12 März 2017

12. März, 2017


Nur noch genau einen Monat dauert die Regular Season der NBA. Im Osten wie im Westen ist das Rennen um die letzten Plätze offen. Multiple Gründe sprechen für die verbliebenen Bewerber, also beleuchtet die #NBACHEFSQUAD die Kandidaten und nennt jeweils acht Argumente für die einzelnen Teams... inklusive unerschütterlicher Prognose, wo die jeweiligen Teams am Ende landen werden. Garantiert.

von NBACHEFSQUAD


Indiana Pacers (33-32)
Daniel Schlechtriem @W14Pick

#1 – Einen Monat vor Saisonende haben die Pacers die beste Ausgangslage im Run auf die hinteren Plätze. Sie haben als einzige eine positive Bilanz. Zwei Spiele Vorsprung auf Platz neun klingt nach wenig, muss aber erst mal aufgeholt werden. Anders als die meisten Mitstreiter genießt Indiana den Luxus, nur auf sich schauen zu können.

#2 – Paul George hat sein temporäres Tief infolge der Gerüchte um seine Person zur Trade Deadline überwunden. 26,2 Punkte und 8,0 Rebounds im März machen ihn weiter zu einem der besten Two-Way-Player der Liga und einem echten Anführer in der Schlacht um die Postseason.

#3 – Seit dem All-Star Break sind die Pacers in guter Verfassung: Siege gegen Memphis, Houston und Atlanta, nur eine hauchdünne Last-Second-Niederlage gegen San Antonio. Wenn sie diesen Kurs halten, dürfen die restlichen Teams Platz sieben und acht unter sich ausmachen.

#4 – Indiana hat gegen Detroit (4-0) das direkte Duell klar gewonnen und gegen Chicago (2-2) nicht verloren. Zwei der ärgsten Verfolger brauchen nach aktuellem Stand eine bessere Bilanz, um an den Pacers vorbei zu ziehen.

#5 – Der restliche Spielplan hält weder aufreibende Roadtrips, noch mehrere harte Matchups nacheinander bereit. Die Elite des Westens hat Indiana bereits abgearbeitet, im Osten halten Aufeinandertreffen mit schweren (3x Toronto, 1x Boston, 1x Cleveland) und leichten Gegnern (2x Philadelphia, 1x Orlando, 1x New York) ungefähr die Waage. Nichts spricht für eine Niederlagenserie der Pacers, auf die die Konkurrenz hoffen muss. Zwei der letzten drei Kontrahenten sind die 76ers und Magic, von denen Mitte April keine Gegenwehr mehr zu erwarten ist und Indiana folglich auf den letzten Metern keinen Boden verlieren wird.

#6 – Zwar fehlt ein echter Starspieler neben Paul George – in ihm, Jeff Teague, C.J. Miles, Thad Young und Myles Turner haben die Pacers aber eine solide Starting Five ohne klare Defizite. Von der Bank bringen abwechselnd Rodney Stuckey, Monta Ellis und zuletzt Glenn Robinson III. Input.

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#7 – Gegen Miami, Milwaukee und Charlotte stehen weitere direkte Duelle an. Der Druck liegt hierbei eindeutig bei den Verfolgern, die im Falle einer Niederlage den Anschluss verlieren würden. Gleichzeitig nehmen sich die Verfolger in ihren zahlreichen weiteren direkten Duellen gegenseitig die Siege weg. Davon profitiert der Status Quo.

#8 – Die Pacers sind in nichts wirklich gut (15. im Offensive Rating, 18. im Defensive Rating), außer im Rebounding (26. in Rebound Rate) aber auch in nichts wirklich schlecht. Im mäßigen Osten genügt dieses Mittelmaß für einen Platz unter den besten Acht.

Projections:
6. Pacers, 7. Bucks, 8. Heat, 9. Pistons, 10. Bulls, 11. Hornets



Detroit Pistons (33-33)
Stefan Dupick @hoopsgamede

#1 – Die Pistons sind auf einem soliden Weg, gewinnen die Spiele, die sie gewinnen müssen und konnten zuletzt auch den einen oder anderen Überraschungs-Sieg verbuchen (bspw. in Toronto).

#2 – Fast jede Position in Detroit ist doppelt besetzt, so dass den Pistons zum Ende der Saison nicht die Luft ausgehen wird.

#3 – Kentavious Caldwell-Pope befindet sich in seinem Contract-Year und gibt in den letzten Spielen ordentlich Gas um sich für einen dicken Vertrag im Sommer zu empfehlen, das wird er weiterhin tun (müssen).


#4 – Der restliche Spielplan der Pistons ist dankbar, neben einigen Partien gegen direkte Konkurrenten spielt Detroit noch zwei Mal gegen die Nets und ein Mal gegen die Suns, sowie die Magic und die 76ers (Pflichtsiege).

