06 November 2016

6. November, 2016


Das ist die Euroleague! Jeder gegen Jeden, viele Krimis und auch Überraschungen sind garantiert. 

von ENES CAKMAK @EnesCakmak0601

Topspiel der Woche

Olympiakos Piräus – ZSKA Moskau 75-81 (28-44)


Der Klassiker schlechthin. Auch wenn ZSKA favorisiert in die Partie ging, hatten viele eine spannende Partie erwartet. 6 Punkte Differenz hören sich auch nach einer engen Kiste an, das war es aber nicht, denn ZSKA zeigte von Beginn an, wer der Herr im Haus ist. Im ersten Viertel war es noch spannend, doch das zweite Viertel ging klar an den amtierenden Champion (7-19), sodass es ein 16-Punkte-Polster zur Halbzeit war.

Danach schaltete ZSKA ein paar Gänge runter. Es wurde gegen Ende sogar noch einmal kurz gefährlich, doch der russische Spitzenclub behielt die Oberhand und das, obwohl Olympiakos die Bretter dominierte (43-32) und aus dem Zweipunktebereich besser punktete (Olympiakos 20/42, ZSKA 17/45). Dafür leisteten sich die Gäste weniger Ballverluste (17-10) und trafen besser aus der Distanz (Olympiakos 6/20, ZSKA 10/21).



Georgios Printezis konnte als einziger Spieler der Heimmannschaft seinen Stempel aufdrücken. Am Ende hatte er starke 26 Punkte (10/17 FG, 2/3 3PT) und 7 Rebounds auf seinem Konto. Keiner von Vassilis Spanoulis (14 Punkte, 7 Turnover), Erick Green (1/6 FG, 8 Punkte), Daniel Hackett (0/4 FG, 2 Punkte) und Matt Lojeski (0/3 FG, 0 Punkte) erreichte annähernd Normalform.



Obwohl die beiden Superstars des Titelverteidigers verhältnismäßig schwach warfen, (Nando De Colo: 23 Punkte, 7/19 FG, 9 Rebounds, Milos Teodosic: 10 Punkte, 4/15 FG, 5 Assists), gewann der Champion, was vor allem auch an Aaron Jackson (15 Punkte, 3/3 3PT, 5 Assists) und Andrey Vorontsevich (11 Punkte, 4/6 FG, 2/3 3PT) lag.


Der Rest

Fenerbahce Istanbul – UNICS Kazan 73-81 (39-43)


Coty Clarke? Out. Anton Ponkrashov? Out. Lorenzo Brown? Noch nicht spielberechtigt. UNICS Kazan hatte wahrlich keine guten Voraussetzungen. Dennoch konnte der erste Sieg beim bisher ungeschlagenen Fenerbahce eingefahren. Kazan hatte in Viertel eins den besseren Start und führte mit fünf Punkten.

Bis zum Ende des dritten Viertels schmolz die Führung auf einen Punkt, Fenerbahce führte 2:18 Minuten vor Schluss sogar mit 71:68, aber dann sorgte ein 2:13-Lauf für den Überraschungssieg von Kazan. Die Gäste gewannen vor allem dank ihrer Dominanz in Korbnähe. Beim Rebounding waren sie überlegen (28-36) und sie trafen viel besser aus dem Zweipunktebereich (Fenerbahce: 46.9%, Kazan 62.8%).



Topscorer der Istanbuler war Bobby Dixon mit 23 Punkten (7/9 3PT). Jan Vesely kam auf 17 Punkte (6/7 FG, 5/6 FT) und 4 Turnover. Ekpe Udoh (3 Punkte, ¼ FG, ¼ FT) und Kostas Sloukas (10 Punkte, 3/13 FG, 6 Turnover) erwischten einen Tag zum Vergessen.



Die Matchwinner aufseiten der Russen waren Keith Langford (28 Punkte, 10 Rebounds) und Artsiom Parakhouski (20 Punkte, 12 Rebounds, 7 offensiv). Quino Colom (3/12 FG) kratzte mit 9 Punkten und 11 Assists am Double-Double.

Maccabi FOX Tel Aviv – FC Barcelona Lassa 69-79 (34-40)

Auch wenn die Verletztenliste von Barcelona mit Shane Lawal, Pau Ribas, Juan Carlos Navarro und Justin Doellman lang war, konnten die Katalanen in Tel Aviv gewinnen und den Gegner dabei bei unter 70 Zählern halten, also typisch für ein Team, das von Georgios Bartzokas gecoached wird.

Nachdem Barcelona zur Halbzeit einige Vorteile hatte, war nach dem dritten Viertel klar, dass die Israelis ein Comeback starten müssen, um einen 10-Punkte-Rückstand aufzuholen, doch Barcelona blieb mal wieder sehr cool und brachte den Sieg nach Hause. Ausschlaggebend war vor allem das Reboundverhältnis (24-31) und die Anzahl der Freiwürfe (7-17).



