22 November 2016

22. November, 2016


von PASCAL GIETLER @SwappyCTB

Steigen wir mal in unseren geleasten DeLorean und reisen ein paar Monate in die Vergangenheit: In Tinseltown werden wilde Verträge abgeschlossen. Hinter jungen Talenten stehen nach wie vor große Fragezeichen und der erneute Weg an die Spitze der Lottery schien erneut geebnet zu sein.

Doch dann kam Luke Walton. Der beweist gerade, dass die grandiose Siegesserie der 2015/16er Golden State Warriors nicht nur auf dem Mist der Splash Brothers und Draymond Green gewachsen war.

Doch was macht Luke Walton zum aktuell steilsten Newcomer auf den NBA-Bänken? Es ist nicht nur sein glückliches Händchen mit jungen Spielern, sondern auch seine Line-Ups und der Mut, auch mal ein Risiko einzugehen. Dieses Risiko lässt sich im aktuellen Lakers-Kontext mit einem Namen zusammenfassen: Nick Young.

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Nick Young aka. Swaggy P aka. The Artist formerly known as Nick Azalea - bei unserem Trip in die Vergangenheit haben wir Nick Young nur als sportliche Randfigur wahrgenommen, die furchtbare Leistungen von der Bank bringt, seine Seitensprünge auf Snapchat zugibt und versucht mit seiner „Most Hated“-Fashionmarke aus minderwertigem Scheiß irgendwie einen Dollar zu machen.

Lakers-Insider prophezeiten, dass eine Entlassung von Nick Young nur eine Frage der Zeit sei und im Grunde nur noch über die bestmögliche Exit-Strategie verhandelt werden musste.

Doch in der Preseason geschah die erste kleine Überraschung: Nick Young schien den Weg in Luke Waltons Rotation gefunden zu haben und spielte sogar an der Seite, seines vermeintlichen Erzfeindes D’Angelo Russell, der einst eben jenes Seitensprung-Geständnis auf seinem Snapchat-Account hochgeladen hatte.

Aber, hey...was bedeutet schon die Preseason? In der Preseason könnte selbst Jack Nicholson von seinem Courtside-Platz zwei, drei Punkte pro Spiel auflegen. Die Personalie Nick Young war daher weiterhin kein ernstes Thema für die neuen Lakers.


Zurück in der Gegenwart muss sich aber wohl jeder NBA-Fan das Staunen aus den Augen reiben, sobald morgens der Lakers-Boxscore auf dem Display aufpoppt: Nick Young war in allen 14 Spielen der Los Angeles Lakers Starter, legt 14.1 Punkte im Schnitt auf und verteidigt so gut wie noch nie zuvor in seiner Karriere.

Doch Nick Young verteidigt nicht nur so relativ gut, er ist auch aktuell so effizient, wie es nur wenige NBA-Guards mit signifikanten Minuten sind. Von allen Lakers-Startern hat Nick Young mit 126 das beste individuelle O-Rating (via basketball-reference.com). Das ist nach 14 Partien bei einem (aktuellen) Playoff-Team absolut beachtlich.

Young ist Zeit seiner Karriere sicherlich alles andere als ein Musterprofi gewesen, doch Luke Walton hat es irgendwie geschafft, zu ihm durchzudringen. Obwohl er im zarten Alter von 31 Jahren ist.

Auch wenn er in der Defensive nach wie vor eine Menge Luft nach oben hat, spielt er aktuell in der Offensive aufgrund der guten Wurfauswahl so effizient, dass es sich für Swaggy P. wohl kaum lohnt, im Sommer seine Spieleroption auf ein weiteres Vertragsjahr zu ziehen. Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht...?