15 Juni 2016

15. Juni, 2016


Die alte Rookie-Garde eben erst ausgezeichnet, steht eine brandneue bereits in den Startlöchern. Am 23. Juni geht für weitere 60 Youngster ein Lebenstraum in Erfüllung, wenn sie Commissioner Adam Silver in der NBA willkommen heißt. Wir behalten eine unserer liebsten Traditionen hier bei NBACHEF bei und checken im Vorfeld alle Talente dieses Jahrgangs... in unseren patentierten Draft Spotlights.

von AXEL BABST @CoachBabst

Defensivorientierte Spieler haben es oft schwer als gute Spieler identifiziert zu werden. Denn zuerst werden immer die offensiven Aktionen ins Auge stechen und dann auch länger im Gedächtnis haften bleiben. Sie sind einfacher zu identifizieren und scheinen mehr über das Basketballtalent auszusagen als es die Defense jemals tun könnte. Doch das ist oft fahrlässig und auch in vielen Fällen nicht richtig.

Malik Beasley ist ein Beleg für die Tendenz, die Offense zu bevorzugen und damit gute Verteidiger insgesamt schlechter einzuordnen. Beasley flog bei den Recruiting Services zwar nicht gänzlich unter dem Radar und war oft unter den besten 50 Spielern des Jahrgangs zu finden, aber errang eben auch keinen wirklich besseren Platz. Offensiv versiertere Spieler landeten in den Listen vor Beasley.

Leonard Hamilton, Coach der Florida State Seminoles, fand jedoch schnell Gefallen am Freshman.  Kein Wunder, wenn man sich vor Augen führt, dass die Seminoles traditionell zu den defensivstärkeren Teams der ACC gezählt werden dürfen.

Dennoch erlebten sie in der vergangenen Saison einen Wandel in der Spielweise. Statt wie gewohnt mit turmhohen Bigs und gewaltigen Flügelspielern, die man auch eher unter dem Brett verorten würde, die Zone zu verdichten und gegnerische Teams zu vielen Sprungwürfen zu zwingen, versuchten die Seminoles mit Pressverteidigungen das Spiel zu beschleunigen. Mit Beasley und seinen Freshmen Kollegen Dwayne Bacon Terance Mann schien man dafür geeignetes Personal zu haben und konnte die Schwäche auf der Vier kompensieren.


Der Saisonbeginn verlief für Beasley persönlich und die Seminoles als Team sehr ordentlich. Zwar musste man sich Hofstra geschlagen geben, konnte aber auch Tournament Teams der letzten Jahre wie VCU und Florida bezwingen. Beasley formte mit Bacon ein phänomenales Freshman Duo, das in den ersten Saisonwochen kaum zu stoppen war. Beide erzielten in dieser Saisonphase um die 20 Punkte pro Spiel und sorgten im Fastbreak für Highlights.

Allerdings stellten sich die Gegner schnell darauf ein, weshalb sich die Unerfahrenheit des Teams zunehmend rächte und dem Team gegen Ende ein wenig die Luft ausging. Daher verpassten sie das NCAA Tournament knapp, konnten aber im NIT zumindest die erste Runde überstehen.

Auch Beasley konnte sein eigenes spielerisches Niveau der ersten Saisonwochen erwartungsgemäß nicht aufrecht erhalten. Dennoch schloss er die Saison stark ab und entschied sich zur Anmeldung zum Draft in der Hoffnung genug Werbung für sich gemacht zu haben.

In der Offensive wird seine Zukunft vor allem von seinem Distanzwurf abhängen. Dieser erwies sich über die Saison als relativ konstant und stärker, als es viele Recruiting Experten prognostiziert hatten. Sollte er diesen Eindruck bestätigen können, wäre er ein Kandidat für die Rolle des klassischen 3-and-D-Spielers.

In der Tat sieht der Wurf sehr sauber aus, wenn Beasley ihn vorbereitet. Den Großteil seiner Dreier nimmt er dabei aus dem Catch-and-Shoot. Fast 93 Prozent seiner Distanzwurf ging ein Pass eines Mitspielers voraus (via Hoop-Math). Beasley ist allerdings niemand, der starr an einem Spot verharrt und nur auf den Pass wartet. Er arbeitet hart dafür, freie Würfe zu erhalten und einen guten Passwinkel für den Mitspieler zu kreieren. Er bewegt sich gut mit dem Ball und ist trotz seiner temporeichen Cuts immer unter Kontrolle, wenn er den Ball bekommt.

