27 Oktober 2016

27. Oktober, 2016


Dienstag? Euroleague, Spieltag 3. Mittwoch? Euroleague, Spieltag 3. Donnerstag? Euroleague, Spieltag 4. Freitag? Euroleague, Spieltag 4. Der dritte Spieltag ist Geschichte und es gab einige unerwartete Ergebnisse. 

von ENES CAKMAK @EnesCakmak0601

Topspiel der Woche

Brose Bamberg – Panathinaikos Athen 83-84 (37-42)


Das Topspiel des Spieltags bot das, was man erwartet hatte. Zugleich war es das Euroleague-Debüt von Pana-Headcoach Xavi Pascual. Die Griechen waren in Viertel eins besser als der Deutsche Meister und führten 15:20. Nach einem ausgeglichenen zweiten Viertel ging es mit 37:42 in die Halbzeitpause. 

Die Bamberger kamen besser aus dem Locker Room und führten mit 63:62 vor dem Schlussabschnitt. 3:07 Minuten vor Schluss sah es nach einem sicheren Sieg für die Franken aus, als sie mit 83:73 führten. Doch ein 11:0-Lauf der Griechen (Gamewinner von Nick Calathes 3 Sekunden vor Schluss) brachte die Wende. Wie sagte Rudi Völler vor wenigen Tagen so schön: „Das ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten.“ Dabei traf Bamberg 50% (11/22) der Dreier. Doch die Quote aus dem Zweipunktebereich (20/41 2PT = 48.8%) war zu schwach und wurde zum Verhängnis.

Topscorer der Bamberger war Nicolo Melli mit 17 Punkten (6/8 Field Goals, 4/4 3PT). Janis Strelnieks spielte erneut sehr effektiv und erzielte 16 Punkte (7/11 aus dem Feld).

Bester Punktesammler der Griechen war der Ex-BBL-Spieler K. C. Rivers mit 18 Punkten (6/12 FG, 3/5 3PT). Unterstützung bekam er von Scharfschütze James Feldeine (16 Punkte, 4/6 3PT). Nick Calathes (13 Punkte, 11 Rebounds, 9 Assists) schrammte sehr knapp an einem Triple-Double vorbei.


Der Rest

UNICS Kazan – Darüssafaka Dogus 87-94 (47-46)



Eine Hiobsbotschaft erreichte UNICS Kazan bereits vor der Partie gegen den aufstrebenden türkischen Topclub. Neuzugang Coty Clarke, einer der Eckpfeiler der Russen, fällt rund 6 Wochen aus. Mit der Niederlage gegen Darüssafaka verlor der Vizemeister der VTB League in allen Euroleague-Partien mit unter 10 Punkten Differenz, ziemlich bitter. Dabei war es bis zur Halbzeit ein offener Schlagabtausch, ehe die Türken besser aus dem Locker Room kamen und den zweiten Sieg im dritten Spiel unter Dach und Fach brachten. Kazan dominierte zwar die Bretter (38:22 Rebounds), doch die Turnover brachen den Russen den Genick. 18-mal verloren sie den Ball, während Darüssafaka sich nur 8 Ballverluste leistete. Dazu trafen die Istanbuler starke 55.5% ihrer Feldwürfe.

Einmal mehr war Keith Langford (22 Punkte) Topscorer von UNICS. Artsiom Parakhouski machte mit 17 Punkten, 7 Rebounds und 4 Blocks ein bärenstarkes Spiel. Quino Colom und Anton Ponkrashov (7 Turnover) erzielten jeweils 16 Zähler.

Letzte Woche noch die tragische Figur, diese Woche der Matchwinner. Mit 22 Punkten (9/16 Field Goals) und 7 Assists war Brad Wanamaker einmal mehr der Dreh- und Angelpunkt der Türken. James Anderson konnte endlich wieder seine Klasse unter Beweis stellen und beendete die Partie mit 18 Punkten (7/11 aus dem Feld) und 6 Rebounds. Dazu lieferten auch die Rollenspieler Scottie Wilbekin (13 Punkte, ¾ Field Goals), Birkan Batuk (12 Punkte, 4/4 3PT), und Oguz Savas (10 Punkte, 5/5 Field Goals).

Anadolu Efes Istanbul – ZSKA Moskau 87-93 (37-49)



Der amtierende Champion, der auf James Augustine verzichten musste, konnte einen erneuten mit einem Sieg beenden. Dabei sah es zur Halbzeit nach einem lockeren Sieg für die Russen aus, doch Efes kam nach der Pause ins Spiel und hatte sogar Chancen auf den Sieg, doch dann übernahm wieder das gefährlichste Duo Europas, namentlich Nando De Colo und Milos Teodosic. Der Knackpunkt im Spiel waren die Freiwürfe. ZSKA hatte am Ende 17 Freebies mehr als Efes. Außerdem trafen die Türken inakzeptable 25% (3/12 FT) von der Freiwurflinie.

