24 Januar 2017

24. Januar, 2017


* "I WANT A FUCKING [*insert Need*]!"

von ANNO HAAK @kemperboyd

Gähn...
Die Hälfte ist gespielt. Die Vorhersehbarkeit baut ihre Herrschaft über die NBA schneller aus als Donald Trump das weiße Haus beziehen kann. Die NBA hat ohnehin den Ruf als die bescherungsärmste US-Sportliga, aber dieses Jahr ist besonders.

Es ist nicht einmal weiter schlimm, dass die Finals feststehen, bevor ein Wurf genommen ist. Dafür wird man im besten Fall mit epischen sieben Spielen entschädigt, wenn man zwischen November und Mai keinen Wert auf Livebasketball legt. Es stört auch nicht, dass die NBA mehr Cleveland Browns hat als die BBL Absteiger. Was wirklich nervt, ist, dass jeder Hobbyaugure 13 von 16 Playoffteilnehmern richtig prognostiziert.

Will man je zwei Over- und Underperformer benennen, muss man schon in den Zahlenwald gehen. Houston und Milwaukee mögen ein paar Spiele mehr gewonnen haben als gedacht und Minnesota ist so traurig, dass es einen auch ohne die verdammte Kälte, die da immer herrscht (Tattoo auf der Kopfseite-Referenz: check!), schüttelt; das war’s. DAS. WAR. ES.

Wie machen wir die Liga der außergewöhnlichen Langeweile wieder interessant? Make the NBA thrilling again! Zwei Vorschläge zur Güte. Meine Güte!

Der Cap, Mann, der Cap!
Es ist ein schmutziges, aber offenes Geheimnis: Das System "Tarifvertrag" ist vollkommen verlottert. Der weiche Cap ist BS und jeder weiß das. Die designated veteran player option extension rule whatever ist jetzt der wievielte Versuch, Talent gleichmäßig auf 30 Franchises zu verteilen? Man nennt es die Kevin-Durant-Regel. Sie soll "kleine Märkte" schützen. Mehr Unfug war selten

Als hätte Durant Oklahoma City verlassen, weil es in San Francisco mehr Clubs gibt, in denen er History Channel gucken kann. OKC hatte ein Superteam zusammengedraftet, dann riss es der Cap auseinander und ließ zu, dass der drittbeste Spieler der Liga ohne Gegenwert zum historisch besten Team wechselt. Euer Salary Cap funktioniert nicht, jedenfalls nicht für die, für den Ihr ihn zu machen glaubt.

Was Regelmacher auf jeder Ebene und in jedem Land nicht verstehen, ist, dass ihre Regeln nur Ausnahmen und Schlupflöcher produzieren. Was dabei rauskommt, sind Täusche folgender Art:

Diese Woche wurde Mo Williams für die Draftrechte an Cenk Akyol (proud member of the class of 2005 (!), NBA-Spiele: 0, in Worten: null) getradet. Denver will näher an den Salary Floor, Atlanta Gary Neal verpflichten. Williams – der seit Juni keinen Ball mehr in die Hand nimmt – wurde dann "entlassen". Das sind Tauschgeschäfte aus dem Kafkamuseum.

Das Einzige, was zumindest an der Spitze der Nahrungskette überhaupt helfen könnte, wäre ein hard cap und die Abschaffung der Maximalgehälter. Klingt komisch, ist aber so. Spielt das durch: Das Miami-Superteam mit hard cap, aber ohne Obergrenze bei den individuellen Gehältern? Eher nicht. Wade hätte Jahre vorher soviel Space aufgegessen, dass 2010 nur Krümel übrig geblieben wären. Wird nicht passieren. Weiß ich. Ist mir auch egal. Nur jammert mir nicht über die Langeweile.

Eins gegen acht braucht kein Mensch
Wenn Ihr Euch schon nicht aufraffen könnt, die absurde 82-Spiele-Saison abzuschaffen, dann reduziert wenigstens die Zahl der Postseason-Spiele. Sechs Teilnehmer sind genug. Playoffspiele sollten etwas bedeuten.

