23 Januar 2017

23. Januar, 2017


von AXEL BABST @CoachBabst

Kentucky war bereits Bestandteil einiger der besten NCAA Games in der laufenden Saison. Bei den jungen Wildcats ist temporeicher Basketball angesagt und entsprechend endeten die Partien gegen UNC (103-100 Sieg), UCLA (97-92 Niederlage) und Louisville (73-70 Niederlage) dramatisch.

Der Backcourt aus Malik Monk und De'Aaron Fox ist mindestens so gut wie angepriesen und gehört trotz der fehlenden Erfahrung zu den besten Guard-Duos im College Basketball. Selten zuvor schien es einem von John Calipari gecoachten Kentucky Team so leicht zu fallen, Punkte nach Belieben einzustreuen.

Auf der anderen Seite bleibt jedoch festzuhalten, dass Kentucky lediglich einen einzigen wirklich eindrucksvollen Sieg gegen North Carolina aufweisen kann. Der Sieg gegen ein ersatzgeschwächtes und fast noch unerfahreneres Michigan State könnte am Ende der Saison weniger Wert sein, als Coach Cal geplant hatte. Zudem fehlen der SEC auch in dieser Spielzeit die dicken Brocken.


Warum das wichtig ist? Zum einen würde Cal sicher gerne als #1 Seed ins Tournament gehen und den vermeintlich einfachsten Weg zum Final Four haben. Zum anderen ist das Team bisher noch den Beweis schuldig geblieben, dass es gegen hochklassige Gegner auf hohem Niveau verteidigen kann.

Gerade die Spiele gegen UCLA und UNC waren in dieser Hinsicht besorgniserregend und untypisch, wenn man sich an die Saison 2014/15 erinnert, als Kentuckys Defense ein kaum zu überbietendes Niveau erreichte.

Daher stellt sich die Frage, warum das diesjährige Team bisher noch nicht das defensive Level vergangener Jahre erreichen konnte und ob die dafür deutlich verbesserte Offensive diese Tatsache kompensieren kann.

Offense
Spricht man über Kentucky 2016/17 ist das erste große Gesprächsthema normalerweise das atemberaubende Tempo, mit dem die Wildcats über das Parkett fegen. Korberfolge sollten gegnerische Teams besser nicht großartig zelebrieren, denn dann kann es durchaus passieren, dass der Ball innerhalb der nächsten drei Sekunden durch das eigene Netz rauscht.

Mit De'Aaron Fox haben die Wildcats den perfekten Point Guard, um einen solchen Up-tempo-Style durchziehen zu können. Fox ist nicht nur der schnellste Spieler, der momentan über NCAA Courts fegt, sondern ist bereits jetzt schon in der Lage, ein Sprintduell mit jedem beliebigen NBA Spieler aufzunehmen.


Zugleich behält er trotz seines Speeds den Kopf oben und ist gewillt den schnellen, weiten Pass über die gegnerische Defense in die andere Spielhälfte zu spielen, ehe die fünf Beschützer des Korbs überhaupt wissen, dass der Ball schon wieder eingeworfen wurde. In seinen Freshman Kollegen Malik Monk und Edrice "Bam" Adebayo findet Fox vielversprechende Abnehmer.

Grundsätzlich gewinnt Kentucky dieses Jahr Spiele bevorzugt dadurch, dass Gegner schlicht überrannt und mit kleinen Mini-Runs demoralisiert werden. Von letzteren reichen meist zwei bis drei in der ersten Halbzeit, um den Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen.


Nicht mal 30 Sekunden brauchen die Wildcats in dieser Sequenz, um aus einer 5-Punkte-Führung einen Abstand von elf Zähler zwischen sich und Gegner Auburn zu bringen. Die Szene beginnt mit einem Dreier der Gäste.

Sobald der Defensivrebound gesichert ist, sprinten alle fünf Wildcats auf die andere Seite des Feldes. Besonders die Schnelligkeit der Bigs Wenyen Gabriel und Bam Adebayo ist eine potente Trumpfkarte, die viel Druck auf die gegnerische Transition Defense legt und zur Absicherung der Zone zwingt.

