18 Oktober 2016

18. Oktober, 2016


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2016/17 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 25. Oktober die kommende Saison. Heute: die San Antonio Spurs.

von TIM SEITTER @Timuslav

Flashback
67-15, Conference Semi-Finals (2-4 vs. Oklahoma City)

Plus
Pau Gasol
Dewayne Dedmon
David Lee
Dejounte Murray
Livio Jean-Charles
Davis Bertans

Minus
Tim Duncan
Boris Diaw
David West
Boban Marjanović
Matt Bonner
Andre Miller
Kevin Martin

Was ist Neu?
Das Gesicht der Franchise ist weg. Zumindest auf dem Court. Zwar wird Tim Duncan auch in Zukunft als "Coach for whatever he feels like" im Staff der Sporen arbeiten, doch nach 20 Jahren in der Liga hat Timmy seine Basketballschuhe an die Wand des AT&T Centers gehängt. Zumindest basketballtechnisch wird in Zukunft Pau Gasol versuchen das Loch das TD hinterlassen hat zu stopfen. Seine Verpflichtung hat die Texaner, durch den Verlust von Boris Diaw, David West und Boban Marjanović, einiges an Bank-Power im Frontcourt gekostet. Auffangen sollen das in erster Linie Dewayne Dedmon und David Lee. Hört sich nach Downgrade an? Ist auch so! Hoffnung bringen allerdings die Rookies Livio Jean-Charles und Davis Bertans, die beide Potenzial haben, fehlende Athletik und Shooting im Frontcourt zu bringen.

Ein von San Antonio Spurs (@spurs) gepostetes Foto am

Beste Addition
Pau Gasol ...  Duncan zu ersetzen ist unmöglich. Versucht werden muss es trotzdem. Dachte sich auch das Front Office der Spurs und hat mit Pau Gasol einen dicken Fisch an Land gezogen. Offensiv stellt der Spanier ein dringend benötigtes Upgrade dar. Mit seiner guten Übersicht kann er Spielzüge kreieren und ist zudem effektiv, wenn es darum geht, Mismatches auszunutzen. Defensiv hat Gasol allerdings die eine oder andere Schwäche. Besonders der Unterschied zu Defensivguru Duncan ist eklatant. Doch mit dem Kern aus Kawhi Leonard, LaMarcus Aldridge und Danny Green wird die Spurs-Defensive auch diese Saison wieder zu den besten der NBA gehören.

The Planet
Kawhi Leonard ... Nach dem Karriereende Duncans sind die Spurs sein Team. Der Elite-Verteidiger gehört schon länger zu den besten seiner Zunft und sein immer weiter steigendes Offensivpotenzial macht ihn zu einem der besten Two-Way-Player der Liga. Auch dieses Jahr gehört Kawhi zum engeren Kreis der MVP-Anwärter. Ein Titel der dem NBA-Champion, Finals-MVP und zweifachen Defensive Player of the Year noch fehlt. Kurze Erinnerung, der Mann ist erst 25. Doch nicht nur durch sein Basketballtalent, sondern auch durch seine Art ist Leonard der legitime Nachfolger von TD. Ihn zeichnet die gleiche ruhige Arbeiter-Mentalität wie sein Vorbild aus. Kawhi hat einen großen Anteil daran, dass die Spurs-Kultur trotz Duncans Karriereende weiterlebt.


Rising Star
Danny Green ... Hört sich vielleicht merkwürdig an. Aber es gibt gute Argumente, Green in diese Kategorie aufzunehmen. Letzte Saison war für Green schwierig und er konnte nicht an seine schon gezeigten Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen. Sei es durch Verletzungen, den Druck, den sein neuer Vertrag mit sich brachte oder durch die Umgewöhnung im Spiel der Spurs durch die Verpflichtung von Aldridge. Green war nicht der Alte. Doch Green ist einer der besten Perimeter-Verteidiger der Liga. Wollen die Spurs eine Chance gegen die talentiertesten Offensiven der Liga haben, brauchen sie Greens A-Game. Außerdem muss er seinen Dreier wieder auf seine üblichen 40 Prozent schrauben um Platz für Aldridge und Gasol zu schaffen. Dass der Scharfschütze das kann, hat er bereits bewiesen. Dieses Jahr ist es an der Zeit, dieses Potenzial wieder abzurufen.


Falling Fast
Tony Parker ... Auch wenn der Franzose seinen Leistungshöhepunkt schon länger überschritten hat, findet er immer wieder Möglichkeiten, das Spiel positiv zu beeinflussen. Besonders sein Dreier fiel in der letzten Spielzeit unverhofft hochprozentig. Doch seine klugen Drives, die ihn einst auszeichneten, werden immer seltener. Außerdem wird der Point Guard immer wieder von kleineren Verletzungen zurückgeworfen, obwohl Popovich peinlich genau darauf achtet, dass Tony nicht zu viele Spielminuten bekommt. Auch wird Parker immer mehr zu einer defensiven Belastung für sein Team.

Don’t Sleep! 
Patty Mills ... Der Backup von Tony Parker hat das Potenzial, langfristig in San Antonio zu starten. Der Australier bringt eine enorme Geschwindigkeit mit, die ihn zu einer Waffe in jeder Transition macht. Auch seine Ball-handling Skills sind mehr als solide und er ist in der Lage, sich seinen eigenen Wurf zu kreieren. Wie oft er das in dieser Spielzeit zeigen darf, hängt nicht nur von ihm, sondern auch von Tony Parker ab. Schwankende Leistungen, DNP rest oder kleinere Verletzungen des Franzosen könnten ihn schon dieses Jahr öfter zum Starter machen. Fatty Patty ist bereit.

Beste Fünf
Parker – Green – Leonard – Aldridge – Gasol

Good News
+ Leonard ist bereit das Team zu übernehmen
+ Der beste Coach der Liga hat sein Schicksal nicht an das von Tim Duncan geknüpft
+ Mit Gasol wurde ein Upgrade für die Offensive gefunden
+ Mills steht in den Startlöchern um Parker unter die Arme zu greifen

Bad News
- Tim Duncan hat seine Karriere beendet
- Gasols Vertrag hat einiges an Tiefe im Frontcourt gekostet
- Parker, Gasol, Ginobili und Aldridge sind alle über 30: Verletzungen vorprogrammiert...
- Matchup-Probleme gegen das beste Team der Liga

Was fehlt?
Timmy. An allen Ecken und Enden. Duncan hat 20 Jahre lang das Spiel der Spurs, die NBA und den ganzen Sport geprägt. Nicht nur auf dem Court wird The Big Fundamental vermisst werden. Auch sein tadelloser Charakter und seine Leader-Mentalität werden der Franchise fehlen.

Eine Frage noch...
Wie sehr leidet die Verteidigung der Spurs durch den Tausch Gasol-Duncan? Letzte Saison stellten die Texaner die beste Defensive der Liga. Mit Gasol und Parker in der ersten Fünf müssen sich Green, Leonard und Aldridge ziemlich strecken um auch dieses Jahr die NBA in dieser Kategorie anzuführen. Wird Coach Pop Mittel und Wege finden?


Check 1,2
Auch wenn der Abschied von Duncan nicht kompensiert werden kann, haben sich die Spurs bestmöglich darauf vorbereitet. Gasol wird der Offensive den nötigen Push geben und am anderen Ende des Courts stehen immer noch einige der begnadetsten Verteidiger der Liga auf dem Parkett. Platz zwei im Westen wie im Vorjahr ist durchaus realistisch.

Chef-Orakel
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