Schwierigkeiten hat er allerdings, wenn er entgegen der Laufrichtung abwerfen muss. Gerade bei Zonenplays wurde Beasley oft als Baseline Runner eingesetzt und erhielt daher Pässe, während er noch mit dem Rücken zum Korb in eine Spielfeldecke lief oder gerade erst dort angekommen war. Hier brauchte Beasley immer einen Moment, um seine Füße zu sortieren, geriet jedoch trotzdem sehr oft in Rücklage und hatte Schwierigkeiten bei solchen Würfen.


Beasleys Wurfbewegung ist flüssig und gerade das Handgelenk klappt gut ab. Probleme ergeben sich jedoch oft aus der Fußarbeit heraus. Wie bereits angesprochen muss er seine Beine oft in entgegengesetzte Richtung ausrichten, was nicht einfach ist.

Doch auch bei ganz normalen Catch-and-Shoot-Situationen, bei denen Beasley sich nicht großartig vorher bewegt, gelingt es Beasley nicht immer seine Wurfbewegung zu steuern. Zu viel Gewicht lastet oft auf dem rechten Fuß. Auch der Abstand der Füße zueinander variiert. Beides beeinflusst die Kraft, die Beasley aus den Beinen anwendet.

Seine Wurfquote leidet oft auch unter schlechten Wurfauswahl, die Beasley bisweilen an den Tag legt. Ähnlich wie in der Defense versucht Beasley auch offensiv in jeder Aktion das Maximum herauszuholen und seinem Team zum Sieg zu verhelfen. Allerdings ist er sich einerseits seiner Limitationen noch nicht bewusst und scheint andererseits das Stilmittel des Tempowechsels zu kennen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass er vor allem früh in der Shotclock gerne mal gut verteidigte Mitteldistanzwürfe aus dem Dribbling nimmt. Zwar trifft er diese manchmal, allerdings wäre es in der Regel klüger nochmal den Extrapass zu spielen und einen besseren Wurf zu kreieren. Gerade früh im Angriff wäre ein solcher Strategiewechsel wünschenswert.


In vielen Situationen hat Beasley weder Kontrolle über den eigenen Körper noch Kontrolle über den Ball. Dennoch entscheidet er sich zum Wurf und hat damit in den wenigsten Fällen Erfolg. Ärgerlich ist das vor allem angesichts der eigentlich verbleibenden Restspielzeit, die einen besseren Wurf ermöglichen sollte.

In der ersten Szene holt Beasley beispielsweise den Offensivrebound und feuert anschließend direkt einen schwierigen Fadeaway von einem Bein über den Arm des Gegenspielers Richtung Korb. Auch Situationen, in denen Beasley zwei Verteidiger in seiner Nähe bindet, veranlassen Beasley nicht zum Pass.

Wesentlich effektiver ist die furchtlose Ader in der Transition, in denen Beasley insgesamt noch den größten Schaden für den Gegner anrichten kann. Beasleys Schnelligkeit und kräftiger Oberkörper machen ihn zu einem guten Finisher. Er zieht viele Fouls im Schnellangriff und kann oft trotz des Kontakts noch erfolgreich den Layup oder sogar Dunk vollenden.

Beasley kann entweder selber den Ball nach einem Steal oder Defensivrebound nach vorne treiben oder die Außenspur entlang sprinten und auf den Pass des Aufbauspielers lauern. Gerade abseits des Balls baut Beasley Druck auf die Defense auf, hat allerdings hier immer wieder Schwierigkeiten, dem Ballhandler nicht im Weg zu stehen.


An den meisten Fastbreaks der Seminoles waren entweder Beasley oder Bacon beteiligt. In vielen Situationen waren sogar beide in Aktion und bereiteten einander die einfachen Punkte mit gezielten Pässen vor. Nach dem Rebound nimmt Beasley als erstes den Kopf hoch und guckt, ob er seinen Backcourt Partner enteilt in der gegnerischen Hälfte vorfindet.

Beasley ist im vollen Lauf kaum zu halten. Dafür ist er physisch zu weit. Zusätzlich ist er sehr geschickt darin, genug Kontakt zu kreieren, um ein Foul zu ziehen und sich aber gleichzeitig nicht aus der Ruhe beim Finish bringen zu lassen. Er nutzt seinen Körper geschickt als Schutzschild, indem er die Schulter in den Verteidiger rammt und damit den Kontakt auslöst.