Topscorer bei Maccabi war wieder einmal Andrew Goudelock mit 19 Punkten, er leistete sich aber auch 4 Turnover. Devin Smith kam auf 18 Punkte (4/7 3PT) und 6 Rebounds.



Bester Punktesammler der Gäste war Tyrese Rice mit 21 Punkten. Joey Dorsey war mit 11 Punkten (5/5 FG) und 11 Rebounds (7 offensiv) nicht aufzuhalten. 




Brose Bamberg – Emporio Armani Mailand 106-102 nach OT (36-46, 91-91)

Es geht weiter mit den Bamberger Krimis. Spieltag für Spieltag gibt es Schlachten, so auch diesmal. Selbst ein 17-Punkte-Defizit machte der Truppe von Coach Andrea Trinchieri nichts aus. Es sah dann sogar nach einem Sieg nach 40 Minuten aus, doch Ricky Hickman führte sein Team mit 3 Freiwürfen in die Overtime, in der Darius Miller und Janis Strelnieks das Heft in die Hand nahmen.

Einzig beim Dreipunktewurf war der deutsche Meister deutlich besser als die Italiener (Bamberg: 46.2%, Mailand: 38.1%). Ein weiterer Vorteil war, dass die Bamberger häufiger an die Freiwurflinie durften (32-25 Freiwürfe) als der italienischer Meister. 



Topscorer der Bamberger war einmal mehr Darius Miller mit 27 Punkten (6/11 3PT). Nicolo Melli schrammte mit 15 Punkten (6/10 FG, 3/5 3PT) und 9 Rebounds knapp am Double-Double vorbei. Leon Radosevic machte mit 14 Punkten (4/4 FG, 6/7 FT) ein sehr effektives Spiel.



Fast hätte Rakim Sanders seinem Ex-Team ein Bein gestellt, doch seine 25 Punkte (9/14 FG, ¾ 3PT) reichten nicht. Auch Jamel McLean schrammte mit 17 Punkten (5/7 FG) und 9 Rebounds knapp am Double-Double vorbei. Alessandro Gentile beendete die Partie mit 18 Punkten (8/11 2PT).

Real Madrid – Galatasaray Odeabank Istanbul 90-81 (44-47)

Lange konnte Galatasaray mithalten, doch Sergio Llull war einfach nicht auszuschalten. Der spanische Nationalspieler sorgte von Beginn an, dass Galatasaray nicht davonzieht und hielt Real auf Schlagdistanz. Nach der Halbzeit kippte die Partie und es war sogar spannender, als das Ergebnis am Ende aussagt. Real hatte zwei wichtige Faktoren, die den Sieg eingetütet haben.

Die Madrilenen waren 10-mal häufiger an der Freiwurflinie (16-6) und sie waren beim Rebounding überlegen (38-28). 

Wie bereits erwähnt, war Sergio Llull überhaupt nicht zu stoppen. Der spanischer Nationalspieler kam am Ende auf 23 Punkte (7/13 FG). Rudy Fernandez hatte am Ende 13 Punkte (4/7 FG, 3/5 3PT) auf seinem Konto. 



Vladimir Micov kommt immer besser zurecht und war mit 17 Punkten (4/6 3PT) Topscorer der Gäste. Alex Tyus nahm mit 14 Punkten (7/9 FG) und 8 Rebounds den Kampf gegen die Real-Center an, leistete sich aber auch 4 Ballverluste.


Zalgiris Kaunas – Darüssafaka Dogus Istanbul 80-83 (35-26)

„Meine Spieler haben wie Neuntklässer gespielt.“ Das sagte PG-Legende und Zalgiris-Headcoach Sarunas Jasikevicius nach der aus litauischer Sicht ziemlich unnötigen Niederlage gegen Darüssafaka.

Dabei fing die Partie denkbar gut an, vor allem die Verteidigung der Balten ließ praktisch nichts zu und es stand 35-26 zur Halbzeit. Doch dann folgte ein unerklärliches drittes Viertel, das mit 21-35 an Darüssafaka ging und die Wende brachte. Zalgiris dominierte wieder einmal die Bretter (37-27 Rebounds), leistete sich aber auch 21 Ballverluste, was einfach zu viel ist, um auf diesem Niveau zu gewinnen.



Ein Monster-Auftritt von Paulius Jankunas (21 Punkte, 7/9 FG, 11 Rebounds) wurde nicht belohnt. Leo Westermann hatte zwar 5 Turnover auf seinem Konto, dennoch war auch er mit 21 Punkten (6/11 FG), 6 Rebounds und 6 Assists sehr gut drauf. Kevin Pangos sucht dagegen weiterhin nach seiner Form (0 Punkte, 0/3 FG, 4 Turnover).



Adrian Moerman (5 Rebounds, 4 Assists, 5 Steals) und Scottie Wilbekin (3/6 3PT) waren mit je 16 Punkten die Topscorer des Siegerteams. Brad Wanamaker kam auf 14 Zähler. 


