22 Juni 2016

22. Juni, 2016


Die alte Rookie-Garde wurde eben erst ausgezeichnet, da steht eine brandneue bereits in den Startlöchern. In knapp einem Monat geht für 60 Talente ein Lebenstraum in Erfüllung, wenn sie Commissioner Adam Silver in der NBA willkommen heißt. Wir behalten eine unserer liebsten Traditionen hier bei NBACHEF bei und checken im Vorfeld die verheißungsvollsten Talente des Jahrgangs... in unseren patentierten Draft Spotlights.

von AXEL BABST @CoachBabst

Der bisherige Werdegang von Kris Dunn entspricht keinesfalls den üblichen Pfaden, auf denen die Karrieren potentieller Lottery Picks bis zu ihrer Auswahl im Draft ihren Lauf nehmen. Zwar war Dunn ein Highschool All American, doch auf dem Radar der ganz großen Universitäten war der Guard dann doch nicht.

UConn bot ihm ein Stipendium an, da Dunn in Connecticut aufgewachsen war. Doch dieser wollte lieber für Ed Cooley spielen und war bereit dafür sogar das Trikot der kleinen Fairfield University überzustreifen. Dann wechselte Cooley jedoch nach Providence und Dunn zog mit ihm.

Der Einstieg in seine College Karriere verlief jedoch nicht optimal, da er direkt die ersten neun Partien aufgrund einer Schulterverletzung verpasste. Doch selbst nach seiner Rückkehr konnte Dunn sein Potential maximal andeuten. Er spielte abseits des Balls und musste Edelscorer Bryce Cotton bei der Arbeit zusehen. Nach dessen Abgang im Folgejahr sollte Dunn das Team als Sophomore übernehmen.


Zu Saisonbeginn meldete sich allerdings die Schulter wieder und nach eingehenden Untersuchungen wurde Dunn operiert, weswegen er den Rest der Saison verpasste. Entsprechend eingerostet präsentierte sich Dunn als Junior in der Saison 2014/15 während der ersten Spiele. Doch nach einer gewissen Anlaufphase konnte Dunn endlich sein ganzes Potential andeuten und sogar größtenteils abrufen. Gegen Ende des Jahres galt der Playmaker sogar als relativ sicherer Lottery Pick im Draft 2015. Er entschied sich zur allgemeinen Überraschung gegen eine Anmeldung und kehrte für seine Senior Saison zurück.

In der vergangenen Saison stand Dunn von der ersten Sekunde an unter Beobachtung. Denn das insgesamt sehr schwach und dünn besetzte Team der Friars schien kein Tournament Kaliber aufweisen zu können. Für Dunn bot sich also die Chance seine Qualitäten als Anführer unter Beweis stellen zu können.

Diese ließ er nicht ungenutzt verstreichen. Providence erreichte teilweise eine Top10 Bewertung in den wöchentlichen Power Rankings. Auch wenn diese Platzierungen nur wenig Aussagekraft im Allgemeinen haben und speziell in der letzten Saison eigentlich gar keine hatten, wäre diese Vorstellung vor der Saison vermutlich undenkbar gewesen. Im Tournament konnten sie sogar die erste Runde überstehen und hielten gegen den späteren Finalisten North Carolina trotz körperlicher Unterlegenheiten lange gut mit.

Im Angriff ist Dunn am besten in der Rolle des Playmakers aufgehoben. Zentrales Element bei seiner Art der Spielgestaltung ist das Pick & Roll. Er kann es auf verschiedene Arten zu seinem und dem Vorteil seiner Mannschaft nutzen, wie die folgenden Videos zeigen werden.


In erster Linie hat Dunn seine Pass-First-Mentalität beibehalten, obgleich er sich als Scorer stark verbessern konnte. Dunn hat eine ordentliche Courtvision und sieht viele Mitspieler und Situationen, die dem durchschnittlichen Aufbauspieler seines Alters entgehen. Das liegt zum einen an seiner exzellenten Größe, die es ihm erlaubt, über seine Verteidiger hinweg zu gucken. Zum anderen behält er stets den Kopf oben und sucht gezielt nach dem freien Teamkameraden.

