20 Juni 2016

20. Juni, 2016


Die alte Rookie-Garde eben erst ausgezeichnet, steht eine brandneue bereits in den Startlöchern. Am 23. Juni geht für weitere 60 Youngster ein Lebenstraum in Erfüllung, wenn sie Commissioner Adam Silver in der NBA willkommen heißt. Wir behalten eine unserer liebsten Traditionen hier bei NBACHEF bei und checken im Vorfeld alle Talente dieses Jahrgangs... in unseren patentierten Draft Spotlights.

von AXEL BABST @CoachBabst

In der Ära von One-and-Dones und Freshman in Führungsrollen von jungen Teams zu sprechen, wird in der NCAA inflationär oft getan. Bei den Washington Huskies war das Attribut "jung" vielleicht sogar leicht untertrieben. Von den zehn Rotationsspielern sammelten sieben ihre ersten Collegeerfahrungen als Freshmen. Vier standen dabei in der Starting Five.

Einer davon war Dejounte Murray. Der aus Seattle stammende Highschool Star des Staates Washington konnte für seine Heimatuni auf Anhieb als Scorer und elektrisierender Transition Spieler für Furore sorgen. Dass von ihm und seinen Teamkameraden erst relativ spät während der Saison wirklich Notiz genommen wurde, lag vor allem an den vielen unbekannten Namen und den geringen Erwartungen an eine solch unerfahrene Mannschaft.

In der Tat war die Saison der Huskies nicht wirklich von Erfolg gekrönt, doch in vielen Hinsichten außergewöhnlich entwickelten sich die Matches des Teams regelmäßig zum Spektakel. Die jungen Wilden versuchten ihre unbekümmerte Art und ausgesprochen ausgereifte Athletik am liebsten im Fastbreak einzusetzen. Tempo und Highlights am Fließband waren garantiert. Zumindest solange, bis die Freshmen sich zu unnötigen Fouls hinreißen ließen und damit den Fluss des Spiels komplett zum Erliegen brachten.

Washington spielte die zweithöchste Pace der NCAA (nach den immer pressenden Citadel Bulldogs), begingen die drittmeisten Fouls pro Spiel, switchten defensiv jedes Pick & Roll unabhängig von Position & Größe der Beteiligten und dürften die NCAA in der Kategorie Dunks angeführt haben.


Murray selbst kam dieser Spielstil sehr entgegen. Er selber konnte in diesem schnellen System, in dem Fehler auch mal in Kauf genommen wurden, aufblühen und seine Natur ausleben. Im Fastbreak sammelte er Punkte und Assists und unterstrich sein Bewegungstalent und seine Skills mit dem Ball. Da konnte er es auch verkraften, dass die Huskies nicht am Tournament teilnahmen und sich stattdessen mit dem NIT begnügen mussten.

Je schneller das Spiel wird, desto wohler fühlt sich Murray auf dem Spielfeld. Für den Schnellangriff ist Murray exzellent ausgestattet. Er beschleunigt seinen drahtigen Körper auf kurzen Distanzen sehr schnell. Dabei ist es egal, ob er selber das Leder nach vorne treibt oder eher die Außenspur besetzt und auf den langen Pass des Mitspieler wartet.

Ist er der Ballhandler nimmt er auch relativ früh den Kopf nach oben und ist bereit, seine gut positionierten oder ihren Gegenspielern enteilten Teamkameraden in Szene zu setzen. Bei seinen Pässen ist der Guard zwar gelegentlich noch zu verspielt, doch diese Unberechenbarkeit kann gleichzeitig auch den Verteidigern ihre Aufgaben erschweren und sie sogar gänzlich aus der Sequenz ausschließen. Rechnen sie nicht mit wilden No-Looks oder Behind-the-Back-Pässen, überrumpelt Murray diese Verteidiger.

Bei seinen Abschlüssen ist Murray nicht weniger trickreich. Jump-Penetrations, Euro-/Sidesteps oder Floater gehören zum Repertoire des quirligen Außenspielers. Vorzugsweise nutzt Murray schlicht seine Schnelligkeit, um allen Beschützern des gegnerischen Korbs davon zu rennen und den Ring krachend zur Erschütterung zu bringen.


