10 Oktober 2016

10. Oktober, 2016


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2016/17 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 25. Oktober die kommende Saison. Heute: die Washington Wizards.

von PASCAL GIETLER @SwappyCTB

Flashback
41-41, keine Playoffs

Plus
Andrew Nicholson
Ian Mahinmi
Trey Burke
Daniel Ochefu
Marcus Thornton
Tomas Satoransky
Scott Brooks (HC)

Minus
Jared Dudley
Alan Anderson
Ramon Sessions
Garrett Temple
Gary Neal
Randy Wittman

Was ist Neu?
Eine ganze Menge und gleichzeitig auch irgendwie nichts. Die Washington Wizards haben fleißig ihre Bankspieler ausgetauscht und die Abgänge von Nene und Jared Dudley im Frontcourt anständig kompensiert. Andrew Nicholson, Jason Smith und Ian Mahinmi streiten sich um die freigewordenen Minuten auf Center und Power Forward. Trey Burke hingegen bekommt eine zweite Chance, sich in der NBA als guter Back-Up zu beweisen. Die wohl einflussreichste Neuerung lässt sich an der Seitenlinie finden - dort steht zukünftig Scott Brooks und nicht mehr der oft kritisierte Randy Wittman.


Beste Addition
Scott Brooks ...  Hätte mir vor zwei Jahren jemand gesagt, dass ich Scott Brooks mal als beste Offseason-Addition erwähnen würde, hätte ich denjenigen ausgelacht und vermutlich auch einen leichten Klaps auf den Hinterkopf gegeben. Es gab einfach kein Szenario, in dem ich mir Scott Brooks überhaupt als Head Coach eines NBA-Teams gewünscht hätte. Fakt ist jedoch, dass die Wizards viel Potenzial im Kader haben. Spieler wie Otto Porter Jr., Kelly Oubre und auch Bradley Beal könnten von Brooks entwickelt werden. Wie gut Brooks' Händchen mit jungen Spielern ist, hat er in Oklahoma City bewiesen. Zudem fehlte den Wizards in der Vergangenheit eine spielerische Identität. Mit der Verpflichtung von Brooks ist der Weg nun für eine "Defense-First"- Spielweise geebnet.

The Planet
John Wall ... John Wall mag keine guten Schuhdeals bekommen und auch von den Experten bekommt er seiner Meinung nach zu wenig Anerkennung, aber an dieser Stelle wird sein Game explizit wertgeschätzt. Die Kombination aus seiner Defense, seine Fähigkeiten in Freiräumen zu agieren und sein Playmaking sind allesamt auf höchstem Level. John Wall ist zweifelsohne einer der besten Point Guards der Liga, der 2015-16 die Wizards in Abwesenheit von Bradley Beal phasenweise alleine relevant gehalten hat.

Rising Star
Kelly Oubre ... Ein Münzwurf zwischen Kelly Oubre Jr. und Otto Porter wäre an dieser Stelle das wohl sinnvollste Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung gewesen. Jedoch tendiert mein Verstand eher zu Oubre. Wieso? Oubre ist jünger als Porter, läuft nicht Gefahr, aufgrund eines auslaufenden Rookie-Vertrages getradet zu werden und der Sophomore hat Game. Checkt das: In neun Spielen als Starter konnte Oubre 6,7 Punkte und 4,8 Rebounds auflegen. Nicht beeindruckend? Stimmt, jedoch schoss er mit 52% die Lichter von Downtown aus. Kleine Sample Size? Ja, du Zahlenfetischist, aber darauf lässt sich besonders nach dem Verlust von Jared Dudleys Shooting aufbauen.


Falling Fast
Marcin Gortat ... "The Polish Hammer" hat vielleicht einen Panzer und ein eigenes Schwein, aber eine Garantie auf einen Platz in der ersten Fünf der Washington Wizards hat Gortat nicht mehr. Gortat hat eine sehr ordentliche Saison gespielt, er hat an beiden Enden des Feldes abgeliefert - er war jedoch in keiner Facette des Spiels überragend. Ian Mahinmi hat in der vergangenen Saison für die Indiana Pacers einen exzellenten Job in der Verteidigung gemacht und könnte daher etwas höher in Scott Brooks' Gunst stehen als Gortat.

Don’t Sleep! 
Markieff Morris ... Mein persönlicher Lieblingsfreund Chief Kieff Morris wird vermutlich niemals in einem positiven Kontext den Weg in einen meiner preisgekrönten Tweets schaffen, aber für die Wizards könnte der sympathische Zwilling von Marcus wirklich wertvoll sein. Morris galt vor zwei Jahren noch als einer der Schlüssel für den Rebuild der Phoenix Suns! Er hat bewiesen, dass er das Feld ein wenig in die Breite ziehen kann und seine Effektivität in der Offensive war mit rund 15 Punkten pro Spiel sehr ordentlich. Falls Chief Kieff sich mittlerweile den Sand aus der Katze gekratzt hat und nicht mehr rumschmollt, weil sein Bruder in Detroit spielt, könnte er für die Wizards die dritte Option im Angriff werden und sich somit essentielle Minuten erspielen.

Beste Fünf
Wall – Beal – Porter – Morris – Gortat

Good News
+ Der Backcourt aus Wall und Beal gehört vom Talent her zur Ligaspitze
+ Der Frontcourt ist gespickt mit unterschiedlichen Spielertypen und Tweenern... Stichwort: Flexibilität
+ Die jungen Spieler Oubre, Porter, Burke und Satoransky haben Potenzial
+ Brooks könnte immer einen Defensivanker am eigenen Ring haben

Bad News
- Spacing! In den meisten spielbaren Line-Ups können bestenfalls zwei Spieler überdurchschnittlich werfen
- Die Tiefe im Backcourt ist nicht ausreichend, besonders bei den Krankenakten von Wall und Beal
- Stichpunkt Backcourt: Anhaltende Gerüchte von "Anspannungen" zwischen Wall und Beal bereiten Sorgen
- Rebounds werden ein Problem bleiben. (2015-16 Platz 20 bei der Rebound-%)


Was fehlt?
Identität! Was sind die Wizards? Ein Small Ball-Team, das mit schlechten Shootern Räume für John Wall reißen soll? Das war schon mal nix. Mit Big Ball auf Verteidigung spezialisieren und darauf hoffen, dass Scottie die Defense in die Top 10 beamt? Ein Versuch ist es wert, aber eins steht fest: In D.C. muss man sich festlegen und nicht erneut mit einem "Trial and Error"-Prinzip in die Saison gehen.

Eine Frage noch...
Was steckt im vermeintlichen Top 5-Backcourt aus Wall und Beal? Kann Beal endlich mal eine Saison ohne Verletzungen durchspielen? Entwickeln die beiden auf dem Platz eine gute Chemie, die sich dann vielleicht auch in die Umkleidekabine mitnehmen lässt? Die beiden Max-Player sind die Stars und Schlüssel zum Erfolg für die Wizards, die Frage ist, ob beide (!) dieser Aufgabe gewachsen sind.

Check 1,2
Der Osten ist gut. Die Southeast-Division ist gut. Die Wizards sind gut. Ob gut jedoch gut genug für die Playoffs ist, ist an dieser Stelle die große Frage. Die Wizards reiten auf einer Welle mit vielen weiteren Ost-Teams, die sich irgendwo hinter den ersten vier Mannschaften einreihen werden. Das Minimalziel der Zauberer sollte der achte Platz sein und diesen zu erreichen ist durchaus realistisch.

Chef-Orakel
41-41