Er kann auf verschiedene Passvarianten zurückgreifen und dadurch eigentlich jeden Spot auf dem Feld erreichen, den er als Ziel ausgemacht hat. Er spielt Pocket- oder Lobpässe auf die abrollenden Bigs und entscheidet geschickt, welche Option die bessere ist. Crosscourt-Pässe zu den Schützen auf die Weakside kann Dunn als Reaktion auf eine stark absinkende Helpside ebenfalls präzise an den Mann bringen. Zusätzlich bringt Dunn mit No-Looks und Lookaways auch eine gewisse Würze in seine Aktionen.


Größter Profiteur von Dunns Passfähigkeiten war Ben Bentil, der sich im Vergleich zu seiner Freshman Saison extrem steigern konnte und ein Skillset mitbrachte, das sich mit dem von Dunn perfekt ergänzte. Der schussstarke und physische Big stellte harte Screens und konnte sich als effizienter Scorer entpuppen.

In der ersten Szene zieht Dunn zwei Verteidiger auf sich und findet Bentil nach dem Short Roll. Situationen, in denen Dunn als Passgeber besonders gefährlich ist, sind zwei aufeinanderfolgende Ballscreens oder auch direkte Blöcke, nachdem er zuvor Schwung aus indirekten Blöcken aufnehmen konnte.

In der vorletzten Szene findet Dunn Bentil beispielsweise unter dem Brett nach dem zweiten Screen. In solchen Situationen ist die Defense oft unorganisiert und Dunn nutzt solche Schwächen sofort aus. Der Lobpass in der letzten angführten Aktion resultiert aus einem Offballscreen, den Dunn gut liest und aus dem er direkt Tempo aufnimmt.

Als Scorer kann Dunn vor allem schwache Bigs attackieren. Sind diese zu langsam oder nicht vorsichtig genug, kann Dunn das Pick & Roll zum Split nutzen und lässt selbst schnelle Crossover auf engstem Raum und unter höchster Bedrängnis leichtfüßig aussehen. Diese Eleganz in den Aktionen erreicht bisher kein anderer Guard des Jahrgangs.

Doch selbst wenn die Defense ihre Aufgaben sorgfältig erledigt oder Dunn sich einem zweiten Guard gegenübersieht, hat Dunn selten Probleme, in die Zone vorzustoßen. Sein erster Schritt und sein Crossover sind nicht zu verteidigen. Gerade bei letzteren handelt es sich nicht nur um schnöde Handwechsel. Die Reichweite zwischen den Händen ist sehr groß und das Dribbling hart und schnell. In Kombination mit seinem schnellen ersten Schritt ist er daher selten zu halten.


In der ersten Szene schlummert Dunn die Verteidigung mit einem kurzen Hesitation Dribbling ein. Dadurch denkt der Verteidigers des Blockstellers, dass die Situation unter Kontrolle ist und er wieder zu seinem eigenen Matchup zurückkehren kann. Genau als das jedoch passiert, schaltet Dunn wieder in den Angriffsmodus und zieht blitzschnell zum Brett.

In der zweiten Situation schlägt er einen Guard mit seinem schnellen Crossover und zieht dadurch das Foul. In den letzten beiden Situationen splittet er wie bereits angedeutet die Verteidiger beim Pick & Roll. Seine Körperkontrolle beim Crossover und auch beim Abschluss ist atemberaubend. So schnell und flüssig vom ersten Richtungswechsel beim Crossover zum zweiten Richtungswechsel beim Finger Roll überzugehen, ist ein Naturtalent, das nur sehr bedingt antrainiert werden kann.

Um genau solche Drives verhindern zu können, tendierten viele Teams dazu, dass Dunn den Raum zum Wurf aus dem Dribbling zu gestatten und den Verteidiger am Ball unter dem Block entlang gehen zu lassen. Gerade hier zeigte sich Dunn immer wieder wackelig. Seine Ausbeute variierte von Spiel zu Spiel. Gute Indikatoren zur Tagesform sind daher die ersten Würfe. Trifft er diese, kann Dunn durchaus seinen Touch über das Spiel konservieren.

Doch selbst wenn Dunn diese Würfe trifft, sind seine Gegner geneigt solche Punkte in Kauf zu nehmen, da sie viel leichter zu verkraften sind und weniger Verwirrung stiften als seine Drives.


Während der erste Wurf nicht sein Ziel trifft, sieht er technisch auch einigermaßen sauber aus und gehört sicher zu den besseren Ausführungen, die Dunn aufbieten kann. In der zweiten Situation beim Midrange Pullup ist Dunn nicht unter Kontrolle. Er bleibt lange in der Luft stehen, um sein Ziel besser anvisieren zu können, verliert dadurch jedoch seine Power. Gegen Ende der Bewegung dreht er seine rechte Hüfte nach vorne, um den Krafteinsatz zu korrigieren.

