11 Oktober 2016

11. Oktober, 2016


"I feel Devotion!" Am Mittwoch beginnt die Euroleague-Saison 2016/17 mit dem Klassiker Real Madrid gegen Olympiakos Piräus. Doch die Euroleague steht in diesem Jahr unter anderen Vorzeichen. So gab es einen Streit zwischen den zwei großen Verbänden FIBA und ULEB. Zusätzlich wurde am Modus der europäischen Königsklasse geschraubt. Werfen wir einen Blick darauf.

von ENES CAKMAK @EnesCakmak0601

Der Beef – FIBA vs. ULEB
Nachdem die FIBA Europe seit Einführung der ULEB, welche im Jahre 1991 gegründet wurde und 2000 die Königsklasse übernahm, nur noch für die Länderspiele und den drittklassigen FIBA Europe Cup (ehemals EuroChallenge) zuständig war, blies der Verband zur Attacke und wollte mit allen Mitteln einen attraktiven europäischen Wettbewerb einführen, um die Euroleague auszustechen.

Dabei drohte die FIBA sogar einigen Ländern mit Sanktionen (anfangs sollten Länder wie Spanien, Russland, die Türkei etc. selbst von Länderspielen ausgeschlossen werden). Einige Nationen sahen sich gezwungen, den Wettbewerben der ULEB, sprich Euroleague und Eurocup, aus dem Weg zu gehen und drohende Sanktionen zu umgehen.

Die französischen Teams verzichteten gänzlich auf den Eurocup, genauso wie die italienischen Vereine. Am Ende kam man zu folgendem Ergebnis: Die ULEB ist Veranstalter der Euroleague und des Eurocup, während die FIBA für die neu eingeführte Champions League sowie den FIBA Europa Cup übernimmt.


Der neue Modus
Einiges hat sich geändert. Im vergangenen Jahr waren es noch 24 Teilnehmer, 12 davon hatten mit der A-Lizenz ihren Platz sicher. In der ersten Runde gab es vier Sechsergruppen mit Hin- und Rückspielen.

Die ersten vier Teams jeder Gruppe erreichten die Top-16-Runde, die in zwei Achtergruppen aufgeteilt war. Auch in der Runde der letzten 16 mussten alle Teams sowohl zu Hause als auch auswärts gegen jeden Gruppengegner spielen. Die ersten vier Teams beider Gruppen erreichten das Viertelfinale, das überkreuzt im „Best-of-Five“-Modus ausgetragen wurde (z.B. 1. Gruppe A vs. 4. Gruppe B, usw.).

Die Gewinner der Viertelfinals qualifizierten sich für das Final Four, das an einem Wochenende an einem bereits zuvor festgelegten Ort (2016 Berlin) ausgetragen wurde. In diesem Final Four darf man sich jedoch keine Niederlage erlauben, da es im Halbfinale und Finale kein Rückspiel gibt.

Ab dieser Saison sind es nur noch 16 Teilnehmer, deren elf eine A-Lizenz besitzen. Unicaja Malaga verlor die Lizenz, da von vornherein klar war, dass die Euroleague bei der reduzierten Anzahl an Teilnehmern nicht dauerhaft aus fünf spanischen Teams bestehen wird. Der Entzug dieser Lizenz sorgte vor allem bei den Fans der Andalusier für Entsetzen.

Neben den elf A-Lizenz-Besitzern bekamen UNICS Kazan (Vizemeister der VTB League), Darüssafaka Dogus (aufstrebender türkischer Topclub), Brose Bamberg (Deutscher Meister), Roter Stern Belgrad (Meister der ABA Liga) und Galatasaray Odeabank Istanbul (Eurocup-Sieger) eine Wildcard für die Euroleague-Saison.

In der ersten Runde spielt jeder zu Hause und auswärts gegen jeden, sodass alle Teams auf 30 Spiele kommen und in manchen Wochen sogar zwei Euroleaguespiele plus eine Ligapartie absolvieren müssen. Die besten acht Teams qualifizieren sich für das Viertelfinale, das wie im alten Euroleague-Modus stattfindet. Heißt: Viertelfinale in der „Best-of-Five“-Serie, danach ein Final-Four-Wochenende, welches 2017 in Istanbul sein wird.


Power Ranking

1. ZSKA Moskau

Zugänge: Jeff Ayres (Los Angeles Clippers), Semen Antonov (Nizhni Novgorod), James Augustine (Khimki Moskau)

Abgänge: Demetris Nichols (Panathinaikos Athen)


Das Team: Es gibt keine andere Möglichkeit, als ZSKA an erster Stelle zu sehen. Das Team von Headcoach Dimitris Itoudis ließ nur Demetris Nichols, dessen hinterlassene Lücke überhaupt nicht groß sein wird, ziehen. Die eingespielte Rotation um den amtierenden MVP Nando De Colo und seinen magischen Backcourtpartner Milos Teodosic konnte man sogar noch verstärken.