Dass ausgerechnet De'Aaron Fox in dieser Konstellation als Nutznießer den Dreier trifft, ist zwar nicht unbedingt ein typisches Bild, verdeutlicht aber umso mehr, wie schwierig es sein kann, Kentucky zu stoppen, wenn es für die Wildcats optimal läuft.

Im Anschluss ist es wieder Fox, der dem Ballhandler von hinten den Ball aus den Fingern schlägt und sofort das Leder nach vorne peitscht. Obwohl Fox deutlich schneller als jeder andere Spieler auf dem Feld unterwegs ist, behält er die Kontrolle und findet den freien Schützen in der Ecke. Genau diese kleinen Runs machen Kentucky im bisherigen Saisonverlauf so stark.

Im Halbfeld leben die Wildcats besonders von ihren Freshman Fox und Monk. Gerade Fox erweckt den Eindruck, dass er nach Belieben in die gegnerische Zone vordringen kann und somit die permanente Aufmerksamkeit aller fünf Verteidiger auf sich zieht. Egal ob im Eins-gegen-Eins oder im Pick & Roll: Fox ist nichtauf Dauer an der Penetration zu hindern.


Die große Qualität von Fox besteht darin, dass er nicht nur schnell auf den Füßen ist, sondern dieses Werkzeug sehr präzise einzusetzen weiß. Tempowechsel, Richtungsänderungen, exzellentes Ballhandling und schlaues Lesen von Verteidigungsfehlern öffnen ihm die Tür in die Zone.

Bei der ersten Penetration bindet Fox beispielsweise drei Verteidiger, indem er den ersten am Block abstreift, den zweiten durch einen kurzen Tempowechsel und ein In-and-Out-Dribbling einfriert und den dritten durch einen eleganten Richtungswechsel davon abhält, den Wurf zu blocken. Fox lässt alldies spielend leicht aussehen.

In den weiteren Szenen laufen die Wildcats jeweils dasselbe Play, was prinzipiell nur aus einigen Pässen und etwas Bewegung abseits des Balls besteht, bevor ein High Pick & Roll initiiert wird. So simpel das Play auch ist, so effizient ist es dank Fox und seinen Skills.

In den ersten zwei Situationen verzichtet Fox auf das Nutzen des Screens, um über seine stärkere linke Hand zu ziehen, beweist in der letzten Aktion aber auch Geduld und zieht erst an seinem Gegner vorbei, als ihm dessen Verteidigungshaltung gefällt und er wieder die linke Hand nutzen kann.

Auch Malik Monk ist von Verteidigern kaum vom Scoring abzuhalten. Während Fox jedoch derjenige ist, der für sich und andere selber kreiert, besteht Monks große Stärke darin, abseits des Balls indirekte Blöcke zu nutzen und daraus viele richtige Entscheidungen zu treffen.


Monk hat einen sehr schnellen Wurf, weshalb er nicht viel Zeit oder Platz braucht, um einen verhältnismäßig guten Abschluss zu erzielen. Daher lastet großer Druck auf seinen Bewachern. Sind die Screens für Monk gut gestellt, besteht eigentlich keine Möglichkeit für Monks persönlichen Bewacher in Reichweite zu bleiben.

In der ersten Situation kann sich Monk aussuchen, ob er einen Downscreen von Derek Willis nutzen  oder doch lieber die Baseline um Adebayo herumhecheln will. Er bereitet seine Entscheidung gut vor, indem er einen Schritt Richtung Willis zur Freiwurflinie geht, nur um dann sofort Adebayos Block anzuvisieren.

Monks Verteidiger bleibt kaum Zeit zur Verfolgungsjagd, was in dem kapitalen Fehler resultiert, über den Block zu sprinten. Monk liest das und attackiert unmittelbar nach Ballerhalt die komplett offene Baseline und demonstriert seine Athletik.

In der zweiten Beispielszene wollen die Verteidiger den Pindown switchen, allerdings bekommt der Verteidiger, der Monk übernehmen soll, das Kommando seines Mitspielers nicht mit. Die Sekunde der Unachtsamkeit reicht Monk für den sicheren Distanztreffer.

Cal macht sich Monks Stärke bei der Nutzung von offball Screens zu nutzen und konzipiert viele Halfcourt-Sets so, dass Monk viel Aufmerksamkeit seitens der Verteidigung zuteil wird, ohne dass er überhaupt den Ball in Händen hält. Davon profitiert Fox als Ballhandler, da er mehr Freiräume zum Drive erhält.