Anschließend nimmt Dunn beide Male einen schwierigen Jumper mit den Füßen auf der Dreierlinie. Zwar ist der erste Wurf drin, dennoch gerät er da bereits in Rücklage, was sich beim zweiten Mal dann rächt, weswegen der Wurf zu kurz ist.

Neben solch fragwürdiger Würfe tendiert Dunn auch dazu, leichtsinnige Turnovers zu produzieren. Im P&R forciert er schwierige Pässe oder ist gedanklich schon einen Schritt weiter als seine Mitspieler. Außerdem geht er bei seinen Splits oft ein hohes Risiko, was sich nicht immer rentiert. Gerade bei fußlahmen Bigs hat Dunn die Neigung, deren schnellen Hände zu unterschätzen.


In der ersten Situation nimmt Dunn ohne Druck den Ball auf und bringt sich dadurch selber in die Bredouille. Sein Pass auf den relativ weit entfernten Spieler in der Ecke ist dann ein vorprogrammierter Turnover. In der zweiten Situation feuert Dunn einen Pass in die Zone, mit dem Bentil nicht rechnen kann, da er den Ball spät sieht und noch keine gute Position innehat. Dunn sollte hier einen Moment länger warten und nicht in die Trickkiste greifen.

In den letzten Situationen zeigt Dunn seine Nachlässigkeiten. Zunächst nimmt Dunn wieder den Ball auf, obwohl sein Passziel noch gar nicht auf der Position ist, wo es sein sollte. Erst in der Luft merkt Dunn, dass die Verteidigung auf das Play vorbereitet ist und den Pass abfangen kann. Fairerweise sollte man sagen, dass Providence hier gerade aus einer Auszeit kommt und das Play genauso aufgezeichnet wurde.

Dass Dunn diesen Pass spielen will, sollte ihm nicht zum Nachteil auslegt werden, da er nur die Vorgaben des Coaches umsetzt. Eher das Timing und das blinde Vertrauen sind hier zu kritisieren. In der letzten Situation lässt sich Dunn vom Big im Pick & Roll viel zu leicht den Ball aus den Händen nehmen.

Nicht nur im Pick & Roll tendiert Dunn zu schlechten Entscheidungen und Ballverlusten. Zu oft versucht Dunn auf Teufel komm raus eine gute Aktion zu erzwingen. Drives gegen mehrere Gegenspieler in eine überfüllte Zone sind durchaus ein gewohntes Bild.

Ähnliches lässt sich bei Dunns Pässen beobachten. Hin und wieder will er zu viel Show in einen Pass reinpacken. Statt einen einfachen oder naheliegenden Pass zu spielen, will Dunn lieber die Verteidigung auch noch schlecht aussehen zu lassen. Dadurch kommen die Zuspiele oft nicht an.


In der ersten Szene dribbelt Dunn in die Zone, obwohl sich dort noch alle fünf Verteidiger in der Zone befinden. Auch das Spacing der Mitspieler ist nicht sonderlich gut, weshalb er eigentlich keine Passoptionen hat. Dennoch rast der Guard mit vollem Tempo in die Zone und lässt sich von der Defense den Ball aus der Hand schlagen. Nachfolgend kommt eine beispielhafte Szene, in der Dunn einen ungenauen Pass spielt und seinem Team dadurch zwei Punkte kostet. 

Neben dem inkonstanten Entscheidungsverhalten ist der Wurf - speziell der Dreier - weiterhin das große Fragezeichen in der Offense des Spielmachers. Zwar trifft er mittlerweile 37 Prozent seiner Distanzwürfe und streut auch durchaus Treffer aus der NBA Range ein, allerdings muss sich erst noch zeigen, ob diese Entwicklung von Dauer ist.

Technisch variieren die Würfe noch sehr stark. Dunn gerät immer noch oft in Rücklage bei seinen Würfen. Dadurch sind sie flach oder er muss mit den Armen nachkorrigieren. Ob er das auf Dauer in der NBA kompensieren oder sogar abstellen kann, wird sich zeigen müssen.


