13 Oktober 2016

13. Oktober, 2016


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2016/17 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 25. Oktober die kommende Saison. Heute: die Milwaukee Bucks.

von GERRIT LAGENSTEIN @GAL_Sports

Flashback
33-49, keine Playoffs

Plus
Thon Maker
Malcolm Brogdon
Mirza Teletovic
Matthew Dellavedova
Jason Terry
Micheal Beasley
Orlando Johnson
J.J. O’Brien
Jaleel Roberts

Minus
Johnny O’Bryant
Damien Inglis
Jerryd Bayless
Greivis Vásquez
Tyler Ennis
O.J. Mayo

Was ist Neu?
Mit den Verpflichtungen von Jason Terry, Mirza Teletovic und Matthew Dellavedova haben die Bucks im Sommer ihre größte Baustelle adressiert: das Shooting. Kein Team traf 2015/16 weniger Dreier pro Spiel als die Franchise aus der Brauerei-Stadt. Wieso häufig in Milwaukee dürfte diese offensive Entlastung jedoch große Probleme vor dem eigenen Korb verursachen. Teletovic und Terry können höchstens ihren eigenen Schatten effizient bewachen. In Sachen Three-and-D kommen sie nicht an Khris Middleton heran und ausgerechnet der fällt mit einem Muskelriss im Oberschenkel bis weit in die Saison aus.

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Beste Addition
Thon Maker… Ein Big Man, der das Feld breit macht, überaus athletisch ist und den eigenen Korb zu verteidigen weiß. In der vergangenen Saison hätten die Bucks dies nur gehabt, wenn sie Greg Monroe und John Henson als eine Person hätten aufstellen können. Rookie Maker vereint diese Fertigkeiten und hat deshalb gute Chancen direkt viele Minuten zu sehen, wenn er nicht allzu sehr gegen die Rookie-Wall läuft. Sein Auftritt in der Summer League war vielversprechend. Schafft er es, seine Stärken auch in der NBA aufs Feld zu bringen, dürfte Jason Kidd einige Sorgen weniger haben.

The Planet
Giannis Antetokounmpo… 18,8 Punkte, 8,6 Rebounds, 7,2 Assists so lauten Giannis Werte der abgelaufenen Spielzeit, nachdem Coach Kidd ihm verstärkt den Spielaufbau in die Hände gelegt hat. Kein Wunder, dass „The Greek Freak“ auch 2016/17 als Point Guard auflaufen soll. Solange er den Dreier nicht besser trifft, ist der Ball in seinen Händen als Kreierer am besten aufgehoben - gerade im Fastbreak. Mit seinen Riesenschritten ist Po nahezu unaufhaltbar. Mit besseren Schützen an seiner Seite sollte er seinen Drive noch besser einsetzen können. Das All-Star-Game winkt.

Rising Star
Jabari Parker… Wer sich die Entwicklung von Andrew Wiggins anschaut, mag nicht verstehen, warum das Rennen um den Nummer-Eins-Pick 2014 zwischen dem Wolve und Parker so eng war. Doch der Vergleich ist unfair. Der Drittjahres-Profi Parker ist eigentlich ein Sophomore. Der Kreuzbandriss zum Anfang seiner Karriere kam zum ungünstigsten Zeitpunkt. Jetzt wo der 21-Jährige wieder fit ist, ist er auf dem besten Wege die verloren gegangenen Erfahrungen wieder aufzuholen. Zusammen mit Antetokounmpo ist er die klare Zukunft der Franchise. Wie der Grieche muss er aber unbedingt seinen Dreier verbessern.


Falling Fast
Greg Monroe… Wer mit großen Hoffnungen verbunden mit einem 50 Millionen Dollar Vertrag neu in ein Team kommt, dies aber augenscheinlich nicht besser macht, muss sich nicht wundern, wenn er als Sündenbock in die Ecke gestellt wird. Allein Monore die Schuld am Absturz der Bucks von 41 auf 33 Siege zu geben, ist jedoch falsch. Er lieferte ziemlich genau das ab, was er davor in Detroit auch getan hatte. Dass er nicht in Spielsystem der Bucks passt, ist eher dem Management und Trainer anzulasten. Nichtsdestotrotz dürften seine Tage in Milwaukee gezählt sein.

Don’t Sleep! 
Matthew Dellavedova… Im Sommer war Zahltag im Hause Dellavedova. Nun liegt es an Delly zu beweisen, dass er 38 Millionen über vier Jahre wert ist. Defensiv hat er in den letzten beiden Playoffs zu Genüge bewiesen, was für eine unangenehme Klemme er sein kann. Vor dem gegnerischen Korb überzeugte er 2015/16 mit 41 Prozent getroffenen Dreiern. Klar profitierte er von den Löchern, die LeBron zog, doch nichts anderes wird nun Antetokounmpo für ihn tun. Delly ist auf gutem Weg ein solider NBA-Starter zu werden und hat im dünnbesetzten Bucks-Backcourt auch die beste Chance dazu.
Beste Fünf
Dellavedova - Antetokounmpo - Middleton* - Parker - Maker

Good News
+ Im Sommer wurde nach langer Diskussion der Grundstein für eine neue 20.000 Zuschauer fassende Arena gesetzt
+ Flexibilität: Abgesehen von Antetokounmpo, der so ziemlich jede Position spielen kann, können auch Parker, Dellavedova, Maker, Carter-Williams, Henson, Vaughn und Beasley mindestens auf zwei Positionen auflaufen
+ Jugend: Der Franchise-Kern um Antetokounmpo und Parker hat seine besten Jahre noch vor sich
+ Playoffs müssen nicht um jeden Preis erreicht werden, Spielerentwicklung steht im Vordergrund

Bad News
+ Mit Khris Middleton fällt ein Schlüsselspieler bis weit in die Saison aus
+ Viele Spieler haben ihre Stärken entweder vorne oder hinten. Mischung schwer möglich
+ Junge Spieler machen Fehler - gerade auswärts. Letztes Jahr (10-31 on the road)
+ Überangebot an Bigs. Bekommt Maker genug Spielzeit?


Was fehlt?
Ein Trade für Monroe… Die Bucks würden ihren Topverdiener gerne von der Payroll streichen. Weil das jedoch die gesamte Liga weiß, blieben lukrative Trade-Angebote bisher aus. Entweder Milwaukee senkt seine Forderungen oder GM John Hammond muss sich damit anfreunden, Monroe einen Bayout anzubieten.

Eine Frage noch...
Wer fängt den Ausfall von Middleton auf? Mit Dellavedova ist der einzige Neuzugang, der überdurchschnittlich verteidigen kann, zu klein, um wie Middleton den besten Flügelspieler des Gegners zu bewachen. Der restliche Kader scheiterte an dieser Aufgabe schon im vergangenen Jahr oder muss wie Antetokounmpo bereits offensiv eine große Last tragen.

Check 1,2
Bis Mitte September sprach nichts dagegen, dass sich die Bucks um eine Handvoll Siege verbessern und vielleicht die Playoffs wieder angreifen könnten. Dann riss sich Khris Middleton den Oberschenkelmuskel. Wenn der Three-and-D-Experte zurückkehren wird, dürfte die Postseason bereits außer Reichweite liegen. Ein weiterer Lotterie-Pick passt aber gut in die Langzeitplanungen der Bucks.

Chef-Orakel
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