovic-Fans, dass er so viel gescort hat, obwohl es kaum Hilfe gab. Was stimmt, wird der 27-Jährige nun in Washington zeigen können.


Lettland (2)
Wenn du das Basketball-Einhorn bist, bist du auch der beste Basketballer Lettlands. Zugegebenermaßen könnte Kristaps Porzingis in diesem Vergleich jedes reale ausgewachsene Pferd sein, denn die Konkurrenz in Person von Dāvis Bertāns ist maximal ein Pony.


Litauen (4)
Von Lettland geht es etwas nach Süden in das Land, wo der Nachwuchs bei der Geburt den Distanzwurf als Geschenk erhält. Paradoxerweise ist der beste NBAler Litauens ein 2,13-Meter Hüne, der in seiner gesamten Karriere noch keinen Dreier getroffen hat. Da muss er aber auch nicht. Jonas Valanciunas ist am Brett und aus der Mitteldistanz versiert genug, um für Punkte zu sorgen, dazu ein überdurchschnittlicher Rebounder.


Mali (1)
Cheick Diallo hat in seiner NBA-Karriere bisher keine 100 Minuten gespielt. Daher fällt es recht schwer zu sagen, was der Power Forward kann und was nicht. Ihr ahnt, warum er hier trotzdem aufgelistet ist.

Montenegro (2)
Nikola Vucevics Produktivität ist in den letzten drei Jahren immer weiter zurückgegangen. Im Gegensatz zu Kaderleiche Nikola Pekovic ist sie aber immerhin noch vorhanden.

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Neuseeland (1)
Steven Adams hat 17 Geschwister. Von denen muss doch noch irgendwer Basketball spielen können. Kaum zu glauben, dass auch er der einzige Vertreter seiner Nation ist.


Nigeria (3)
Al-Farouq Aminu leidet darunter, dass ihm im Sommer Evan Turner vor die Nase gesetzt wurde und auch Allen Crabbe die eine oder andere Minute klaut. Doch mit Festus Ezeli (dauerverletzt) und Michael Gbinije (fleißiger D-League-Pendler) haben seine Landsleute ganz andere Probleme.

Österreich (1)
Jakob Pöltl. Wenn du der erste und einzige Basketballer deines Landes in der NBA bist, wirst du wohl auch der beste sein.

Polen (1)
Marcin Gortat war nicht der erste Pole in der Association, kam 2007 aber quasi im Austausch für seinen Vorgänger Maciej Lampe.


Puerto Rico (2)
J.J. Barea erhält den Vorzug gegenüber Moe Harkless, weil er im Gegensatz zum Trail Blazer tatsächlich in Puerto Rico aufwuchs und dort nicht nur einen Opa hat. Barea hat für die Nationalmannschaft der Karibikinseln schon etliche Schlachten gekämpft. Harkless lehnte 2014 eine Einladung ab, um sich auf die NBA-Saison vorzubereiten. Er legte in der Saison dann 3,5 Punkte auf…


Russland (1)
Sasha Kaun ist der einzige russische Basketballer, der in allen seinen NBA-Spielzeiten World Champion wurde. Dumm nur, dass es nur eine war und er seit dem Sommer in Rente ist. So führt kein Weg an Ex-Teamkollege Timofey Mozgov vorbei, der bei den LA Lakers meist die Bank wärmt.

Schweden (1)
Jonas Jerebko. Auch hier ist die Rangliste ein klarer Fall von „One and Done“.

Schweiz (2)
Von 2006 bis 2014 war dieser Award für niemand anderen als Thabo Sefolosha reserviert. Dann kam mit Clint Capela plötzlich ein zweiter Eidgenosse in die NBA. Nach leichten Startschwierigkeiten ist die Rakete definitiv am Adler vorbeigeschossen.


Senegal (2)
Bis zur Ankunft von Joel Embiid hätte man gut behaupten können, dass Gorgui Dieng der beste NBA-Profi aus Afrika ist. Als Nebenwirkung des Prozesses ist der Center nur noch im Senegal die Nummer eins.

Serbien (3)
Boban Marjanovic ist Serbiens größter NBA-Star - aber nur auf die Körperlänge bezogen, denn Denvers Wunderkind Nikola Jokic hat definitiv eine schillerndere Zukunft vor sich und räumt unter den Körben Nordamerikas auch jetzt schon gut ab.


Slowenien (3)
Der Drache hat sein Feuer wiedergefunden. Nach einer schwachen Spielzeit 2015/16 ist Goran Dragic heuer so heiß wie noch nie, legt Karrierebestwerte bei den Punkten und der Dreierquote auf. So mischte der Slowene zuletzt 2013/14 die Liga auf. Damals verpasste sein Team hauchdünn die Playoffs. Im April droht das gleiche Schicksal. Die Auszeichnung zum besten Slowenen spendet etwas Trost.


Spanien (10)
Marc Gasol war einer von nur zwei Europäern beim All Star Game. Den anderen haben wir ein paar Zeilen weiter oben über den grünen oder in diesem Fall eher hellenischen Klee gelobt. So dominant wie Giannis offensiv ist, so sehr hält Marc den Laden hinten zusammen. Der ehemalige Defensive Player of the Year ist zwar schon 32, verbessert sein Spiel aber immer noch weiter. Im Sommer eignete er sich einen mit 38,5 Prozent verlässlich fallenden Dreier an.

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Tschechien (1)
Im vergangenen Jahr spielte Tomas Satoransky noch Euroleague und hatte dort im Duell der besten Tschechen gegenüber Jan Vesely das Nachsehen. Weil der All-Euroleague-Teamer aber in Istanbul blieb, während Satoransky über den großen Teich wechselte, kann ihn in der NBA niemand aufhalten.

Tunesien (1)
Die Statistiken von Salah Mejri hauen niemanden vom Hocker. Sein Einsatz hingegen ist äußerst vorbildlich. Solange er sich damit in der NBA halten kann, wird er in dieser Liste auch seinen Platz finden.


Türkei (3)
Die Liebe in der NBA für Ersan Ilyasova hält sich in Grenzen. Vier Trades in etwas über einem Jahr sind schon übel. Doch im Gegensatz zu Ömer Asik wird für ihn immerhin getraded. Enes Kanter hält Ilyasova hingegen einzig mit der Fähigkeit hinter sich, sich noch nie von einem Stuhl den Arm hat brechen zu lassen.


Ukraine (2)
Alex Len oder Joel Bolomboy? Diese Frage beantworten wir mit einer weiteren: Joel Wer?