Roter Stern Belgrad – Baskonia Vitoria Gasteiz 63-70 (28-37)



Mit einem Sieg von Baskonia in der Hölle von Belgrad war auch nicht unbedingt zu erwarten. Doch die Basken machten von Anfang an Alarm, führten bereits nach 10 Minuten mit 7 Punkten und ließen den Vorsprung bis zum Ende des dritten Viertels auf 11 Punkte anwachsen.

Belgrad waren vor allem offensiv die Hände gebunden, sodass es nicht mehr wirklich gefährlich wurde. Beide Teams gingen leichtfertig mit dem Ball um (17-21 Turnover) und trafen sehr schwach aus dem Feld (Belgrad: 40.8% FG, Baskonia: 43.4% FG).

Baskonia hatte Vorteile beim Rebounding (35-41).

 Marko Guduric war mit nur 12 Punkten (6 Rebounds, 4 Assists, 4 Turnover) der beste Punktesammler der Serben. Marko Simonovic kam auf 11 Punkte (4/6 FG).



Shane Larkin (6 Assists, 4 Steals, 4 Turnover) und Rodrigue Beaubois (6/12 FG, 3/6 3PT) waren mit 16 Punkten die Topscorer der Basken. Johannes Voigtmann konnte mit 11 Punkten und 8 Rebounds überzeugen.

Anadolu Efes Istanbul – Panathinaikos Athen 91:83 nach 2OT (35-42, 70-70, 77-77)

Auch in dieser Partie war Spannung geboten. In der ersten Halbzeit dominierten die Athener und gingen dementsprechend mit einer 7-Punkte-Führung in die Pause. Efes egalisierte diesen schon zum Ende des dritten Viertels. 18 Sekunden vor Schluss glich Bryce Cotton zum 70-70 aus, danach vergaben Demetris Nichols und Tyler Honeycutt ihre Dreier zum Sieg.

In der Overtime führte Efes bereits mit zwei Punkten, doch K. C. Rivers sorgte mit seinem Floater für eine zweite Verlängerung, in der Panathinaikos auseinanderbrach. Ein wichtiger Faktor für den Sieg von Efes war allen voran das Rebounding, das mit 51-39 an die Türken ging. 



Topscorer von Efes war Thomas Heurtel mit 17 Punkten und 5 Assists. Der Franzose hatte auch 5 Turnover vorzuweisen. Tyler Honeycutt (15 Punkte, 13 Rebounds), Bryant Dunston (12 Punkte, 11 Rebounds) und Derrick Brown (11 Punkte, 11 Rebounds) konnten ein Double-Double verbuchen. 



Bei den Gästen war K. C. Rivers mit 15 Punkten bester Punktesammler. James Gist (12 Punkte, 11 Rebounds) und Nick Calathes (10 Punkte, 12 Assists) beendeten die Partie ebenfalls mit einem Double-Double.


Lineup der Woche

Backcourt
Dass Zalgiris Kaunas verlor, lag nicht an Leo Westermann. Der französische Spielmacher leistete sich zwar 5 Ballverluste, spielte ansonsten stark auf und scorte auf verschiedene Wege. Er zog zum Korb, traf aus der Mitteldistanz, versenkte Dreier. 6 seiner 11 Feldwürfe und alle seine 7 Freiwürfe traf er. Dennoch genügten seine 21 Punkte, 6 Rebounds und 6 Assists nicht, um das Spiel zu gewinnen.



Er ist weiterhin unaufhaltsam. Keith Langford scorte mal wieder und war einfach nicht zu stoppen. Der mit Abstand beste Scorer in Europa machte allerdings mehr. Er zog mal wieder viele Fouls (10), reboundete stark (10 Boards), hatte dazu 4 Assists und starke 28 Punkte (10/21 FG, 4/9 3PT) und war damit wohl der Matchwinner beim Überraschungssieg bei Fenerbahce.


Frontcourt

Fast hätte Rakim Sanders den Bambergern den Abend vermiest, aber es reichte doch nicht. Der athletische Forward trifft mittlerweile sogar aus der Distanz (3-4 Dreier). Er attackierte immer wieder die Zone und hatte am Ende starke Quoten (9/14 FG) und 25 Punkte, 3 Rebounds und 3 Assists. 



Wer Ekpe Udoh so zerstört, der muss im Lineup des Spieltags sein. Artsiom Parakhouski war ein Albrtraum für Fenerbahce. Der Big Man war nicht zu stoppen (9/10 FG), egal ob mit Gesicht oder mit Rücken zum Korb. Dazu reboundete er unermüdlich. Am Ende hatte er 20 Punkte und 12 Rebounds (7 Offensivrebounds) auf seinem Konto.



Auch dieser Big Man war nicht aufzuhalten: Routinier Paulius Jankunas dominierte Darüssafaka nach Belieben. Fouls halfen nicht (7/7 FT), auch aus dem Feld traf er nahezu alles (7/9 FG). Mit 11 Rebounds, 3 Assists und 2 Steals zeigte er sein ganzes Können.


Tabellenstand