12 November 2016

12. November, 2016


Das ist Euroleague! Sechs der acht Partien wurden mit 8 oder weniger Punkten Differenz entschieden. Somit gab es wieder viele Thriller. 

von ENES CAKMAK @EnesCakmak0601

Topspiel der Woche

ZSKA Moskau – Real Madrid 91-90 (49-38)


In dieser Partie war Feuer drin. Der Euroleague-Champion von 2016 gegen den Euroleague-Titelträger von 2015. Dabei ist es ganz bitter für die Gäste aus der spanischen Hauptstadt, dass sie drei Viertel gewannen und trotzdem eine Niederlage einstecken mussten.

Der Start war denkbar gut, mit gutem Two-Way-Game führten die Madrilenen mit 17-26. Danach folgte ein Traumviertel mit ZSKA, sodass die Russen mit einer zweistelligen Führung in die Pause gingen. Real drehte danach wieder auf und verkürzte auf 73-68.

Acht Sekunden vor Schluss verkürzte Sergio Llull mit 2 Freiwürfen auf 91-88, danach unterlief Nando De Colo ein Turnover und die Madrilenen hatten 3 Sekunden für einen Dreier, doch Sergio Llull vergab die Chance auf die Verlängerung, Jonas Maciulis konnte per Buzzer nur noch Ergebniskosmetik betreiben. 



Nando De Colo führte sein Team mit 28 Punkten (8/12 FG, ¾ 3PT) und 6 Rebounds an und konnte die Off-Night von Milos Teodosic (1/7 3PT, 6 Turnover) kompensieren. Unterstützung bekam er von Nikita Kurbanov, der 13 Punkte (4/7 FG) und 8 Boards zum Sieg beisteuerte. 



Bei Real Madrid war wieder einmal Sergio Llull (21 Punkte, 7 Assists) Topscorer. Jaycee Carroll kam auf 13 Zähler. Jonas Maciulis traf all seine Feldwürfe (4/4 FG, 2/2 3PT) und beendete die Partie mit 11 Zählern.


Der Rest

UNICS Kazan – Roter Stern Belgrad 65-62 (27-32)


Vor allem aufgrund des Sieges bei Fenerbahce, aber auch aufgrund des Heimvorteils ging Kazan als Favorit in die Begegnung. Doch einem ausgeglichenen ersten Viertel folgte ein sehr schwaches, das mit 10-15 an die Gäste ging. Das Team von Evgeny Pashutin rappelte sich auf und konnte auf 41-43 vor dem Schlussviertel verkürzen.


37 Sekunden vor Schluss traf Nate Wolters seine beiden Freiwürfe und brachte Belgrad mit 60-62 in Führung. Doch dann bewies Keith Langford seine Qualitäten als go-to guy und traf 16 Sekunden vor Schluss den 3er zum 63-62. Charles Jenkins verfehlte den letzten Wurf, danach durfte Marko Banic an die Freiwurflinie und 0.7 Sekunden waren den Serben nicht genug, um noch einmal zu werfen.



Topscorer und Matchwinner der Russen war wieder einmal Keith Langford. Der US-Amerikaner hatte am Ende 23 Punkte auf seinem Konto. Marko Banic (4/5 FG) und Latavious Williams (9 Rebounds, 4 Blocks) halfen ebenfalls zum Sieg. 



Nate Wolters war mit 11 Punkten der beste Punktesammler der Gäste. Ognjen Kuzmic (10 Punkte, 9 Rebounds) verpasste nur knapp ein Double-Double.



Darüssafaka Dogus Istanbul – Brose Bamberg 72-70 (40-40)

Wieder ein Spiel von Brose Bamberg und wieder ein Krimi. „Same procedure as every week“ möchte man schon sagen. Darüssafaka fand besser ins Spiel und führte nach dem ersten Viertel mit 6 Punkten. Bamberg glich bis zur Halbzeit aus. Ein katastrophales Bamberger Viertel brachte Darüssafaka schon auf die Siegerstraße, doch die Franken glichen sogar aus.


31 Sekunden vor Schluss brachte Brad Wanamaker die Türken gegen sein Ex-Team mit 72-70 in Führung. Bamberg hatte eine letzte Wurfchance, doch Nicolo Melli traf seinen Wurf nicht. Bamberg kam über das gesamte Spiel mit der Ganzfeldpresse von Darüssafaka überhaupt nicht klar und hatte fast doppelt so viele Turnover (8-15), was am Ende entscheidend war.



Topscorer der Istanbuler war Will Clyburn mit 17 Punkten (7/12 FG, 3/6 3PT). Dairis Bertans kam auf 15 Zähler (3/5 3PT). Brad Wanamaker und Adrien Moerman (9 Rebounds) steuerten je 11 Punkte zum Sieg bei. 



