29 Juni 2016

29. Juni, 2016


Kevin Durant. 27 Jahre alt, Flügelspieler. Karrierewerte: 27,4 Punkte, 7,0 Rebounds, 3,7 Assists im Schnitt. Siebenfacher All-Star, fünf Mal All NBA First Team, 2014er Most Valuable Player. Und: Ab dem 1. Juli 2016 zum ersten Mal in seiner Karriere Free Agent. „The Hunt for Durant“ beginnt...

von nbachefsquad @nbachefkoch

Durant ist die Ikone der noch so jungen Oklahoma City Thunder. Ohne ihn wäre die Franchise nicht das, was sie heute ist. Nun muss er eine Entscheidung treffen: Möchte er seine Vermächtnis im beschaulichen Oklahoma weiter vorantreiben, die kleine, ohne ihn wohl immer noch bedeutungslose Franchise an die Spitze der NBA führen und sich auch außerhalb von Oklahoma City zu einer Legende, ja, sogar einem All-Time-Great machen? Oder will er den vermeintlich eher leichten Weg nehmen?


Alle 30 NBA-Teams hätten den „Slim Reaper“ nur zu gerne in ihren Reihen, doch nur eine Auswahl kann dem besten Scorer der Liga die Perspektive auf den ersehnten Championship-Ring bieten. Welche Teams sind auf der Pirsch, und was sind ihre jeweiligen Argumente für einen Wechsel? Wie versuchen die Thunder, ihren besten Spieler zu halten? Wir spielen die einzelnen Pitches durch.



ATLANTA HAWKS

von Anno Haak @kemperboyd

Dear Kevin Durant,

es gibt für Sie nur ein Ziel. Atlanta.

Sie mögen kleine, ruhige Städte, Mr. D? Atlanta ist klein, fein und voll von Basketballexpertise. Glamour am Spielfeldrand gibt es anders als in der Prärie trotzdem. Da sitzen regelmäßig Dirrty-South-Ikonen, deren Namen Sie sicher besser kennen als ich. Entspanntes Klima, günstige Steuergesetze und eine Küche, in der man sogar Blattspinat frittiert, gibt es als Goodies oben drauf.

Sportlich dürfen Sie picken und poppen mit dem ligaweit besten U-24-Point-Guard der keinen amerikanischen Pass besitzt (*hust*), bis die frittierte Schwarte kracht. Sie wären unumstrittene Option Nummer eins, Al Horford würde pro Partie mehr Würfe freiwillig abgeben als Russel W. überhaupt nimmt.

Außerdem spielen Sie im entspannten Osten, wo Sie ohne großen Aufwand Richtung Cleveland cruisen könnten und sich nicht mit historisch guten Offensiven wie denen aus Golden State oder San Antonio herumschlagen müssen.


Mit Mike Budenholzer erhalten Sie den Popovich als Trainer, der deutlich länger in der Liga bleiben wird als sein (Gott-) Vater. Sie füllen das einzige große Loch in einem tiefen, selbstlosen, eingespielten Kader. Sie müssten Abstriche beim Gehalt machen und (wie in der Kindheit) wieder einmal umziehen.

Dafür bekommen Sie ein Conference-Finals-Abo, dank dortigen Treffen mit LeBron James Marketingträume aus der Samsung-Vorhölle und die Chance, eine Stadt, die fast so lange auf einen NBA-Titel wartet wie Cleveland auf einen Major-League-Titel.

Als Bonus gibt es eine der hübschesten Cheerleadersquads, den besten Twitter-Account der Liga und - was natürlich das Wichtigste ist - meine ewige, unverbrüchliche Dankbarkeit. Kommen Sie nach Atlanta und ich verbrenne mein LeBron-James-Swingman-Jersey, bevor Sie "Decision" gesagt haben. Kommen Sie doch mal vorbei und lassen sich durchfluten vom schwülen Flow des Südens.

Sincerely,
Anno Haawwk



HOUSTON ROCKETS

von Daniel Schlechtriem @W14Pick

Vergangenes ist vergangen, und dazu zählt auch die abgelaufene Spielzeit. Vergessen wir Kevin McHale, J.B. Bickerstaff und Dwight Howard und richten den Blick auf den Status Quo, in dem die Rockets in James Harden immer noch einen der besten Basketballer der Welt in ihren Reihen haben, und seit dessen Abgang vor vier Jahren aus OKC Durant nie wieder den Einzug in die Finals geschafft hat.