DeShaun Thomas, der Probleme mit seinem Distanzwurf hatte (2/7 3PT), war mit 16 Punkten der beste Punktesammler der Gastgeber. Derrick Brown (14 Punkte, 5 Rebounds, 4 Assists, 3 Blocks) und Bryce Cotton (12 Punkte, 5/8 Field Goals) waren die weiteren Spieler, die zweistellig punkten konnten.

Wie bereits erwähnt, waren die beiden Guards der Moskowiter die besten Spieler der Partie. De Colo zauberte 26 Punkte und 6 Assists aufs Parkett, während Teodosic 15 Punkte (3/5 3PT) und 8 Assists zum Sieg beisteuerte. Cory Higgins (13 Punkte) und Jeff Ayres (10 Punkte, 4/4 Field Goals) waren weitere wichtige Faktoren für den Sieg.



Olympiakos Piräus – Emporio Armani Mailand 91-81 (46-41)

So ein punktereiches Duell war nicht unbedingt zu erwarten. Doch von Beginn an spielten beide Teams einen temporeichen Basketball. Von Beginn an war Olympiakos in Führung. Bis kurz vor Ende des dritten Viertels konnte sich der griechische Meister nicht wirklich absetzen. In den letzten 36 Sekunden des dritten Viertels traf Erick Green back-to-back Dreier und baute die Führung auf 9 Zähler aus. Olympiakos ließ im letzten Viertel nichts mehr anbrennen und konnte einen am Ende ungefährdeten Sieg einfahren.

Legende Vassilis Spanoulis (5 Turnover) und Erick Green (4/7 3PT) führten Olympiakos mit je 16 Zählern beim Scoring an. Khem Birch konnte erneut mit seiner Athletik unter dem Korb beeindrucken und kam auf 12 Punkte (5/6 aus dem Feld) und 6 Rebounds.

Topscorer der Gäste war der kroatische Nationalspieler Krunoslav Simon mit 16 Punkten. Ein Center scheint bei Mailand immer zu liefern. In den letzten beiden Spielen noch Macvan, dieses Mal war jedoch Miroslav Raduljica mit 14 Punkten und 8 Rebounds der effektivste Akteur des italienischen Meisters. 



Real Madrid – Baskonia Vitoria Gasteiz 87-91 (43-54)

DIE ÜBERRASCHUNG DER DRITTEN WOCHE! Baskonia war nach den bisherigen Leistungen krasser Außenseiter im Duell der beiden Teams, vor allem wenn die Partie im Barclaycard Center stattfindet und mit Andrea Bargnani der Star des Teams ausfällt. Doch die Beziehung zwischen Baskonia und deutschen Centern scheint eine never ending Lovestory zu werden. Denn Johannes Voigtmann nutzte die Gunst der Stunde und führte sein Team mit einem Double-Double zum Sieg. Real Madrid hatte große Probleme von Downtown (4/17 3PT = 23.5%), die den Sieg gekostet haben, während Baskonia 8/22 (= 36.4%) von draußen traf.

Topscorer der Madrilenen war der Mexikaner Gustavo Ayon, der 16 Punkte (7/8 Field Goals) erzielte. Ausnahmetalent Luka Doncic kommt in der Königsklasse immer besser zurecht und hatte am Ende 15 Punkte (4/5 Field Goals, 2/2 3PT) und 4 Assists auf dem Statistikbogen stehen. Sergio Llull offenbarte erneut Probleme beim Dreipunktewurf und traf keinen seiner sechs Versuche.

Bester Punktesammler der Basken war der slowenische Shooter Jaka Blazic mit 21 Punkten (7/14 aus dem Feld). Viel beeindruckender war wohl die Leistung von Johannes Voigtmann. Gegen die starke Centerriege des amtierenden spanischen Meisters zeigte er keine Angst und durfte sich am Ende über 18 Punkte (6/9 Field Goals) sowie 11 Rebounds freuen.

Roter Stern Belgrad – FC Barcelona Lassa 76-65 (40-31)



Ein verkorkstes Viertel kann das Spiel kosten. Das mussten dieses Mal die Katalanen spüren. Vom miesen zweiten Viertel (31-15 für Belgrad) konnte sich der die Truppe von Georgios Bartzokas nicht erholen und musste somit die zweite Niederlage einstecken. Belgrad durfte dagegen den zweiten Erfolg in Serie feiern.

Topscorer aufseiten der Serben war Marko Guduric mit 21 Punkten (9/12 Field Goals). Unterstützung bekam er von Marko Simonovic (13 Punkte, 3/6 3PT) und Milko Bjelica (12 Punkte).

Beim FC Barcelona machte Brad Oleson (6/8 Field Goals, 3/5 3PT) mit 15 Punkten ein effektives Spiel. Victor Claver kam mit 12 Punkten und 10 Rebounds auf ein Double-Double. Tyrese Rice enttäuschte dagegen erneut und hatte mit 9 Punkten (4/15 Field Goals, 1/6 3PT) und 7 Turnover überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel.