Im Halbfeld ist es jedoch wesentlich schwieriger für Beasley seine Punkte zu erzielen. Einen großen Anteil machen seine Dreier nach Kickouts aus. Aber nicht nur bei den Distanzwürfen profitiert Beasley von der Kreativität seiner Mitspieler. Viele seiner Punkte erzielt er nach Cuts oder durch Putbacks. Er hat ein gutes Gespür für die richtige Position und seine ständige Aktivität machen es der Verteidigung schwer, ihn stets im Auge zu behalten. 

Im Eins-gegen-Eins hat Beasley Probleme, sich gute Würfe zu erspielen. Ihm fehlen Ballhandling und erster Schritt, um seine Gegenspieler zu schlagen. Wenn er also selber mal zum Korb zieht, sind die Resultate wenig erfolgreich. Oft schafft er es nicht mal in die Zone, was ihn jedoch nicht davon abbringen kann, wilde Floater, Runner oder Pullup Jumper zu nehmen.

Sobald er sich gegen solche gezwungenen Aktionen entscheidet, kann er sich durchaus als gefälliger Passgeber entpuppen. Zwar sind seine Pässe und Assists oft keine Vorlagen mit hochkomplexer Vorarbeit, allerdings ist das auch nicht nötig. Es reicht, wenn er gute Entscheidungen trifft und seinem Team dadurch Punkte verschafft.


In der ersten Szene kommt Beasley aus einem Downscreen und liest den Verteidiger sehr gut. Dieser ist ein wenig zu schnell unterwegs und gibt ihm den Drive über die rechte Hand. Beasley nutzt das und zieht zum Korb. Dadurch bindet er einen zweiten Verteidiger. Genau im richtigen Moment steckt er den Ball zu seinem Mitspieler durch, der immerhin Freiwürfe zieht.

Ähnlich ist die zweite Situation aufgebaut. Beasley will zum Korb ziehen, wird gestoppt und nimmt den Ball auf. Statt nun den Wurf zu nehmen, orientiert er sich kurz, lässt den Verteidiger in der Zonenmitte mit einem kurzen Blickkontakt zum Mitspieler an der Baseline aussteigen und findet im Herz der Zone seinen Center vollkommen frei. Solche Aktionen geraten gerne in Vergessenheit, steigern Beasleys offensiven Wert im Vergleich zu seinen wilden Würfen aber enorm.

Mit den beiden Offensivrebounds hilft Beasley seinem Team ebenfalls und sichert den Ballbesitz oder zieht im ersten Fall sogar zwei Freiwürfe. Solche Kleinigkeiten muss er als Rollenspieler in der NBA noch häufiger verrichten als bisher.

Im Gegensatz dazu sollte er seine Anzahl an Ballverlusten stark reduzieren. 1,7 Turnovers leistete sich Beasley in seiner einzigen College Saison pro Spiel. Die meisten davon entstanden in der Transition. Beasley kennt zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Tempo und schafft es viel zu selten, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. 

Dadurch ist er ein leichtes Opfer für clevere Verteidiger, die sich ihm entweder gekonnt in den Weg stellen und das Offensivfoul aufnehmen oder aber seine opportunistischen Pässe abfangen.


Während der erste Fehler ein typischer Freshman Fehler ist, häuft sich vor allem die zweite Situation. Beasley befindet sich in einer Unterzahlsituation, erkennt diesen Sachverhalt aber nicht oder will sich davon einfach nicht stören lassen. Er dribbelt ungebremst in den Verteidiger rein und will sich im letzten Moment an ihm vorbeischlängeln. Man kann sicher darüber streiten, ob das wirklich ein Offensivfoul ist, Beasley täte jedoch gut daran, es gar nicht erst zu einer solch kniffligen Entscheidung kommen zu lassen.

Besonders ärgerlich sind die letzten beiden Ballverluste. Beasley schnappt sich jeweils den Rebound und ist anschließend viel zu naiv und nachlässig. In beiden Fällen muss er erkennen, dass ein Verteidiger auf seinen Pass lauert, anstatt so leicht den Ballbesitz herzuschenken.

