14 Juni 2016

14. Juni, 2016


Die alte Rookie-Garde eben erst ausgezeichnet, steht eine brandneue bereits in den Startlöchern. Am 23. Juni geht für weitere 60 Youngster ein Lebenstraum in Erfüllung, wenn sie Commissioner Adam Silver in der NBA willkommen heißt. Wir behalten eine unserer liebsten Traditionen hier bei NBACHEF bei und checken im Vorfeld alle Talente dieses Jahrgangs... in unseren patentierten Draft Spotlights.

von AXEL BABST @CoachBabst

Einen langen Weg hat Taurean Waller-Prince hinter sich. Als Lateboomer in der Highschool entschied er sich sehr früh für die LIU Brooklyn zu spielen. Die Blackbirds hatten 2011 und 2012 zwei Mal in Folge das NCAA Tournament als Champ der NEC erreicht. Auch wenn die NEC eine der schwächsten Conferences der NCAA ist, weckten diese Errungenschaften Begehrlichkeiten an Trainer Jim Ferry, der im Sommer 2012 den Campus in Brooklyn verließ und stattdessen das Angebot der Duquesne University annahm.

Mit dem Trainerwechsel entschied sich auch Prince, die weite Reise aus San Antonio nach Brooklyn nicht anzutreten und sich nochmal nach neuen Alternativen umzuschauen. Es dauerte daher nicht lange, bis er sich für Scott Drew und Baylor beigeistern konnte. Bei den Bears saß Prince zunächst vor allem auf der Bank. In seiner Freshman bestritt Prince nur knapp zwei Drittel aller Spieler und rutschte während der Saison immer wieder aus der Rotation heraus und wieder hinein. Hinter den NBA Talenten Isaiah Austin und Cory Jefferson sowie Freshman Bulldozer Rico Gathers blieben kaum Minuten übrig.

Dieser harte Konkurrenzkampf um Minuten im Frontcourt verschärfte sich sogar in Prince zweiter Saison nochmals, da mit Royce O'Neale ein spielstarker Combo Forward nach seinem Transfer einen festen Spot in der ersten Fünf einnahm. Doch Coach Drew entschied sich insgesamt wieder größer zu spielen und die Länge und Beweglichkeit seiner großen Spieler in der Zonenverteidigung auszunutzen. Daher konnte Prince seine Einsatzzeiten deutlich steigern und mit einer gewissen Minutenzahl rechnen.

Den Durchbruch schaffe Prince als Junior nach den Abgängen von Jefferson und Austin. Prince wurde Starter und konnte sich besonders offensiv extrem steigern. Diesen Trend setzte er als Senior fort und stieg zur ersten Option im Angriff auf. Neben dem persönlichen Erfolgen lief es für die Bears aber eher durchwachsen. Speziell in den letzten beiden Jahren, als Prince auch in einer Anführerposition wiederzufinden war, scheiterten die Bears in der ersten Runde des NCAA Tournaments an den Underdogs Georgia State und Yale.


Während das Aus im letzten Jahr noch symbolisch für die March Madness stand und eine Kombination aus Nervenflattern (zwei Minuten vor dem Ende führten die Bears noch zweistellig) und Glück aufseiten des Gegners (R.J. Hunters Buzzerbeater aus acht Metern), hing das diesjährige Ausscheiden vor allem mit eigenem Unvermögen zusammen.

Prince selbst zeigte zwei Gesichter. Zunächst wirkte er uninspiriert, frustriert hatte sogar einen handfesten Disput mit Mitspieler Gathers. Gegen Ende der Partie schulterte er jedoch sein Team im Angriff und hielt die Siegchance äußerst lange aufrecht, wie auch in der Analyse detailliert beschrieben wird.

Gerade die Entwicklung in der Offensive des kräftigen Forwards ist bemerkenswert. Vom Niveau eines unterdurchschnittlichen Rollenspieler konnte er sich zuletzt zur wichtigsten Allzweckwaffe seines Teams entwickeln.

