29 Oktober 2016

29. Oktober, 2016


An Spieltag 4 gab es nicht nur Krimis, sondern auch viele Career Highs, welche vor allem im Lineup des Spieltags zu sehen sind. Doch erst gibt es, wie gewohnt, die Zusammenfassungen aller acht Partien. 

von ENES CAKMAK @EnesCakmak0601

Topspiel der Woche

Darüssafaka Dogus – Anadolu Efes 79-84 (46-35)


Derbytime in der Volkswagen Arena! Darüssafaka war vor Spielbeginn haushoher Favorit gegen das sieglose Efes, doch seit dem Wiederaufstieg war die Bilanz der Heimmannschaft gegen Gäste 0-7. Der Beginn war für Darüssafaka vielversprechend. Marcus Slaughter räumte alles am eigenen Brett auf und vorne wurden einfache Punkte erzielt, sodass es mit 20-13 in die erste Viertelpause ging.

Darüssafaka spielte weiter stark auf, einzig die vielen Turnover störten. Deswegen waren die Grün-weißen zur Pause „nur“ mit 11 Punkten vorn. Efes blieb nach der Halbzeit am Drücker und kam näher ran, doch als Scottie Wilbekin einen Dreier zum 65-58 buzzerte, schien das Momentum aufseiten Darüssafakas zu sein. Denkste!

Dogus verlor komplett den Faden, spielte ideenlos und verlor häufig den Ball. Efes konnte dagegen vor allem in Person von Thomas Heurtel und Bryce Cotton einfache Punkte generieren und schlussendlich sogar den Sieg nach Hause bringen. Der Knackpunkt war eindeutig die Zahl der Turnover. Während die Gäste 9 Ballverluste hatten, verlor die Heimtruppe 19-mal den Spalding. 



Topscorer der Heimmannschaft war Scottie Wilbekin mit 13 Punkten (4/7 Field Goals). Brad Wanamaker, der einen potenziellen Gamewinner danebensetzte, kam auf 11 Punkte und 6 Assists, leistete sich aber auch 4 Turnover.

Bester Punktesammler der Gäste war DeShaun Thomas mit 17 Zählern. Thomas Heurtel (15 Punkte, 7/12 Field Goals, 9 Assists) und Tyler Honeycutt (12 Punkte, 9 Rebounds) schrammten knapp am Double-Double vorbei. 


Der Rest

ZSKA Moskau – UNICS Kazan 98-80 (47-43)

Die Offensive des amtierenden Champions ist weiterhin nicht zu stoppen. Nachdem Kazan in der ersten Halbzeit noch einigermaßen mithalten konnte, schaltete ZSKA einen Gang höher und ließ den Vorsprung auf zwischenzeitlich 24 Punkte anwachsen.

In der Garbage Time konnte UNICS ein wenig Ergebniskosmetik betreiben. Spielentscheidend war der Dreipunktewurf. ZSKA netzte 57.1% (12/21) der Dreipunktewürfe ein, während UNICS nur 33.3% (8/24) traf.

Milos Teodosic war mit 16 Punkten (4/5 2PT) und 10 Assists der Matchwinner für die Moskowiter.

Cory Higgins machte mit 14 Punkten (6/8 Field Goals, 2/3 3PT) ein sehr effektives Spiel.

Punktbester der Gäste war Scoringmaschine Keith Langford mit 36 Zählern (10/19 FG). Quino Colom erzielte 12 Punkte. Diese Beiden waren die Einzigen, die eine zweistellige Punktausbeute erreichten.


Emporio Armani Mailand – Real Madrid 90-101 (41-52)



Real ist zurück! Nach der unnötigen Niederlage vor eigenem Publikum gegen Baskonia haben die Madrilenen eindrucksvoll zurcügeschlagen und in Mailand die 100-Punkte-Marke geknackt. Dabei gaben sie von Beginn den Ton an und gaben die Führung bis zum Schluss nicht mehr her. In der zweiten Halbzeit schien das Spiel fast zu kippen, doch das Team von Headcoach Pablo Laso blieb cool und fuhr den Sieg nach Hause.

Mit 71.1% erfolgreichen Würfen aus dem Zweierbereich kann man auch fast gar nicht verlieren.

Ricky Hickman war mit 19 Punkten (11/12 FT) und 5 Assists der auffälligste Akteur der Mailänder. Rakim Sanders (16 Punkte, 3/6 3PT) knüpft langsam aber sicher an seine starke Verfassung von vor seiner langfristigen Verletzung an.