#5 – Auch wenn die Pistons keine wirklich gute Saison spielen, so spielen einige Konkurrenten deutlich inkonstanter (Hornets) oder haben böses Verletzungspech (Bucks).

#6 – Die Bulls als direkter Konkurrent haben sich durch den Verlust von Gibson und McDermott für den Moment geschwächt und müssen sich mit den neuen Spielern in der Rotation (Payne, Lauvergne und Morrow) zunächst einmal finden.

#7 – Die Pistons sind unberechenbar, neben Drummond, Harris oder Jackson haben zuletzt auch Morris, KCP oder Leuer bewiesen, dass Sie 20 Punkte oder mehr auflegen können.

#8 – Nur vier Teams in der Liga lassen weniger Punkte zu als die Pistons, auch wenn der Zonen-Anker Drummond noch immer nicht als Überverteidiger gilt, so ist die Team-Defense um Drummond in der Mitte durchaus solide

Projections:
6. Pacers, 7. Pistons, 8. Hornets, 9. Heat, 10. Bulls, 11. Bucks



Milwaukee Bucks (32-33)
Gerrit Lagenstein @GAL_Sports

#1 – Giannis Antetokounmpo. Basketball ist ein Teamsport, „The Greek Freak“ kann die Bucks aber auch alleine zu Siegen führen. Der Allrounder hat aktuell 10,2 Win Shares auf dem Konto. In der gesamten Eastern Conference legt mit Isaiah Thomas nur in Star mehr auf.


#2 – Khris Middleton ist zurück. Der 25-Jährige war im vergangenen Jahr der verlässlichste Buck. Dann riss er sich im Sommer ein Muskel im linken Oberschenkel und fiel bis Anfang Februar aus. Middleton wird noch etwas brauchen, um seinen Groove wieder zu finden. 48 Prozent getroffene Dreier sind aber schon mal ein Anfang.

#3 – Die Bucks haben das dritteinfachste Restprogramm der gesamten Liga.

#4 – Milwaukee lässt den Ball gut laufen. Nur vier Teams in der NBA spielen mehr Assists. Das bedeutet jede Menge einfache Punkte.

#5 – Unberechenbarkeit. Nicht nur, dass Antetokounmpo so gut wie jede Position spielen kann. Jason Kidd passt die Startaufstellung je nach Gegner an. So begannen die Bucks die letzten vier Spiele mit vier verschiedenen Lineups.

#6 – Die Bucks haben Jason Terry im Kader und der hat die Playoffs seit 2005 nur einmal verpasst: Als Mitglied der Sacramento Kings, für die er verletzungsbedingt kein einziges Spiel absolvierte... und die eben die Kings sind.

#7 – Spieler wie Greg Monroe, Tony Snell und Michael Beasley (wenn er wieder fit ist) werden sich voll reinhängen, um sich für gutdotierte Verträge im Sommer zu empfehlen.

#8 – Mit Monroe, Brogdon, Teletovic, Terry und Antetokounmpo haben die Bucks ein ganz spezielles Lineup im Kader. Die fünf standen zwar erst 85 Minuten zusammen auf dem Feld, legten dabei aber ein Net-Rating von 37,0 hin.

Projections:
6. Pacers, 7. Pistons, 8. Bucks, 9. Bulls, 10. Heat, 11. Hornets



Miami Heat (32-34)
Jan Wiesinger @WiesiG

#1 – Miami hat schnell seine neue Identität gefunden: Nach Bosh und Wade musste zunächst ein Kontinuum gefüllt werden. Das gelingt auch dank gutem Coaching von Erik Spoelstra ohne den ganz klaren All- oder Superstar.

#2 – Die Last ist auf mehreren Schultern verteilt: Trotz Dragić und Whiteside, der Führungsspieler mit den herausragenden Fähigkeiten im Kader, springen jeden Abend auch andere in die Bresche.

#3 – Wait for it: Der fast überall ungeliebte Dion Waiters schießt in den letzten 20 Spielen mit 45 Prozent von jenseits der Dreierlinie alle Lichter aus. Das war in der ersten Saisonhälfte nicht so. Mit Waiters Aufstieg stieg auch der Stern der Franchise auf.

#4 – Nicht nur ein Verdienst der Starting-Five: Mit Tyler und James Johnson, aber auch Josh Richardson und Wayne Ellington schicken die Heat Nacht für Nacht eine extrem kompetitive Bank ins Rennen, die gegnerischen Ergänzungsspielern regelmäßig das Fürchten lehrt.

#5 – Siegeswillen: Es läuft einfach gut. Warum sich mit einem zweistelligen Lotterypick abfinden, wenn man Playoffs spielen kann ohne dabei chancenlos zu sein? Platz sieben ist minimal drin.