Bezeichnend ist der erste Pass des Zusammenschnitts. Murray verzichtet auf den eigenen Abschluss und bedient den mitgelaufenen Chriss mit einem Behind-the-Back-Pass. Genau diese Art von Verspieltheit und Showelementen riefen bei Beobachtern der Huskies zu gleichen Teilen Verzückung und Verärgerung hervor.

Dass Murray aber durchaus auch den einfachen Pass spielen kann, beweisen andere Szenen, in denen er seine Mitspieler im richtigen Moment mit dem richtigen Anspiel bedient. Eine Assistgarantie war dies jedoch nicht, da viele Teamkameraden gerne mal Probleme hatten, den einfachen Weg beim Abschluss zu erkennen und nicht über die brachiale Gewalt eines Chriss verfügten.

Bei seinen Abschlüssen weicht Murray oft noch Kontakt aus, weil er angesichts seiner dürren Statur einfach nicht in der Lage ist, mit härteren Schubsern fertig zu werden und er dann oft im Aus landet. Seine Konterbewegungen sind zwar kreativ, allerdings fehlen ihm noch Explosivität und Raumgewinn, weshalb er meist doch leichten Kontakt zu spüren bekommt. Zudem ist er aufgrund des hohen Tempos oft nicht ausbalanciert.

Auch im Halbfeld zeigen solche Probleme ihre Auswirkungen. Selbst wenn Murray sich eine freie Bahn zum Korb erkämpfen kann, indem er seinen großen ersten Schritt einsetzt, kostet ihn das oft seine Balance. Dadurch gerät er bei seinen letzten Schritten vor dem Abschluss ins Straucheln oder hat nicht mehr genug Power, um dem Helpside-Verteidiger genug Power entgegen zu setzen.

Sehr gerne nutzt Murray daher seine Floater, Runner und Counter Moves. Solange er diese mit der rechten Hand abschließen kann, haben sie auch eine ganz gute Chance im Korb zu landen. Hier sind seine enorme Größe und seine ausgeprägte Spannweite für einen Guard oft von Vorteil, da er einfach über den eigenen Gegenspieler oder die ausgestreckten Arme des helfenden Verteidiger werfen kann.


Der zweite und dritte Abschluss des Clips sind Beispiele für solche alternativen und zum Teil unkonventionellen Finishes. Zunächst variiert Murray geschickt das Tempo, um anschließend den Ball mit einem großen Sprung an seinem eigenen Verteidiger vorbei zu schleusen.

Gegen die Hilfe nutzt er den Ring geschickt als Blockschutz und behält dabei die Kontrolle über den eigenen Körper. Sein Runner über das Brett mit der rechten Hand ist nicht zu verteidigen, da Murrays Bewacher kleiner ist und mit einem solchen Wurf in dem Moment nicht zu rechnen scheint.

Besonders bei Closeouts wird deutlich, wie wichtig der erste Schritt für Murrays Spiel ist. Er nutzt das Tempo des Verteidigers sehr geschickt gegen ihn und attackiert mit dem langen ersten Schritt in der Regel den richtigen Fuß. Deshalb hat er bereits nach dem ersten Dribbling einen ausreichenden Vorsprung.

Grundlage für ein hohes Tempo beim Closeout ist jedoch die Notwendigkeit, den Wurf verteidigen zu müssen. An diesem Punkt kommen bei Murray Probleme auf. Er zögert zwar nicht, auch mal einen Wurf zu nehmen oder aus dem Dribbling hoch zu gehen, wenn die Verteidigung zu weit absinkt, was prinzipiell in Ordnung ist, da die Verteidiger ihn sonst überhaupt nicht ernstnehmen. Allerdings ist dieser Abstand nicht unbegründet.

Murray ist bestenfalls ein inkonstanter Werfer. Er lässt hin und wieder sein Talent beim Wurf aufblitzen, schafft es jedoch nicht seine Technik aufrecht zu erhalten. Momentan sieht fast jeder Wurf noch anders aus als der vorangegangene. Mal lässt er den Wurfarm stehen, mal nicht. Mal klappt er das Handgelenk sauber ab, mal nicht. Mal nimmt sind Arm-und-Bein-Bewegung gut koordiniert, mal nicht. Das wird den Verbesserungsprozess verschleppen und eine harte Geduldsprobe für Murray darstellen.