Besonders die erste Szene unterstreicht die Relevanz, die ein guter Wurf für Dunns Spiel hätte. Dunns Verteidiger will unter dem Screen abseits des Balls gehen, da er dessen Wurf nicht respektiert. Der Guard nutzt den Screen daher nicht und bestraft den Verteidiger mittels getroffenem Dreier für den abgekürzten Weg. Trifft er solche Würfe nicht, können seine Bewacher weiterhin unter den Screens lang gehen und Dunn viele Optionen wegnehmen.

Im Catch-and-Shoot ist Dunn hingegen wesentlich sicherer geworden. Er hat eine gute Balance und bringt den Ball in einer flüssigen Bewegung im Korb unter. Aus dem Dribbling wirkt er jedoch nach wie vor sicherer und entwickelt einen besseren Rhythmus.

Gerade im Eins-gegen-Eins ist der Wurf aus dem Dribbling ein wichtiges Stilmittel, das Dunn zuletzt immer häufiger und selbstsicherer einsetzte. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass seine Verteidiger oft einen Schritt Abstand halten, um seine Drives zu verhindern, ist für ihn ein sicherer Wurf aus dem Dribbling unerlässlich. Selbst sein starker Crossover kann ihm sonst auf hohem NBA Niveau nicht den Abschluss garantieren, den er haben will.

Gegen kleinere Guards kann Dunn auch mal ins Postup gehen. Hier fehlen ihm zwar noch Stabilität und Moves, um wirklich als potenter Scorer bezeichnet werden zu können. Doch das kompensiert er momentan mit seinem guten Timing, seiner Körperkontrolle und seiner Athletik. Selbst in der NBA sollte er Lobpässe fangen und vor dem Aufkommen auf dem Boden im Netz unterbringen.


In den drei aufeinanderfolgenden Postups wird deutlich, wie körperlich überlegen Dunn seinen Gegenspielern am College war. Solche Szenen gehörten zum Alltag und wurden gerne mehrfach pro Spiel ausgeschlachtet.

Beeindruckend sind vor allem die letzten beiden Isolations, in denen Dunn seinem Verteidiger keine Chance lässt. Zunächst zeigt er mal wieder seinen extrem schnellen Crossover samt ersten Schritt. Gekrönt wird dieser Drive durch einen starken Abschluss in der Zone trotz Kontakt. Im Anschluss hält der Verteidiger einen gewissen Sicherheitsabstand und Dunn ist in der Lage, seinen Pullup zum Sieg zu treffen.

Nach wie vor am wohlsten fühlt sich der Aufbauspieler, wenn er im vollen Sprint von der einen Seite des Spielfelds zur anderen rasen und einen Verteidiger nach dem anderen austanzen kann. Dunns ist meist nur noch durch Fouls zu stoppen, sofern er nicht zu schnell für sich selber wird. Dann vergisst er den Ball oder trifft schlechte Entscheidungen.

Doch auch hier war zuletzt ein gewisser Reifeprozess zu beobachten und seine Ausbeute war entsprechend höher. Er behält das komplette Spielfeld im Blick, während er auch gerne mal zwei Gegenspieler auf einmal schlägt. Ob er letztlich den Schützen in der Ecke, den Rimrunner am Korb oder doch den eigenen Abschluss vorzieht entscheidet er in Bruchteilen von Sekunden.


Gerade mal 4,5 Sekunden braucht Dunn in der ersten Szene, um nach dem Korberfolg der Golden Eagles selber scoren zu können. Genau dieses Umschaltverhalten baut eine Menge Druck auf gegnerische Verteidigungen auf. Nicht mal nach eigenen Körben können sich Gegner sicher sein, dass sie den Point Guard im Griff haben.

Weitere Szenen unterstreichen Dunns Fähigkeit, zwei Verteidiger gleichzeitig per Crossover, Richtungswechsel oder einfach durch seine Geschwindigkeit überrumpeln zu können. Als Ballhandler hat Dunn immer sofort den Kopf oben und passt den Ball meist zum frühstmöglichen Zeitpunkt.

Offensiv bringt Dunn also eine Menge Potential mit und hat immer wieder Aktionen in der Hinterhand, die den Beobachter zum Zungeschnalzen bringen können. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr von solchen Highlights blenden lassen. Dunn muss erst noch die nötige Konstanz an den Tag legen, um wirklich in der NBA bestehen zu können.