In diesem Play sind Adebayo und Monk die Protagonisten und profitieren von den Stärken des jeweils anderen:


Adebayo setzt exzellente Screens und hat dank seines breiten Oberkörpers auch kaum die Chance, den Verteidiger zu verfehlen. In diesem Fall wird die Spielfeldmitte für ein Two-Man-Game der beiden Freshman freigeräumt.

Adebayo setzt einen Downscreen für Monk. Monks Verteidiger bleibt in der Regel hängen, was dem Volume Scorer regelmäßig freie Würfe beschert. Wie die erste Szene zeigt, fackelt Monk aber auch nicht lange, wenn der Verteidiger ihm in der Hosentasche hängt.

Monk, der vor der Saison als schwarzes Loch mit Hang zu egoistischer Spielweise tituliert wurde, ist war kein begnadeter Playmaker, aber durchaus fähig zu erkennen, ob er mit seiner Scoring Gefahr Freiräume für Mitspieler entstehen lässt. In der zweiten Szene ist das der Fall und sein harter Pass auf Adebayo findet einen glücklichen Endverbraucher.

Dank seiner Athletik kann Monk durchaus auch als Ziel für Alley-Oop-Plays herhalten. Folgendes Play lässt Calipari seit Jahren für seine athletischen Außenspieler laufen.



Monk erhält an beiden Elbows jeweils einen Screen. Während die Defense annimmt, dass Monk beide Blöcke per Iverson Cut nutzt, um anschließend auf der linken Seite seinen Gegenspieler in einer Isolation vernaschen zu können, curlt Monk blitzschnell zum Ring und finisht über Ringniveau. Spieler wie Michael Kidd-Gilchrist, Alex Poythress oder Trey Lyles konnten sich auf diese Weise schon leichte Punkte erspringen.

Probleme bekommen die Wildcats jedoch, sobald die Plays etwas mehr Variationen und das Zusammenspiel aller fünf Akteure erfordern. Die Big Man Garde hat immer wieder Schwierigkeiten, die richtigen Aktionen in der richtigen Reihenfolge durchzuführen, weswegen Monk oder auch Sophomore Bulldozer Isaiah Briscoe gerne mal die Nerven verlieren und sich in Einzelaktionen verzetteln.

Auch dieses Play, das die Probleme exemplarisch verdeutlichen soll, laufen die Wildcats schon seit einigen Jahren. In erster Linie zielt es darauf ab, Shooter entlang der Baseline mittels Screens in gute Wurfposition zu bringen.


Nach einem Handoff gehen die Wildcats in eine Diamond-Aufstellung über, wobei der Spieler, der den Ball per Handoff übergibt sich an der Baseline aussuchen kann, wo er wieder herauskommt. In der kurzen Spielweise, die meist Fox als non-Shooter wählt, nutzt der Guard nur einen Block, um anschließend zur Mitte des Halbfeldes zu laufen, den Ball zu erhalten und von dort ein High Pick & Roll zu laufen.

Die erste Szene zeigt jedoch, dass Gabriel zur falschen Seite läuft, wodurch Fox den Schwung aus dem Cut einbüßt und gegen eine geordnete Defense bei knapp sieben verbleibenden Sekunden etwas kreieren muss. Immerhin schindet er das Foul.

In der zweiten Situation wählt Shooter Mychal Mulder die lange Version und sprintet um zwei Screens herum. Dank seines guten Timings, schüttelt er den Verteidiger schon am ersten Screen ab und hat daher die Zeit, Big Man Isaac Humphries am Zonenrand zu finden. Der bedankt sich mit zwei Zählern.

Problematisch wird es jedoch, wenn das Timing nicht perfekt ist und Fox am Ende der Shotclock auf eine gut ausgeführte Pick & Roll Defense trifft.