In der ersten Szene wird zudem deutlich, dass Murray einen relativ langsamen Wurf hat, weshalb er trotz seiner Größe und Länge immer Gefahr läuft, geblockt zu werden. Bei vielen anderen Catch-and-Shoot-Jumpern lässt Murray seinen Wurfarm sehr lange stehen und verzieht das Handgelenk zu rechten Seite, was ein Indiz dafür ist, dass er selber kein gutes Gefühl beim Wurf hatte und nachkorrigieren wollte.

Bei Würfen aus dem Dribbling tendiert Murray in besonderem Maße dazu, in Rücklage zu werfen und seine Jumper dadurch jedes Mal zu einer Art Fadeaway verkommen zu lassen. Wie es optimal aussieht, zeigt der letzte Wurf, indem endlich alle Komponenten einigermaßen gut ausgeführt und zu einem ansehnlichen Dreier zusammengefügt werden.

Ein ordentlicher Wurf würde Murray viele Möglichkeiten im Halbfeld eröffnen und in erster Linie mehr Platz für seine Drives garantieren. Dass seine Gegenspieler im Moment noch einen Sicherheitsabstand halten können, schlägt sich besonders im Pick & Roll negativ nieder.

Wo andere Guards einfach grazil in die Luft springen und ihren fußlahmen Verteidiger mit einem Pullup Jumper bestrafen, muss Murray andere Wege finden, die Defense zu knacken. Seine Kreativität ist in dieser Hinsicht beachtlich, doch selbst wenn er mit seinen Tempo-/Richtungswechseln und seiner Athletik eine andere Lösung findet, kostet ihn das in jedem Fall Zeit und Energie. In der NBA wird ihm die Zeit dafür nicht gegeben und die fehlende Energie wird ihm in anderen Bereichen schlagartig fehlen. 

Auffällig ist zudem, dass Murray mit beiden Händen zum Korb ziehen kann, doch gerade im Abschluss unter höchster Bedrängnis noch sehr seiner stärkeren rechten Hand vertraut. Haben seine Verteidiger diese Masche durchschaut, wird es für ihn schwer, gute Layups in Ringnähe kreieren zu können.


Gegen das konsequente Untergehen der Blöcke seitens der Verteidiger hat Murray momentan drei Strategien. Erstens versucht er am liebsten die beiden Verteidiger zu splitten. Hier setzt er darauf, dass der Verteidiger des Blockstellers einen gewissen Sicherheitsabstand lässt, wodurch eine Lücke zwischen ihm und dem Screener entsteht.

Dadurch dass der Verteidiger nicht über den Block geht und diese Lücke schließt, kann Murray situativ tatsächlich seine Schnelligkeit zum Split verwenden. Hier kommt jedoch oft wieder das Problemen der schwachen Finishes gegen Kontakt auf.

Zweitens nutzt er den Block nochmal als Rescreen, wodurch der Verteidiger nicht mehr in seinem Radius ist und Murray zumindest seine Floater anbringen kann. Idealerweise entsteht bei den Verteidigern derart Konfusion, dass Murray sogar bis zum Brett vorstoßen kann. Drittens versucht er hin und wieder den Pullup, der jedoch selten so sicher fällt wie in der letzten Szene.

Im Pick & Roll schaut Murray nicht nur auf seinen eigenen Abschluss, sondern versucht auch, seine Mitspieler zu bedienen. Diese Einstellung ist löblich, allerdings hapert es noch oft an der Umsetzung. Murray hat noch kein gutes Gespür dafür, wann er einen Pass spielen sollte und welche Passart am sinnvollsten wäre.

Hinzukommt, dass Murrays Pässe noch nicht hart und präzise genug sind, selbst wenn er die richtige Idee hat. Deshalb ist Murray in solchen Situationen immer sehr stark gefährdet, Ballverluste zu verursachen.