Mit den Verpflichtungen von James Augustine und Jeff Ayres hat ZSKA auf den nächsten längerfristigen Ausfall von Center Joel Freeland reagiert und bringt eine neue Dimension in die ohnehin schon starke Offensive ein, nämlich Größe.

Auch wenn die Zonendefense mit dem kleinen Rim Protector Kyle Hines eine große Waffe ist, war in einigen Spielen gegen größere Center zu erkennen, dass eine Alternative zu Hines nur von Vorteil sein kann. Der Titelverteidiger hat somit keine großen Verluste und sich verstärkt, daher geht auch dieses Jahr der Weg nur über ZSKA Moskau!


Player to Watch: Jeff Ayres ist zum ersten Mal in seiner Karriere außerhalb der USA aktiv. Der Big Man wird seine Minuten mit James Augustine sowie Kyle Hines teilen und bringt neben seiner jahrelangen NBA-Erfahrung auch die benötigte Insidepräsenz mit. Gerade gegen Big Man wie Maik Zirbes oder Gustavo Ayon braucht Moskau auch am defensiven Brett einen Großen, der den Laden dicht hält.

2. Fenerbahce Istanbul

Zugänge: James Nunnally (Scandone Avellino), Ahmet Düverioglu (Anadolu Efes Istanbul)

Abgänge:
Ricky Hickman (Emporio Armani Mailand), Ömer Faruk Yurtseven (North Carolina State Shockers)


Das Team: Auch der Vizechampion der vergangenen Euroleague-Saison konnte seinen Kern zusammenhalten, Ricky Hickman war nach seiner Verletzung nie wirklich fit und wegen fehlender Spielpraxis am Ende der Rotation.

Da Ekpe Udoh und Jan Vesely hin und wieder verletzt sind, wurde der türkische Center Ahmet Düverioglu verpflichtet, vor allem, um diese beiden auch in der Liga, in der man nur sechs Ausländer (Fenerbahce hat acht) einsetzen darf, zu entlasten. Außerdem konnte mit James Nunnally, dem amtierenden MVP der italienischen Liga, ein weiterer vielseitiger Spieler zum ohnehin schon starken Kader gewonnen werden.

Mit Zeljko Obradovic hat der türkische Meister einen Magier an der Seite, der auf ziemlich alles eine Antwort hat und häufiger in die Trickkiste greift, wie zum Beispiel, als er in der letztjährigen Viertelfinalserie gegen Real Madrid Small Forward Nikola Kalinic als Center spielen lassen und somit den entscheidenden Run zum Sieg eingeleitet hat. Eines ist klar: Bei diesem Headcoach und Roster wird auch wieder mit den Kanarienvögeln zu rechnen sein.


Player to Watch: Was sagte man nicht alles über Kostas Sloukas? „Der griechische Playmaker für die Zukunft“, „der neue Spanoulis“, eben auch, weil er jahrelang an der Seite von PG-Legende Vassilis Spanoulis gespielt und vieles von ihm gesehen hat. Fenerbahce entschied sich im vergangenen Jahr für ihn als neuen Spielmacher, das Vertrauen konnte er nicht zurückzahlen und wurde von Obradovic kritisiert, dass von ihm mehr kommen müsse. Konstanz müsse er in sein Spiel bringen, dann habe Fenerbahce eine sehr gute Chance, die europäische Krone aufsetzen zu können. Hin und wieder gab es Spiele, in denen Sloukas keinen Zugriff auf das Spiel hatte und sich versteckte. Dies muss sich in der kommenden Spielzeit ändern.

3. Real Madrid

Zugänge: Dontaye Draper (Lokomotive Kuban Krasnodar), Anthony Randolph (Lokomotive Kuban Krasnodar)

Abgänge:
Augusto Lima (Zalgiris Kaunas), Guillermo „Willy“ Hernangomez (New York Knicks), Maurice Ndour (New York Knicks), K. C. Rivers (Panathinaikos Athen), Sergio Rodriguez (Philadelphia 76ers)

Das Team: Nach drei Final-Four-Teilnahmen in Folge musste Real Madrid im vergangenen Jahr bereits im Viertelfinale gegen Fenerbahce die Segel streichen. Personell tat sich nicht wirklich viel, Headcoach Pablo Laso darf (wohl wegen seinem EL-Titel 2015) weitermachen. K. C. Rivers und Maurice Ndour, die wenige Minuten bekamen, suchten das Weite.


