23 Februar 2017

23. Februar, 2017


Trade Deadline Woche. Die Gerüchteküche rumort – Vorschläge, Ideen, Konzepte aus allen Ecken, bis das Gefeilsche am 23. Februar seinen Klimax erreicht. Damit der Überblick nicht verloren geht, liefert #NBACHEF eine kompakte Übersicht. 30 Teams, ihre wichtigsten Verhandlungsgüter und die jeweilige Wahrscheinlichkeit auf einen Trade.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick



Atlanta Hawks

Ammo: Paul Millsap, Thabo Sefolosha, Tim Hardaway Jr.
Need: Klare Richtung

Seit dem Korver-Deal bleibt der Kurs der Falken ein Rätsel, vielleicht sogar für die Verantwortlichen selbst. Wollen sie um Heimvorteil spielen und zum dritten Mal infolge einen weiteren Sweep durch die Cavs – und noch viel schlimmer, den Abgang eines Leistungsträgers aka. bald Free Agent Paul Millsap – riskieren? Oder ziehen sie die Verjüngungskur konsequent durch und schicken ihren besten Mann doch fort? Die Trade Deadline wird richtungsweisend für Atlanta. Ersan Ilyasova wurde bereits verpflichtet. Zu den Aktivsten gehören die Hawks also so oder so. Trade wahrscheinlich.



Boston Celtics

Ammo: Marcus Smart, Jaylen Brown, James Young, Amir Johnson, Nets-Picks
Need: Superstar, Rim Protector, Rebounder

Isaiah Thomas hat sich in Boston zum legitimen Franchise Player entwickelt – doch um die Kelten auf die nächste Stufe zu hieven, braucht er Hilfe. Danny Ainge hat für einen größeren Trade alles gesammelt: Draft Picks, Talente, gestandene Spieler. Nun muss er nur noch den richtigen Deal finden, den er schon seit Jahren begehrt. Der Name Jimmy Butler schwirrt schon länger über dem Boston Garden. Die Zeit ist reif, die Saat der letzten Jahre zu ernten. Trade sehr wahrscheinlich.



Brooklyn Nets

Ammo: Brook Lopez – und alle anderen
Need: Draft-Picks, 2019

Nirgends stehen die Wolken düsterer als über dem Barclays Center. Abgeschlagen auf dem letzten Platz der Eastern Conference, kein Talent, keine hohen Draft Picks, selbst das Überbezahlen von Restricted Free Agents funktioniert nicht. Sean Marks spielt „My GM“ auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad und muss noch mindestens zwei Jahre auf die ersten Sonnenstrahlen warten. Bis dahin liegt der gesamte Kader auf dem Wühltisch, ausgenommen Brooklyns einzig wertvolles Anlagegut Brook Lopez, für den die Nets ein bis zwei Erstrundenpicks fordern. Trade wahrscheinlich.



Charlotte Hornets

Ammo: Fehlanzeige
Need: Offense/Shooter, Rebounder

Die Hornets haben elf der letzten zwölf Spiele verloren, die Offensive stagniert und die Defensive lässt Federn. Charlotte ist noch nicht aus dem Playoff-Rennen, hat aber wenig Möglichkeiten, sich via Trade zu verstärken. Die Addition von Miles Plumlee verändert aufgrund dessen Limitierungen so gut wie gar nichts. Zu allem Überfluss hat sich in Ramon Sessions der zumindest halbwegs zuverlässige Backup von Kemba Walker verletzt und somit eine neue Problemstelle geöffnet. Ein Trade ist erwünscht, allein es fehlen die Möglichkeiten.



Chicago Bulls

Ammo: Jimmy Butler, Taj Gibson, Nikola Mirotić, Rajon Rondo, Robin Lopez, Doug McDermott, ...
Need: Draft Picks, Talente, neuer Coach, neues Front Office

Die Bulls stehen am Scheideweg. Entweder sie leiten endlich den überfälligen Rebuild ein, oder sie versuchen weiter krampfhaft, sportlich relevant zu bleiben. Der aktuelle Kader bietet außer einem sicheren Erstrundenaus keine Perspektive. Entsprechend stehen alle Spieler – inklusive Jimmy Butler – zur Disposition. Ein Trade ist unumgänglich, die Bulls gehören bis zur Deadline zu den aktivsten Teams.