Mehr als eine halbe Basketballkarriere lang ist KD der großen Wurf an der Seite von Westbrook nicht gelungen, daher wird es Zeit für einen Neuanfang. Harden ist das bessere Komplement: Er ist vielseitiger, am Ball besser und – angesichts von OKCs Schwierigkeiten, einen Sieg einzutüten nicht ganz unwichtig – er trifft die entscheidenden Würfe. Im Gegensatz zu Russ behält Harden in der Crunchtime die Nerven. Eine Offensive um dieses Duo in Mike D'Antonis Schema wäre nicht aufzuhalten.


Der Abgang Ibakas – auch wenn er Berichten zufolge von KD höchstselbst bewilligt wurde – offenbart einmal mehr, dass der Markt in Oklahoma City nicht groß genug für ein Championship-Team ist. Wie schon 2012 sucht einer von Durants Vertrauten das Weite im Austausch für junge Spieler, deren Entwicklung und Eignung sich noch herausstellen müssen.

Selbst wenn Victor Oladipo in Oklahoma den nächsten Schritt macht – wie lange dauert es, bis Presti auch ihn wegschicken muss, weil er sich keine Vertragsverlängerung leisten kann? Das erinnert stark an den Murmeltiertag im mittleren Westen, nur mit rotierenden Protagonisten.

In Houston herrscht dieses Problem nicht. Die viertgrößte Stadt der USA hat den Markt und das Ambiente einer Großstadt, im Gegensatz zum miefig-provinziellen Oklahoma City. Ohnehin entschied sich KD schon einmal für Texas, als er am College für die Longhorns spielte, in Austin, unweit der Ölmetropole.

Warum diese Entscheidung pro Texas nicht wiederholen? Houston wäre kein Neuland, er kennt Stadt und Organisation. Auch wenn das Geld nicht oberste Priorität hat: Keine Einkommenssteuer zu zahlen, wie im Lone Star State üblich, macht bei den Summen, die auf Durant einprasseln, einen erheblichen Unterschied.

GM Daryl Morey hat oft genug seine Kreativität bewiesen, um dieses Team nachhaltig zu verbessern. So zeugen die frontgeladenen Verträge von Patrick Beverley und Trevor Ariza von Weitsicht und bilden wichtige Bauteile in einem Konstrukt, das den finanziellen Spielraum mitbringt, um neben Durant + Harden weitere Säulen nach Südosttexas zu lotsen.

Und dann ist da auch noch Michael Beasley, der seit März das Rockets-Trikot überstreift. Auch wenn seine DNA (so weit wir wissen) nicht mit der Durants übereinstimmt, sind sich die beiden so nah wie Brüder: In ihrer Jugend spielten die zwei Schlakse gemeinsam in ihrem Schulteam und verbrachten jeden Tag gemeinsam, träumten davon, Seite an Seite auf dem NBA-Parkett zu stehen. Nun ist es an KD, diesen Traum endlich Wirklichkeit werden zu lassen.



BOSTON CELTICS

von Christoph Lenz @NBAKenner

„Wenn ich ein Vöglein wär‘ und auch zwei Flüglein hätt‘ flög ich zu Dir.“ 

Ein bekanntes deutsches Volkslied geht so. Als Unrestricted Free Agent ist Kevin Durant frei, erstmals in seiner Karriere ist er frei wie ein Vogel. Und er ist mächtig, so mächtig wie kein anderer freier Vogel. Deshalb hat er die Chance, sich in jedem Nest niederzulassen. Er wird über 30 Nester fliegen und er wird prächtige, große, vielversprechende Nester sehen. Manche von ihnen stehen seit vielen Jahren dort und sind schon lange so prachtvoll und vielversprechend. Vielleicht sechs, vielleicht sieben wird er sich aus der Nähe anschauen. Es ist nicht abzustreiten: Diese gemachten Nester, wie das aus dem der Vogel Kevin Durant sich auf den Weg machen wird, sind verlockend.