Dabei ranken sich alle Elemente um den Distanzwurf des Texaners. In seinen ersten beiden Spielzeiten nahm Prince 47 Würfe aus dem Dreipunkebereich, in seinem dritten Jahr traf er 60 Mal sein Ziel aus der Entfernung. Diesen Wert und auch die Quote konnte Prince als Senior zwar nicht mehr toppen, allerdings waren seine Würfe auch mit einem höheren Schwierigkeitsgrad versehen. Zudem konnte er sich einen akzeptablen Drive zum Korb in bestimmten Situationen aneignen, der vermehrt den Dreier in der Offense ersetzte.

Dennoch ist der Wurf weiterhin die Trumpfkarte und sein bestes Argument, NBA Teams von seiner Wertigkeit zu überzeugen. Prince ist gerade im Catch-and-Shoot relativ sicher, hat einen hohen Release-Punkt und eine schnelle Wurfmechanik insgesamt. Sein Handgelenk klappt sehr weich ab und unterlässt er es, die Kraft aus den Armen zu nehmen und eher aus den Knien/dem Rumpfbereich zu werfen, zappeln seine Würfe in der Regel im Netz.

Bei eintretender Müdigkeit, tendiert Prince dazu, in alte Muster zu verfallen und die Power für den Wurf aus den Schultern nehmen zu wollen, weswegen die Würfe meist zu kurz und insgesamt relativ weit vom Korb entfernt landen. Aus dem Dribbling ist Prince ebenfalls noch nicht sicher. Ihm gelingt es oft nicht, ausbalanciert zu werfen. Eine leichte Rücklage sorgt dafür, dass Prince in Pullup-Situationen noch nicht eng verteidigt werden muss.


Gerade der erste Dreier aus der Ecke zeigt, wie gut Prince an seinem Wurf gearbeitet hat. Gegen die Laufrichtung fängt Prince den Ball, hat seine Füße aber bei der Landung sortiert und kann blitzschnell den Wurf nehmen. 

Die Würfe aus dem Dribbling unterliegen hingegen einer großen Streuung. Die meisten sind zu kurz, weil Prince keinen Schwung aus den Beinen nehmen kann und das durch Armeinsatz kaum kompensieren kann. Zudem braucht Prince nach dem Dribbling einen Moment, um sich auszutarieren, weswegen er entweder den Wurf nicht so abwerfen kann wie er möchte oder dem Verteidiger eine Chance gibt, den Abschluss noch entscheidend zu stören.

Ist Prince in einer Eins-gegen-Eins-Situation, in die er als Senior häufiger verfrachtet wurde, nutzt Prince seine Wurfstärke und seinen kräftigen Körperbau zu seinem Vorteil. Hatte Prince kleinere Gegenspieler, liefen die Bears gerne ein Play, bei dem Prince in der Zonenmitte seinen Bewacher sealt, während die Weakside komplett geleert wird. Dank seiner langen Arme und seines guten Timings konnte Prince so viele Lobpässe verwerten.

Neben solchen gezielten Aktionen, bevorzugt Prince die Flügelposition auf Höhe der verlängerten Freiwurflinie, sowie Postups von der linken Spielfeldhälfte. Generell hält sich Prince lieber auf dieser Seite auf, damit er mit der rechten Hand über die Mitte zum Korb ziehen kann. Wann immer er dazu die Möglichkeit hat, entstehen seine gefährlichsten Drives. Insgesamt ist sein Ballhandling zwar noch sehr verbesserungswürdig - speziell die linke Hand muss Prince noch besser trainieren - und hindert ihn daran, ein guter Spieler im Eins-gegen-Eins zu sein, doch es ist mittlerweile ausreichend, um ihm Würfe zu verschaffen, die er treffen kann.

Ein anderes Problem, das bei vielen Isolations aufkam, ist wieder die Behäbigkeit in seinen Entscheidungen und Aktionen. Prince braucht viel zu lange, um sich für eine Option zu erwärmen. Viele nimmt er sich auch selber, da er bei Ballerhalt fast schon automatisch direkt einen Fake einbaut und sich damit der Möglichkeit, eines schnellen ersten Schrittes zum Drive verschließt.

Auch wenn er dann den Ball hat, lässt er zu viel Zeit verstreichen, bis die erste zwingende Aktion erfolgt. Das wird ihm in der schnelleren NBA immer wieder schaden. Bereits jetzt hat Prince schon Probleme zum Korb vorzudringen. Gegen eine stillstehende Verteidigung, die sich auf seine Bewegungen vorbereiten kann, wird er keine Chance haben.