Fenerbahce Istanbul – Zalgiris Kaunas 82-68 (44-37)



Fenerbahce zog Kaunas mit einer erneut starken Verteidigungsvorstellung ab Viertel 2 den Zahn. Das Team von Zeljko Obradovic hatte nach einem offenen Beginn am Ende des ersten Viertels die Nase vorne. Diese Führung wurde dann bis Spielende nicht mehr hergegeben. Dabei war die Dreipunktequote der Knackpunkt im Spiel. Fenerbahce traf 47.9% (9/19) von Downtown. Zalgiris Kaunas versenkte nur 26.9% (7/26) der Würfe von draußen.

Die besten Punktesammler beim letztjährigen Euroleague-Finalisten waren die Big Men Ekpe Udoh und Jan Vesely mit jeweils 14 Zählern. Kostas Sloukas erzielte zwar nur  Punkte, verteilte aber starke 11 Assists.

Topscorer der Litauer war der erneut stark aufspielende Leo Westermann (15 Punkte, 6/9 Field Goals. Brock Motum konnte mit 14 Punkten und einer starken Quote (6/9 FG) ebenfalls überzeugen.


Maccabi FOX Tel Aviv – Galatasaray Odeabank Istanbul 98-92 (44-47)

Beim Feuerwerk in Tel Aviv behielt der israelische Spitzenclub die Oberhand. Dabei war der Start nicht wie erhofft, sodass Galatasaray bis zur Halbzeit führte. Erst danach drehte das Starensemble auf und konnte das Spiel am Ende für sich entscheiden. Ausschlaggebend für den Sieg waren die Turnover. Maccabi verlor in der gesamten Partie nur 9-mal den Ball, während Galatasaray ganze 16-mal den Spalding aus der Hand gab.

Matchwinner der Israelis war Ex-NBA-Akteur Sonny Weems mit 23 Punkten (9/13 Field Goals, 3/5 3PT). Devin Smith (¾ 3PT) und Colton Iverson (6/8 Field Goals) hatten einen ebenfalls großen Anteil am Sieg.
Bester Punktesammler der Löwen war Justin Dentmon mit 22 Zählern (7/12 aus dem Feld, 4/8 3PT). Vladimir Micov traf starke 5/7 seiner Dreier und kam am Ende auf 18 Punkte, leistete sich aber auch 4 Ballverluste. Sinan Güler erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er erzielte zwar 15 Zähler, nahm jedoch viel zu viele Würfe (5/15 Field Goals, 4/11 3PT) und hatte ebenfalls 4 Turnover auf seinem Konto.


Lineup der Woche

Backcourt

MVP! MVP! MVP! Wenn man ihn braucht, dann ist Nando De Colo sofort zur Stelle. Der zurzeit wohl beste Spieler der Königsklasse dominierte mal wieder das Spiel und war, obwohl sein Dreier nicht fiel, einfach nicht zu stoppen. Er zog permanent zum Korb und zog somit Efes den Zahn. Die 4 Turnover sind ein Schönheitsfehler, aber die 26 Punkte (7/14 Field Goals, 12/13 FT), 6 Assists und 11 gezogenen Fouls zeigen seine Klasse.

Das ist der Nick Calathes, den die grün-weißen Fans von Panathinaikos Athen nach seiner NBA Rückkehr erwartet hatten. Endlich konnte er dem Spiel des griechischen Meisters Struktur verleihen. 13 Punkte, 11 Rebounds, 9 Assists, 0 Turnover und ein Gamewinner sprechen für sich.

Frontcourt

Wer von der Bank kommt und Barcelona so abschießt, der hat einen Platz im Lineup des Spieltags verdient. In seinen rund 25 Minuten Einsatzzeit drehte Marko Guduric völlig am Rad und erzielte 21 Punkte (9/12 FG). Als wäre das nicht genug, griff er sich 4 Rebounds, legte 5 Assists auf und klaute 2-mal seinem Gegner den Ball.

Don't mess with JoVo! Wer hätte das denn gedacht? Andrea Bargnani fällt aus, Johannes Voigtmann übernimmt seine Minuten und zerstört die Big Men von Real Madrid, namentlich Gustavo Ayon, Anthony Randolph, Felipe Reyes und Othello Hunter. Am Ende standen 18 Punkte (6/9 Field Goals) und 11 Rebounds.

Zwar verlor UNICS Kazan, aber einer konnte überhaupt nichts dafür. Dank Artsiom Parakhouski war das Spiel überhaupt erst so lange spannend. Vor allem dank des Centers dominierte Kazan die Bretter. Er beendete die Partie mit 17 Punkten (5/8 FG, 7/8 FT), 7 Rebounds und 4 Blocks.