15 Oktober 2016

15. Oktober, 2016


Alle Infos zur neuen NBA-Saison auf #NBACHEF. Im Preview-Panel diskutieren fünf Redakteure die jeweiligen fünf Teams der Divisions. Wie ist der status quo, wer landet wo? Heute: Die Central Division.

von NBACHEFSQUAD @nbachefkoch



MILWAUKEE BUCKS

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Jan Wiesinger @WiesiG: Good Morning, Wisconsin! Giannis hat 'nen neuen fetten Vertrag, ist immer noch erst 21 Jahre alt und deshalb eher ein Talent als ein fertiger NBA-Spieler. Irgendwie herrscht das Gefühl von Stagnation am Lake Michigan vor. Kommt Zeit, kommt Rat. Maker, Parker, Giannis, Beasley, alles grandiose Talente. Young guns gewinnen nichts. Schaun wa' dann mal. Die Verletzung von Middleton tut ihr Übriges für diese Saison, sodass nur der undankbare fünfte Platz erreicht wird.

Torben Siemer @lifeoftorben: Ganz, ganz bitter: Die wohl hinsichtlich des Teamerfolgs schwerwiegendste Verletzung traf die Bucks. Khris Middleton fehlt langfristig und damit dürften die Playoff-Träume schon vor Saisonbeginn ausgeträumt sein. Immerhin: Giannis Antetokounmpo läuft dadurch mit etwas weniger Druck jetzt in Vollzeit als Spielmacher auf und Coach Jason Kidd muss Wege finden, dass der Ausfall des besten Distanzschützen nicht allzu tiefe Löcher in das Spacing reißt. Allein wegen Giannis sind die Bucks immer interessant – trotz Platz fünf.

Stefan Dupick @hoopsgamede: Giannis Antetokounmpo ist das spannendste Point Forward Projekt der Liga und wird viele Fantasy Game Spieler glücklich machen. Auch Jabari Parker dürfte einen Entwicklungsschritt machen. Seit der Verletzung von Khris Middleton sieht es hinsichtlich Playoffs jedoch düster aus. Das Team könnte in der späten Lottery landen und darauf hoffen, einen zahlungsfreudigen Abnehmer für Greg Monroe zu finden. Die Bucks landen auf Platz fünf in der Division.

Gerrit Lagenstein @GAL_Sports: Ohne Frage, Milwaukee wird sich 2016/17 verbessern. Point Giannis könnte erstmals All-Star werden, Thon Maker der Steal der Draft. Die restliche Division – abgesehen von Chicago – hat aber auch nicht geschlafen oder ist den Bucks einfach noch zu weit voraus. Der langfristige Ausfall von Khris Middleton verhindert mehr als Platz vier erst recht.

Anno Haak @kemperboyd: Platz zwei im League Pass Rating. Dafür gibt es fünf Gründe: Giannis, Giannis, Giannis, Jabari und der One-Two-Punch aus Michael Beasley und Jason Terry (O! M! G!). Eins der vielen Teams in dieser Saison, das ich nicht verstehe. Was ja nichts heißen muss. Außer für mich. Platz fünf.



CHICAGO BULLS

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Wiesinger: An der Börse steht der Bulle für steigende Kurse, der Bär für fallende. Ich stufe die Bulls als im Mini-Rebuild bullish ein: Mit Wade kommt ein echter Superstar und Hometown Hero mit Siegeswillen und Leadermentalität. Letztes Jahr gabs gar keine Playoffs, schlechter wird’s dieses Jahr nicht – deshalb ist der dritte Platz drin. Die Probleme sind dennoch offensichtlich: Wie viele Bälle brauchen Wade und vor allem Diva Rondo? Spacing? Defense? Issues over Issues. Ich believe trotzdem dran. 

Siemer: Bye bye Derrick, welcome Dwyane! Ein Hometown Hero ist gegangen, sein Nachfolger aber gleich gekommen. Beiden gemein ist, dass ihre Knie die besten Jahre leider bereits hinter sich haben. Ich weiß nicht, was ich von diesem Bulls-Kader halten soll. Vielleicht wird er für die NBA das, was der Hobby-Pokerspieler als "Anna Kournikova" kennt: Sieht gut aus, gewinnt aber selten. Ganz so schlimm wird’s nicht, aber mehr als Platz vier dann auch nicht.