Cleveland Cavaliers

Ammo: Iman Shumpert, Jordan McRae
Need: Point Guard

Kevin Love verletzt, Kyrie Irving glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist und LeBron James schreit schon seit Wochen lautstark nach Verstärkungen. Beim Champion läuft es in letzter Zeit nicht rund, doch der überteure Kader lässt auf dem Trade-Markt wenig Spielraum zu, zumal die Cavs ihre Draft Picks gefühlt bis 2030 verpfändet haben. Ein Trade ist erwünscht, lässt sich aber nur schwer realisieren, ohne eine andere Baustelle zu öffnen. LeBron & Co. müssen auf die zweite Deadline hoffen: die Buy-Outs.



Dallas Mavericks

Ammo: Andrew Bogut, Deron Williams
Need: Offensive/Shooter, Rebounder, Tiefe

Vom sicheren Lottery Team zum Playoff-Anwärter haben die Mavs zwar sportlich die Kurve gekriegt, ihre mittelfristige Zukunft allerdings kaum verbessert. Dank ihres Runs auf den achten Platz stellt die „Bank of Cuban“ nicht mehr alles und jeden (außer Dirk) infrage. Dallas drängt auf Rang acht, daher sind Verstärkungen via Trade erwünscht, auch wenn der angebotene Gegenwert bescheiden bleibt. Bogut und Williams sind alt, verletzungsanfällig und haben auslaufende Verträge.



Denver Nuggets

Ammo: Wilson ChandlerDanilo Gallinari, Emmanuel Mudiay, Kenneth Faried, ...
Need: Superstar, Defense

Die Nuggets haben zu viele Flügelspieler, zu viele junge Spieler – zu viele gute Spieler, während sie doch den einen herausragenden bräuchten. Sollte ein Hochkaräter verfügbar werden, sind die Klumpen sofort Gewehr bei Fuß. Aber auch wenn sich diese Gelegenheit nicht ergibt, ist nach der Addition Mason Plumlees längst nicht Ladenschluss. Dafür besteht an zu vielen Fronten Handlungsbedarf. Ein weiterer Trade ist sehr wahrscheinlich.



Detroit Pistons

Ammo: Reggie Jackson, Kentavious Caldwell-Pope, Aron Baynes, Boban Marjanović
Need: Offensive/Shooter, Playmaker, Bank

Detroit tritt auf der Stelle, die Mediocrity Treadmill droht. Stan Van Gundy ist nicht der Typ für Zaghaftigkeit oder Kompromisse und wird selbst vor seinen besten Spielern nicht Halt machen. Für einen Trade um Andre Drummond fehlt es an Vorstellungskraft, einer der Starter im Backcourt - Jackson oder Caldwell-Pope - wird aber wohl die Umzugskartons packen müssen. Interessant wird nur die Frage sein, ob die Pistons beim Gegenwert auf Gegenwart oder Zukunft setzen. Trade wahrscheinlich.



Golden State Warriors

Ammo: Fehlanzeige
Need: Fehlanzeige

Die Schwachstellen des Meisterschaftsfavoriten sind hinlänglich bekannt: es gibt eigentlich keine. Für die Warriors gilt sowieso eher der Blick auf den Sommer, wenn sie Steph Curry und Kevin Durant Maximalverträge anbieten müssen. Auch Andre Iguodala, Shaun Livingston und Zaza Pachulia werden Free Agents. Da bleibt kein Raum für Investitionen. Den Dubs steht eine schwierige Free Agency bevor, in weiser Voraussicht sollten sie daher zur Deadline die Füße still halten. Kein Trade – dafür Big Player bei den Buy-Out-Kandidaten.