Ein Beispiel für ein solch lasches Zuspiel wäre der zweite Passversuch im Video. Murray entscheidet sich richtigerweise für den Lobpass auf den überaus athletischen Dime. Allerdings passen weder Timing noch Präzision des Passes, weshalb die Huskies fast den Ball verlieren.

Symbolcharakter hat vor allem die längere letzte Sequenz. Auch wenn das Resultat am Ende stimmt, wirkt es eher wie ein Zufallsprodukt und hat kaum die Eloquenz einer gewollten Aktion. Murray verliert beim ersten Passversuch den Ball, hat Glück, dass er sich im zweiten Anlauf nicht verdribbelt und findet dann erst im letzten Moment den freien Mitspieler am Brett. Die Dauer und die vielen glücklichen Wendungen dieses Angriffs werden in der NBA nicht zu tollerieren sein.

Daher muss Murray dringend sein Ballhandling verfeinern. Denn gerade hier wird sich der Unterschied zwischen NCAA und NBA bemerkbar machen. Bereits in der NCAA leistete sich Murray zu viele Ballverluste. Sein Entscheidungsverhalten wird er nicht von jetzt auf gleich ändern können, weswegen er die anders verursachten Turnovers abstellen muss. Ein verbessertes Ballhandling mit härtere Dribblings und sicherer Ballkontrolle wären hier die ersten Maßnahmen.


In der ersten Szene lässt sich Murray ganz einfach den Ball aus der Hand schlagen, weil er viel zu lax mit dem Ball umgeht und nicht damit rechnet, dass ihm ein Verteidiger nach dem Spielgerat trachten könnte. In der zweiten Szene ist er der Verursacher des Moving Screens, da er nicht lange genug wartet, bis sein Mitspieler Dickerson beim Block wirklich steht. Zwar könnte man auch Dickerson dafür kritisieren, dass er nicht schnell genug in Position kommt und sich zu lange bewegt, doch Murray muss darauf ein Auge haben und die Ruhe bewahren.

In den letzten beiden Situationen trifft Murray vor allem schlechte Entscheidungen und ist nicht stark genug mit dem Ball. Zuerst will er nach dem Curl einen Bodenpass auf einen der athletischsten Bigs der NCAA spielen, der dazu noch auf den Füßen des Blockstellers landet. In der zweiten Szene braucht Murray zu lange, um sich für eine Aktion zu entscheiden und passt wieder nicht auf den Ball in seinen Händen auf.

Murray bringt viele Anlagen mit, um ein dynamischer Scorer und Playmaker werden zu können. Allerdings wird er sehr viel Zeit und einen optimalen Entwicklungsverlauf brauchen, um eines Tages als solcher in der NBA durchgehen zu können. Murray muss sich körperlich entwickeln, um ein besserer Finisher zu werden.


Er muss sein Ballhandling, seinen Wurf und sein Passqualität verbessern, will er dauerhaft in die Zone vordringen können und seine freien Mitspieler bedienen. Gerade der Wurf wird einige Überstunden in der Halle erfordern, um auf ein stabiles Niveau gebracht werden zu können. Bei seinem Ballhandling gilt es zu differenzieren. Bereits jetzt hat Murray schon Crossover auf Lager, die wenige andere Spieler in diesem Draft aufweisen können. Allerdings hat er gerade unter Bedrängnis einfach noch Schwierigkeiten, den Ball wirklich zu kontrollieren.

Neben diesen genannten Aspekten, die in erster Linie Trainingsfleiß in der Halle erfordern, ist es für Murray elementar wichtig, dass er möglichst viele Entscheidungen in Spielsituationen treffen muss. Denn nur so wird er sein Entscheidungsverhalten grundlegend verbessern können. Zur Not muss er diese Spielpraxis in der D-League sammeln. Aber auf der Bank seine Zeit abzusitzen, wäre die denkbar schlechteste Option.

Defensiv bringt Murray eine Menge Potential mit. Er ist schnell auf den Beinen, groß, lang und antizipiert extrem gut. Zudem hat er einen gewissen Ehrgeiz und will seinem Gegenüber das Leben so schwer wie möglich machen.


