22 Februar 2017

22. Februar, 2017


Jahr für Jahr dreht die NBA mehr oder weniger kräftig am Rad – wenn nämlich die Trading Deadline immer näher rückt und alle Teams zum letzten Mal vor Ladenschluss ihre Kader verstärken (dürfen). In dieser Saison fällt der Stichtag auf den 23. Februar. Auf dem Weg dort wirft die #NBACHEF Redaktion wie immer einen genaueren Blick auf die wichtigsten Spieler - neben unserem Auftakt-Dreiteiler, der die Situation der prominentesten Namen und Stars bereits ausführlich untersucht hat.

von STEFAN DUPICK @Hoopsgamede

Realistisch betrachtet sind die Brooklyn Nets eine Katastrophe! Das Team steht mit einer Bilanz von 9 Siegen zu 47 Niederlagen auf dem letzten Platz der NBA.
 Die Nets sind mit Abstand das schlechteste Team der Liga.

Im Normalfall ist diese Ausgangslage zwar unangenehm, bedeutet im Umkehrschluss aber auch die beste Chance auf den #1 Draft Pick im talentierten Draft-Jahrgang 2017. Mit einem Top-Pick im Sommer könnte ein Rebuild möglichst schnell eingeleitet werden.

In Brooklyn sieht das alles etwas anders aus. Die Nets werden ihren Pick im Sommer an die Celtics verlieren (Pick-Tausch), ebenso in 2018. Folglich ist ein Rebuild bei den Nets nur schleichend möglich.

Das Management ist daher bemüht, durch Trades von gestandenen Spielern Talent und Draft-Picks von anderen Teams einzusammeln. Das hat zur Folge, dass die vorhandenen guten Spieler auf dem Markt angeboten werden müssen. Wirklich gute und gefragte Spieler gibt es in Brooklyn jedoch nur wenige.

Der Spieler, der als erstes in den Sinn kommt, ist Brook Lopez. Der Center ist 28 Jahre alt und liefert 20,8 Punkte, 5,2 Rebounds und 1,8 Blocks im Schnitt. Lopez ist speziell in der Offensive durchaus versiert, hat sich in dieser Saison sogar den Dreipunktewurf angeeignet.


In der Defensive hingegen zählt der 2,13 Meter Hüne aufgrund seiner mangelnden Mobilität zu den schlechteren Centern der Liga. Genau an dieser Stelle beginnen die Probleme mit dem Pivoten.

Noch vor einigen Jahren wäre es kein Problem gewesen, einen geeigneten Abnehmer für Lopez zu finden. In der heutigen Liga sieht dies jedoch anders aus. Lopez steht noch bis 2018 unter Vertrag, kostet in dieser Zeit 21 und $22 Millionen US-Dollar.

Generell ist dieser Preis für einen guten Center in Ordnung. Wenn man jedoch bedenkt, dass Lopez in der Defensive massive Probleme hat und im Anschluss erneut einen langfristigen und hoch dotierten Vertrag erwartet, sich dann jedoch bereits auf der falschen Seite der 30 befindet, dann wird die Personalie schon schwierig. Die Anzahl der Teams, die Lopez mit 30 Jahren langfristig binden wollen, ist begrenzt.

Das nächste Problem liefern dann erneut die Nets. Der Preis, der vom Management für Lopez ausgerufen wurde, ist zu hoch. GM Sean Marks war lange Zeit der Meinung, dass er für Lopez zwei First-Rounder bekommen kann. Mit dieser Meinung stand Marks offensichtlich allein auf weiter Flur, denn inzwischen gibt es Gerüchte, dass der erwartete Gegenwert in einem Trade nach unten korrigiert wurde.


Laut einvernehmlichen Medienberichten der letzten Tage wurde der Preis auf einen First-Rounder gesenkt. Angeblich gab es diesbezüglich auch schon ernstzunehmende Verhandlungen mit den New Orleans Pelicans, die für Lopez ein Paket schnüren wollten - bevor BOOGIE kam.

Inzwischen gibt es Gerüchten zufolge einige weitere Interessenten für einen Lopez-Trade. Gehandelt werden immer wieder die Blazers, die Pistons oder die Pacers. In Portland wurde das Center-Problem durch die Verpflichtung von Jusuf Nurkic aus Denver vermutlich behoben.

Ein Szenario mit den Pistons wäre auch nur denkbar, wenn Stan van Gundy das Experiment Andre Drummond als gescheitert einstuft. Fraglich dabei ist jedoch, ob das nicht eher ein Thema für den Sommer ist und ob Lopez zudem der richtige Ersatz wäre.

Bleiben also die Pacers. In Indiana gibt es den dringenden Wunsch, dem Franchise-Player Paul George in der Offensive Unterstützung an die Hand zu geben. Dafür wären die Pacers angeblich auch bereit, ihren First Round Pick im anstehenden Draft zu opfern.

Neben Jahlil Okafor taucht dabei immer wieder der Name von Brook Lopez in den Medien auf. Während Okafor vermutlich keine direkte Hilfe liefern kann, wäre Lopez eine teure, aber denkbare Option und könnte noch in dieser Saison helfen.


Ein Frontcourt mit Lopez auf der Fünf und Myles Turner auf der Vier könnte die Pacers im Rennen um die Playoffs im Osten in eine gute Position bringen. Turner bringt die Defensive, die Lopez vermissen lässt, offensiv können beide Big Men gut zusammen agieren.

Lediglich das Trade-Paket dürfte schwierig werden, denn um die Gehälter passend zu machen, müssten die Nets gewillt sein, Monta Ellis oder Al Jefferson aufzunehmen - oder sie zu einem anderen Team zu verfrachten. Einen Preis muss jedoch auch Brooklyn bezahlen, wenn es seine brach liegende Pick-Schatulle auffüllen möchte.