30 März 2017

30. März, 2017


"I'm back!" LanceStephenson

von ANNO HAAK @kemperboyd

70's become a reality
Er ist 20 Jahre alt. Er könnte noch im zweiten College-Jahr sein. Er macht 70 Punkte gegen das fünfbeste Team der NBA. Er ist der Jüngste, der so etwas je tat. Celtics win though.


Ja, die Effizienz war ausbaufähig. Ja es waren eine Menge Freiwürfe dabei, die es jetzt nicht hätte geben müssen. Ja, die Dreierquote war lalelu. Es sind 70 (!) Punkte. Wie die Karikatur eines Arabers in der typisch mies made in Germany verrutschten Synchronisation in "Under Siege" sagt: "Ich meine, siepsich!" Celtics win though.

Jau, Boston führte schnell, führte hoch, ließ die Zügel schleifen und Booker seinen Kram machen. Und jetzt? Es ist wohl kaum das erste Mal, dass ein NBA-Topteam vom Start weg davonrennt und dann auslaufen lässt. Wenn dabei jedes Mal 70-Punkte-Spiele herauskommen, ist das ein taugliches Erklärungsmuster. Bis dahin wäre unkritisches Abfeiern angesagt. Aber das ist nicht so das Ding der NBA-Gemeinde, nehme ich an. Die ruft lieber: Celtics win though.

Niemand, der bei klarem Verstand ist, sagt #Booker70 > #Jordan63. Aber wann hat das eigentlich angefangen, dass man seine Basketballkompetenz am besten dadurch beweist, dass man Geschichte klein- bis kaputtredet, wenn man sie sieht?

Kobe macht 81? Defensivrating Raptors 2006! Kobe macht 60 mit 38 Jahren? Dreierquote! Chamberlain macht 100? Zwei Köpfe größer als jeder Gegenspieler! Baylor macht 71? Who’s he? Mein Strohmann möge die WA-Gruppe "How a season triple double is inefficient though" aufmachen und Sonics-Logos posten! Celtics win though! Jaja... Schlusswort Chriss:



Gegenbussstellung
Ich gebe gerne Fehler zu. Nur nicht die eigenen. Oder doch. Ich schrieb:

"Ich kann mich nicht erinnern, dass die Lakers mal wenigstens semi-offiziell etwas gegen 'Vorsprung durch Tanking' gesagt hätten. Aber unterstellen wir mal, das wäre so."


Als sich Jeanie Buss um Weihnachten 2014 einmal aus dem Schneckenhaus der Non-Kommunikation herausgewagt hatte, gab sie Folgendes zum Besten:

"Die Teams, die Tanking als Strategie benutzen, richten Schaden an. Durch Tanking bringst du deinen jungen Spielern schlechte Angewohnheiten bei. Für mich ist das unverzeihlich. Wenn du tankst und nur junge Spieler einsetzt oder einen Mini-Kader benutzt, oder wenn du Spieler auf der falschen Position zu viele Minuten einsetzt, riskierst du Verletzungen. Es ist unverantwortlich und ich denke nicht, dass dies in irgendeiner Liga Platz hat."

Ändert nichts an der Sinnhaftigkeit der Lakers-Strategie. Aber, damn...


I say it's Hinkie!
Die Sacramento Kings (ist schon per se eine Pointe) sollen um Erlaubnis gefragt haben, Sam Hinkie anzusprechen. Abgesehen davon, dass ich es witzig finde, dass Sam H. offenkundig immer noch von den Sixers bezahlt wird, scheint das nun eine gar zauberhafte Idee zu sein. Wobei bei näherem Hinsehen...

Richtungslose Franchise jenseits von Gut und Böse? Check! Wenig bis gar keine Kontrolle über künfige eigene Draft Picks? Check! Miese, schier untradebare Verträge von falsch verstandenen Win-now-Veteranen? Check! Völliges Fehlen eines Franchise Player? Check! Sacramento ist Philly 2013 (plus dem nächsten Steph Curry natürlich). Hier bahnt sich eine Hochzeit im Himmel an.