Zwar hat Real mit Lima und Hernangomez zwei Center verloren, dennoch sollte das kein Problem sein. Mit Anthony Randolph konnte ein vielseitiger Big Man, der maßgeblichen Anteil an Kubans Final-Four-Teilnahme hatte, an Land gezogen werden. Dontaye Draper kehrt nach zwei Jahren in die spanische Hauptstadt zurück und hat die Aufgabe, die Lücke, die durch Rodriguez' Abgang entstand, zu schließen. Auf dem Papier hat Real Madrid immer noch eine der stärksten Kader dieses Kontinents und ist vor allem offensiv nur sehr schwer zu stoppen.


Player to Watch: Luka Doncic wird in diesem Jahr noch mehr im Rampenlicht stehen als im vergangenen. Seine Rolle wird sich mit Sicherheit vergrößern. Der 17-jährige Slowene, 2,03 Meter groß, kann aufgrund seiner Größe mehrere Positionen bekleiden. Er ist an beiden Enden des Courts ist er sehr präsent. Beim Ballvortrag hat er keine Probleme. Sein hoher IQ hilft ihm, für sich und seine Kollegen gute Würfe zu kreieren. Auch sollte man ihn nicht zu offen sehen lassen, denn für sein junges Alter hat er schon einen sehr zuverlässigen Jumpshot – auch von jenseits der Dreipunktelinie.

4. FC Barcelona Lassa

Zugänge: Victor Claver (Lokomotive Kuban Krasnodar), Tyrese Rice (Khimki Moskau), Petteri Koponen (Khimki Moskau)

Abgänge:
Samardo Samuels (Jiangsu Dragons), Tomas Satoransky (Washington Wizards), Alex Abrines (Oklahoma City Thunder), Carlos Arroyo (Free Agent)

Das Team: Barcelona hat zwar nur wenige personelle Änderungen getätigt, aber dafür viele wichtige. So wurde der in den vergangenen Jahren erfolglose Headcoach Xavi Pascual durch Defensivfanatiker Georgios Bartzokas ersetzt, der es zuletzt sogar schaffte, Kuban Krasnodar in die Runde der letzten Vier zu führen.


Dazu wurde komplette PG-Rotation gewechselt, nachdem mit Carlos Arroyo nicht verlängert wurde und Tomas Satoransky von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machte, um seinen NBA-Traum leben zu dürfen. Dafür wurde das Playmaker-Duo aus Moskau verpflichtet, das die Vorgänger adäquat ersetzen dürfte. Die Abgänge von Abrines und Samuels dürften nicht schwer wiegen, da beide keine große Rolle inne hatten.

Mit Victor Claver kommt ein spanischer Nationalspieler, der viele Stärken besitzt und für zusätzliche Tiefe auf den Forward-Position. Von der Qualität des Kaders ist Barcelona schwächer besetzt als die Teams auf Platz 1-3. Wenn diese offensivstarke Truppe Bartzokas' defensive Philosophie übernimmt, dann kann es für die Katalanen sehr weit gehen.


Player to Watch: 
Tyrese Rice muss nun wie zu seiner Zeit in Tel Aviv zeigen, dass er ein Topteam anführen kann. Der flinke Point Guard mit gefährlichem Jumper könnte beim spanischen Vizemeister auch häufig in der Off-Ball Offense aktiv sein, da seine kongenialen Backcourtpartner wie Ribas/Navarro selbst gern Würfe kreieren. Wir dürfen gespannt sein, wie Rice die Offense des FC Barcelona anführen wird.

5. Darüssafaka Dogus Istanbul

Zugänge: Brad Wanamaker (Brose Bamberg), Dairis Bertans (Bilbao Basket), Adrien Moerman (Banvit BK), Birkan Batuk (Anadolu Efes Istanbul), Will Clyburn (Hapoel Holon), James Anderson (Sacramento Kings)

Abgänge:
Emir Preldzic (Galatasaray Odeabank Istanbul), Milko Bjelica (Roter Stern Belgrad), Reggie Redding (FC Bayern Basketball), Jamon Gordon (Free Agent), Manuchar Markoishvili (Free Agent)


Das Team: Nach einer eher enttäuschenden Saison (Viertelfinalaus in der türkischen Liga, sang- und klangloser Auftritt in der Euroleague-Top-16) wurde der Kader fast komplett umgekrempelt und auch Coach Oktay Mahmuti musste seinen Hut nehmen.

Als Head Coach konnte Sportdirektor Mithat Demirel den Jackpot knacken und David Blatt verpflichten. Als wäre das nicht genug, entschied sich der lettische Top-Coach Ainars Bagatskis, diverse Angebote für den Posten des Headcoaches abzulehnen, um Blatt assistieren zu können. 

