12 Oktober 2016

12. Oktober, 2016


Alle Infos zur neuen NBA-Saison auf #NBACHEF. Im Preview-Panel diskutieren fünf Redakteure die jeweiligen fünf Teams der Divisions. Wie ist der status quo, wer landet wo? Heute: Die Southeast Division.

von NBACHEFSQUAD @nbachefkoch



ORLANDO MAGIC

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Phillip Landsgesell @Phillyland: Head Coach Frank Vogel hat eines der interessantesten jungen Teams unter seinen Fittichen. Wer wird der Starting-Center auf der Fünf? Neuzugang Biyombo oder Nik Vucevic? Ist Aaron Gordon auf Small Forward am besten aufgehoben? Die Magic haben zudem keinen klaren Go-To-Guy. Für die Magic muss alles passen, sollte es was für die Playoffs werden.  Realistisch bleibt nur der fünfte Platz in der Division.

Marc Lange @godzfave44: Auch wenn ich mir gleich selber widerspreche: Unterschätzt mir nicht die Orlando Magic! Vucevic, Ibaka und Biyombo sind ein bärenstarker Mix aus Lowpost-Scoring, Outside-Shooting und Rebounding. Dazu Gordon, Payton, Fournier, Hezonja, die allesamt nur so vor Talent sprudeln. Trotzdem wird es wohl nur für Platz fünf reichen. Irgendwie unfair, oder?

Stefan Dupick @hoopsgamede: Die Magic befinden sich im Umbruch, der neue Front Court um Ibaka und Biyombo garantiert eine solide Defensive. Wie sich Vucevic und Gordon jedoch in dieses Konstrukt einbinden lassen, bleibt spannend. Ein weiterer Trade scheint in den Startlöchern zu stehen. Das Team hat Potential, wird dieses jedoch nicht so schnell abrufen können, so dass die Magic die Playoffs verpassen und am Ende auf Rang vier der Division landen.

Gerrit Lagenstein @GAL_Sports: Seitdem Dwight Howard die Magic verlassen hat, belegte Orlando viermal in Folge den letzten Platz. Eine Bilanz, die vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass das Team aus Florida noch immer keinen neunen Franchise-Spieler gefunden hat. Ob Serge Ibaka dieser werden kann, entscheidet die alte Leier: Profitierte der Spanier in OKC von Westbrook und Durant oder schränkten die beiden ihn eher ein? So oder so, mehr als Rang vier ist für Orlando nicht drin.

Onur Alagöz @LakersParadigm: Mann, freu ich mich auf Mario Hezonja. Der Kroate ist smooth af und die ersten Videos von ihm haben mir persönlich echt Geschmack auf mehr gemacht. Außerdem ist Serge Ibaka jetzt endlich nicht mehr im Schatten von Durant und Westbrook, kann somit mehr Verantwortung übernehmen und in die Riege der besseren Big Men der Liga aufsteigen. Die Magic sind interessant, möglicherweise spektakulär, aber zu jung. Playoffs sind noch nicht drin, nächstes Jahr aber vielleicht. Platz fünf.



WASHINGTON WIZARDS

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Landsgesell: Auch die Leistung Wizards ist für die kommende Saison sehr schwer vorherzusagen. Wollen die Wizards in die Playoffs brauchen sie gute Leistungen von Wall, Beal, Porter und Markieff Morris. Nur wenn alle eine gute Saison spielen und verletzungsfrei bleiben, haben die Wizards eine Chance auf die Playoffs. Sind alle fit, reicht es für Platz zwei.

Lange: John Wall, Bradley Beal... und dann? Wenn man nicht viel von Marcin Gortat hält, könnte man sagen, dass nur zwei Spieler aus den Top 100 in Washington unter Vertrag stehen. Die Wizards sind darauf angewiesen, dass Otto Porter und Kelly Oubre diese Saison den nächsten Schritt machen. Sollte dies nicht der Fall sein und Bradley Beal plagt sich zudem wieder das ganze Jahr mit Verletzungen herum, ist sogar Platz drei in Gefahr.

Dupick: Der Erfolg der Wizards steht und fällt mit der Gesundheit des Back Courts um John Wall und Bradley Beal. Sollten beide Spieler über eine komplette Saison fit bleiben, dann sind die Chancen auf die Playoffs in Washington sehr gut. Die Verpflichtung von Mahinmi bringt Tiefe auf der Fünf und zusätzliche defensive Power. Am Ende werden die Wizards auf Platz drei der Division landen.

