21 Oktober 2016

21. Oktober, 2016


Alle Infos zur neuen NBA-Saison auf #NBACHEF. Im Preview-Panel diskutieren fünf Redakteure die jeweiligen fünf Teams der Divisions. Wie ist der status quo, wer landet wo? Heute: Die Northwest Division.

von NBACHEFSQUAD @nbachefkoch



MINNESOTA TIMBERWOLVES

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Torben Siemer @lifeoftorbenKevin Garnett hört auf – nicht aber, ohne in seinem letzten Jahr noch Karl-Anthony Towns einiges von seinem Wissen mit auf den Weg gegeben zu haben. Towns spielt sich dieses Jahr in die All-Star-Diskussion und gilt zurecht als künftiger MVP. Mit Andrew Wiggins ist auch der Co-Star auf dem richtigen Weg. Die neue Ausrichtung unter Tom Thibodeau wird den Wolves helfen, vor allem defensiv. Ich sehe sie auf Platz drei.

Gerrit Lagenstein @GAL_Sports: Am College wären Towns und Wiggins noch nicht einmal Senior-Spieler. Das Duo verließ die Hochschulebene frühzeitig und gehört nun in der NBA zu den All-Star-Kandidaten. Bedenkt man, wie jung die Wolves-Stars noch sind, fällt es nicht schwer sich vorzustellen, wo sie die Franchise in ihrem besten Alter einmal hinführen werden. Dieses Jahr reicht es schon eimal für Platz drei.

Christoph Lenz @NBAKenner: Das wohl spannendste und am meisten beobachtete Team in dieser Division kommt ohne Frage aus Minnesota. Wenn Coach Thibodeau, der offenbar im Sabbatjahr unheimlich viel gelernt hat, auch nur halb so gut ist wie ich denke, dann wartet auf uns so unheimlich viel Spaß, weil diese Timberwolves dem Hype gerecht werden können und die Division am Ende sogar auf Platz zwei abschließen!

Pascal Gietler @SwappyCTB: Neben Utah sind die T-Wolves das zweite junge Team im Nordwesten, das extrem gehyped wird. Minnesota geht gespickt mit den zukünftigen All-Stars Andrew Wiggins und Karl-Anthony Towns plus Head Coach Tom Thibodeau in die Saison. Mit diesem Kader und der Erfahrung von Thibs sollten die Playoffs in Reichweite sein. Ein Selbstläufer wird das Erreichen der Postseason jedoch nicht und auch in der Northwest Division wird es wohl nur für den vierten Rang reichen. Ab 2017/18 darf dann aber geträumt werden...

Jan Wiesinger @WiesiG: Das ist schon alles echt brutal. Der größte Indoor-Talentpool der gesamten Liga steht im hohen Norden Minnesotas. Towns, Wiggins, Rubio, LaVine... Aber reicht das schon für die Playoffs? Nun, die Tage der Ohne-Playoffs-Clock in Minneapolis sind definitiv gezählt. Aber junge Teams gewinnen bekanntlich in der NBA nur selten. Und so richtig erfahren sind die Wolves dann wirklich nicht - das bedeutet Platz drei.



DENVER NUGGETS

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Siemer: Wenig Aktivität im Sommer, kaum Veränderungen in der Rotation. Emmanuel Mudiay hat sich aber im Laufe seiner Rookie-Saison stark verbessert und wird als Sophomore an diese Entwicklung anknüpfen. Jusuf Nurkic und Nikola Jokic haben in der Preseason gemeinsam ihren Groove gefunden – und dennoch reicht es in einer starken Division nur zu Platz fünf. Die neuen Nuggets sind eben erst am Anfang ihres Weges.

Lagenstein: GM Tim Connelly gab im Sommer 20 Millionen weniger aus als es ihm der Salary Cap erlaubt hätte. Das Front Office hatte auch gar keinen Grund, das Geld in den Markt zu pumpen. Sieben Rotationsspieler der Nuggets sind noch in ihrem Rookie-Vertrag und verdienen damit recht wenig. Dass den Young Guns keine Stars vor die Nase gesetzt wurden, wird sich in der Zukunft rentieren. 2016/17 spring aber nur Platz fünf hinaus.

Lenz: Soooo viel Talent in Denver! Auf fast jeder Position hat man mindestens zwei U25-Spieler, die entweder in Denver zu größeren Spielern reifen können oder dem Team die Chance geben, einen Trade für einen großen Namen abzuwickeln. Ob mit oder ohne großen Trade, die Zukunft der Nuggets erscheint ohne Frage in positivem Licht. Ich sehe sogar die Gegenwart so gut, dass die Nuggets selbst überrascht wären: Platz drei.