#6 – Bet on the Dark Horse: Mit einer Bilanz von 11-30 hatten die Heat zur Halbzeit eine rechnerische Chance von 0,03 Prozent auf die Playoffs. Cuz F*** the odds!

#7 – Streaky: Seit der Halbzeit ist man 20-4. 20 UND 4!!! Damit wäre man on pace für eine 60+Siege-Saison. Eine Topform für den Playoff-Endspurt.


#8 – Who else: Nach Washington und neben Boston sind die Heat das beste Ost-Team des Jahres 2017, seit Anfang Februar sogar das Beste. Alle anderen Teams im Rennen um die letzten Plätze im Osten wirken dagegen wenig überzeugend und haben mit Problemen zu kämpfen.

Projections:
6. Heat, 7. Pistons, 8. Bucks, 9. Bulls, 10. Pacers, 11. Hornets



Chicago Bulls (31-34)
Christoph Lenz @NBAKenner

#1 – In einer irgendwie seltsamen Saison haben die Bulls es geschafft quasi immer auf den Playoff-Plätzen zu rangieren. Aus dieser Position lässt es sich natürlich angenehmer agieren als für die Teams, die von außen nach innen schauen. Das permanente Verweilen auf den vorderen Position legitimiert auch über den Saisonverlauf gesehen die Teilnahme an der Ausscheidungsrunde.

#2 – Es gibt ligaweit nur vier Teams, die in Duellen mit Gegnern, die eine positive Siegbilanz aufweisen mehr Spiele gewinnen als verlieren. Die Warriors, Spurs, Cavaliers und: Die Chicago Bulls. Es klingt seltsam, aber es ist wahr. Die Bulls sind zur Stelle wenn es drauf ankommt und ein unangenehmer Gegner für gute Teams. Das ist sowohl ein Grund, sie in den Playoffs sehen zu wollen, als auch sie dort sehen zu können. Denn irgendwo müssen diese Siege ja herkommen. Diese vorhandene Qualität müssen die Spieler jetzt „nur“ noch regelmäßig abrufen.

#3 – Die pure Erfahrung und Qualität im Roster ist ein Punkt, der in dieser Saison auch schon indirekt zu Konflikten innerhalb des Teams geführt hat. Nichtsdestotrotz sind Jimmy Butler, Dwyane Wade und auch Rajon Rondo erfolgshungrige Vollprofis, die in jedem Fall die Playoffs nicht verpassen wollen.


#4 – Vielleicht hilft auch der Spielplan den Jungs aus der Windy City ein wenig. Es geht vor allem auswärts gegen eher schwächere Teams und insgesamt auch noch einmal gegen Orlando sowie je zweimal gegen Brooklyn und Philadelphia. Auch wenn die Wunschgegner der Bulls gemäß Statistik (siehe #2) eher aus der oberen Tabellenhälfte kommen müssten können sie sich über diese Gegner kaum beschweren.

#5 – Idealerweise sollte jeder einzelne Spieler für das Team und die Franchise gewinnen wollen. Aber auch wenn dem nicht so ist, gibt es für jeden einzelnen Gründe sich möglichst lange und auf möglichst hohem Niveau präsentieren zu wollen. Wenn schon nicht für „das höhere Wohl“, dann doch für den eigenen Geldbeutel. Speziell für die Spieler mit auslaufenden Verträgen gilt es folglich die Playoff-Bühne als Schaufenster zu nutzen. Das trifft auf die Herren Wade, Rondo, Mirotić, Carter-Williams und Felicio zu. Also mindestens bei denen gibt es einen Anreiz auf die eine oder andere Weise für die Playoffs zu kämpfen...

#6 – Die Schwächen des neu zusammengestellten Rosters waren vor der Saison schon sehr klar und sehr einstimmig von vielen Beobachtern definiert. Das fehlende Potenzial von der Dreierlinie wird schwer zu kompensieren sein und die Charaktere werden eine große Entwicklung schwerlich zulassen. Genau diese Schwächen zeigten sich auch in frühen Phasen der Saison, aber seit dem All-Star Game gibt es berechtigte Hoffnung darauf, dass ein Umdenken stattgefunden hat und die Spieler bereit sind Dinge zu verändern und an sich und dem Team zu arbeiten. In den Spielen seit der Pause liegt man in den Top Ten was die Quote von der Dreierlinie angeht und auch bei der wichtigen Zahl der überhaupt versuchten Dreier liegen sie mittlerweile immerhin auf Rang 22. Noch nicht das Gelbe vom Ei, aber definitiv eine Entwicklung in die richtige Richtung.