Besonders offensichtlich wird dieses Problem in der letzten Sequenz gegen Oklahoma aus dem Video. Zu Beginn der Halbzeit wollen die Bears Prince ins Spiel bringen, allerdings dauert es extrem lange, bis er den Ball bekommt. Anschließend hat er keine gute Möglichkeit zu attackieren, da abseits des Balls keine Bewegung stattfand und alle Verteidiger Prince zugewendet stehen. Dennoch sollte er den Drive zumindest versuchen und nicht den Fadeaway nehmen. So berührt der Ball nicht ein einziges Mal die Zone während des gesamten Angriffs.

Auch die Tendenz über die rechte Seite zu gehen, wird in diesem kurzen Zusammenschnitt deutlich. Nur ein einziger Drive ist mit der linken ausgeführt. Zwar zieht Prince das Foul, allerdings wäre mit einem Abschluss über die linke Hand vielleicht sogar ein Dreipunktespiel möglich gewesen.

Wenig überraschend ist es daher auch, dass beispielsweise eines der häufigsten Setplays der Bears eine Isolation für Prince auf dem Flügel beinhaltet, bei der Prince die komplette rechte Seite zur Verfügung gestellt bekommt. Gelingt es dem direkten Verteidiger jedoch, den Drive über die rechte Hand weg zu nehmen, versteift sich Prince wieder relativ schnell auf seinen Sprungwurf, der aber aus dem Dribbling nicht sonderlich effektiv ist.


Auffällig bei den ersten zwei Abschlüssen ist, dass Prince nicht wirklich zum Korb zieht, sondern sich eher einen Weg bis zur Zone bahnt, um dort dann seine Kraft und Länge ausspielen zu können. Am College ist diese Technik in der Regel aufgegangen. Gegen kräftige Verteidiger in der NBA wird Prince mit so einer abgehackten Aneinanderreihung von Bewegungen nicht weit kommen.

Zudem wird schnell ersichtlich, was Prince machen möchte, sodass er sich bereits bei der dritten Aktion auf seinen Wurf verlassen muss und keine Chance auf einen effektiven Drive zum Korb hat. So ist es kein Problem für seinen Verteidiger, in der letzten Sequenz das Offensivfoul anzunehmen.

Abgesehen von seinen Würfen und Drives lebt Prince offensiv omnivor. Cuts, Putbacks und besonders Punkte in der Transition sorgen dafür, dass sich das Punktekonto des Forwards füllt. Seine Cuts sind zuweilen Teil eines Setplays und wurden beispielsweise oft in Auszeiten angesagt. Allerdings kann Prince durchaus auch selbstständig erkennen, ob und wann er cutten sollte. Wieder spielt der Wurf bei seinen Erfolgsaussichten eine nicht zu verkennende Rolle, da Gegenspieler ihm oft auf den Füßen stehen wollen, um den Ballerhalt zu vermeiden oder zumindest direkt den Wurf verteidigen zu können. 

Sehr aggressiv geht Prince seinen eigenen oder den Würfen seiner Mitspieler nach. Selbst wenn er an der Dreierlinie steht, legt er gerne mal einen Sprint ans Brett hin und ist dann durch seinen Anlauf nur schwer am Offensivrebound zu hindern. Seine Kraft im Oberkörper und seine langen Arme sind hilfreiche Utensilien, wenn es darum geht, das Leder tatsächlich zu sichern. Nach dem Rebound hat Prince in der Regel genug Power und Kontrolle, um direkt wieder hochzusteigen und den Putback im Korb unterzubringen.


Prince beginnt in all diesen Szenen schon bevor der Wurf überhaupt den Ring erreicht. Seine Augen sind nur auf den Ball und dessen Flugkurve gerichtet, bis er abgeschätzt hat, wo er ungefähr landen wird. Durch diese gute Antizipation und seine gewissehafte Arbeit beim Positionskampf, muss Prince oft noch nicht mal hoch springen.

