01 Februar 2017

1. Februar, 2017


* #StayMe7o

von ANNO HAAK @kemperboyd

Learn how to Beef, Bulls!
Es soll hier gar nicht um den Streit bei den Chicago Bulls gehen. Wer am Boden liegt und sich dann noch weigert, Auszeiten zu nehmen, den tritt man nicht. Wie heißt es in dem cineastischen Leckerbissen so schön, der sich um der Welt schönstes Orange dreht und dessen Fortsetzung drohen soll: "Die Sch***e ist ZU leicht!" "Nein, die Sch***e ist zu LEICHT!"

Was mich an dem Verbalinjurienrudelbums zwischen Buckets, Flash und Counting Stats Rajon wundert, ist die dahinter aufschimmernde Erwartungshaltung. Klar verliert man monströs viele Spiele und spielt ebenso monströs schlechten Ball. Aber die Enttäuschung, die sich in den gegenseitigen Angriffen manifestiert, erschließt sich nicht.


Die Sixers haben im Schnitt gefühlte 77 Spiele pro Jahr verloren seit dem Start des Prozesses. Trotzdem haben sich Superstarveteranen wie Landry oder Chu Chu Maduabum nie über fehlenden Arbeitseifer der künftigen Finals MVPs Embiid oder Okafor beklagt. Gut, nicht alles, was hinkt, ist Dwyane Wades Trainingsmoral.

In Chicago hat man offenbar wirklich geglaubt, in diesem Jahr eine andere Rolle als die des Punching Balls für Contender wie die New Orleans Pelicans spielen zu dürfen. Sektenartig hat man wohl gedacht, fehlendes Spacing, Coaching vom Planeten Baumschule und Kaderzusammenstellung aus dem Isiah Thomas Seminar für Team Building an der Trump Universität wären nur aufgebauschtes Hatergerede von außen. Wir gegen den Rest der Welt wie die Heat 2010 und dann werden aus Bricks rot-schwarz-weiße Wattebäusche in der Form von Larry O’Brien. Das versteh ein anderer!

Die Bulls sind ein mies zusammengestelltes Team, das weit über Wert gestartet ist. Kriegt Euch wieder ein und genießt die Zeit zusammen, die Euch bleibt! Es sind nur noch wenige Monate, bis Butler Wintermäntel kaufen muss, Rondo Markenbotschafter der Qatarian Super League wird und Wade fürs Minimum den fucking playmaker neben Ihr wisst schon wem gibt.


Chucken Wings
...und während Ihr da so vor Euch hinverliert, schaut mal, wie die großen Jungs das machen. Sir Charles ist noch einer vom alten Schlag. Die NBA ist ja so schlecht wie nie zuvor, stellte der Sir schon vor der Jahreswende unmissverständlich fest.

Die 5 besten Spieler tragen zerrissene Hemden / Zauselbart, gucken History Channel im Club, ballern von der Mittellinie oder sind LeChoke. Damals, als wir noch Törtchen im Locker hatten, da war Basketball noch Männersport, Ihr Figger! Für sowas braucht Charles B. kein Instagroup oder wie dieses neue Polaroid heißt.


Nunmehr arbeitete sich der TNT Experte wieder einmal an seiner Lieblingshassfigur ab. Weinerlich sei der Finals MVP und noch vieles andere mehr, weil er nach einem Spielmacher zu verlangen gewagt hatte. Dem König platzte darob der Designerkragen und er ging auf einen Rant, von dem ich wünschte, er wäre mir eingefallen.

Ich hätte ihn jetzt einfach nochmals niedergeschrieben, mit dem James’schen "Print that" abgeschlossen und "printed" dahintergeschrieben, wenn das nicht der wunderbare Shea S. schon getan hätte. Außerdem: Wenn Stephen A Punkt Chuck verteidigt, wisst Ihr, wer Recht hatte...

Also kann ich mich an der weinerlichen (ja, ich habs gesagt) Reaktion von Barkley abarbeiten. Statt James verbal durch Barfenster zu werfen (ha!) oder eine Runde in Vegas zu zocken (haha!) ließ der Fernseh-"Journalist" verlauten, er lasse sich nicht "einschüchtern". Aha.

Er vergaß natürlich zu erwähnen, dass das niemand versucht hat, aber was gibt es schöneres, als auf den argumentativen Strohmann in der ersten Reihe zu spucken (hahaha!). Was Leute wie Chuck "Ist doch nur Entertainment" Barkley häufig vergessen, ist, dass es Leute gibt, die den ganzen Kram recht ernstnehmen und dass das oft dieselben sind, die vom "Entertainment" betroffen sind.

Wenn Leute wie er – und auf ganz anderem Niveau ich – mit Gegenwind daran erinnert werden, wäre es ganz nett, wenn man nicht den Zensur-Prügel aus dem Argumentenschrank holt. Nur am Rande: der Gastauftritt in "Suits" war das "Space Jam" des Fernsehens. Nur ein bisschen weinerlich.


The Art of Making No Deal
Ich wünschte, es wäre der 23. Februar. Wir hätten den Unfug endlich hinter uns. Was wird da nicht für ein Friedhof von vormaligen und nie erzielten All Star Nominierungen beim Immoblientrader Ihres Vertrauens auf den Markt geschmissen. Millsap, Butler, Okafor, Noel, Ibaka, Swaggy, Cousins und natürlich der unvermeidliche Carmelo Anthony sollen alle im Sonderangebot sein.

Am 24.02. werden die Seiten, die Zeitungen und die TV-Analysen dann wieder mit Leuten übervölkert, die äußerst fachkundig erklären können, warum die Bulls, die Hawks und die Magic dann doch – leider, leider – keinen passenden Deal finden konnten, und warum das doch sehr aufregend ist, dass die Nuggets für ein Paket von Zweitrundenpicks das Gehalt von Chandler bei den Sacramento Kings abgeladen haben.

Man gähnt verschmitzt und freut sich auf die Erklärung, warum ein Buyout von Andrew Bogut die Sensation des Jahrhunderts wäre. Zwischenzeitlich ergötzt man sich an Rondos Instagramaccount und Phil Jacksons neuem Buch "The art of throwing your franchise player out of town". Grüßt mir den Sachbearbeiter im League Office, dessen Telefon nie klingelt.


Fundstück der Woche
Kurz vorab: Die San Antonio Spurs sind immer noch Zweiter im Westen. Nur fürs Protokoll.

Was noch? Ach, ja: dieses Dreiergeballere ist der Tod des Spiels! (Und dann auch noch vom Co-GM der Franchise, deren Stars nicht wissen, wie richtige Männer dissen). Keep beefin', Chuck!