Houston Rockets

Ammo: K.J. McDaniels, Tyler Ennis
Need: Rim Protector/Rebounder

Die Rockets haben mit der Akquisition von Lou Williams ihren großen Deal bereits getätigt und nun zwei potentielle beste sechste Männer auf der Bank sitzen. Daryl Morey gehört aber immer bis zur letzten Sekunde zu den Aggressoren an der Trade-Front und wird sich jetzt nicht zurücklehnen. Zum einen sind auf der Small Forward Position hinter Trevor Ariza Minuten frei geworden, für die eine interne Lösung in McDaniels oder Sam Dekker nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Darüber hinaus kann ein massiger Körper für die Zone nicht schaden, um Clint Capela zu entlasten. Moreys letzte Joker sind zwei 2nd Round Picks für den nächsten Draft. Trade möglich.



Indiana Pacers

Ammo: Jeder außer Paul George, Myles Turner & Jeff Teague
Need: Qualität, Rebounder

Die Pacers sind im Wettrennen gegen die Zeit: 2018 wird Paul George Free Agent, aktuell mehren sich die Gerüchte gegen seinen Verbleib im Hoosier-State. Seit dem Einzug in die Conference Finals 2013 und 2014 geht es bergab, mehr als ein Aus in der erste Runde gibt der aktuelle Kader augenscheinlich nicht her. Darum macht Indiana seine Draft Picks verfügbar, in der Hoffnung, seinem Franchise Player eine bessere Perspektive zu bieten. Trade wahrscheinlich.



Los Angeles Clippers

Ammo: Jamal Crawford, Austin Rivers
Need: Wing, Tiefe

Den Clippers steht ein kritischer Sommer bevor: Ihre Starter Chris Paul, Blake Griffin und J.J. Redick werden Free Agents, der halbe Kader ebenso. Das Championship-Fenster schließt sich wegen Verletzungen und der grenzwertigen Personalpolitik immer weiter – derzeit müssen sie um den vierten Platz und damit Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde kämpfen. Zwar kursieren Namen wie Carmelo Anthony, Wilson Chandler und Danilo Gallinari, doch für einen Deal dieses Kalibers fehlen Coach und Manager Doc Rivers die Optionen. Ihre Ammos locken niemanden von Relevanz hinter dem Ofen vor, die Picks sind bis ins nächste Jahrzehnt bereits versetzt. Trade erwünscht aber schwierig.



Los Angeles Lakers

Ammo: Nick Young, José Calderon
Need: Draft Picks, Jugend

Jim Buss hat sein Versprechen, bis 2017 wieder Basketball von Premiumqualität anzubieten, nicht eingehalten. Darum wird Buss und der langjährige GM Mitch Kupchak mit sofortiger Wirkung durch Lakers-Legende Magic Johnson und einen neuen Manager ersetzt. Den ehemaligen Weltklasse-Playmaker der Lakers erwartet ein Scherbenhaufen. Lila-Gold muss um den eigenen Erstrundenpick zittern. Dieser geht an die 76ers, sollte er nicht unter den Top-3 landen. Es gilt also: Verlieren, verlieren, verlieren. Lou Williams war nicht schwer zu vermitteln. Beim restlichen Angebot wird es etwas komplizierter. Dennoch wird Magic nichts unversucht lassen, den Lakers sofort seinen Stempel aufzudrücken. Trade möglich.



Memphis Grizzlies

Ammo: Fehlanzeige
Need: Shooting

Murmeltiertag in Memphis: Trotz Scharfschütze Troy Daniels treffen die Bären den Dreier mal wieder unterdurchschnittlich. Sie werden geplagt von Verletzungen und dem Zahn der Zeit. Im Sommer laufen Verträge von Schlüsselspielern aus – dieses Mal Tony Allen und Zach Randolph. Weil Memphis auch keinen Pick anzubieten hat, wird in Tennessee höchstens mit ganz kleiner Flamme gekocht. Trade unwahrscheinlich.



Miami Heat

Ammo: Goran Dragić?
Need: Qualität, Power Forward, Wing, Bank

Die unerwartete Siegesserie im Januar brachte das Team vom South Beach plötzlich wieder in Reichweite der Playoffs, machte sie damit vor der Deadline von Verkäufern zu Käufern – ohne Moneten in der Tasche. Die Heat haben auf fast allen Positionen Bedarf und müssen vor allem in der miesen Offensive nachrüsten, allerdings kann Pat Riley kaum etwas anbieten. Dragić galt als sicherer Kandidat für einen Trade, die große Aufholjagd findet aber vornehmlich auf seinen Schultern statt und folglich steht er nicht mehr zur Verfügung. Trade erwünscht, doch es fehlt an Masse.