Wieder dauert es lange, bis Fox den Ball zum High Pick & Roll erhält. Dieses Mal stellt sich auch die Verteidigung smarter an. Briscoes Verteidiger sinkt weit ab, um Fox die Penetration über die linke Hand zu nehmen, was prompt von Erfolg gekrönt ist. Briscoe kann mit Fox' Kickout nichts anfangen und bringt seinen jungen Point Guard dadurch unter Zugzwang. Der Youngster weiß sich nur mit einem Pullup aus der Mitteldistanz zu helfen, was kein sonderlich guter Abschluss ist.

Genau solche Situationen lassen die Frage aufkommen, was passiert, wenn Kentucky gegen ein gutes Defensivteam gezwungen wird, im Setplay angreifen zu müssen. Reichen Fox' Fähigkeiten und Schnelligkeiten, damit er auch gegen starke Individualverteidiger oder eine gut organisierte Teamdefense in die Zone vordringen kann? Auch Monks bisweilen fragwürdige Wurfauswahl kann sich noch als Achillesferse erweisen. Insofern wären mehr Duelle gegen resistente Abwehrbollwerke wünschenswerte Prüfungen.

Absolut erfreulich war hingegen, dass die Wildcats bisher wenig bis keine Probleme mit Zonenverteidigungen hatten. Zwar fehlt etwas die Zielsicherheit am Perimeter, doch Monk alleine kann den Zonebuster mimen. Zudem sind Fox und Briscoe selbt von einer abgesunkenen Defense nicht von ihrem Drang nach Ringnähe abzuhalten und finden Wege zum Drive. Klappt beides nicht, kann Briscoe auch noch auf dem Highpost platziert werden, was für ihn der ideale Spot in der Offense ist.

Wenn alle Stricke reißen, funtkionieren Lobplays angesichts der Athletik der Wildcats traditionell nicht schlecht.


Grundsätzlich läuft die Offense der Wildcats angetrieben von ihren beiden Freshmen Guards wie geschmiert. Während Linkshänder Fox scheinbar unmöglich zu halten ist und auch im Pick & Roll trotz fehlender Wurfqualitäten seine Manöver durchführen kann, ist Monk einer der talentiertesten Scorer des kommenden Draftjahrgangs und öffnet mit seiner Aura Freiräume für die Blocksteller oder seine Backcourt Partner.

Wie gut die Offense wirklich ist, werden wohl die Partien gegen South Carolina und Kansas offenbaren. Gerade die von Frank Martin gecoachten Kampfhähne sind nicht erst seit dieser Saison eines der besten NCAA Teams in der Verteidigung. Ihre Härte und Intensität ist etwas, was die Wildcats bisher noch nicht zu spüren kamen und könnte sich als Charaktertest erweisen.

Defense
Das größte Verbesserungspotential bietet die Defensive bei Kentucky. Genauer gesagt sollte auf der Bekämpfung des Pick & Roll der Fokus liegen. Bisher kommt es noch zu zu vielen Abstimmungsproblemen und individuellen Fehlern, weshalb Kentucky immer Gefahr zu laufen droht, hohe Führungen nicht halten zu können.

Bisweilen klappt das permanente Switchen des Pick & Roll sehr gut. Fox und Monk sind große Guards, die Innenspieler übernehmen können und dank ihrer schnellen Hände und langen Arme Pässe in den Lowpost erschweren. Zudem ist Big Man Adebayo trotz seiner massigen Erscheinung durchaus in der Lage, kleine Guards vor sich zu halten, auch wenn ihm hier noch Erfahrung und Technik fehlen, was Louisvilles Quentin Snider zu einem kleinen Tänzchen verleitete.

Das Switchen kann aber gerade gegen kleinere, schussstarke Mannschaften sehr hilfreich sein und Penetrations jedweder Form unterbinden.


In diesem Beispiel switchen Fox und Adebayo. Vanderbilts Guard will Adebayo gar nicht erst attackieren, sondern passt stattdessen Sevenfooter Luke Kornet den Ball. Der ausgewiesene Shooter versucht ebenfalls nicht, irgendeinen Vorteil aus dem Mismatch gegen den 20 Zentimeter kleineren Fox zu ziehen, sondern nimmt den Dreier gut einen Meter hinter der Dreierlinie. Genau solche Würfe will Kentucky durch Switches forcieren.