Anthony Randolph konnte erstmals für seinen neuen Club in der Euroleague mehr als nur überzeugen und feierte mit 20 Punkten und 14 Rebounds ein starkes Double-Double. Othello Hunter (8/9 Field Goals) und Sergio Llull (6 Assists) kamen auf je 18 Zähler.



Baskonia Vitoria Gasteiz – Olympiakos Piräus 90-95 (52-47)

Bei Spielen von Baskonia sind Highscoring-Games fast schon garantiert, so auch gegen Olympiakos. In Halbzeit eins waren die Basken das leicht bessere Team und konnten dementsprechend mit einer 5-Punkte-Führung in die Halbzeitpause gehen.

In Halbzeit zwei zog der griechische Meister vor allem in der Verteidigung an und konnte am Ende den Sieg mitnehmen. Beide Teams trafen den Dreier sehr gut (Baskonia:50%, Olympiakos 53.3%). Olympiakos reboundete besser (40-31 Rebounds) und hatte am Ende mehr Freiwürfe (22-8 Freebies). Kuriose Statistik: Baskonia hatte am Ende genauso viele Turnover wie Vassilis Spanoulis (7). 



Tornike Shengelia traf stark aus dem Feld und hatte am Ende 20 Punkte (8/15 Field Goals, ¾ 3PT) auf seinem Konto. Adam Hanga kam am Ende auf 15 Zähler (6/12 FG, 3/6 3PT). Shane Larkin konnte mit 14 Punkten und 11 Assists ein Double-Double verbuchen. 

Vangelis Mantzaris hatte über das gesamte Spiel ein heißes Händchen und durfte sich über 17 Punkte (5/8 3PT) freuen.


Vassilis Spanoulis kam auf ein spektakuläres Double-Double (15 Punkte, 15 Assists). Auch Kostas Papanikolaou (5/9 Field Goals) erzielte am Ende 15 Punkte und blockte nebenbei 2 Würfe.

Galatasaray Odeabank Istanbul – Fenerbahce Istanbul 87-103 (41-48)

Bogdan Bogdanovic ist verletzt. Na und? Dann wird Rivale Galatasaray erst einmal abgeschossen. Headcoach Zeljko Obradovic zeigt, dass bei Fenerbahce jeder Spieler zu ersetzen ist. Fenerbahce machte von Beginn an ein konzentriertes Spiel, doch es dauerte bis ins letzte Viertel, ehe sich die Gäste absetzen konnten.

Fenerbahce dominierte die Bretter (37-27 Rebounds) und traf wieder einmal traumhaft von draußen (12/21 3PT = 57.1%)

Topscorer von Galatasaray war Austin Daye mit 16 Zählern (5/8 Field Goals). Russ Smith drehte im Schlussviertel auf und erzielte 15 Punkte (5/7 aus dem Feld) in rund 13 Minuten. Ekpe Udoh bewies einmal mehr seine Klasse und führte Fenerbahce mit einem starken Double-Double (21 Punkte, 13 Rebounds) zum Sieg. Topscorer war jedoch Kostas Sloukas mit 24 Punkten und 7 Assists.

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Zalgiris Kaunas – Maccabi FOX Tel Aviv 74-87 (32-43)



Maccabi scheint in der Euroleague angekommen zu sein. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt konnte die Woche nach einem Sieg in Kaunas mit 2-0 abgeschlossen werden. Die Gäste hatten von Beginn an die Oberhand, führten zur Pause mit 11 Zählern und gaben diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand.

Kaunas hatte beim Rebounding keine Probleme (39-26). Doch dieser Vorteil reichte nicht aus, da die Balten nur 2 mickrige Freiwürfe im gesamten Spiel hatten, während Maccabi 23 Freebies hatte.

Lukas Lekavicius (16 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists) war der mit Abstand auffälligste Spieler von Zalgiris. Neben ihm konnte einzig Kevin Pangos mit 11 Punkten (3/5 3PT) eine zweistellige Punktausbeute erreichen.



Topscorer der Gäste war einmal mehr Andrew Goudelock (18 Punkte, 2/2 3PT, 5 Turnover). Unterstützung bekam er allen voran von Devin Smith (17 Punkte, 7/12 FG) und Sonny Weems (16 Zähler, 7/11 FG, 3 Steals)
.

Panathinaikos Athen – Roter Stern Belgrad 70-59 (46-25)



Eine bärenstarke erste Halbzeit reichte Panathinaikos Athen, um Roter Stern Belgrad zu schlagen, denn nach der Halbzeitpause schaltete das Team von Xavi Pascual mehrere Gänge zurück, obwohl der Headcoach bei der Hauptrotation blieb.