Gietler: 33 Siege im Vorjahr, viele junge Assets, jedoch kaum etwas Neues. Die Denver Nuggets sind eine absolute Wundertüte. In der vergangenen Saison lobpreisten Experten bereits das Potenzial im Kader und die Leistung von Mike Malone, doch Resultate blieben aus. Falls die jungen Nuggets nicht kollektiv einen Sprung in ihrer Entwicklung machen, ist nicht mehr als der fünfte Platz in der Division drin.

Wiesinger: Irgendwie hängen die Nuggets nach dem Melo-Trade in einer Zeitschleife fest. Die Schwankungsbreite ging von guter Mittelklasse bis zur schlechte Unterklasse, eben jene wird es wohl auch in diesem Jahr wieder werden. Dabei sieht der Kader nicht allzu katastrophal aus. Eine gute Mischung aus kampferfahrenen Veteranen und hoffnungsvollen Euro-Prospects könnte nicht zuletzt auch auf dem Trade-Markt Begehrlichkeiten wecken. In der wohl ausgeglichensten Division, in der das beste Team keine 20 Siege mehr als das schlechteste einfahren wird, reicht es für die Nuggets aber dennoch nur für den fünften Platz.



UTAH JAZZ

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Siemer: Titel! Zum ersten Mal seit 2008 gewinnen die Utah Jazz ihre Division – das hätte hier bis vor kurzem gestanden, dann aber verletzte sich Gordon Hayward und fällt nun für die ersten Saisonwochen aus. Trotzdem bringen Boris Diaw und George Hill frischen Basketball-IQ nach Salt Lake City, die Rückkehr von Dante Exum macht ebenfalls Mut – und deshalb landet das Team von Quin Snyder auf Rang zwei.

Lagenstein: Eigentlich war es klar, dass die Jazz nicht mit dem Hype in die Saison gehen würden, den die Experten nach der Free Agency ausgelöst hatten. Der Sommer im Mormonenstaat war einfach zu perfekt. Die cleveren Verpflichtungen von Hill, Diaw und Johnson machten Utah zu „Everybody’s Darling“. Gordon Haywards Fingerbruch ist für mich der Grund, sich von der Massenmeinung zu trennen und die Jazz auf Platz zwei zu verfrachten.

Lenz: Noch so ein “NBA-Twitter Darling” aus dieser Division. Dieses Jahr ist das Jahr in dem es in Utah passiert. Nicht nur die ersehnten Playoffs, sondern sogar der Heimvorteil wird mit einer Regular Season, die Quin Snyder zum Coach of the Year macht, als Nummer eins der Division eingetütet. In den Playoffs ist mit diesem unangenehm zu bespielenden defensivstarken Kern dann sogar noch mehr möglich.

Gietler: Der Hype ist real und so! Utah schwimmt auf einer Welle der Euphorie in die kommende Saison und das zurecht. Die Defensive hat das Potenzial, die beste der Liga zu werden. In der Offensive sind neue Optionen hinzu gekommen. Die Offseason war großartig, doch ein Problem bleibt: Die Gesundheit. Bleibt der Kader einigermaßen fit, wird den Jazz der erste Platz in der Northwest Division nicht zu nehmen sein.

Wiesinger: Die Jungs aus Vegas handeln dieses Team als Favoriten für den Divisionssieg. Und ich versteh die Welt nicht mehr. Der NBA-Champion 2017 kommt jedenfalls nicht aus dem Nordwesten, dafür lege ich meine beiden Beine ins Feuer. Die Jazz mögen besser sein als im letzten Jahr, für den großen Wurf fehlt es diesem Roster aber irgendwie an Struktur. Hier fehlt dazu ein klarer Allstar. Platz zwei kann's trotzdem werden. Die Jazz sind ja sowas wie die Nuggets in gut.


PORTLAND TRAIL BLAZERS

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Siemer: Letztes Jahr abgeschrieben und dann souverän die Postseason gebucht, sind dieses Jahr die (äußeren) Erwartungen höher: Die zweite Playoff-Runde ist das erklärte Ziel. Damian Lillard und CJ McCollum haben eine neue „Wir gegen alle“-Attitüde und ein gesundes Selbstvertrauen im Moda Center etabliert. In dieser Saison spielt Portland wieder um den Divisionstitel, und nach 82 Spielen wird es: Platz eins!

Lagenstein: Was OKC diesen Summer durchmachte, passierte in abgeschwächter Version vor einem Jahr auch in Portland. Die Blazers waren auf den Abgang ihres Franchise-Players jedoch wesentlich besser vorbereitet. Einen Ritt in die zweite Playoff-Runde mochten nur die größten Optimisten vorausgesagt haben. Der Silberstreif am Horizont war aber definitiv zu erkennen. Dass die Blazers sich dem schon letztes Jahr erheblich genähert haben, macht sie für mich zum Favoriten auf Platz eins.