Außerdem wurden viele Spieler verpflichtet, die sich in der vergangenen Saison bewiesen haben, um nun den nächsten Schritt zu machen. Auf dem Papier hat Darüssafaka ein sehr interessantes Team mit einem herausragenden Coaching-Duo. Es ist extrem viel Potenzial vorhanden, was auch die 11 Testspielsiege in ebenso vielen Spielen gegen teils starke Gegner gezeigt haben.


Player to Watch: 
Will Clyburn entwickelt sich immer weiter. Nachdem er bereits in Ulm zeigte, welch Potenzial in ihm steckt, setzte er im vergangenen Jahr bei Hapoel Holon einen drauf und wurde mit 20.9 Punkten pro Spiel Topscorer der israelischen Liga. Das Spiel bei Darüssafaka ist perfekt für ihn, denn der athletische Forward sucht häufig den Weg zum Korb und Darüssafaka hat mit Spielern wie Wanamaker, Bertans, Anderson, Harangody, Wilbekin und Moerman gefährliche Werfer, die für das nötige Spacing sorgen. Nun wird es interessant zu sehen sein, wie Clyburn in der Königsklasse performen wird.

6. Panathinaikos Athen

Zugänge: Patrick Calathes (Astana Tigers), Ioannis Bourousis (Baskonia Vitoria Gasteiz), Mike James (Baskonia Vitoria Gasteiz), K. C. Rivers (Real Madrid), Demetris Nichols (ZSKA Moskau), Chris Singleton (Lokomotive Kuban Krasnodar)

Abgänge:
Ognjen Kuzmic (Roter Stern Belgrad), Dimitris Diamantidis (Karriereende), Sasha Pavlovic (Free Agent), Vladimir Jankovic (Valencia Basket), Elliott Williams (Golden State Warriors), Miroslav Raduljica (Emporio Armani Mailand), MarQuez Haynes (Umana Reyer Venezia), Vince Hunter (Free Agent)

Das Team: Das Projekt mit Sasha Djordjevic als Headcoach, der einige Landsleute nach Athen lotste, ist gescheitert. Argiris Pedoulakis soll es nun richten. Eine wichtige Info ist auf jeden Fall, dass Legende Dimitrios Diamantidis seine Sneakers an den Nagel gehängt hat und nicht mehr auf dem Court zu sehen ist.

Nachdem Panathinaikos im letzten Jahr viele Ausländerspots mit serbischen Spielern gefüllt hat, stehen in der anstehenden Spielzeit neben Griechen nur US-Amerikaner im Kader. Dabei wurden nicht nur Leader wie Bourousis oder James geholt, sondern auch Rollenspieler wie Nichols und Rivers. Das Team hat viel Potenzial. Der Knackpunkt wird wie so häufig die Leistung in den Auswärtsspielen sein.

In der heimischen Arena ist das Team fast unschlagbar, auswärts gab es in den vergangenen Jahren selbst bei vermeintlich leichten Gegner einige unnötige Patzer. Wenn Panathinaikos es schafft, diese Patzer einzustellen, dann dürfte der Einzug in die nächste Runde Formsache sein.


Player to Watch: 
Ioannis Bourousis is back! Also zumindest in Griechenland. Denn nachdem er bereits für AEK Athen und Olympiakos Piräus aktiv war, spielt er nun für Panathinaikos Athen und dürfte dort der Fixpunkt in der Offense sein. Mit Mike James kennt er seinen Point Guard bereits bestens und muss nun seine starke Leistung aus der vergangenen Saison bestätigen.

7. Maccabi FOX Tel Aviv

Zugänge: Maik Zirbes (Roter Stern Belgrad), Quincy Miller (Roter Stern Belgrad), Andrew Goudelock (Houston Rockets), DJ Seeley (Herbalife Gran Canaria), Victor Rudd (Nizhni Novgorod), Sonny Weems (Philadelphia 76ers), Joe Alexander (Banco di Sardegna Sassari), Colton Iverson (Pinar Karsiyaka)

Abgänge:
Trevor Mbakwe (Free Agent), Ike Ofoegbu (Best Balikesir), Taylor Rochestie (Lokomotive Kuban Krasnodar), Richard Hendrix (Herbalife Gran Canaria)


Das Team:
Der israelische Spitzenclub hat sich namhaft verstärkt. Zwischenzeitlich war sogar Jordan Crawford im Gespräch. Dann hätte sich wohl jeder gefragt: Wie viele Bälle haben die eigentlich zur Verfügung.