Janis Strelnieks war mit 14 Zählern bester Punktesammler der Franken. Daniel Theis (13 Punkte), Darius Miller (12 Zähler) und Nicolo Melli (10 Punkte, 10 Rebounds) kamen auf eine zweistellige Punktausbeute.

Panathinaikos Athen – Maccabi FOX Tel Aviv 83-75 nach OT (35-28, 67-67)

Xavi Pascual scheint den Griechen gut getan zu haben. Unter der Leitung des Spaniers steht Panathinaikos bei 3-1 in der Euroleague. Auch diese Partie war ein Krimi. Dabei haben sie es unnötig spannend gemacht, denn in den letzten 5:30 Minuten des vierten Viertels erzielten die grün-weißen drei mickrige Zähler.


Am Ende des vierten Abschnitts sah es sogar nach einer Niederlage aus, doch James Gist warf sein Team in die Verlängerung, die der griechische Rekordmeister dominierte. Den Gästen wurden 19 Turnover im gesamten Spiel zum Verhängnis. 



Chris Singleton führte Panathinaikos mit 26 Punkten (7/10 FG, 3/5 3PT) zum Sieg. Nick Calathes (13 Punkte, 5/5 2PT, 6 Rebounds, 6 Assists) und James Gist (12 Punkte, 8 Rebounds) waren die weiteren Spieler mit zweistelliger Punktausbeute.



Sonny Weems (15 Punkte, 5 Assists, 5 Turnover) war der Topscorer bei Maccabi. Andrew Goudelock kam auf 14 Punkte. Maik Zirbes machte mit 12 Punkten (5/9 FG) ein ordentliches Spiel. Devin Smith konnte mit 11 Punkten und 12 Boards ein Double-Double verbuchen.

Emporio Armani Mailand – Anadolu Efes Istanbul 105-92 (55-49)

An so ein Ergebnis ist man eher von der NBA gewöhnt, doch das war die Euroleague. Mit einem wahren Offensivfeuerwerk schoss Mailand die Türken aus der Halle. Dabei war die erste Halbzeit sogar ziemlich spannend, sodass die Mailänder mit 6 Punkten zur Halbzeitpause führten.

Nach der Pause schalteten die Italiener in der Verteidigung einen Gang hoch und konnten locker gewinnen. Entscheidend war in dieser Partie die Dreipunktequote. Mailand traf 68.4% (13/19) von Downtown, während Efes nur 27.3% (6/22) von jenseits der Dreipunktelinie traf. 




Rakim Sanders war wieder einmal Topscorer beim italienischen Meister und kam am Ende auf 22 Punkte (9/14 FG, 3/6 3PT) und 7 Rebounds. Alessandro Gentile (17 Punkte, 2/2 3PT) und Krunoslav Simon (14 Punkte, 6/7 FG, 9 Rebounds, 8 Assists) waren ebenfalls wichtig beim Sieg.



Thomas Heurtel (18 Punkte, 7/12 FG, 7 Assists) und Bryant Dunston (17 Punkte, 8 Rebounds) waren die auffälligsten Akteure. Derrick Brown kam auf 16 Punkte und 7 Rebounds.

FC Barcelona Lassa – Zalgiris Kaunas 92-86 (36-35)

Das von Verletzungen gebeutelte Barcelona konnte den litauischen Meister am Ende besiegen. Doch so eindeutig, wie die Vorzeichen waren, war das Spiel am Donnerstagabend nicht. Immer wieder dachte man, das war der entscheidende katalanische Run, doch Zalgiris schlug immer zurück.

So führte Barcelona nur mit einem Punkt zur Halbzeit und tütete relativ spät den Sieg ein. Entscheidend für den Sieg Barcelonas war die Anzahl der Freiwurfversuche. Die Katalanen durften 29x an die Freiwurflinie, die Balten dagegen nur 16-mal.




Tyrese Rice (20 Punkte, 11/12 FT) war wieder einmal Topscorer beim FC Barcelona. Petteri Koponen scheint langsam seinen Rhythmus zu finden. Der Finne hatte 16 Punkte (6/10 FG) auf seinem Konto. Die Youngster Aleksandar Vezenkov (4/6 FG, 2/3 3PT) und Marcus Eriksson (11 Punkte, 3/5 3PT) konnten mit gutem Shooting auf sich aufmerksam machen. 



Brock Motum machte das wohl beste Euroleague-Spiel seiner Karriere und war mit 26 Punkten (11/12 FG, 7/7 2PT) der beste Scorer bei Zalgiris. Paulius Jankunas (12 Punkte) und Antanas Kavaliauskas (10 Zähler) kamen ebenfalls auf eine zweistellige Punktausbeute.


Galatasaray Odeabank Istanbul – Olympiakos Piräus 89-87 (38-34)



Bis zum 6. Spieltag hat es gedauert. Mit Galatasaray hat nun auch das letzte sieglose Team gewinnen können und das gegen Olympiakos Piräus. Dabei fanden die Griechen besser in die Partie und führten mit 14-20 nach Viertel eins. Danach drehte die Galatasaray Offense auf und drehte die Partie schon zur Pause.