Zur Halbzeit führten die Athener mit 21 Punkten und ließen danach nichts mehr anbrennen. Bei dieser Partie war vor allem die Trefferquote aus dem Zweierbereich ausschlaggebend. Panathinaikos traf 60.5% (23/38) der Zweier. Belgrad konnte dagegen nur 45.2% (19/42) treffen, was zu wenig ist. 



Bester Punktesammler der Griechen war Monsterathlet James Gist mit 17 Punkten (7/7 2 PT). Neben ihm konnte allen voran Nick Calathes überzeugen (15 Punkte, 7/13 Field Goals, 6 Rebounds, 5 Assists). 



Ognjen Kuzmic zeigte eine bärenstarke Leistung gegen seine Teamkollegen und hatte am Ende je 15 Punkte und Rebounds auf dem Konto. Milko Bjelica erzielte 12 Punkte (2/3 3PT). 

FC Barcelona Lassa – Brose Bamberg 78-74 (40-38)

Dritte Niederlage für Brose Bamberg, zum dritten Mal in einem Krimi. Bei Petteri Koponens Saisondebüt konnte sich über die gesamte Partie niemand absetzen. Zur Halbzeit führte Barcelona mit nur zwei Punkten, ebenso wie vor dem Schlussabschnitt. 


Dann übernahm Tyrese Rice. Der Ex-Guard des FC Bayern Basketball erzielte 9 seiner 18 Zähler im Schlussabschnitt und sorgte somit für den Sieg der Katalanen. Barcelona leistete sich nur 8 Turnover und verlor den Ball somit 6-mal weniger als die Franken.

Außerdem durfte das Team von Georgios Bartzokas 13x mehr von der Freiwurflinie werfen (23-10 FT).

Topscorer des FC Barcelona war Tyrese Rice mit 18 Punkten (7/12 Field Goals). Victor Claver setzte keinen Feldwurf daneben und verbuchte am Ende 13 Punkte (5/5 FG, 2/2 3PT). 



Brose Bamberg hatte am Ende gleich zwei Topscorer. Fabien Causeur (6/8 2PT) und Daniel Theis (3/3 3PT) erzielten je 19 Zähler und waren die einzigen Akteure der Gäste, die zweistellig scoren konnten. 


Lineup der Woche

Backcourt

No Bogdan, No Party? Im Leben nicht. Kostas Sloukas übernahm die komplette Verantwortung im Spielaufbau, spielte kluge Pässe und war selbst brandgefährlich, vor allem von draußen. Seine 24 Punkte (9/12 FG, 4/4 3PT) sind für ihn eine Karrierebestleistung in der Euroleague. Auch 7 Assists können sich sehen lassen. 



Der Tyrese Rice ist gegen Bamberg heiß. Aber sowas von. Endlich konnte er in einem Euroleague-Spiel für den FC Barcelona überzeugen. Ausgerechnet gegen die Bamberger, die er schon zu Bayern-Zeiten genervt hat. 9 Punkte erzielte er in Viertel vier. Am Ende standen 18 Punkte (7/12 Field Goals, 3/6 3PT) 6 Assists, 3 Steals und NULL Turnover hinter seinem Namen.

Zeit für ein Triple-Guard-Lineup!

Keith Langford war über das gesamte Spiel nicht unter Kontrolle zu bekommen. Er scorte auf jede Art und Weise und war der einzige Spieler von UNICS Kazan, der sich gegen die Niederlage stemmte. Seine 36 Punkte (10/19 FG, 5/10 3PT, 11/14 FT) bedeuten ebenfalls ein neues Euroleague-Career-High für ihn. Dazu hat er seinen Gegenspielern starke 13 Fouls angehängt.


Frontcourt

Viele Fans von Real Madrid haben auf dieses eine Spiel gewartet. Endlich zeigte Anthony Randolph eine starke Leistung. Beim Auswärtsspiel in Mailand dominierte er die Bretter und war im Inside-Game extrem präsent. 20 Punkte (Career High eingestellt) und 14 Rebounds (neuer Career High) können sich auf jeden Fall sehen lassen.

„

Wenn so viele Spieler Karrierebestwerte aufstellen, dann muss ich das auch tun.“ So etwas Ähnliches dürfte sich Ekpe Udoh gedacht haben. Der athletische Center war dominant in der Zone wie kein Zweiter. 21 Punkte (Career High), 6 Offensivrebounds (Career High), 13 Rebounds (ebenfalls Career High) bei starken 8/12 aus dem Feld sprechen für sich.


Tabellenstand