Dupick: Die Bulls erinnern stark an ein Team aus den 80er Jahren. Eine Zeit, in der es den Dreier zwar gab, dieser aber noch keine Rolle spielte. Eine Starting Five um Rondo, Wade, Butler, Gibson und Lopez klingt auf dem Papier nicht schlecht. In einer Zeit des Spacings und der zunehmenden Bedeutung des Distanzwurfs dürften die Bulls jedoch keine Chance auf die Playoffs haben. Am Ende landen Jordans Erben auf Rang vier der Division.

Lagenstein: Es fühlte sich im Sommer ein bisschen so an, als wäre in der Windy City eine Ära zu Ende gegangen. Die Bulls holten unter Derrick Rose zwar keinen Titel, doch was wäre gewesen, wenn… nein, lassen wir das! Die viel spannendere Frage ist, wie Chicago sein Spacing Problem lösen will. Die Offense ist ausrechenbar, hinten fehlt Joakim Noah, um den Laden zusammenzuhalten. Platz fünf!

Haak: Wenn Indiana ein Rätsel ist, sind die Bulls ein Enigma in einem Puzzle in einem Irrgarten. Oder sie spielen mit zwei Bällen. Mit Wade (7/44 (!) 3PM in 15/16) und Butler (3P% ca. 30) wird kaum Spacing für Rondos Drives zu generieren sein. Die komischste Mannschaft östlich von Sacramento. Platz vier wäre ein Erfolg.



DETROIT PISTONS

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Wiesinger: Solide Additions wie den Bobinator und eigentlich keine nennenswerten Abgänge – Playoffs also wie letztes Jahr sicher gebucht für die Pistons? Keinesfalls! Mit Reggie Jackson fällt der Schlüsselspieler wohl längerfristig aus. Montags Knie – Freitags nie. Was da bleibt, ist ein schwarzes Loch auf Jacksons Position. Ish Smith! Gesundheit! Das wird in der stark besetzten Division bestraft, sodass Motown nur den vierten Platz erreicht.

Siemer: Reggie Jackson fällt zu Saisonbeginn aus – und um die Tiefe ist es auf der Spielmacher-Position nicht allzu gut bestellt. Ish Smith ist gerade mal 28 Jahre alt, die Pistons aber schon sein zehntes Team im siebten NBA-Jahr. Und: Entlastung von der Bank war letztes Jahr bereits Mangelware, ohne eine Nachverpflichtung wird eine erneute Playoffteilnahme der Motor City schwierig. In der Division wird es nur der vierte Platz.

Dupick: Auch die Pistons kämpfen um Platz zwei in der Divison, aber der Ausfall von Reggie Jackson wiegt schwer, zumal eine exakte Diagnose noch aussteht. Das Team ist gut besetzt und dürfte um die Playoffs kämpfen. Es wird spannend zu sehen, ob Andre Drummond, Tobias Harris und KCP den nächsten Schritt machen können. Die Pistons landen auf Platz drei in der Division.

Lagenstein: Ein dominanter Center umgeben mit Schützen an seiner Seite ist zu wenig, um in der NBA erfolgreich zu sein? Die Houston Rockets aus den Neunzigern und die Orlando Magic von 2009 dürften das anders sehen. Dank der sensationellen Verpflichtung von Boban Marjanović haben die Pistons jetzt sogar zwei überragende Big Men. Spaß beiseite. Detroit ist auf gutem Weg, doch gerade wegen der Verletzung von Reggie Jackson wird es wohl wieder nur Platz drei.

Haak: Jung, tief und auf den größten Heiseren aller Zeiten eingeschworen. Bei allen Mängeln des auserkorenen Franchise Spielers Drummond meine heimliche Lieblingstruppe im Osten. Die Verletzung von Jackson schmerzt extrem. Dennoch: in dieser Division reicht es zu Platz zwei und dem Hissen eines Central-Division-Vizechampion 2016-Banners.



INDIANA PACERS

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Wiesinger: Krassinger! Jeff Teague wohnt wieder bei Mutti und Vati in seinem alten Kinderzimmer und haucht den Indiana Pacers dank Hausmannskost und neuer Comfort Zone offensiv neue Pace ein. Paule George wird ohnehin MVP, da kaut die Maus keinen Pfaden ab. Irgendwie hab ich Bauchschmerzen bei der Prognose angesichts der defensiven Anfälligkeit des Backcourts, dennoch sollte es wohl für den zweiten Platz reichen. Ich freu mich trotzdem auf die neuen Pacers.