Lagenstein: Die Hauptstädter waren ohne Frage eines der enttäuschendsten Teams der vergangenen Saison. Mit Bradley Beal und John Wall haben die Wizards aber immer noch eines der besten Guard-Duos der Liga unter Vertrag. Weitere klangvolle Namen mag man vergeblich suchen. Doch Scott Brooks hat in OKC prima bewiesen, dass er für erfolgreichen Basketball nicht mehr als zwei Spieler braucht. Bleiben Beal und Wall fit, winkt Platz zwei.

Alagöz: Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Scott Brooks wird den Laden schön auf Vordermann bringen. Die durchschnittliche Defense kann unter Brooks elitär werden, mit Wall, Gortat, Porter, Beal und und und hat man potenziell sehr gute Verteidiger im Kader, die nur einen Schubser in die richtige Richtung brauchen. Apropos Beal: Der Junge hat jetzt ordentlich Zaster auf sein Trust Fond Konto bekommen und wird a) beweisen müssen, dass er eine Franchise mit Wall führen kann und b) er nicht unter Glasknochen leidet. Platz eins.



CHARLOTTE HORNETS

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Landsgesell: Die letzte Saison verlief ideal. Walker und Batum trugen die Hornissen bis in die Playoffs. Wirklich verbessert haben sich die Hornets in der Offseason aber nicht. Batum hat im Sommer eine heftige Vertragsverlängerung bekommen und könnte einen Schritt zurück schalten. Die Hoffnungen liegen auf Michael Kidd-Gilchrist, der hoffentlich eine verletzungsfreie Saison spielen wird. Es wird ein paar Ränge nach unten gehen. Platz vier!

Lange: Kemba Walker ist in seinem Prime angekommen, Nicolas Batum ist ein starker Sidekick. Ein gesunder Michael Kidd-Gilchrist wird die Defensive zudem auf ein neues Level heben. Die Hornissen sind an beiden Enden des Parketts solide bis gut aufgestellt. Wenn Charlotte nicht Platz zwei und die Silbermedaille in der Southeast Division erringt, wäre sicherlich nicht nur ich überrascht.

Dupick: Die Hornissen konnten Nic Batum und Marvin Williams halten und werden im Osten wieder eine gute Rolle spielen. Sollte Williams an seine Leistungen der Vorsaison anknüpfen können und Michael Kidd-Gilchrist endlich einmal über eine ganze Saison fit bleiben, dann kann Charlotte auf Platz eins im Südosten laden.

Lagenstein: Diese Saison könnte etwas ganz verrücktes passieren: Die Charlotte Hornets holen den ersten Platz und einen Division-Titel. Stand jetzt gibt es genau zwei Teams, die das noch nie erreicht haben - die Memphis Grizzlies und eben die Jordan-Truppe. Vom "Worst-Team-Ever" zum sicheren Playoff-Kandidaten. Der Aufstieg der Hornets zeigt einmal mehr, dass es jede Franchise mit den richtigen Management-Entscheidungen in die Spitzengruppe der NBA schaffen kann. 

Alagöz: Endlich hat MJ aufgehört das 9er Eisen zu schwingen und Zigarren zu paffen und hat seine Hausaufgaben gemacht. Batum zu behalten war smart und die gesamte Organisation gibt Kemba Walker (zurecht) das Gefühl, die Zügel in der Hand zu haben. Kidd-Gilchrist ist endlich gesund und wird sich als DPOY empfehlen. #7 oder #8 im Osten und Playoffs sind drin – ich mag die Hornets. Platz drei.



ATLANTA HAWKS

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Landsgesell: Ob Dennis Schröder der Herausforderung gewachsen ist, Starter-Minuten zu spielen, muss sich erst noch zeigen. Eine klare Identität müssen sich die Hawks erst noch zulegen. Auch Scharfschütze Korver ist ein Jahr älter. Die Hawks werden dieses Jahr schwächer sein als in der letzten, dafür gibt es zu viele Fragezeichen. Dennoch reicht es im Südosten für Platz eins.