Das Switchen funktioniert jedoch eigentlich nur, wenn Gabriel oder Adebayo die Verteidiger des Blockstellers sind. Alle anderen Bigs sind zu langsam auf den Beinen, um Guards an der Penetration hindern zu können. Verteidigt Kentucky also flach, werden andere Probleme in der Defense offenkundig.


Alleine diese fünf Sekunden reichen, um alle Defizite aufzuzeigen. Zunächst haben die Kentucky Guards das riesige Problem, dass sie sich nicht ordentlich über an ihnen gestellte Blöcke herumkämpfen. Dadurch sind die Verteidiger der Blocksteller viel zu lange im Eins-gegen-Eins gegen den schnelleren Ballhandler gefangen.

Humphries und Willis sind zu langsam, um Guards auf Dauer an der Penetration zu hindern, weswegen die Helpside in Bereitschaft stehen muss. Doch auch dies ist viel zu oft nicht der Fall. In dieser Situation ist Monk der Schuldige.

Zunächst steht er nicht weit genug auf der Ballside, verpasst daran anknüpfend den Moment, in dem er zur Tat schreiten sollte, und bringt das Fass noch dadurch zum Überlaufen, dass er sich sogar vom Ballhandler abwendet und ihn einfach gewähren lässt.

Als Randnotiz ist noch anzumerken, dass auch Gabriel keine gute Figur abgibt. Er ist häufig derjenige, der in Pick & Roll Situationen im ersten Pass verteidigt. Hier hat er die schlechte Angewohnheit nur auf den Ball zu gucken und seinen Gegner aus den Augen zu verlieren. Coach Cal hat ihn dafür schon einige Male in dieser Saison ausgewechselt, doch der gebürtige Südsudanese erweist sich in dieser Hinsicht als lernresistent.

Um all diese Punkte nochmals zu verdeutlichen, folgt ein letztes Beispiel.


Wieder verteidigt Fox am Ball und hat extreme Schwierigkeiten schnell genug, um den Block zu gehen. Er gerät vollkommen aus der Bahn und verliert das Gleichgewicht. Dadurch ist sein Rückstand beachtlich, was Adebayo dazu zwingt, bis zur Dreierlinie zu verteidigen. Auf der Weakside ist lediglich ein Angreifer positioniert, was Helpverteidiger Gabriel vor eine schwierige Wahlt stellt: Entweder er hilft und sichert die Zone und riskiert den offenen Dreier, da eine zweite Hilfe fehlt, oder er bleibt bei seinem Kontrahenten und gibt die Zone frei.

Da der Ballhandler viel zu lange Zeit hat, bis Fox wieder vor ihm ist, kann er diese Situation ganz genau erfassen und sich Gabriel ausgucken. Dieser entscheidet sich falsch und sprintet nach außen, obwohl die Gefahr in der Zone noch nicht gebannt ist und Adebayo am Ball Druck ausüben muss. Der Roller bedankt sich für diese schwache Verteidigung und vollendet den Breakdown.

Kentuckys Guards müssen folglich einen viel besseren Job machen, wenn es darum geht, sich um Screens zu arbeiten. Besonders Fox macht den Fehler, zu sehr mit den Armen arbeiten zu wollen, anstatt seine Füße in eine ordentliche Position zu bringen. Einerseits könnte er so verhindern, dass der Screen überhaupt trifft, andererseits bräuchte er die Hälfte der momentanen Zeit, um wieder auf Ballhöhe zu sein.

Zudem müssen alle anderen Verteidiger bereit zur Hilfe sein und zuerst die Zone sichern. Da die Rimprotection der vergangenen Jahre ein wenig fehlt und lediglich Adebayo wirklich die Zone sauberhalten kann, müssen frühzeitige Rotationen der Guards zu mehr Präsenz im Gefahrenbereich beitragen.

Alles in allem ist Kentucky ohne Frage eines der talentiertesten Teams der NCAA, hat aber in Sachen taktischer Disziplin noch viel aufzuholen. Alleine durch individuelles Talent und bestechende Athletik wird die Big Blue Nation nicht ins Final Four einziehen. Das Spiel gegen Kansas am kommenden Wochenende dürfte daher nochmal eine Standortbestimmung sein und eine wichtige Möglichkeit für das junge Team darstellen, auf höchstem Niveau Erfahrung zu sammeln. Die fehlt noch gewaltig.