Offensiv wird es für Beasley vor allem darum gehen, seine Fehler auf ein Minimum zu reduzieren. Er muss verstehen, dass er momentan und auch in absehbarer Zukunft kein Spieler sein wird, der Würfe für sich und seine Mitspieler kreieren muss oder sollte. Seine Aufgaben liegen darin, sich ergebende Gelegenheiten eiskalt zu nutzen. Kann er die Dreierquote von 38 Prozent und die Quote am Ring (68 Prozent via Hoop-Math) bestätigen und sich allein darauf konzentrieren, werden NBA Teams sicher zufrieden mit seiner offensiven Leistung sein.

Seine Stärken liegen ohnehin in der Verteidigung. Beasleys Kombination aus Schnelligkeit, Kraft und Bissigkeit sind exzellente Grundvoraussetzungen. Der Wing hat nicht nur optimale Voraussetzungen zum Lockdown-Verteidiger, sondern ist jetzt schon auf einem guten Niveau. In der vergangenen Saison verteidigte er in der Regel den besten Perimeter Spieler des Gegners und erfüllte seine Pflicht sehr ordentlich.

Zwar ist er nicht sonderlich hat groß, hat dafür aber lange Arme und nutzt diese auch aktiv. Jedes Mal wenn sein Gegenspieler den Ball erhält, hebt er mindestens einen Arm, um Würfe oder Pässe zu erschweren. Auch seine Füße sind stets aktiv und bereit, seinem Gegenüber den Weg beim Drive abzuschneiden.


In der ersten Szene demonstriert Beasley, welches Potential er als Verteidiger am Ball aufweist. Er verteidigt den gegnerischen Point Guard ab der Mittellinie und setzt ihn direkt unter Druck. Nach der ersten Unsicherheit des Angreifers setzt Beasley direkt nach, ohne sich dabei schlagen zu lassen oder ein übermotiviertes Foul zu begehen.

Er konzentriert sich eher darauf, Aufbau Berry weiter seine Präsenz spüren zu lassen und ihn damit automatisch den nächsten Fehler begehen zu lassen. Dieser folgt prompt. Beasleys Vorangehensweise ist sehr routiniert und abgebrüht für einen Freshman.

Ähnlich beeindruckend ist die zweite Szene, in der Beasley einen Fastbreak im Alleingang stoppt. Er nimmt geschickt das Tempo des Angreifers auf und stellt sich ihm in den Weg. Durch seine Präsenz will der Ballhandler abdrehen und vergisst den Ball. Beasley schmeißt sich sofort auf das Leder, wie es typisch für ihn ist.

Allerdings muss er noch lernen den richtigen Umgang mit explosiven Scorern zu pflegen. Hin und wieder unterschätzt er gerne mal den schnellen ersten Schritt seiner Gegenspieler und hält nicht genügend Abstand, wie beispielsweise in der dritten Szene gegen Malik Newman.

Dieses Problem schlägt sich auch oft bei Closeouts nieder. In vielen Situationen schafft er es, sich nicht schlagen zu lassen und gleichzeitig den Wurf zu erschweren. Allerdings tritt das Gegenteil momentan noch etwa genauso häufig ein. 

Neben der Frage nach dem richtigen Sicherheitsabstand versucht Beasley auch sehr oft, Pässe abzufangen und gamblet entsprechend. Allerdings sind seine Versuche nicht immer von Erfolg gekrönt und sorgen für einfache Punkte des eigenen Gegenspielers. Ebenfalls problematisch ist die Verteidigung von Screens abseits des Balls.


In der ersten Szene verkalkuliert sich Beasley nicht nur beim Pass, sondern begeht auch direkt den zweiten Fehler im Anschluss. Er foult Paige vollkommen unnötig beim Dreier erlaubt dem Senior dadurch das Vierpunktespiel. 

Die zweite Situation offenbart, dass Beasley nicht nur in Passwegen spekuliert. Sein Gegenspieler erhält den Ball und führt einen Jab Step aus. Beasley geht vorher wohl schon vom Drive seines Kontrahenten aus, sodass der Fake ihn komplett aus der Bahn wirft und Jackson einen offenen Wurf hat.

In der dritten Szene begeht Beasley erneut den Freshman Mistake zu gamblen, während er eigentlich den Pass auf Paige verhindern soll. Seine Fehlerkette beginnt beim Offballscreen. Statt Paige um den Block zu folgen und sich an dessen Fersen zu heften, will Beasley dem Screen aus dem Weg gehen und eine Abkürzung nehmen. Paige liest diese Entscheidung und flaret als Reaktion. Daher kommt der Pass an und Beasley springt ins Leere.