Lange: Ich freue mich darauf, den folgenden Satz zu schreiben: Dennis Schröder wird ein integraler Bestandteil des Erfolges bei den Hawks sein. Gemeinsam mit Kent Bazemore hat Atlanta einen mega-explosiven Backcourt. Und das ist noch nicht einmal ihre größte Stärke. Millsap und Howard sind eines der besten, wenn nicht sogar DAS beste Big-Man Duo in der NBA. Howard könnte außerdem sein Offensivspiel bei den Falken wiederfinden. Platz eins ist somit ein Muss.

Dupick: Dennis Schröder bekommt den Schlüssel zur Stadt und muss in der kommenden Saison beweisen, dass er einer der besseren Point Guards der Liga sein kann. Die Hawks haben im Osten eine realistische Chance auf die Playoffs und werden die Southeast Division auf Platz drei beenden.

Lagenstein: Mit dem Trade von Jeff Teague nach Indiana läutete Atlanta die Zukunft der Franchise ein. Das Schicksal der Mannschaft in die Hände von Dennis Schröder zu legen, ist verständlich. Der Point Guard ist jedoch abgesehen von den Rookies der jüngste Hawk und wird daher in seiner ersten Saison als Starter noch jede Menge Fehler machen. So reicht es nur für Rang drei.

Alagöz: Das Gesicht – bzw. in diesem Fall die breiten Schultern – der Franchise ist abgezogen. Al Horford wird ersetzt durch Dwight Howard, den ich persönlich nicht leiden kann, der seit Jahren aber auch keine Superstar-Leistungen mehr auf die Matte gebracht hat. Aber: Die Hawks sind exzellent aufgestellt, was spezifische Rollen angeht. Mini-Spurs sozusagen, die wie Zahnräder ineinandergreifen können, wenn es gut läuft. Viel hängt von Coach Budenholzer ab, auf den ich große Stücke gebe, aber hier bin ich zuversichtlich, dass Atlanta um den Division Titel mitspielen kann. Platz zwei.



MIAMI HEAT

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Landsgesell: Die Miami Heat ohne Dwyane Wade ist eigentlich nicht vorstellbar. Zu eng schien der Guard mit den Heat verknüpft. Jetzt starten die Heat ohne Wade und ohne Chris Bosh in die Saison. Beide Trennungen verliefen mit offen ausgetragenem Geplänkel. Die Heat um Dragic und Whiteside sind eine große Unbekannte, wie fast alle Teams in der South East Division. Die Heat-Kultur reicht für Platz drei.

Lange: Kein LeBron James, kein Dwyane Wade, kein Chris Bosh. Die großen Drei sind endgültig Geschichte in Miami – und fürs erste auch der Erfolg. Mit Dragic und Whiteside sind noch zwei etablierte Stars im Kader, den Rest müssen die Youngster um Justise Winslow übernehmen. Mehr als Platz vier ist nicht drin.  

Dupick: Chris Bosh wird vorerst nicht auf die NBA Bühne zurückkehren. Mit dieser Erkenntnis können sich die Heat für die kommende Saison langsam aber sicher von den Playoff-Träumen verabschieden. Das Team um Whiteside, Winslow, Richardson und Johnson hat durchaus Potential, wird sich aber dennoch auf Platz fünf und damit am Ende der Southeast Division wiederfinden.

Lagenstein: Wo ein neues Team an die Spitze stürmt, ist der Absturz des bisherigen Spitzenreiters nicht weit. Schon in den letzten Playoffs konnte sich Miami nur gerade so gegen Charlotte durchsetzen. Damals liefen aber auch noch Dwayne Wade und Joe Johnson für die Heat auf. Dank des Geizes von Pat Riley sind die beiden längst weg. Der zusätzliche Ausfall von Chris Bosh ebnet den Weg zum fünften Platz und Bodensatz der Southeast Division.

Alagöz: Nach einer sagenhaft desaströsen off-season jetzt die Horrorbotschaft: Chris Bosh hat weiterhin Probleme mit Blutgerinnseln und wird im schlimmsten Fall die gesamte Saison ausfallen. Gemeinsam mit dem Abgang Dwyane Wades hat Miami jetzt keinen ihrer Big Three mehr. Viel wird also von den Führungsqualitäten Goran Dragics abhängen, genauso wie der Entwicklung von Justise Winslow und Dion Waiters. Hassan Whiteside hat einen lockeren Bonus von 21 Millionen Dollar bekommen und wird performen müssen – die nächsten drei Jahre wird er ein Cornerstone der Franchise sein (müssen). Unsichere Zeiten am South Beach über das auch Sunshine und Bikinis nicht trösten können. Platz vier.