Den Warriors Shootaround gegen die Nuggets will wirklich keiner sehen. Wirklich nicht. Dafür schaltet in Amerika keiner ein, dafür steht in Europa keiner auf, dafür kauft in China kein Mensch ein Trikot mehr als ohnehin. Side effect: bye week(s) der Favoriten, die sie (vielleicht) aus dem Rhythmus bringen und Überraschungen wahrscheinlicher machen.


Playmaking
LeBron hat den Januarblues. Da braucht es einen punching ball. Letztes Jahr sägte er den Trainer ab und war anschließend "der beste Spieler, der er sein kann" (Maverick Carter approved this message). Dieses Jahr will er einen f*beeeep*ing Playmaker. Äh, ok...

Ich dachte immer, er wäre der Playmaker, wenn Kyrie gerade einen Zahnarzttermin hat. Aber wenn der König nach einem Schleppenträger ruft, wollen wir nicht still in der Ecke sitzen. Dumm ist, dass die Cavs zwar ein besseres Team, aber weniger verzichtbare Assets als die Nets haben. Ergo müssen wir auf dem Free Agent Markt nachgucken (klingt besser als "Profile der Arbeitsagentur"). Top 5 und los.

5) Mo Williams
Plus: kennt das Team, hat Damian Lillards Game Winner 2014 aus der Logenposition gesehen, trifft den Dreier

Minus: geht nicht vong CBA her

4) Mario Chalmers
Plus: kennt LeBron, hat die Meisterschaften 2012 und 2013 aus der Logenposition gesehen, trifft den Dreier

Minus: ist so oft von LeBron angeschrien worden, dass der Ex-US-Präsident Witze über ihn gemacht hat, ist alt und gebrechlich

3) Kevin Martin
Who?

2) Lance Stepheson
Plus: hat LeBron aus der Logenposition zweimal in die Finals einziehen sehen, trifft an guten Tagen von überall

Minus: Ohrpuster, deshalb Nogo

1) Norris Cole
Plus: kennt LeBron, das Minus der anderen

Minus: sieht immer noch aus, als könnte er bei Mo Williams‘ High School Clinics mitmachen

Norris it is! Gern geschehen, Cleveland!


Benefit of a Steph
Wir sind kurz vor Februar. Wir sind damit kurz vor All Star Game. Wir sind mitten in der Snubs Diskussion. Das macht Spaß, das reguliert Blutdruckpatienten nach oben, ich verstehe das. Können wir über den Backcourt im Westen reden, ohne dass jemand rot anläuft? Gut.

Folgendes: 24,6 Punkte, 6 Assists, 4 Rebounds im Schnitt bei 47 % aus dem Feld und 40 % von der Dreierlinie, ORtg irgendwo bei 120. All Star, ja oder nein? Ja, aber... Das Aber heißt Russell und das ist ok. Das sind dennoch die Zahlen eines regierenden Zweifach-MVP, des zweitbesten Spielers des besten Teams der Liga.

Zahlen, die übrigens auch seine Kollegen und durchaus recht renommierte Journalisten dazu bewogen haben, Stephen Curry unter die Top 2 zu wählen. Gibt es Argumente gegen Curry und für Westbrook als Starter? Hell yeah! Nur bitte: Tut doch nicht so, als hätte Georgien mit einer Stimmenkampagne Curry einen unverdienten Auftritt in Charl... streichen Sie das... New Orleans verschafft.


Fundstück der Woche
Duncan weg, Splitter weg, Diaw weg, Joseph weg, Marjanovic weg, Baynes weg. Gasol und Aldridge rein. Mit Dedmon (who?), Jonathon (A statt O? Nein!), Dejounte (who?) und Bertans (who?), aber ohne Gasol zum Champ. Sieg. 35-9. Fünfunddreißig und neun. Dem Spurs, man, dem Spurs… Keep ballin'!