21 November 2016

21. November, 2016


von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Toronto glich die Partie gegen die Sacramento Kings in allerletzter Sekunde der regulären Spielzeit zum 102-102 aus. Die Schiedsrichter-Crew um Mike Callahan annullierte jedoch den Treffer nach elend langem Videostudium - angeblich wegen eines Uhrfehlers. Sacramento triumphierte 102-99.

Die Gäste schäumten. Coaches, Spieler, GM Ujiri, sie alle mühten sich nach Kräften, keine Statements in die Mikrofone der Journalisten zu diktieren, die sie empfindliche Geldstrafen kosten würde. Die NBA liebt es, allen Kritikern übers Maul zu fahren, jeden Anflug von verbalem Widerstand mit generischen Sanktionen im Keim zu ersticken.


Nicht nur in diesem Fall ist Kritik aber unbedingt angebracht. Dieser Call war nämlich große Pferdescheisse. Callahan und das Replay-Center in Secaucus berufen sich darauf, dass DeMarcus Cousins den Einwurf 2.4 Sekunden vor Schluss abfälschte, die Uhr anschliessend mit ein paar Zehnteln einer Sekunde Verspätung gestartet wurde.

Abgesehen davon dass der Chef-Referee (Callahan) die Uhr bedient, läuft die Spieluhr eindeutig vor Ross’ Ballberührung an. Kein Mensch kann in Echtzeit auf die Zehntel- oder gar Hundertsel-Sekunde genau reagieren. Selbst für den hypothetischen Fall, dass ein auf Einwürfe spezialisierter Roboter Cousins’ Deflection erkannt hätte, wäre Ross’ Dreier zum Ausgleich aber rechtzeitig abgefeuert und damit regelkonform gewesen.


Eine Overtime wäre die richtige Entscheidung gewesen, im schlimmsten Fall eine Wiederholung der kontroversen 2.4 Sekunden. Einen Spieler und das gesamte Team derart harsch zu bestrafen, ist falsch. Die anschliessende Erklärung der Crew unter dem Deckmantel der NBA-Schiedsrichter-Union versucht, die Entscheidung zu legitimieren.

Ein Protest der Raptors wird übrigens ohne Folgen bleiben: weil Toronto und Sacramento bereits zwei Mal in dieser Saison gegeneinander angetreten sind, gibt es keinerlei Möglichkeit, die ausstehenden, kontroversen 2.4 Sekunden an einem anderen Tag zu wiederholen.