Mit Alexander, Seeley und Iverson wurden benötigte Rollenspieler verpflichtet, doch es sind zu viele Spiele, die den Ball in der Hand brauchen und genau dieses Problem könnte Maccabi im Kampf um eine gute Position zum Verhängnis werden. Ein zusätzlicher Rückschlag ist zudem die langzeitige Verletzung von Quincy Miller, der ein wichtiger Teil im Kader ist.


Player to Watch: Victor Rudd machte in der vergangenen Eurocupsaison auf sich aufmerksam und schaffte es mit durchschnittlich 15,8 Punkten und 6,7 Rebounds pro Spiel in das All-Second Team des Turniers. Der wurfstarke Forward ist sich nichts zu schade und sucht häufig den Weg zum Korb. Sein Vorteil ist, dass er sich selbst den Wurf kreieren kann. Nun geht es bei ihm darum, sich viele Minuten und eine große Rolle im Starensemble von Maccabi zu sichern, um seinen nächsten Schritt zu machen und in der Euroleague zu bestehen.

8. Olympiakos Piräus

Zugänge: Erick Green (Reno Bighorns), Khem Birch (Muratbey Usak Sportif)

Abgänge:
D.J. Strawberry (Besiktas Sompo Japan), Darius Johnson-Odom (Banco di Sardegna Sassari), Othello Hunter (Real Madrid), Michalis Tsairelis (Aris Thessaloniki)

Das Team: Die Verteidigungskünstler aus Griechenland haben den Großteil der Mannschaft noch zusammen. Strawberry und Johnson-Odom konnten die Leistungen aus den vorherigen Spielzeiten nicht bestätigen und wechselten dementsprechend. Der Wechsel von Othello Hunter wird wehtun, obwohl er nicht wirklich ein Rim Protector war.

Dafür war der offensivstarke Center der perfekte Backup eines defensivstarken Centers (früher Dunston, heute Young). Khem Birch ist ein ähnlicher Spielertyp wie Young, somit hat Olympiakos zwei defensivstarke Center. Erick Green soll für Tiefe im Backcourt und vor allem für Scoringgefahr sorgen, da Spanoulis' Leistungen aufgrund seines Alters immer mehr abnehmen.


Player to Watch: Patric Young war im vergangenen Jahr der designierte Nachfolger von Bryant Dunston, der zweimal in Folge zum besten Verteidiger der Euroleague gekürt wurde. Im vergangenen Jahr musste er bereits im November aufgrund eines Kreuzbandrisses die Saison beenden. Dabei spielte er bis dahin stark auf. Endlich ist er verletzungsfrei und man wird sehen, weit er bereits ist und ob er der Mannschaft sofort helfen kann.

9. Brose Bamberg

Zugänge: Fabien Causeur (Baskonia Vitoria Gasteiz), Maodo Lo (Columbia University), Vladimir Veremeenko (Reggio Emilia)

Abgänge: Johannes Thiemann (MHP Riesen Ludwigsburg), Brad Wanamaker (Darüssafaka Dogus Istanbul)


Das Team: Viel hat sich im Team nicht getan. Prinzipiell stimmt das auch, doch mussten die Franken mit Brad Wanamakers Wechsel einen schmerzhaften Abgang hinnehmen. Mit Fabien Causeur und dem Kollektiv soll dieser Abgang aufgefangen werden. Mit Maodo Lo und Vladimir Veremeenko wurde zusätzliche Tiefe für die Euroleague geschaffen.

Man darf nicht vergessen, dass Brose Bamberg ein Genie an der Seitenlinie hat, das eine fast perfekte Offense und bissige Defense spielen lässt. Vor allem aufgrund des Coaches, der Qualität und Tiefe im Roster wird der Deutsche Meister im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale ein Wörtchen mitreden.


Player to Watch: 
Fabien Causeur wird als der Wanamaker-Nachfolger gesehen. Was die Größe betrifft, sind beide ungefähr gleich. Während Wanamaker Vorteile beim Playmaking und Drive zum Korb hat, ist Causeur der bessere Shooter. Wenn Causeur wie im vergangenen Jahr wieder an der 40%-Dreierquote kratzt, wird er seinen Mitspielern viele Freiräume schaffen. Neu wird für ihn sein, häufiger als im Baskenland den Ball in der Hand zu halten. Während er in Spanien meist einen Point Guard neben sich hatte, wird er des Öfteren in Bamberg den Ballführer spielen.