Gerade bei seinem Entscheidungsverhalten merkt man ihm einfach an, dass er viel Zeit auf dem Court verpasste und damit in seiner spielerischen Entwicklung gehemmt wurde. Für einen jungen Guard ist diese fehlende Spielpraxis natürlich Gift. Daher sollte sich Dunn trotz seines Alters noch weiterentwickeln können. 

Ein zweiter Knackpunkt ist der Wurf. Kann er seine Quoten aus den letzten beiden Collegejahren stabilisieren und Verteidiger zu ernsthafter Verteidigung zu zwingen, entfalten seine Stärken ganz andere Wirkungen und sein Einfluss auf das Spiel der ganzen Mannschaft wird größer.

Für die Defensive bringt Dunn exzellente körperliche Voraussetzungen mit. Er ist groß, schnell auf den Beinen und hat extrem flinke Reflexe. Dank seiner Spannweite und seiner guten Antizipationsfähigkeiten fängt er viele Pässe ab. Auch als Shotblocker kann er in Erscheinung treten.

Am Ball und in der Pick & Roll Defense ist Dunn ebenfalls eine Pest. Er setzt den ballführenden Spieler enorm unter Druck und muss dabei nicht wirklich befürchten, direkt geschlagen zu werden, wenn er mal ein wenig zu viel Aggressivität an den Tag legt. Dafür sind seine Reaktionen zu gut und seine Füße zu schnell.


In der ersten Szene fängt er einen telegraphierten Pass durch die Zone ab und schaltet direkt in den höchsten Gang im Angriff. Anschließend setzt er seinen Ballhandler so unter Druck, dass er am Ende nur noch den Ball vom Boden aufheben und schnell genug zum Korb maschieren muss.

Beim Block gegen Arizonas Kadeem Allen muss Dunn nocht nicht mal vom Boden abheben, um die zwei Punkte zu verhindern. In der vorletzten Szene wird auch deutlich, wie Dunn selbst mit Kleinigkeiten den Gegner an leichten Würfen hindert. Nach dem Pass seines direkten Gegenspieler sinkt Dunn ein wenig ab und zwingt dadurch Shooter York zum Zwischendribbling, durch den er seinen Rhythmus verliert.

Bei all dem Potential und den guten Instinkten, die Dunn mitbringt, sollten jedoch seine Aussetzer nicht außen vor gelassen werden. Immer wieder hat der Guard mit Foulproblemen zu kämpfen, die er teils selber durch vermeidbare Fehler verursacht. Besonders tragisch ist dann oft, dass er seine guten Anlagen überhaupt nicht einbringen kann, da er viel zu sehr darauf bedacht ist, weitere Fouls zu vermeiden.


Das Foul ist ein wunderbares Beispiel für solch unnötige Vergehen. Providence hat sich gerade wieder herangekämpft und erstmals wieder den Ausgleich erkämpfen können. Dunn begeht jedoch fast an der Mittellinie ein Foul, weil er unbedingt die Intensität hochhalten und den Führungswechsel erzwingen will. Genau solche Fouls können sich jedoch am Ende einer Partie ganz schnell rächen.

In der zweiten Szene wird dann auch deutlich wie. Die Nummer drei der Friars verteidigt im Pick & Roll am Ball. Er kommt problemlos über den schlecht gestellten Screen, allerdings reißt er anschließend die Arme hoch, um den Schiedsrichtern zu signalisieren, dass er nicht reingreift und auch sonst keinen Kontakt verursacht. Dadurch verlagert sich sein Körperschwerpunkt automatisch zu weit nach oben und er muss seinen Gegenspieler passieren lassen.

Dunn muss also noch lernen, seine hervorragenden Anlagen in die richtigen Bahnen zu leiten und sich nicht zu leichtsinnigen Fehlern hinreißen zu lassen. Gelingt ihm das, hat er durchaus das Potential zum Edelstopper in der NBA zu mutieren.

Die Kombination aus Athletik, Courtvision und Ballhandling lassen immer wieder Vergleiche mit John Wall aufkommen. Das ist jedoch der absolute Best Case Vergleich, der nicht sonderlich wahrscheinlich ist. Wall war als Freshman spielerisch in vielen Bereichen schon weiter und noch einen Tick athletischer.

Trotz dieser Athletik war er bereits als Freshman sehr oft unter Kontrolle und wirkte sattelfester bei seinen Entscheidungen. Dunn muss erst noch beweisen, dass er sich als Starter etablieren kann, bevor er mit Allstars verglichen werden sollte.