18 Februar 2017

18. Februar, 2017


*"I'm happy where I am!" Einfach jeder. (jeder, der 200 Mio./5J für Basketball spielen bekommt)

von ANNO HAAK @kemperboyd

CALL 0341-CARLESIMO
Du musst schon tief in die Kanalisation greifen, damit Adam Silver und Michael Jordan eine Lösung für ein Problem mit Charles Oakley (bei allem Respekt!) vermitteln. James Dolan schafft das aber spielerisch. Ergo traf man sich im Kopfquartier der Liga mit dem Head Case unter den Eigentümern und sprach. Worüber, ist nicht übermittelt. Fakt ist: die Eiche darf zurück in den Garten.

True Hoops nannte das zu Recht eine reine PR-Aktion. Mit demselben Recht stellte man dort fest, dass zwischen der PR-Abteilung der New York Knickerbockers und der PR-Abteilung der National Basketball Association ™ genau ein Unterschied besteht: Letztere weiß, was sie tut.

Die MSG Corp. ™ hielt es namentlich für eine gute Idee, alte Legenden einzuladen, um zu illustrieren, dass die Blutrückstände in Dolans Stuhl orange-blaue sind  (Stephon Marbury ™). Nun hat man es sich dank konsequentem Erdoganismus gegen jeden Ex-Spieler, der über die Knicks je ein kritisches Wort verlor, leider mit allem, was in der ruhmreichen Geschichte der Knicks Rang und Namen hat, verscherzt. (Also außer mit dem Craig-Sager-Anzug-Imitator, der ein Gnadenbrot als Playcaller bekommt).

Da man von Ewing nicht mal mehr die Handy-Nummer hat und John Starks nicht wollte, hielt man es für eine passable Idee nachzufragen, ob Latrell Sprewell und Vin Baker noch keine anderen Pläne haben. Sprewell ließ sich dann tatsächlich als Dolan-Sidekick einspannen. Ich an seiner Stelle hätte das ja nicht getan. Man hat schließlich einen Ruf zu verlieren und eine Familie zu ernähren.

Baker ist nun eine Pointe aus der Abteilung "Kannste Dir nicht ausdenken!". Baker hatten die Knicks in der Rookie-Saison von LeBron James (damn, he’s old) unter Vertrag genommen, als bereits öffentlich bekannt war, dass er unter Alkoholismus litt. Baker, der mit seinen 100 Mio. Dollar Karriere-Verdienst den Antoine Walker gemacht hat, wäre bei einem Knicks-Aufenthalt von etwas über einem Jahr mit dem Status "Legende" auch leicht überproportional bewertet. Hilfe bei der Bekämpfung seiner Krankheit hatte Baker übrigens von den Knicks nicht bekommen...


Fake Contender
Glaubt man den Auguren, wurde in dieser Woche die Regentschaft von LeBron James über die Eastern Conference beendet. Die Toronto Raptors haben Serge Ibaka für einen feuchten Ujiri-Händedruck und ein Taschentuch akquiriert, auf dem der Name Terrence Ross eingestickt ist. Anlass genug für einen Teil der NBA-Gemeinde, zu hyperventillieren.

Endlich ist das Kryptonit für Love gefunden und außerdem ist der verletzt! Wow, they truly got a Shot now. Doof nur, wenn das mit der Realität weniger zu tun hat als Vin Bakers Status als Knicks-Legende. Die Raptors haben 10 der letzten 15 Spiele verloren, haben dabei die Nummer 23 ligaweit in offensiver Effizienz auf das Parkett gezaubert und sehen auch sonst eher wie ein Team aus, das sich der Atlanta Hawks im Kampf um Home Court erwehren muss als wie eines, das sich mit James und seinem Hofstaat um den gelb-blauen Finals-Besen streitet. I say it’s Boston. Alle wieder hinsetzen!