10. Emporio Armani Mailand

Zugänge: Awudu Abass (Pallacanestro Cantu), Andrea La Torre (Angelico Biella), Simone Fontecchio (Virtus Bologna), Ricky Hickman (Fenerbahce Istanbul), Zoran Dragic (Khimki Moskau), Davide Pascolo (Dolomiti Energia Trento), Miroslav Raduljica (Panathinaikos Athen)


Abgänge:
Robbie Hummel (Denver Nuggets), Oliver Lafayette (Unicaja Malaga), Charles Jenkins (Roter Stern Belgrad), Esteban Batista (Beikong Fly Dragons)

Das Team: Sehr wenige Teams haben einen so tiefen Kader wie Armani Mailand. Gestandene Spieler wie Zoran Dragic, Miroslav Raduljica und Co. kombiniert mit vielen Youngstern wie Abass, Fontecchio und La Torre. Ein großes Hauptproblem haben die Mailänder – Jasmin Repesa. Der kroatische Headcoach scheint konzeptlos zu sein.

Das Team der vergangenen Saison hatte bereits großes Offensivpotenzial, dennoch endeten die meisten Angriffe in Isolations. Außerdem war auch kein wirkliches Defensivkonzept vorhanden. Der größte Hindernis an einer Viertelfinalteilnahme dürfte Repesa sein.


Player to Watch: 
Mantas Kalnietis scheint in Topform zu sein. Vor allem sein Auftritt bei den Olympischen Spielen in Rio war schlichtweg überragend. Mit durchschnittlich 18 Punkten (60,6% FG, 42,3% 3PT) und 7,5 Assists drückte er seinen Stempel auf. Nach seinem Wechsel mitten in der vergangenen Saison ist seine Eingewöhnungsphase vorbei. Interessant wird zu sehen sein, ob er oder Alessandro Gentile der erste Ballhandler sein wird.

11. Galatasaray Odeabank Istanbul

Zugänge: Russ Smith (Delaware 87ers), Deon Thompson (FC Bayern Basketball), Tibor Pleiß (Philadelphia 76ers), Jon Diebler (Anadolu Efes Istanbul), Alex Tyus (Anadolu Efes Istanbul), Orhan Haciyeva (Acibadim Üniversitesi), Austin Daye (Al-Manama), Emir Preldzic (Darüssafaka Dogus Istanbul), Justin Dentmon (Sichuan Blue Whales), Can Korkmaz (Muratbey Usak Sportif)

Abgänge:
Errick McCollum (Beikong Fly Dragons), Chuck Davis (Karriereende), Stephane Lasme (Free Agent), Curtis Jerrells (Hapoel Jerusalem), Caleb Green (Trabzonspor Medical Park), Safak Edge (Besiktas Sompo Japan)


Das Team: Headcoach Ergin Ataman, der seinen Posten bei der türkischen Nationalmannschaft aufgab, kann sich nun voll und ganz auf Galatasaray fokussieren. Wirft man einen Blick auf die Zu- und Abgänge, kann man getrost sagen, dass Galatasaray in dieser Saison ein stärkeres Team hat als im vergangenen Jahr.

Vor allem unter dem Korb sieht das mit den Verpflichtungen von Pleiß, Tyus und Thompson um einiges besser aus. Sollte Jon Diebler wieder seinen Touch finden, so gäbe es eine weitere Waffe bei Galatasaray. Entscheidend werden die Auswärtsspiele sein, denn Zuhause ist mit dem frenetischen Publikum alles möglich. Doch auswärts siegen die Löwen gegen starke Teams sehr selten. Das dürfte nicht für einen Einzug ins Viertelfinale reichen.


Player to Watch: 
Russ Smith tritt mit der Nachfolge von Errick McCollum ein schweres Erbe an. Denn McCollum hat das Team in vielen Spielen durch sein Scoring gerettet. Smith, der Schwächen von jenseits der Dreipunktelinie zeigt, muss sich schnell an den europäischen Basketball gewöhnen und zeigen, dass er auch in Europa bestehen kann.

12. Anadolu Efes Istanbul

Zugänge: DeShaun Thomas (Austin Spurs), Tyler Honeycutt (Khimki Moskau), Alen Omic (Herbalife Gran Canaria), Bryce Cotton (Memphis Grizzlies), Samet Geyik (Pinar Karsiyaka)

Abgänge:
Dario Saric (Philadelphia 76ers), Elijah Johnson (Cibona Zagreb), Ahmet Düverioglu (Fenerbahce Istanbul), Emircan Kosut (Yesilgiresun Belediye), Jon Diebler (Galatasaray Odeabank Istanbul), Birkan Batuk (Darüssafaka Dogus Istanbul), Alex Tyus (Galatasaray Odeabank Istanbul)

Das Team: Nachdem Dusan Ivkovic im Laufe der vergangenen Saison gefeuert wurde, präsentierte Efes erst in der Offseason mit Velimir Perasovic den Nachfolger. Auch im Kader tat sich einiges. Birkan Batuk, Ahmet Düverioglu und vor allem Dario Saric hätten die Istanbuler sehr gern gehalten.