Traurig ist nur, dass DeMarcus C. nicht als Andrew Bynum gecastet werden kann. Übrigens: Lassma Trades reevaluieren. Der beste Center der Liga zaubert mit seinem neuen Team ein ORtg von 98,9 auf das Hartholz, wenn er drauf steht. In verwandten Nachrichten: Chavano Rainer Hield triff 4,3 von 10 Dreiern und insgesamt 49 % aus dem Feld. Zeit, Abbitte zu leisten? Zeit für einen Draft Day Trade! Give 'em, Sam!


Fünf
Chandler Parsons ist wohl raus für die Saison. Eine solche Meldung gehört zum März wie die Zeitumstellung in Mitteleuropa. Man muss schon in etwa so alt sein wie der Owner der Orlando Magic, um sich an eine Zeit zu erinnern, in der Parsons mal das 82. Saisonspiel oder die Zeit danach auf dem Platz gestanden hat.

Dass das je wieder anders werden wird, darf man bezweifeln. Da mir die Cavs-Krise zu langweilig und die Clippers zu komisch sind, füllen wir den freien Platz mit der berüchtigten Listenrubrik. NBAChef proudly presents: "Leg noch ein Bündel Grünes auf den Scheit – Der Film". Die fünf schlechtesten Deals der NBA der Post-Joe-Johnson-Ära.

5. pro Dreier eine Million
95 Millionen für vier Jahre für Uns Chandler. Hätte er mal seine Kontonummer statt seiner Mobilkontaktdaten gepostet, wir hätten alle was davon. Das letzte Mal über 70 Spiele hat er vor rund vier Jahren gemacht. Verletzung schreibt sich "Parsons". Dazu kommt: der Deal ist voll, also bis auf den letzten Cent, garantiert. Im Jahr, in dem Gasol Rioja im Schaukelstuhl schlürft (2020), genehmigt sich der Flügel, vor dem Mütter ihre Cheerleader-Töchter wegsperren, nochmal rund 25 Mio. $. Aberwitzig! Nur Platz fünf, weil Benefit of a doubt für einen erst 28-jährigen und weil Memphis + Salary Cap = ist ja eh egal!


4. Team effort
Die Oklahoma City Thunder bazookern kommendes Jahr 110 Mio. garantierte Dollars in den Äther um den MVP 2017 (ja, ich habs gesagt). Dazu kommt Moneyyyy für Roberson ab Sommer. Kurz vor Luxussteuerland mit einer Truppe, die eine unglückliche Landung von Westbrook auf dem linken Fuß von ungewolltem Lotteriematerial ist. Das muss dieses Asset Management sein, von dem sie im Zusammenhang mit Presti immer reden.

3. Turner Table
Wenn Du ein Problem hast, hol dir Evan Turner. Dann hast du zwar ein Problem mehr, aber dafür hast du auch Evan Turner. Der 72-Mio.-Scheck für vier Jahre war so unerwartet, dass sogar Turners Agent sein Glück nicht fassen konnte. Alles, was Turner besser kann als Crabbe, Lillard und McCollum, ist Cap Space belegen. Unnötig zu erwähnen auch hier: voll garantiert, deshalb auch garantiert untradebar. Die Symbolfigur des Sommers der Bekloppten und Bescheuerten 2016.

2. Mon dieu
Der fußlahmste Männerdutt diesseits von Spencer Hawes für 70 Mio. / vier Jahre. Ich würde ja sagen, auf die Idee muss man erstmal kommen, aber muss man ja nicht. Ist nämlich ziemlich schlecht, die Idee. Es reichte für Joakim Noah für 46 Spiele à 22 Minuten und die Jerome-James-Ehrennadel für die Hall of Shame der Kazoos-Deals.

1. undynamic Duo
Der eine oder andere mag das kennen. Kurz bevor man gefeuert wird, dem ungeliebten Chef noch einen schönen Haufen Braunes auf dem Schreibtisch hinterlassen und dann nichts wie weg. Vielleicht ahnte Jimmeyyyy Buss den Stiefel seiner Schwester schon in Ponähe, vielleicht stach ihn einfach der Hafer und die Sonne gleichzeitig, als er es für eine gute Idee hielt, einem Team im Rebuild Luol Deng und Timofeyyyy Mozgov hinzuzufügen; zum Schnapperpreis von kaum 130 Mio. $ / vier Jahre. Für "Ohne Worte" ist es wohl schon zu spät.


Fundstück der Woche
Me when Lance whispers "I'm back!"