Milwaukee Bucks

Ammo: Greg Monroe, John Henson, Mirza Teletović
Need: Power Forward, Wing, Playmaker

Das Überangebot auf den großen Positionen sowie die Verletzung Jabari Parkers macht die Bucks zu einem der gesprächigeren Teams der diesjährigen Deadline. In der Addition von Roy Hibbert und Spencer Hawes für Miles Plumlee haben sie bereits einen guten Deal getätigt, sind aber längst noch nicht fertig: Greg Monroes dicker Vertrag wurde schon vor einem Jahr auf dem Marktplatz feilgeboten, ein respektabler Gegenwert ist weiterhin nicht in Sicht. Dennoch: Trade wahrscheinlich.



Minnesota Timberwolves

Ammo: Ricky Rubio, Gorgui Dieng, Shabazz Muhammad
Need: Point Guard, Shooter, Defensive

Die vor der Saison als Playoff-Kandidat gehandelten jungen Timberwolves hecheln den eigenen Ansprüchen hinterher und können bereits jetzt für die nächste Spielzeit planen: Karl-Anthony Towns, Andrew Wiggins und Zach LaVine sind für die Zukunft gesetzt, der Rest ist entbehrlich. Vor allem bei den Point Guards besteht Handlungsbedarf: Rubio versucht immer noch seine Vorschusslorbeeren einzusammeln, Kris Dunn und Tyus Jones sind noch nicht in der NBA angekommen. Mit etwas Glück kriegen die Wölfe sogar Nikola Pekovićs Kadaver von der Gehaltsliste. Trade wahrscheinlich.



New Orleans Pelicans

Ammo: Terrence Jones, Alexis Ajinça, Ömer Aşık
Need: Qualität, Offensive/Shooter, Wing, Tiefe

Mit der überraschenden Addition von DeMarcus Cousins ist den Pelikanen aller Voraussicht nach der Deal des Jahres gelungen. Und nicht nur das: Die Chancen auf Verlängerung des auslaufenden Kontrakts von Jrue Holiday haben sich dadurch drastisch erhöht. Dennoch wartet eine Menge Arbeit auf GM Dell Demps. Auf allen anderen Positionen und der Bank ist New Orleans deutlich unterdurchschnittlich besetzt und hat jetzt ein Überangebot bei den Bigs. Die Angebote für Ajinça und Aşık werden sich in Grenzen halten. Auch für T-Jones lassen sich aufgrund des gering dotierten Vertrags und der kurzen Laufzeit keine Impact Player ertauschen. Wirklich nachrüsten können die Pelicans also erst im Sommer. Weitere Trades erwünscht aber schwierig. 



New York Knicks

Ammo: Carmelo Anthony, Derrick Rose, Kyle O'Quinn
Need: Owner, Team Manager, Fachkompetenz, Basiswissen in anständigem Benehmen

Das „Superteam“ ist nach einem halben Jahr als kein solches enttarnt. Weder auf dem Parkett noch außerhalb machen die Knicks eine gute Figur. Derrick Rose wird nie wieder auch nur annähernd seine MVP-Form erreichen, Joakim Noahs frischer Vierjahresvertrag ist jetzt schon ein Debakel und Melo weigert sich beharrlich, seine No-Trade Klausel fallen zu lassen. Phil Jackson tut gut daran, die Weichen auf Zukunft und Kristaps Porzingis zu stellen. Bis es endlich soweit ist, hat er noch einiges zu tun. Trade erwünscht aber schwierig.