Zu Ibakas Abstieg in den letzten Jahren ist alles gesagt. Zu Hennigans Aufbauleistung in den letzten fünf Jahren eigentlich auch. Aber noch nicht von allen und vor allem nicht von mir. In einem Vakuum war der Deal für Ibaka wohl der beste, der zu kriegen war. Er ist ein Ex-Allstar auf dem absteigenden Ast mit auslaufendem Vertrag und keinem Bock auf Zukunft bei den Zauberern. Das sind wenige Verkaufsargumente.

Nur hat Hennigan das Vakuum mit dem Irrsinns-Trade vergangenen Sommer selbst geschaffen. Oladipo, ein Lotterie-Pick und Ilyasova war damals schon Schrott. Noch schlimmer wird es, wenn man die Uhr noch einen Schritt zurückdreht. Ilyasova war mit Jennings für Tobias Harris zur letzten Deadline aus Detroit gekommen. Harris, Oladipo und Saboni für Ross und Pick 25 im Draft 2017?



Wer hat an der Uhr gedreht?
"Butler und Smart" könnte ein Comictitel sein. Sind aber nur die Namen der beiden Beteiligten beim Foul der Woche. Foul! Verstehste? Hier kommt jetzt kein Alter-Mann-Rant unter der Überschrift "Kein Blut, kein Foul". Es ist mir egal, ob Smart Butler am Ellenbogen gestreift hat. Das Thema hier ist Jimmy B.

Die Aktion als solche ist einfach horrend. Als in der Schule "Clock Management" dran war, war Buckets vermutlich gerade krank. Der Sechs-Meter-Über-Die-Falsche-Schulter-Turnaround-Fadeaway ist auch nicht gerade das, was Daryl Morrey einen hochprozentigen Wurf nennen würde.

Aus der Aktion darf ein Schiedsrichter einen All-NBA-Teamer nicht herauskaufen. Man nennt das "Spiel lesen", nicht "Let 'em play!" Über die Reviewregeln der NBA will ich gar nicht sprechen. Das ist mir schlicht zu blöd. Wir drehen an der Uhr und gehen weiter.


Geez!
Der Ausverkauf geht weiter. Jerry West zwischen den Schulterblättern und wacke Werbelogos auf der Front der NBA-Trikots waren nur der Anfang. Während die NBA selbst ihre Namensrechte noch behält, wird die Talenteschmiede mit einem Titelsponsor beglückt.

Die D-Leauge wird demnächst von dem zweitekligsten Energydrink nach Bullenurinat gesponsort. "G-League" soll sie dann heißen. Ich spare mir jetzt jeden J-Edgar-Witz und sage nur eins: Wer das für eine gute Idee gehalten hat, glaubt auch, "Beg for mercy" sei ein Klassiker der Rap-Geschichte.


Draft-Geschichte - neu geschrieben
Der erneute Kreuzbandriss von Jabari Parker ist im sportlichen Maßstab eine Tragödie, die richtig schmerzt. Abgesehen davon: Der Jahrhundert-Draft 2014 ist eine Hypeblase, die schneller platzt als "We The Champion". Von den ersten zehn Picks der vermeintlich superstargeladenen Klasse ist heute nur Wiggins (leicht) überdurchschnittlich. Zeit, die Geschichte umzuschreiben.

Es ist häufig davon fabuliert worden, wie die Sixers heute aussähen, hätten sie ein Jahr vorher nicht den ROY 2014, sondern den Greek Freak an 13 in 13 gewählt. Inzwischen aber ist es an der Zeit zu fragen, ob nicht die Bucks 2014 Embiid hätten auswählen sollen.

Die Kitze hätten sich wohl die Deals für Monroe, Henson und Plumlee gespart, die beiden aufregendsten Spieler U23 der Welt im Roster und mit einem Ibaka-Trade die Cavs nass gemacht. Lesen Sie nächste Woche: Warum die Cavs schon 2015 Meister geworden wären, wenn sie Andre Roberson 2013 an eins genommen hätten...


Fundstück der Woche
Happy Birthday, GOAT!