Mit Thomas, Omic und Honeycutt hat man nun zwar einen tiefen Frontcourt, dennoch fehlt einer, der den Abgang von Saric auffangen könnte. Ein weiteres Problem von Efes ist die Heimspielatmosphäre. Der Basketballclub ist anders als bei Galatasaray oder Fenerbahce die einzige Abteilung des Vereins.

Die türkischen Teams profitieren vor allem von ihren fanatischen Fußballfans, die auch die Basketballarena ihres Clubs füllen. Da dies bei Efes nicht der Fall ist, ist es nicht unüblich, dass es freie Ränge und dadurch weniger Stimmung in der Arena gibt. Somit macht es beim Istanbuler Club fast keinen Unterschied, ob Zuhause oder auswärts gespielt wird.


Player to Watch: Die Efes-Offense steht und fällt mit Thomas Heurtel, einem der genialsten europäischen Point Guards und genau das ist gar kein gutes Zeichen. Denn wenn er keinen Zugriff auf das Spiel hat, dann ist das Spiel für Efes so gut wie verloren. Andersrum, wenn der Floor General einen guten Tag hat, stehen die Chancen sehr gut, den Sieg zu holen.

13. UNICS Kazan

Zugänge: Coty Clarke (Arecibo), Pavel Antipov (Zenit St. Petersburg), Evgeni Voronov (Lokomotive Kuban Krasnodar)

Abgänge:
Arturas Milaknis (Zalgiris Kaunas), Valeri Likhodey (Khimki Moskau), Petr Gubanov (Nizhni Novgorod)

Das Team: Unics Kazan ist eine sehr vielseitige Mannschaft. Viele Spieler können die Rolle des Ballhandlers übernehmen. Vor allem der Alleskönner auf der Eins, Quino Colom und Scoringmaschine Keith Langford teilen den Ballvortrag und entscheiden meist, wie der Angriff läuft.

Es kommt aber auch häufiger vor, dass die Angiffe im Highpost über den griechischen Krieger Kostas Kaimakoglou laufen. Die Neuzugänge können alle für Spacing sorgen und sind insgesamt ein Upgrade zu ihren Vorgängern. Dennoch dürfte der Kader für eine Viertelfinalteilnahme zu schwach sein.


Player to Watch: Wer kann von sich behaupten, dass er ein Triple-Double geschafft hat? Quino Colom kann es. Beim 91:77-Sieg von UNICS über Buducnost am 09.12.2015 zauberte er mit 15 Punkten, 11 Rebounds, 13 Assists und 6 Steals eine fabelhafte Performance aufs Parkett. Der Spielmacher der Russen kann nahezu alles. Ihn in der Königsklasse zu sehen, wird eine Augenweide sein.

14. Baskonia Vitoria Gasteiz

Zugänge: Shane Larkin (Brooklyn Nets), Andrea Bargnani (Brooklyn Nets), Johannes Voigtmann (Fraport Skyliners), Rodrigue Beaubois (SIG Straßburg), Josh Akognon (Banco di Sardegna Sassari), Trevor Cooney (Syracuse Orange), Tadas Sedekerskis (Huesca), Rafael Freire Luz (Flamengo)

Abgänge:
Fabien Causeur (Brose Bamberg), Michael Roll (Besiktas Sompo Japan), Darko Planinic (Herbalife Gran Canaria), Darius Adams (Xinjiang Flying Tigers), Davis Bertans (San Antonio Spurs), Alberto Corbacho (Obradoiro CAB), Ioannis Bourousis (Panathinaikos Athen)


Das Team: Ungefähr das halbe Team samt Headcoach wurde beim letztjährigen Final-Four-Teilnehmer ausgetauscht. An der Seitenlinie steht nun Sito Alonso, der somit Velimir Perasovic beerbt. Was den Spielerkader betrifft, musste Laboral an spielerischer Qualität einbüßen, denn Perasovic hatte das Optimum aus der Mannschaft geholt und fast sogar Fenerbahce im Halbfinale eliminiert.

Erwähnenswert ist, dass Laboral in der Top-16-Runde extrem unkonstant war (zB. Eine Woche nach dem 89:88-Sieg über Real Madrid eine 89:69-Niederlage bei Brose Bamberg). Trotzdem schaffte das Team den Einzug in die K.O. Runde und von dort den Sprung ins Final Four. Auch wenn Baskonia namhafte Zugänge wie Bargnani und Larkin vorzuweisen hat, hat auch die Bank an Tiefe verloren.