Oklahoma City Thunder

Ammo: Anthony Morrow, Cameron Payne, John Huestis
Need: Qualität, Tiefe, Shooter

Oklahoma City steht und fällt mit Russell Westbrook – das weiß jeder NBA-Fan. Schon länger versuchen die Thunder, ihrem wirbelnden Derwisch Unterstützung, vor allem am Perimeter, zukommen zu lassen. Doch die Möglichkeiten sind sehr begrenzt: Wegen der voluminösen – nicht wenige behaupten deutlich überzogenen – Verträge für Enes Kanter, Steven Adams und Victor Oladipo hat GM Sam Presti wenig Handlungsspielraum. Für Morrow, Payne und Huestis gibt es keinen qualitativen Shooter, Picks sind im Mittleren Westen auch Mangelware. Aufgrund des vollen Cap Spaces rückt womöglich sogar Restricted Free Agent to-be Andre Roberson in den Fokus. Der kleine Markt Irgendwo im Nirgendwo kann sich tiefe Ausflüge in die Luxury Tax nicht leisten. Trade möglich, aber schwierig.



Orlando Magic

Ammo: Jeff Green, Elfrid Payton, Mario Hezonja, D.J. Augustin
Need: Offensive, Defensive, ein Plan

Der Ibaka-Trade, keine acht Monate nach dessen teurer Akquisition, lässt die Magic schlecht aussehen. Folglich bietet die Trade Deadline die Gelegenheit, diesen Eindruck mit einem besseren Deal einigermaßen zu relativieren. Orlando hat ein volles Arsenal an jungen, talentierten Spielern, die im Amway Center jedoch nicht ihr Potential abzurufen vermochten. Der bislang als heißer Kandidat gehandelte Nikola Vučević wird infolge Ibakas Abgang vermutlich vorerst bleiben, um seine Kompatibilität mit Aaron Gordon zu testen. Davon ab ist alles möglich. Trade sehr wahrscheinlich.



Philadelphia 76ers

Ammo: Nerlens Noel, Jahlil Okafor, Nik Stauskas
Need: Qualität, Playmaker, Offensive/Shooter, mehr 2nd Round Picks

Das nicht-mehr-schlechteste Team der Liga stößt vor allem dank Joel Embiid auf Licht am Ende des Tunnels, muss aber die andauernde Problematik seiner Bigs lösen. Okafor ist sportlich nicht zumutbar, Noel wird Restricted Free Agent und im Sommer überbezahlt. Beide haben daher keine große Zukunft in Philly. Weil die anderen Teams über den Handlungsbedarf der Sixers Bescheid wissen und diese sich schon mit der temporären Herausnahme Okafors – weil ein Deal bevorstand, der jedoch nicht über die Bühne ging – die Finger verbrannten, wird es schwierig, bis Donnerstag einen positiven Gegenwert auszuhandeln. Ein Trade ist dennoch unausweichlich.



Phoenix Suns

Ammo: Tyson Chandler, Brandon Knight, P.J. Tucker, Leandro Barbosa
Need: Vorspultaste

Devin Booker, Marquese Chriss und T.J. Warren waren drei der Starter im letzten Spiel der Suns vor dem All-Star Break. Das unterstreicht die Richtung im Wüstenstaat: Spielerentwicklung. Und es verdeutlicht, dass zur Trade Deadline sämtliche Veteranen im Schaufenster stehen. Vor allem P.J. Tucker steht bei Contendern sehr hoch im Kurs. Der Preis für Phoenix' besten Spieler, Eric Bledsoe, wird den Buhlern vermutlich zu hoch sein. Der Rest darf für Talent und/oder Picks über die Ladentheke gehen. Für die Suns kann die Draft Lottery und die neue Spielzeit nicht früh genug kommen. Bis zur Deadline ist ein Trade sehr wahrscheinlich.



Portland TrailBlazers

Ammo: Allen Crabbe, Festus Ezeli, Noah Vonleh, Shabazz Napier
Need: Center, Power Forward, Small Forward, Defensive

Klassischer Fall von will, aber kann nicht. Die Blazers haben sich mit den monströsen Verträgen für Evan Turner, Allen Crabbe und Meyers Leonard keinen Gefallen getan. Der Frontcourt ist einziges Defizit, eine Bank nicht vorhanden. Dank der 130 Mio. $ Payroll findet die Free Agency 2017 weitestgehend ohne die Blazers statt. Immerhin haben sie, nicht zuletzt dank des Deals um Jusuf Nurkić, drei Erstrundenpicks im anstehenden Draft. Vielleicht hilft einer von denen jetzt sofort, das Team für den bevorstehenden Playoff-Run besser zu machen. Trade erwünscht aber schwierig.