Der Transition Part lässt sich unterteilen in zwei Bereiche: Aktionen als Ballhandler und Sprints abseits des Balls. Abhängig von der Defense übernimmt Prince eine der zwei Aufgaben und geht ihr mit Herzblut nach. Als Ballhandler ist er zwar nicht extrem schnell und dribbelt seine Kontrahenten auch nicht wie Slalomstangen aus, doch immerhin behält er die Kontrolle, nachdem er sich seinen Defensivrebound geschnappt hat, attackiert Lücken in der Verteidigung und ist aufgrund seiner Physis nur schwer zu stoppen.


Ob er solche Aktionen auch öfter mal in der NBA zeigen kann, ist fraglich. Die Schnelligkeit fehlt und auch der Kontakt beim Abschluss wird spürbar härter ausfallen, als es bei den gezeigten Aktionen der Fall war.

Außerdem lässt sich Prince gelegentlich noch zu sehr unkontrollierten Aktionen hinreißen. Auch hier wird das langsame Entscheidungsverhalten wieder zum Problem, da Prince oft einfach in die Zone zieht, den Ball aufnimmt und teilweise sogar abspringt, ohne wirklich zu wissen, was für ein Ziel er gerade verfolgt.

Ist er nicht selber der Initiator beim Fastbreak, sprintet er die Außenbahn entlang und positioniert sich an der Dreierlinie, wo er auf den schnellen Pass lauert. Durch seinen guten Wurf zwingt er damit die Defense zum Sprint und zur Entscheidung, ob sie den Ball stoppen oder lieber Prince den offenen Dreier verwehrt.

Prince befindet sich meist in einer guten Ausgangsposition zum Zeitpunkt des Ballbesitzwechsels, da Baylor viel Zone spielt und es daraus leichter ist, Spuren zu besetzen und eine gute Raumaufteilung zu erreichen.


Besonders die letzte Sequenz steht exemplarisch für die Spielweise der Bears und den Angewohnheiten von Prince. Zunächst verlässt er sich in der Zonenverteidigung zu sehr auf seine Länge und versucht nur den Pass abzufälschen. Das gelingt jedoch nicht. Prince bleibt für den Rest des gegnerischen Angriffs unbeteiligt und ohne eine gute Verteidigungshaltung an der Seite stehen.

Erst als sein Team in Ballbesitz kommt, zündet er den Turbo und legt einen beeindruckenden Sprint entlang der rechten Seitenauslinie hin. Dadurch ist er in der Ecke frei und hat genug Zeit, seine Füße vor dem Wurf zu sortieren.

In der Offensive ist und bleibt der Distanzwurf das beste Argument, das Taurean Prince GMs präsentieren kann. Da der Senior ordentliche Range besitzt und ohnehin am liebsten Dreier aus den Ecken oder vom Flügel nimmt, sollte er auch auf Anhieb seine Quoten in der NBA bestätigen können.


Als Slasher kann Prince ebenfalls seinem Team helfen. Mit gelegentlichen Cuts und Rebounds bringt er gelegentliche Impulse. Allerdings muss Prince dringend seine Geschwindigkeit bei Entscheidungen erhöhen und sein Ballhandling verbessern. Beides würde ihm erheblich helfen, wenn er Closeouts attackiert. Auch eine Variation an Finishing Moves wäre eine nette Addition, da Prince wohl kaum mit seinen Power Moves gegen physisch starke NBA Spieler abschließen kann.

Angesichts seiner körperlichen Ausmaße wird Prince zudem gerne das Potential zu einem ordentlichen Verteidiger auf NBA Niveau attestiert. Dank seiner Größe, Kraft und seiner Spannweite von fast sieben Fuß (2,13m) ist es auch möglich, sich Prince als bissigen Widersacher in der Verteidigung vorzustellen.

Jedoch hat er noch einen sehr weiten Weg zu gehen, bis er tatsächlich ein guter Verteidiger ist. Ein Kernproblem ist, dass Baylor einfach sehr viel Zone spielt und diese praktizierte Variante mit keiner herkömmlichen Zonenverteidigung übereinstimmt. Dadurch ist Prince gerade in der Teamdefense und abseits des Balls kein guter Verteidiger. Er verpennt gerne Rotationen, lässt auch mal seinen Gegenspieler und zugleich besten Spieler des Gegners aus den Augen und spekuliert zu viel.

