04 Dezember 2016

3. Dezember, 2016


Es beginnt, wie es aufgehört hat. LeBron James (Cleveland Cavaliers) und Russell Westbrook (Oklahoma City Thunder) haben vergangenen März das letzte Voting zum #NBACHEF Spieler des Monats gewonnen – und nun wieder. Im Rest des Oktobers und des ganzen Novembers legte einer von ihnen im Schnitt annähernd ein Triple Double auf, der andere tatsächlich eines. Auf beide entfällt mehr als die Hälfte der Redaktionsstimmen, LeBron bleibt außerdem früh seiner Serie treu: Seit Aufnahme dieses Votings 2013 wurde er in jeder Saison ein Mal zum besten Spieler des Monats der Eastern Conference gewählt.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick

LeBron James
(Cleveland Cavaliers)

Stats Okt/Nov:
23,5 PPG | 8,1 RPG | 9,3 APG | 0,5 BPG | 1,1 SPG | 49,8% FG | 72,0% FT in 15 gm.

Highlights u. a.:
30 Pts, 7 Reb, 12 Ass, 12-22 FG, beim Sieg über die Celtics [3.11.]
28 Pts, 9 Reb, 14 Ass, 10-15 FG, beim Sieg über die Raptors [15.11.]
31 Pts, 10 Reb, 13 Ass, 3 Stl, beim Sieg über die TrailBlazers [23.11.]

NBA Champion, Finals MVP, Best Male Athlete und Best NBA Player bei den ESPYs, Sportsperson of the Year der Sports Illustrated – und nun zum vierten Mal #NBACHEF Spieler des Monats. Es läuft für LeBron James und seine Cleveland Cavaliers.

Selbst Pessimisten zweifeln nicht daran, dass nach jetzigem Stand kein Team der Eastern Conference wirklich eine Gefahr für den Titelverteidiger darstellt. Denn selbst mit leicht reduzierten Minuten beherrscht James das Spiel an beiden Enden und steigert sich plötzlich sogar noch deutlich als Vorlagengeber (Saisonwert 2015/16: 6,8).

Bei all den Erfolgen deutet nichts darauf hin, dass sich die Cavaliers, geschweige denn LeBron selbst, auf den kürzlichen Erfolgen oder dem ungefährdeten Status im Osten ausruhen. Gerade wenn seine Adjutanten glänzen – wie Kevin Love mit seinem NBA-Rekord von 34 Punkten im ersten Viertel gegen die Portland TrailBlazers – lässt Clevelands Nummer 23 keinen Zweifel daran, dass am Ende auch der Sieg eingeholt wird und legt in eben diesem Spiel ein Triple Double auf, auf dass sämtliche Hoffnungen des Gegners zerstört werden.

Ende Dezember wird LeBron James 32 Jahre alt werden und die Cavaliers beginnen schon, diesem Alter Tribut zu zollen, indem sie ihrer Lichtgestalt in bester Popovich-Manier das eine oder andere Spiel Ruhe gönnen. Bei dem, was er derzeit aufs Parkett legt, hat er das offensichtlich noch nicht nötig.

Ähnlich wie im Osten nicht viel Konkurrenz für die Cavaliers zu erwarten ist, setzt sich LeBron im Voting deutlich von allen anderen ab. 71% der Stimmen entfallen auf den König von Cleveland, 14% auf DeMar DeRozan von den Toronto Raptors, je gehen 7% an James' Teamkollegen Kevin Love sowie Kemba Walker von den Charlotte Hornets.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
Die Cavs dominieren den Osten der NBA und der King zeigt, dass er noch immer zu den besten Spielern der Liga gehört. LeBron mutiert zunehmend zum absoluten Team-Player und hält sich als Scorer zurück. 23,5 Punkte, 9,3 Assists und 8,1 Rebounds sind jedoch auch in den Box Scores eine Ansage. Mit 31 Jahren gehört der King noch lange nicht zum alten Eisen, wir können uns jetzt schon auf die Playoffs freuen, denn dann wird James richtig Gas geben. (Stefan Dupick)