Sacramento Kings

Ammo: Darren Collison, Ben McLemore, Arron Afflalo, Kosta Koufos, Willie Cauley-Stein, ...
Need: Portal in eine Parallelwelt

Was bleibt noch zu sagen über die am schlechtesten geführte Franchise der Liga? Der Cousins-Trade respektive Preis für den dominanten Center schockiert die gesamte Basketballwelt. Sacramento nimmt sich mit diesem Zug vollständig aus dem Playoff-Rennen. Das bedeutet auch, dass für den restlichen Kader die Ladentüren sperrangelweit offen stehen. Vor allem Darren Collison und Ben McLemore, die im Sommer die Free Agency testen dürfen, werden bei den Sonderangeboten zu finden sein. Da die Kings in dieser Saison nicht mehr viele Spiele gewinnen werden, behalten sie immerhin ihren Top-10 geschützten Erstrundenpick – es sei denn Philadelphia will ihn mit dem eigenen tauschen. Trade äußerst wahrscheinlich.



San Antonio Spurs

Ammo: Fehlanzeige
Need: Center

Auch im ersten Jahr nach Tim Duncan geht es bei den Spurs zur Deadline traditionell äußerst ruhig zu. Popovich glaubt an seine handerlesene Truppe und hat keinen Grund, etwas zu ändern. Die Verletzung und das fortschreitende Alter Pau Gasols fordert zwar einen kleinen Handlungsbedarf, jedoch ist keiner der Schlüsselspieler entbehrlich. Wie immer ist ein Trade unwahrscheinlich, wenn überhaupt geschieht etwas sehr kleines.



Toronto Raptors

Ammo: Patrick Patterson, Delon Wright, Jared Sullinger, Jakob Poeltl
Need: Wing

Mit dem Ibaka-Deal haben die Kanadier mächtig aufgerüstet, doch der Abgang von Terrence Ross reißt ein Loch auf der Small Forward Position auf, das es nun schnellstmöglich zu stopfen gilt. Starter DeMarre Carroll ist verletzungsanfällig, sein derzeitiger Backup heißt Bruno „Two Years Away From Being Two Years Away“ Caboclo. Norman Powell und DeMar DeRozan werden also auf der Drei auflaufen müssen. Mögliches Opfer zum Beheben dieses Mankos ist Patrick Patterson, denn der Backup Power Forward wird im Sommer, wenn Toronto Kyle Lowry und Serge Ibaka bezahlen muss, Free Agent. Ob dann noch Geld für Patterson übrig bleibt, darf stark bezweifelt werden. Trade wahrscheinlich.



Utah Jazz

Ammo: Shelvin Mack, Dante Exum
Need: Bank, Shooter

Die Jazz kämpfen um Heimvorteil in der ersten Playoffrunde, haben aber mit Verletzungen und Qualitätsdefiziten in der Tiefe zu kämpfen. Die Mormonen sind ambitioniert und daher Käufer zur Deadline, können auf fast allen Positionen Verstärkung gebrauchen. Sie haben gestandene Spieler ebenso im Sortiment wie Youngster und Draft Picks, z. B. den First Rounder der Warriors. Am Salzsee gilt jetzt oder nie, um Franchise Player Gordon Hayward gar nicht erst in Versuchung zu bringen, die Free Agency im Sommer auszukosten. Ex-Allstar Deron Williams wird mit seinem früheren Team in Verbindung gebracht. Trade wahrscheinlich.



Washington Wizards

Ammo: Kelly Oubre, Trey Burke
Need: Bank

Die Wizards pflügen durch die Liga, haben in diesem Kalenderjahr 18 von 23 gewonnen und folglich den dritten Platz im Osten erobert. Während die Starting Five glänzt, ist die Bank weiterhin ein erhebliches Sicherheitsrisiko, das es angesichts dieser Zwischenbilanz zu minimieren gilt. Der von den Nets akquirierte Bojan Bogdanović wird die Offensive von der zweiten Reihe aus entlasten, das alleine reicht aber nicht. Die Wizards haben einige Optionen, das macht einen weiteren Trade wahrscheinlich.