Die letzten drei Closeouts zeigen hingegen, wie gut Beasley diese Situationen lösen kann. Erst schlägt er mit seinen langen Armen seinem Gegenspieler den Ball aus den Händen, anschließend erschwert er einen Eckendreier nach langem Sprint aus der Zone und abschließend zeigt er ein optimales Closeout. Er verhindert den offenen Wurf und bleibt beim Drive vor seinem Gegenspieler.

Ein wichtiges Kernelement, dass Beasley bislang noch nicht sonderlich gut verteidigen konnte, ist das Pick & Roll. Hier bleibt der kräftige Guard zu oft an den Blöcken hängen. Gemessen an seiner Physis sollte er sich besser um die Screens herumkämpfen können. Aus Angst seinen Gegenspieler zu verlieren, tendiert Beasley oft dazu, sich vorher vergewissern zu wollen, woher der Pick kommt. Dieser kurze Moment der Unaufmerksamkeit reicht seinen Gegenspielern oft aus, um ihn düpiert stehen zu lassen:


Bei der Bekämpfung des Pick & Roll sowie Blöcken jedweder Art muss Beasley erst noch beweisen, dass er dem Ruf des exzellenten Verteidigers gerecht werden kann. Hier stellt sich die Frage, ob er sich schlicht an solche Situationen gewöhnen muss und bisher keine ausreichende Ausbildung erhielt. Denn in der Verteidigung der Seminoles kam es häufiger mal zu Missverständnissen aufgrund mangelnder Kommunikation und Absprachen.

Als Teamverteidiger kann Beasley hingegen wieder Pluspunkte sammeln. Für einen Spieler seines Alters und seiner begrenzten Erfahrung liest Beasley verschiedene Situationen sehr gut und hat einige vielversprechende Angewohnheiten.

Eine davon ist beispielsweise, dass er darum bemüht ist, ständig Ball und Gegenspieler gleichzeitig im Blick zu haben. Dadurch kann er sich auf Veränderungen schneller einstellen als die meisten anderen Verteidiger.


Auf den ersten Blick scheint die erste Sequenz nicht allzu spektakulär zu sein, doch der Eindruck täuscht. Beasley demonstriert alle wichtigen Eigenschaften, die einen guten Teamverteidiger ausmachen, innerhalb eines einzigen Ballbesitzes. Beasley rotiert zunächst als Helpsideverteidiger auf die Korb-Korb-Linie. Mit dem Pass in die Mitte sprintet er jedoch ins Deny und verhindert den Pass auf seinen Gegenspieler.

Nachdem der Ball wieder auf die Seite wandert, rotiert Beasley erneut in die Zone und verhindert den Lobpass auf den Big Man. Dabei behält er auch sein eigenes Matchup immer im Auge und ist am Ende des Angriffs bereit zum Boxout.

Auch in der zweiten Situation rotiert Beasley richtig und fängt den Kickout Pass in die Ecke ab. Anschließend rettet er den Ball vor dem Aus.

Beasley ist ein hervorragender Verteididger auf College Niveau, der die richtigen Anlagen mitbringt, um auch mal in der NBA ein exzellenter Verteidiger zu werden. Dafür muss er aber noch viele Fehler abstellen und an Erfahrung sammeln. Sein Verhalten bei der Blockverteidigung - egal ob direkt oder indirekt - ist noch ausbaufähig. Zudem geht er in vielen Situationen noch ein zu hohes Risiko ein und kostet seinem Team dadurch Punkte.

Insgesamt ist Beasley ein Kandidat für eine Rolle als 3-and-D-Spieler in der NBA. Bei beidem hat Beasley Potential angedeutet, das er in den kommenden Jahren bestätigen muss. Ergänzend dazu wäre Beasley gut beraten, seine Fehlerquote an beiden Enden des Feldes drastisch zu reduzieren, was sich aber mit steigender Erfahrung automatisch ergeben sollte. Gerade offensiv wäre es jedoch auch hilfreich, wenn Beasley seine Aufgaben noch stärker verinnerlichen und erstmals nichts außerhalb dieses Betätigungsfeldes versuchen würde.

Im besten Fall wäre dann eine ähnliche Entwicklung möglich wie bei Wesley Matthews, dem er in Statur und Anlagen sehr ähnelt.