23-8-9 pro Spiel - und LeBron zockt dem Augenschein nach so etwa mit 70 Prozent seiner vollen Leistung, seine Konstanz lässt manchmal fast seine Dominanz vergessen. Die Cavaliers rollen schon wieder durch die Liga, James hat Bock auf den Repeat. Und der King scheint auch in seiner 14. Saison kein bisschen müde zu werden. (Torben Siemer



Russell Westbrook
(Oklahoma City Thunder)

Stats Okt/Nov:
31,2 PPG | 10,5 RPG | 11,3 APG | 0,4 BPG | 1,4 SPG | 42,6% FG | 82,8% FT in 20 gm.

Highlights u. a.:
41 Pts, 12 Reb, 16 Ass, 14-21 FG bei der Niederlage gegen die Magic [13.11.]
36 Pts, 11 Reb, 17 Ass, 3-4 3PT beim Sieg über die Nuggets [25.11.]
27 Pts, 18 Reb, 14 Ass, beim Sieg über die Knicks [28.11.]

In einer Zeit, in der allnächtliche Triple Doubles eher Normalität als Ausnahme erscheinen, geht der neue Alleinherrscher von Oklahoma City mit einer überwältigenden Selbstverständlichkeit voran.

Neunmal zweistellig jeweils bei Punkten, Rebounds und Assists allein im Oktober und November. Im Schnitt über 30 Punkte und ebenfalls zweistellig bei Abprallern und Vorlagen – das sind Werte, die nach Kevin Durants Abgang gen Pazifikküste zwar keinen, der in den letzten Jahren die NBA verfolgt hat, noch verwundern dürften, die aber dennoch bemerkenswert bleiben.

Westbrooks Ausbrüche sind gewiss Konsequenz einer auf Dauer ungesunden Usage Rate von über 40%, die darin gipfelt, dass der 28-Jährige durchschnittlich über 24 Würfe pro Abend nimmt. Doch solange er imstande ist, sein Team derart zu tragen, solange Management und Coaches kein erfolgsversprechenderes Rezept auf die Beine stellen, tut Russ eben das, was getan werden muss.

Mit Erfolg: Die Thunder kämpfen um keine Spitzenposition im Westen, das war angesichts des personellen Umbruchs auch nicht zu erwarten. Aber sie haben sich in der Verfolgergruppe festgebissen und solange sie sich auf ihren – im wahrsten Sinne des Wortes – Franchise Player verlassen können, stellt sich die Frage nach Postseason Basketball beim Finalisten von 2012 nicht. Und das ist zu unserem sportlich Besten – denn wer würde nicht eine Serie gegen die Golden State Warriors, ein Re-Match der Conference Finals 2016, sehen wollen?

Mit 64% der Stimmen siegt Westbrook in der Abstimmung deutlich vor James Harden von den Houston Rockets, an den 29% der Votes gehen. Um das ehemalige OKC-Trio zu komplettieren, entfallen die restlichen 7% an Kevin Durant, seit Juli Golden State Warrior.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
Nachdem Kevin Durant die Thunder verlassen hat, war uns allen klar, dass Russell nun über das Team herrscht und quasi machen kann was er will. Die Saison ist nun 20 Spiele alt und Westbrook liegt auf Triple Double Kurs. Seit Oscar Robertson im Jahr 1963/64 ist dieses Kunststück keinem Spieler mehr über eine ganze Saison gelungen. Sollte Russell die 31,2 Punkte, 11,3 Assists und 10,5 Rebounds über die nächsten 62 Spiele halten können, dann kann es eigentlich nur einen MVP geben, oder? (Stefan Dupick)

Die Statistik sagt eigentlich schon genug: Russ ist der einzige Grund, warum Oklahoma City auch 2016/17 ein relevantes NBA-Team stellt. Den Jordan-Slogan "Now I Do What I Want" lebt Westbrook in vollen Zügen aus und das macht schon beim Zusehen Spaß. Was ist eigentlich höher: Over/Under Thunder Siege oder Brodie-Triple Doubles? (Torben Siemer)



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