Lenz: Vor der letzten Saison wurden die Blazers so hart unterschätzt wie wohl kein anderes NBA-Team. Die Predictions sahen sie irgendwo im Morast zwischen Platz 25 bis 30, mitten im Rebuild. Alle Zweifler wurden Lügen gestraft, jetzt gelten sie gemeinhin als legitimes Top fünf Team im Westen. Ich glaube, dass die vergangene Saison ein heftiger Ausreißer nach oben war und sie jetzt (im Carolina Panthers Style) näher an die Prediction vor der 2015/16 Saison heran rücken. Portland Platz fünf.

Gietler: Was war das für 1 Sommer? Was ist das für 1 überteuerter Kader? Was ist das Signing von Evan Turner bitte für 1 Move gewesen? Die Offseason der Blazers hat kaum einer verstanden, ich am allerwenigsten. Die Gehaltsstruktur in Portland schreit förmlich nach einem Trade während der Saison, denn eine Sache steht mal fest: Dieser Kader ist kein Contender und gewinnt keinen Blumentopf - nicht mal die Northwest Division. Mehr als Platz drei für 'Video Game Dame' und Co. ist nicht drin.

Wiesinger: Wat schall ik seggen? Der dynamischste und schussstärkste Backcourt der ganzen Liga ballert die Blazers easy auf Platz eins im Nordwesten. So richtig gefallen tut mir die Nummer hier aber irgendwie doch nicht. Der Großteil des Überraschungsteams der Vorsaison konnte gehalten werden, das stimmt zumindest teilweise fröhlich. Aber wie groß ist die Chance, dass sich dieses Team verbessert?



OKLAHOMA CITY THUNDER

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Siemer: Russell Westbrook… und dann? Nur er ist von der Big Three der letzten Jahre noch übrig geblieben und motiviert, allen Experten mal gehörig in den Allerwertesten zu treten. Nicht mehr die Meisterschaft, sondern die Playoffs sind in dieser Saison ein realistisches Ziel. Ob das vom vierten Platz in der Northwest Division aus klappt?

Lagenstein: Ich würde mir so wünschen, dass Russel Westbrook die Thunder auf seine Schultern packt und sie im Alleingang in die Playoffs trägt. Genau an dieser Aufgabe ist Russ jedoch schon vor zwei Jahren trotz grandioser Individualwerte gescheitert. Mangels Unterstützung beenden die Thunder die Saison auf Platz vier. Steve Adams Bereitschaft, sich weiteren Tritten in die Leistengegend entgegenzustellen, ist lobenswert, basketballerisch aber einfach zu wenig.

Lenz: Der Durant-Abgang könnte in Oklahoma City eine “jetzt erst recht” Attitüde hervorrufen, die von Typen wie Russel Westbrook und Steven Adams mehr als glaubwürdig transportiert werden kann. Dieser neue Lack wird aber recht schnell abblättern und Westbrook entweder im Sog der Craziness Spiele verlieren... oder er wird getradet. Oklahoma City wird den Rückschritt ohne Durant schlecht verkraften und von den zahlreichen jungen Division-Gegnern überrollt. Platz vier.

Gietler: Selten hat der kleine Basketball-Markt Oklahoma City so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wie in diesem Sommer. OKC wurde auf Twitter vermeintlich häufiger erwähnt als noch während der NBA Finals 2012. Kevin Durant ist weg und dazu wurde bereits alles gesagt, auch Serge Ibaka wurde vom Hof gejagt. Was bleibt ist ein wütender Russell Westbrook der gemeinsam mit dem aufstrebenden Center Steven Adams den zweiten Platz in der Northwest Division für die Thunder eintüten wird.

Wiesinger: MVP. MVP. Der ist jedenfalls zu den Warriors abgewandert. Einer, der beim täglichen Blick in den Spiegel wohl auch einen MVP sieht, ist noch da. Naja, schlecht ist der ja auch nicht. Neben den beiden war da früher noch ein unnormal-athletischer Power Forward, den es jetzt in Richtung Disneyland getrieben hat. Und wer ist noch da? Nun, zwei große Herren mit Bart - einer aus Neuseeland, der andere aus der Türkei. Einer, dessen Spitznamen ein bisschen nach Pokemon klingt, und viele ganz junge Bengels, die demnächst dann wohl auch mal öfters ran dürfen. Deswegen leider nur Platz vier für OKC.