09 Oktober 2016

9. Oktober, 2016


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2016/17 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 25. Oktober die kommende Saison. Heute: die Toronto Raptors.

von JAN WIESINGER @WiesiG

Flashback
56-26, Eastern Conference Finals (2-4 vs. Cleveland)

Plus
Jakob Poeltl
Jared Sullinger
Jarrod Uthuff
Pascal Siakam

Minus
Bismack Biyombo
James Johnson
Luis Scola
Jason Thompson

Was ist Neu?
Die Ausgangslage. Das erste Mal seit langem überstand Toronto eine Playoffrunde. Gegen Indiana und Miami mühten sich die Raptors dennoch erheblich und benötigten dabei jeweils Spiel 7. Erst in den Conference Finals war gegen Cleveland Ende. Personell gab es kaum größere Veränderungen, sodass sich die Truppe aus Toronto wohl zwangsläufig am Erfolg des Vorjahres messen lassen muss.

Beste Addition
Jared Sullinger ...  Die Geschichte vom viel zu kleinen Spieler mit dem viel zu großen Hintern ist bereits viel zu oft erzählt worden. Sullinger soll zumindest auf dem Papier den nach Orlando abgewanderten Bismack Biyombo ersetzen. Auch wenn der ehemalige Celtic nicht annähernd mit Biyombos athletischen Fähigkeiten Schritt halten kann, trifft er immerhin seine Freiwürfe und sporadisch sogar seinen Dreier.

The Planet
DeMar DeRozan ... Der Mann kann frei aufspielen, denn nach seiner Vertragsunterzeichnung über fünf Jahre und 145 Mio. $ muss er sich keine Gedanken mehr machen, wie er die nächste Tankfüllung bezahlen soll. DeRozan ist der absolute Leistungsträger der Raptors und legte in der vergangenen Saison Karrierebestwerte bei Punkten, Assist und Dreierquote auf. Der trickreiche und vielseitige Shooting Guard agiert dabei vornehmlich im Drive und zerstört dadurch oft genug jegliche defensive Ordnung. Zusammen mit Backcourt-Partner Kyle Lowry ist DeRozan für das Spiel der Raptors nicht zu ersetzen.


Rising Star
Jonas Valanciunas ... Ausgestattet mit einer furchteinflößenden Physis und einem feinen Händchen treibt der erst 24-jährige Litauer seinen Gegenspielern regelmäßig Schweißperlen auf die Stirn. Dabei stellt sich der 7-Footer in manchen Situationen jedoch noch zu tapsig und unclever an. Valanciunas könnte dabei noch in dieser Saison, wenn er mit mehr Minuten ausgestattet wird, durchaus in die Gefilde der Center-Elite oder gar des Allstar-Games vorstoßen.

Falling Fast
Terrence Ross ... Argh. So richtig fast fällt der 25-jährige dann zwar doch nicht, muss an dieser Stelle aber genannt werden. Ross zeigte auch in seinem vierten NBA-Jahr teilweise hervorragende Ansätze, legte defensiv in der Abwesenheit von DeMarre Carroll eine Schippe drauf und lieferte durch seinen verbesserten Dreier auch viel benötigtes Spacing. Problem: Das alles ist noch deutlich zu inkonstant. Wenn Ross wirklich mal so etwas wie ein Mini-DeRozan werden will, muss er langsam explodieren.

Don’t Sleep! 
Cory Joseph ... Der Kanadier Joseph kann mit seiner ersten Saison in seinem Heimatland durchaus zufrieden sein. Joseph sah im Schnitt über 25 Minuten pro Spiel, was definitiv seine Berechtigung hatte. Dabei traf er allerdings nur 27,3% seiner Dreipunktewürfe. Hier gibt es für den auch erst 25-jährigen Point Guard noch Verbesserungspotenzial. Fakt ist aber, dass Joseph sich zu einer festen Stütze im Team entwickelt hat – und bei einigen anderen Teams sogar starten würde.

Beste Fünf
Lowry – DeRozan – Carroll – Sullinger – Valanciunas

Good News
+ Der Nukleus des Teams ist zusammengeblieben – Coach Casey kennt seine Schäfchen
+ DeMarre Carroll ist wieder komplett gesund und bereit für die Starting Five
+ #WeTheNorth steht nicht nur mehr für Erstrundenaus
+ Starke Bank und Rotation

Bad News
- Offensiv stark abhängig von den Superstars Lowry und DeRozan
- Begrenzte Variabilität des Kaders kann sich problematisch in Playoffserien auswirken
- Kader auf dem Niveau des Vorjahres – reicht das für den Sieg im Osten?
- Biyombos Abgang könnte sich als schmerzlicher Fehler erweisen


Was fehlt?
Mehrwert. In Cleveland und auch sonst nirgendwo dürfte niemand vor einer Sieben-Spiele-Serie gegen diese Raptors zittern. In der regulären Saison in den letzten Jahren stets Top, stand Toronto in den Playoffs immer vor gewaltigen Problemen. Hier steht neben den immer wieder schwächelnden Superstars nicht zuletzt der Coach in der Pflicht.

Ein von Toronto Raptors (@raptors) gepostetes Foto am

Eine Frage noch...
Machen die Raptors den nächsten Schritt? Mindestens die zweite Playoffrunde muss es sein. Werden sich die Dinos im Osten zu einem beständigen Cleveland-Jäger entwickeln oder war der Playoff-Run des letzten Jahres nur ein Strohfeuer? Wie viel Potenzial nach oben haben die Spieler noch? Wie macht sich der hochgehandelte Österreicher Jakob Poeltl in seiner ersten Saison? Und ist Carroll oder Valanciunas die 3 in Torontos Big-3?

Check 1,2
Die Raptors sind hervorragend aufgestellt und dürften in der regulären Saison selten vor Probleme gestellt werden. Der Heimvorteil in der ersten Runde sollte gesichert sein – das Weiterkommen ist es nicht unbedingt. Die Leistung der Vorserie muss mindestens wiederholt werden: Besonderes Augenmerk liegt dabei insbesondere auf dem Backcourt-Duo Lowry/DeRozan und dem Coaching Staff.

Chef-Orakel
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