Siemer: Paul George will nach einer starken Comeback-Saison in die MVP-Diskussion und die neue, etwas offensivere Ausrichtung dürfte ihm entgegenkommen. Der neue Headcoach Nate McMillan hat mit dem sichtbar veränderten Kader gerade im Angriff einige neue Optionen auf der Hand, Saisonziel sind Runde zwei der Playoffs und mehr. Platz zwei wird es meiner Meinung nach in der Division, wenn auch weit hinter Platz eins.

Dupick: Die Pacers wollen ihren Stil ändern, Larry Bird will mehr Offensive sehen. Die Verpflichtungen von Thad Young, Jeff Teague und Al Jefferson versprechen offensive Power, zudem wird Myles Turner einen Entwicklungssprung machen. Das Team verspricht attraktiven Basketball und Platz zwei in der Central Division ist möglich.

Lagenstein: Kennt ihr noch diese elitär verteidigenden Pacers, die jeden Gegner zermürben konnten? Ne? Macht nichts, die gibt es auch nicht mehr. Indiana will jetzt so spielen wie es der Namen hergibt – schnell! Mit Akteuren wie Paul George, Monta Ellis und Jeff Teague ist das ein probates Mittel, das zu Platz zwei führen wird.

Haak: Alles Neue macht der Larry. Der Hibbert-West-Stephenson-Kern ist demontiert und durch eine Art Mini-Lineup of Schlafes Bruder ersetzt (Teague – Ellis – Young – George – Turner). Was ich nicht verstehe ist, wie das mit Schlafwagenfreund McMillan zusammenpassen soll. Fühle ich nicht. Platz drei.



CLEVELAND CAVALIERS

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Wiesinger: Die gröbste Schmach ist getilgt, der Druck erstmal weg. Trotz Titel dürften die Cleveland Cavaliers jedoch keineswegs weniger motiviert in die neue Saison gehen. Kleinere Umbauten am Championship-Kader verschlechtern die Truppe keinesfalls. Ring-Chaser findet man ja immer. Dabei dürften die Mannen um James, Irving, Love & Co. nichts anderes als den ersten Platz anpeilen und erreichen, sowohl in der Division, als auch in der gesamten Eastern Conference. Gewinne, Gewinne, Gewinne.

Siemer: Mission accomplished. LeBron James hat endlich die ‘ship nach Ohio gebracht, jetzt heißt das Ziel: Titelverteidigung. Ob das klappt, hängt vor allem an J.R. Smith. Kehrt er zu den Cavaliers zurück und wenn ja, wann? Tristan Thompson verbringt seine Freizeit zudem inzwischen mit einer Kardashian-Schwester, die Vorzeichen sind also bestenfalls gemischt. Aber: Ein Team um LeBron ist allein statistisch gesehen schon Contender und wird die Division klar gewinnen. Platz eins.

Dupick: Die Cavs bleiben das Team im Osten, welches es zu schlagen gilt. Es wird vermutet, dass LeBron James etwas kürzer treten könnte, damit er in den Playoffs in Topform ist. Selbst ohne den König wäre der Meister mit Kyrie Irving und Kevin Love noch stark genug besetzt, um die Division auf Platz eins abzuschließen.

Lagenstein: Platz eins. Muss ich wirklich schreiben, warum? Vielleicht nur so viel: LeBron hat seine Division zuletzt 2008 nicht gewonnen. Damals war ein Präsidentschaftskandidat Trump noch eine bizarre Vorstellung aus den Simpsons und Samsung hatte noch nicht mal die sechs Vorgänger seines überdimensionierten Feuerzeugs auf den Markt gebracht. Ja, Cleveland hat wichtige Rollenspieler verloren, aber nein, das ändert nichts an der Vormachtstellung in der Central Division.

Haak: Rund 65 Mio. für drei Spieler bleiben in der Luxussteuerliga nicht ungestraft. Die Abgänge von Mozgov, Dellavadova, Williams und eventuell Smith tun weh wie Saisonspiel 81. Hinter der (wahrscheinlichen) ersten Fünf kommen mit Dunleavy und Frye nur zwei produktive Spieler. Die Siebenerrotation dürfte trotzdem für Platz eins reichen. Aber der Champ sieht verletzlich aus.