Im dritten Viertel wuchs der Vorsprung auf 14 Punkte an, doch Olympiakos gab sich nie geschlagen und hatte bis zum Ende eine realistische Siegchance, doch erst blockte Alex Tyus einen Dreier von Georgios Printezis, daraufhin vergab Vassilis Spanoulis einen Dreier zum Sieg. Galatasaray war an den Brettern machtlos (27-44), doch dafür verlor man fast gar nicht den Ball (7-13 Turnover). Außerdem trafen die Istanbuler 13/22 (59.1%) ihrer Würfe von jenseits der Dreipunktelinie. 



Justin Dentmon war der Topscorer bei Galatasaray und erzielte 22 Punkte (6/11 FG, 4/8 3PT). Jon Diebler setzte keinen Feldwurf daneben und kam auf 17 Zähler (5/5 FG/3PT). Austin Daye erzielte 16 Punkte (4/5 FG, 2/2 3PT). Sinan Güler verteilte 12 Assists und hatte 4 Steals auf seinem Konto. 



Vangelis Mantzaris war heiß von draußen und war am Ende mit 19 Punkte (5/8 3PT + 7 Rebounds) bester Punktesammler der Gäste. Georgios Printezis kam auf 17 Punkte und 7 Rebounds. Khem Birch konnte mit 16 Zählern und 11 Rebounds ein Double-Double verbuchen. 

Baskonia Vitoria Gasteiz – Fenerbahce Istanbul 86-52 (41-24)

Revanche geglückt! Nach dem Halbfinalkrimi aus der vergangenen Saison konnten sich die Basken bei den Türken revanchieren. Das Baskenland scheint für das Team von Zeljko Obradovic ohnehin keine gute Adresse zu sein. Inklusive dieser Partie gewann Baskonia die letzten 7 Heimspiele gegen Fenerbahce.


Zuletzt gewannen die Türken im Jahre 2004 bei den Basken. Fener war mit 49.5% 3PT vor dem Spiel die bislang erfolgreichste Truppe von jenseits der Dreipunktelinie. Doch in dieser Partie wollte ihnen nichts gelingen und die Istanbuler trafen nur 4/26 von Downtown (15.4%). Kurz zusammengefasst: Baskonia traf über 50% der Feldwürfe, während Fenerbahce nicht einmal 30% aus dem Feld traf.



Mit Rückkehrer Andrea Bargnani (5/6 FG), Shane Larkin und Johannes Voigtmann (8 Rebounds) hatte Baskonia gleich drei Topscorer, die je 13 Punkte erzielten. Von den 12 eingesetzen Spielern konnten alle bis auf Tornike Shengelia scoren.



Kein Spieler der Gäste konnte zweistellig punkten. Kostas Sloukas war mit 9 Punkten bester Punktesammler bei Fenerbahce. 




Lineup der Woche

Backcourt
Einer muss ja die Off-Night von Milos Teodosic ausbügeln. Natürlich Nando De Colo. Der amtierende MVP fokussierte sich gegen die schwache Backcourt-Defense der Madrilenen aufs Scoring und war schlichtweg unaufhaltsam. Egal ob per Drive, von draußen (¾) oder von der Freiwurflinie (9/9), der MVP war nicht zu stoppen.



Endlich konnte Galatasaray den ersten Sieg einfahren. Dabei hatte Shooter Justin Dentmon einen großen Anteil. Der Guard zog Fouls (6/7 Freiwürfe), traf von Downtown (4/8 3PT) und verlor nicht ein einziges Mal den Ball. Am Ende hatte er 22 Punkte und 3 Assists auf seinem Konto.


Frontcourt
Wer sein Team zum Sieg führt, dabei effektiv wirft und fast ein Triple-Double auflegt, der hat seinen Platz in der Lineup sicher. Krunoslav Simon hatte gegen Efes einen absoluten Sahnetag. Der kroatische Nationalspieler verwarf nur einen Wurf (4/4 2PT, 2/3 3PT), pflückte 9 Rebounds und verteilte 8 Assists. 



Er machte das beste Euroleague-Spiel seiner Karriere. Egal von wo Brock Motum warf, er traf. Dabei agierte der Australier auch als Stretch-Vierer und sorgte für das benötigte Spacing. Am Ende hatte er 26 Punkte bei einer fabelhalten Quote von 11/12 FG und 4/5 3PT vorzuweisen.



Chris Singleton war beim Sieg von Panathinaikos überhaupt nicht aufzuhalten. Der Big Man aus den USA scorte auf jede Art, er zog eine Menge Fouls (9) und führte seine grün-weiße Truppe zum Sieg. Am Ende traf er 7/10 FG, 3/5 3PT, 9/13 FT, holte 6 Boards und konnte sogar 2 Blocks verbuchen.


Tabellenstand