In der ersten Szene setzt er seinen Gegenspieler gut unter Druck. Zwar könnte er noch etwas aggressiver den Pass stören und mit seinen langen Armen effektiver arbeiten, doch die Szene illustriert bereits gut das Potential von Murray und wie er es einsetzen könnte.

In der dritten Szene sichert er seinem Team zwei Punkte, indem er in der Transition schnell zurücksprintet und seine langen Arme und schnellen Finger geschickt einsetzt. Genau diese Eigenschaften setzt Murray auch in den folgenden beiden Szenen ein. Zunächst verteidigt er sein Matchup beim Ballvortrag über die ganze Länge des Spielfeldes und spitzelt ihm geschickt den Ball aus den Händen. Nachfolgend antizipiert er den schlechten Pass geschickt und ist sprintet schnell in den Passweg.

Allerdings muss Murray in vielen Bereichen noch eine Menge lernen. Gerade als Teamverteidiger hat Murray noch Luft nach oben. Besonders das viele Switchen der Huskies erweist sich in dieser Hinsicht als großer Nachteil. Auch wenn die Idee aus Sicht von Coach Lorenzo Romar prinzipiell genau richtig und auch vertretbar war, war sie vom Standpunkt der Spielerentwicklung aus eher unglücklich gewählt.

Denn auch wenn die allgegenwärtige Athletik Mismatches trotz des Switchens fast kaum entstehen ließ, entstand dadurch eine organisierte Unverantwortlichkeit. Einzelne Spieler waren selten alleine Schuld an Punkten des Gegners und organisierte Hilfen nur selten möglich. Dadurch wurde insbesondere die Pick & Roll Verteidigung immer wieder zu einem Abenteuer.


Beim ersten Pick & Roll achtet Murray nur darauf, wo der Block steht und bereitet sich schon darauf vor, über diese Screen zu gehen. Der Ballhandler liest Murrays fehlende Aufmerksamkeit für das Spielgerät sehr gut und nutzt den Block gar nicht erst, Stattdessen hat er freie Bahn zum Korb und Murray kann nur noch hinterher gucken. Auch beim dritten Pick & Roll wird Murray wieder vom Ballhandler dabei erwischt, wie er über die eigene Schulter nach dem Screen Ausschau hält und den ballführenden Spieler vernachlässigt.

In der zweiten Szene macht sich Murray gar nicht erst die Mühe, sich um den Block zu kämpfen, sondern bleibt einfach an der Dreierlinie stehen, während Murrays Gegenspieler mit Volldampf zum Korb zieht.

Im letzten Pick & Roll switcht Murray direkt den Gegenspieler und bekommt es mit Kyle Wiltjer zu tun, der seines Zeichens vermutlich zu den fünf talentiertesten Offensivspielern unter den Bigs der NCAA gezählt werden durfte. Wiltjer geht direkt ins Postup und lässt Murray keine Chance an den Ball zu kommen. Murray macht keine Anstalten, Wiltjer große Gegenwehr entgegen zu setzen und wird immer weiter unter den Korb gedrängt, bis ein zweiter Verteidiger helfen muss und der Durchstecker möglich ist.

Zum Abschluss zeigt die letzte Szene, dass Murray auch abseits des Balls öfter mal das Interesse an guter Verteidigung vermissen lässt. Ein einfacher Iverson Cut mit Curl um den zweiten Screen reicht, damit Murray den Layup seines Kontrahenten nicht mehr verhindern kann.

Defensiv gilt also Ähnliches für Murray wie offensiv: Er hat gute Anlagen und Grundvoraussetzungen, wird aber viel Trainingseifer und Spielpraxis brauchen, um diese auch in einem Teamkonzept einbringen zu können.

Murray ist daher ein Projekt, das in den ersten Vertragsjahren keine Produktivität liefern sollte. Gelingt es jedoch den neuen Trainern, mit viel Geduld seine spielerische und technische Entwicklung voranzutreiben, könnte er sich mittel- bis langfristig als ein Steal gegen Ende der ersten oder Anfang der zweiten Runde entpuppen.