#7 – Keine Mannschaft lässt gerne einfache Punkte zu. Den Gegner davon abzuhalten schnell aus eigenen Fehlern zu profitieren sowie zuzulassen, dass der Gegner seine Fehler wieder revidieren kann ist eine Stärke, die in kritischen Situation wichtiger denn je wird. In Sachen Fehlervermeidung und Verhindern der Wiedergutmachung bei gegnerischen Fehlern muss man die Bulls auf dem Zettel haben. Top Ten in den Kategorien „wenigste gegnerische Punkte aus Turnover“ und „wenigste gegnerische Second Chance Points“ sprechen für sich.

#8 – Ohne großartig zu überzeugen halten sich die Bulls immer nahe der Playoff-Plätze auf. Die Konkurrenten schaffen es nicht, wirkliche Serien hinzulegen oder Fehler und ohne Frage vorhandene Probleme bei Chicago auszunutzen. Dieser mangelnde Killerinstinkt der Konkurrenz wird letztlich dazu führen, dass nicht genug Teams die Bulls hinter sich lassen.

Projections:
6. Pacers, 7. Pistons, 8. Bulls, 9. Bucks, 10. Heat, 11. Hornets



Charlotte Hornets (29-37)
Seb Dumitru @nbachefkoch

#1 – Kemba Walkers Traumsaison geht weiter. Der All-Star Point Guard dominiert Abend für Abend mit 23,2 Punkten und 5,4 Assists im Schnitt - und hat seine Ausbeute auf 27,1 PPG seit der All-Star Pause gesteigert. Walker verliert nie den Ball, trifft über 40 Prozent seiner Dreierversuche und ist einer der besten Pullup-Schützen der gesamten NBA.

#2 – Charlotte hat jedoch nicht nur Walker, sondern auch Nicolas Batum. Der Franzose ist Walkers kongenialer Backcourt-Partner, liefert mit 15,4 Punkten, 6,7 Rebounds und 5,6 Assists pro Partie die All-Around-Unterstützung, die dieses Team in Punkto sekundäres Scoring und Playmaking benötigt. Mit fast drei Dreiern pro Partie und mehr als 16 Punkten im Schnitt hat Batum seit Februar ein paar Schippen draufgelegt.

#3 – Cody Zeller ist der singulär wichtigste Indikator für Charlottes Erfolgschancen an einem x-beliebigen NBA-Abend. Steht der unterschätzte Big Man in der Lineup, gewinnen die Beez fast 60 Prozent ihrer Duelle (24-18). Ohne ihn lautet die Bilanz: 3-17. Zeller konnte im Januar und Februar nur acht Partien absolvieren, ist seit dem 28. Februar aber back.

#4 – Zeller ist nicht nur als Scorer und Rebounder essenziell, sondern obendrein Charlottes bester Big Man Defender und einer der effizientesten Blocksteller der NBA. Seit seiner Rückkehr haben die Hornets zwei von drei gewonnen und ihren brutalen sieben-Spiele-Auswärtstrip mit respektabler 3-4 Bilanz beendet.

#5 – Marvin Williams hat seinen Output nach katastrophalem Saisonstart massiv nach oben geschraubt. Seit der All-Star Pause legt der Stretch Vierer nicht nur 14,5 Punkte im Schnitt auf, sondern trifft mittlerweile weit über die Hälfte seiner Dreipunkteversuche. 53,2 Prozent aus dem Feld und fast 40 Prozent von der Dreierlinie, dazu starke 8,7 Rebounds pro Abend und gute Defense… Williams ist produktiv, erfahren und fokussiert genug, um die Hornets in dieser wichtigen Phase zu pushen.


#6 – Coach Steve Clifford ist der am meisten unterschätzte Head Coach im Game. Seine defensiven Vorgaben, der Fokus auf Ballsicherheit - kein Team leistet sich weniger Ballverluste - und Transition-Defense bedeutet, dass Charlotte nie out-gecoacht wird. Viele Teams haben mehr Talent; kaum eines maximiert seine Ertragsmöglichkeiten besser als Cliffords.

#7 – Zehn ihrer nächsten 14 Partien im März finden auf heimischem Parkett statt. Verbleibende Duelle gegen die direkten Konkurrenten Indiana (1), Miami (2), Milwaukee (2) und Chicago (1) bedeuten, dass Charlotte das Schicksal in der eigenen Hand hat.

#8 – Defense. Von allen Mitbuhlern um die letzten drei Playoff-Spots im Osten stellen die Beez die zweitbeste Verteidigung und achtbeste ligaweit. Nur Miami verteidigt saisonübergreifend noch knausriger, rangiert aber in Punkto Angriff und Net-Rating weit hinter dem Team aus North Carolina. Diese Statistiken sind aussagekräftig und verlässlich: Charlotte erreicht noch die Playoffs.

Projections:
6. Pacers, 7. Bulls, 8. Hornets, 9. Heat, 10. Pistons, 11. Bucks