20 Dezember 2016

20. Dezember, 2016


von CHRISTOPH LENZ @NBAKenner

82 - 0 - 0 - 2 - 2 - 15 - 47. Das sind nicht die aktuellen Lottozahlen, sondern die Anzahl der Spiele je Saison, die Blake Griffin in seiner bisherigen NBA-Karriere bei den Los Angeles Clippers verpasst hat.

Dass er nach der komplett ausgesetzten Rookie-Saison erstmal sehr lange sehr regelmäßig auf dem Court stand, gerät angesichts der fast 40% verpassten Partien in den vergangenen beiden Spielzeiten beinahe in Vergessenheit.

Leider spiegelt sich in diesen Zahlen ein unangenehmer Trend wider, der sich mit Blick auf die aktuellsten News leider fortsetzen könnte...


Mindestens drei bis sechs Wochen fällt Griffin nach übereinstimmenden Berichten auch in der Saison 2016/17 aus - aufgrund eines “kleinen Eingriffs” am rechten Knie.

Folgen für die LA Clippers
Da die Clippers in den kommenden drei Wochen bis zum 10.Januar einen zumindest quantitativ knüppelharten Spielplan mit nie mehr als einem Tag Pause haben, bedeutet das mindestens zwölf Spiele Pause für den Slam Dunk Champoin des Jahres 2011.

Da der Terminkalender sich danach etwas lockert, beträgt das Maximum verpasster Partien in den schlimmstenfalls sechs prognostizierten Wochen “nur” 20.

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit der Franchise ohne ihren Nummer eins Pick von 2009 macht durchaus Mut. In der Saison 2014/15, mit Spencer Hawes und Glen “Big Baby” Davis als Griffin-Ersatz, war eine Bilanz von 9-6 möglich.

In 2015/16 holten die Clippers eine Bilanz von 31-16, während Paul Pierce, Wesley Johnson und Jeff Green als Konglomerat in die Bresche sprangen, um ihren Topscorer der vier vorangegangenen Jahre zu vertreten.


Vor allem diese 66% Siegesquote aus der Vorsaison sollte angesichts des mindestens ebenso starken Vertreter-Pakets aus Marreese Speights, Johnson, Pierce und Brandon Bass dafür sorgen, dass L.A. die nächsten Wochen ohne langfristige Beschädigung der gesetzten Ziele übersteht.

Spannender ist die Frage, ob und wie die aktuelle Verletzung die Einschätzung von Griffins Zukunft verändert. Will das Front Office um GM “Roc Divers” (dem Alter Ego von Coach Doc Rivers) ihm weiterhin einen langfristigen Vertrag anbieten - worauf bislang alles hindeutete?

Oder wird ein Griffin-Trade in dieser Saison doch noch einmal eine realistische Option, weil Zweifel an seiner Fähigkeit als langfristiger Fixpunkt der Franchise aufgekommen sind?

Folgen für Blake Griffin
Allen Unkenrufen zum trotz stellt sich die Frage nach der Höhe des nächsten Vertrags von Blake Griffin eigentlich nicht. Die Antwort ist “so hoch wie möglich”.

An diesem Punkt kommt das Wörtchen “eigentlich” ins Spiel, da die Höhe dieses Maximalvertrages nicht nur im normalen Rahmen des schwankenden Salary Cap unklar ist, sondern der Spielraum sogar noch größer ist.

Griffin hat im kommenden Sommer die Möglichkeit, per “Early Termination Option” aus seinem Vertrag auszusteigen, der ihm in der nächsten Saison noch 21,4 Millionen Dollar einbringen würde.

Im neuen Collective Bargaining Agreement gibt es dem Vernehmen nach eine “Designated Player Veteran Extension”, die weitreichende Auswirkungen haben könnte.

Zwei altgediente Spieler pro Team können eine Verlängerung um fünf Jahre zu 35 Prozent des Salary Caps erhalten. (Die aktuellste Salary Cap Projektion, die durch das neue CBA aber nochmal signifikant verändert werden könnte, liegt bei 102 Millionen Dollar).

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Um einer dieser “Designated Players” zu werden, müsste Griffin neben anderen Voraussetzungen, die er erfüllt (z.B. Teamzugehörigkeit seit mindestens acht Jahren), in dieser Saison ins All-NBA Team gewählt werden. Je nach tatsächlicher Ausfallzeit ist das zwar durchaus noch möglich, aber auch schwierig.

Seine beiden wahrscheinlichsten Optionen sind also eine Beendigung des Vertrags und das Testen der Free Agency (die klar bessere Option falls er ohnehin über einen Wechsel nachdenken sollte) oder das Erfüllen seines Vertrags, um die Wette auf sich selbst einzugehen und via All-NBA-Ehrung im Sommer 2018 zum “Designated Player” zu avancieren.

Diese Entscheidung hängt natürlich von mehreren internen und externen Faktoren ab und ist daher schwer vorherzusehen oder einzuschätzen. Für uns als Außenstehende ist Griffins Entscheidung jedoch im Mindesten spannend zu beobachten.

Kevin O’Connor von The Ringer hat seinen Artikel über diese Verletzung und deren Folgen für Griffin mit einem Satz beendet, den ich besser nicht formulieren könnte. Deshalb zitiere ich ihn übersetzend:

"Griffin könnte eine wundervolle 'prime' haben. Aber er könnte auch den gleichen Weg wie Amar'e Stoudemire gehen, der schnell vom Retter der Franchise zu einem finanziellen Klotz am Bein wurde."