Zudem lässt seine Körperhaltung sehr oft zu wünschen übrig. Er scheint nur selten in der Lage zu sein, tatsächlich aktiv eingreifen zu können, weil er zuerst Körperspannung aufbauen muss und dadurch die Sekunde verliert, die er für seine Aktion eigentlich bräuchte. Auch seine Fußarbeit und laterale Geschwindigkeit sind alles andere als optimal, weshalb er am Ball ebenfalls schnell geschlagen werden kann. Geschieht das, begeht er häufig noch den Fehler, nach dem Spielgerät zu schlagen und dadurch entweder ein Foul zu begehen oder sich komplett aus der Situation zu nehmen.


Den größten Anlass zur Sorge bereiten die Duelle mit Buddy Hield. Prince ist weder mental noch physisch in der Lage, Hields Kreise einzuengen. Er verliert ihn aus den Augen, was angesichts von Hields Wurfqualitäten so ziemlich der größte Fehler ist, den man im vergangenen Jahr im Collegebasketball begehen konnte, und lässt sich auch noch von ihm im Eins-gegen-Eins schlagen.

In der Szene wird auch die unaufgereifte Fußarbeit des bulligen Wurfspezialisten offenkundig. Prince ist nicht sonderlich explosiv bei seinem ersten Schritt und hat auch im Anschluss Probleme, seine Füße zu koordinieren. Die Abstände der Füße zueinander variieren von viel zu eng zu viel zu weit auseinander, weswegen er bei Hields Abstoppen und dem folgenden Turnaround Jumper außer Balance gerät und den Wurf nicht erschweren kann.

Immerhin kann Prince mit seiner Länge arbeiten. Er nutzt die Reichweite seiner Arme geschickt, um über kurze Distanzen möglichst schnell Raum zu gewinnen und Würfe des Gegners zu erschweren. Zwar muss er noch lernen, nicht zu überstürzt ins Closeout zu gehen, und auch seine Tendenz ablegen, sich zu sehr auf seine Länge zu verlassen, doch die Anlagen und Instinkte sind in der Tat vielversprechend.

Auch als Verteidiger am Brett oder im Passweg nutzt Prince seine körperlichen Vorteile und verhindert mit Deflections und geblockten Würfen viele einfache Punkte des Gegners. Zudem ist er ein ordentlicher Defensivrebounder, der sich auch mal mit einem kämpferischen Rebound oder einem Hustle Play, den Respekt des Gegners sichert.


Insgesamt hat Prince durchaus das Zeug dazu, der beste 3-and-D-Spieler des Jahrgangs zu werden, allerdings wird er dafür sehr viel Arbeit in sich investieren müssen. Dass er dafür bereit ist und eine gute Arbeitseinstellung an den Tag zu legen scheint, deuten die letzten Jahre an, als er sich kontinuierlich verbessern konnte in der Teamhierarchie aufstieg.

Allerdings sind solchen Entwicklung auch Grenzen gesetzt. Seine Bewegungen wirken bis heute eher antrainiert und aneinandergereiht, nicht wie die bewusst gewollte Reaktionen auf die Fehler der Verteidigung. Bisher reichten seine Werkzeuge aus, um den Korb zu attackieren und Drives zu finishen, doch das sollte sich in der NBA relativ schnell erledigen.

Zudem kann er sich so viel Techniktraining und Videostudium geben lassen wie er möchte, aber am Ende muss gerade in Sachen Teamdefense ein tieferes Verständnis vorliegen, das in der Regel nur über konstante Spielzeit auf hohem Niveau zu festigen ist. Prince braucht also Spielpraxis, um aus seinen Fehlern lernen zu können. Die Frage wird sein, ob er die sofort bekommen kann und falls nicht, wie sich das auf seine weitere Entwicklung auswirkt.

Sollte er sich optimal entwickeln und tatsächlich zu einem passablen Defensivspieler reifen, drängt sich ein Vergleich mit DeMarre Carroll auf. Die beiden sehen sich nicht nur optisch ähnlich, sondern haben eine ähnliche Spielanlage und können gleiche Rollen übernehmen.