Da die letzte Saison (zumindest in der Euroleague) perfekt lief und wichtige Puzzleteile verloren gegangen sind, ist zu erwarten, dass Laboral eine viel schwächere Saison spielen und wenig bis gar nichts mit dem Einzug ins Viertelfinale zu tun haben wird.


Player to Watch: 
Einen NBA-Spieler zu nehmen, mag vielleicht langweilig sein, dennoch ist die Personalie Shane Larkin die wohl spannendste bei Baskonia. Der Point Guard, der zuletzt bei den Brooklyn Nets aktiv war, muss die Lücke seines Vorgängers Mike James stopfen. Die Voraussetzungen dafür stehen nicht mal allzu schlecht. Die Frage wird sein, wie er im europäischen Basketball zurechtkommt.

15. Roter Stern Belgrad

Zugänge: Ognjen Kuzmic (Panathinaikos Athen), Charles Jenkins (Emporio Armani Mailand), Milko Bjelica (Darüssafaka Dogus Istanbul), Dragan Apic (KK Vrsac)

Abgänge:
Maik Zirbes (Maccabi FOX Tel Aviv), Quincy Miller (Maccabi FOX Tel Aviv), Vasilije Micic (Tofas), Tarence Kinsey (Hapoel Jerusalem), Vladimir Stimac (Besiktas Sompo Japan)

Das Team: Roter Stern Belgrad hat nicht viel am Kader geändert, aber ein großes Problem. Mit Maik Zirbes und Quincy Miller verlor das Team das Big-Men-Duo, das die Mannschaft erst in die Top-16-Runde geführt hat, an Maccabi FOX Tel Aviv. Mit Vladimir Stimac verließ auch der Backup-Center den serbischen Topclub.

Zusätzlich tut der Abgang von Swingman Tarence Kinsey weh, der durch Rückkehrer Charles Jenkins ersetzt werden soll. Das neue Center-Duo besteht aus Ognjen Kuzmic, dem NBA-Champion von 2015 und Milko Bjelica. Dabei übernimmt Kuzmic das Inside-Game, während Bjelica eher von draußen gefährlich ist.


Player to Watch: Ognjen Kuzmic tritt ein sehr schweres Erbe an. Die Fans in Belgrad hatten sich schon an einen dominanten Center gewohnt, da im vergangenen Jahr Maik Zirbes häufig zweistellig scorte und im Jahr zuvor Boban Marjanovic nach Belieben punktete. Kuzmic verfügt über ein viel kleineres Offensivarsenal und es kommt auch nicht selten vor, dass er sich mit unnötigen Fouls aus dem Spiel nimmt.

16. Zalgiris Kaunas

Zugänge: Leo Westermann (CSP Limoges), Kevin Pangos (Herbalife Gran Canaria), Augusto Lima (Real Madrid), Arturas Milaknis (UNICS Kazan), Antanas Kavaliauskas (Lietuvos Rytas Vilnius)

Abgänge:
Slim-Sander Vene (Nizhni Novgorod), Jerome Randle (Adelaide 36ers), Kaspars Vecvagars (VEF Riga), Olivier Hanlan (Le Mans Sarthe Basket), Martynas Pocius (UCAM Murcia), Martynas Sajus (Polpharma Starogard Danzig), Ian Vougioukas (Lokomotive Kuban Krasnodar), Vytenis Lipkevicius (BC Vytautas Prienu)

Das Team:
Bereits im letzten Jahr schaffte Zalgiris nur knapp den Einzug in die Runde der letzten 16. Seit einigen Jahren gehört der litauische Meister nicht mehr zur Creme de la Creme in der Königsklasse.

Der personelle Aderlass ging auch in den vergangenen Monaten weiter, sodass Mantas Kalnietis bereits im Laufe der vergangenen Saison nach Mailand wechselte. Mit Ian Vougioukas (13,2 PpS, zweitbester Punktesammler des Teams) verließ eine weitere wichtige Stütze das Team. Die Neuzugänge sind alle solide, aber keiner herausragend. Keiner von ihnen wird sie in die Nähe der Top 8 führen können.


Player to Watch: Kevin Pangos hat eine tolle Rookie-Saison hinter sich und führte Herbalife Gran Canaria mit durchschnittlich 11,9 Punkten (3PT%: 51.2% bei 4,3 Versuchen pro Spiel) und 4,8 Assists ins Halbfinale des Eurocup. Auffällig war, dass Gran Canaria meist gewann, wenn er teamdienlicher gespielt hat. So erzielte er in Siegen 11 Punkte und 5,1 Assists, während es bei Niederlagen 14 Punkte und 3.8 Assists waren. Viele Augen werden auf ihn gerichtet sein.