Doch will er sich wirklich in eines dieser gemachten Nester setzen? Oder will er nicht vielleicht lieber zu diesem einen Nest ganz im Osten, wo ansonsten nur ein anderes Nest steht, das wirklich zu den Besten der 30 gehört? Will er nicht vielleicht in dieses grüne, kleeblattförmige Nest, das so ein stabiles Fundament hat und um das herum so viel Baumaterial liegt, dass er gemeinsam mit den dort heimischen Vögeln ein eigenes, einzigartiges Nest bauen kann? Ich denke schon!

Im grünen Nest der Boston Celtics findet Kevin Durant die einzigartige Möglichkeit vor, ein Team nach seinen Wünschen und Vorlieben mitzugestalten. Er kann gemeinsam mit Danny Ainge und Brad Stevens zum vielleicht kongenialsten Architekten-Team in der Geschichte der Liga werden. Es ist nämlich nicht nur so, dass die Kelten als einziges der sechs eingeladenen Teams für das Meeting mit Durant kein Kapitel „Wie wir uns verbiegen und den Kader ausdünnen müssen um Dich bezahlen zu können“ vorbereiten müssen, sondern sie haben sogar als einziges Team ein Kapitel „Wen wir Dir zusätzlich zu allen bereits vorhandenen Leistungsträgern zur Seite stellen können“. 

Ein klares Boston-Argument das „by Design“ existiert, ist die Zugehörigkeit zur Eastern Conference, wo es mit Durant auf Anhieb klarer Favorit auf den Einzug in die Conference Finals wär. Dort würde der fünffache NBA-Scoring Champion aller Voraussicht nach auf seinen Intimfeind LeBron James treffen, gegen den seine Bilanz mit 4-17 Siegen erschreckend schlecht aussieht. Einen Spieler mit MVP-Kaliber schreckt eine solche Bilanz wohl aber nicht ab, sondern er sucht nach dem besten Weg, die Bilanz zu seinen Gunsten zu verändern. Dieser Weg bietet sich durch direkte Conference-Duelle und wahrscheinliche Aufeinandertreffen in Ost-Endspielen so häufig, wie es aus dem Westen heraus nicht annähernd zu garantieren ist.


In Sachen Baumaterial kann das Team aus Massachusetts einiges vorweisen. Der Kader besteht quasi komplett aus potenziellen Assets. Diejenigen Spieler aus dem ungewöhnlich tiefen und ausgeglichenen Roster, die Durant im Team haben will, können bleiben, diejenigen, die er nicht haben will (fast egal wer das dann sein mag) haben allesamt einen signifikanten Trade-Wert. Hinzu kommen die zahlreichen künftigen Draft-Picks und Cap Space. 

Selbst nach der Unterschrift von Durant hätten die Celtics noch beachtlichen Spielraum unter dem Salary Cap. Mit wenigen Handgriffen und ohne große Einschränkungen kann Boston daraus nochmal einen Maximalvertrag kreieren. Als wären das nicht genügend Argumente, ist Boston in der glücklichen Lage, 2017 durch minimale Opfergaben noch einmal das Gleiche zu tun. Kein anderes Team, das um die Dienste von KD buhlt (und das inkludiert die Thunder) bietet auch nur annähernd solche Freiheiten und Chancen auf Mitgestaltung für ihn. 

Selbst wenn gar nichts am Roster geändert wird, gibt es Argumente für eine pro-keltische Entscheidung. Offensiv kann vor allem Thomas und defensiv vor allem Crowder Last von ihm nehmen und ihn unterstützen. Selbst wenn das nicht auf Anhieb klappen würde, hätte er im nächsten Sommer im wahrsten Sinne des Wortes unzählige Möglichkeiten, das Team nach seinen Wünschen zu verändern.

„Wenn ich ein Vöglein wär‘ und auch zwei Flüglein hätt‘……………..flög ich nach Boston...“



MIAMI HEAT

von Stefan Dupick @hoopsgamede

Miami ist eine der aufregendsten Städte der USA und daher für jeden Free Agent eine Überlegung wert. Die Sonne scheint, die Strände rufen, das Nachtleben ist abwechslungsreich und auch kulinarisch hat South Beach eine Menge zu bieten!

Das Flair der City suggeriert Urlaub und Spaß, nicht das schlechteste Arbeitsumfeld, speziell für einen Profisportler, der einen Arsch voll Kohle verdient und sich dementsprechend kaufen kann, was er möchte. In Miami bekommt er alles.

Oklahoma City ist eine klassische, amerikanische Provinzstadt mitten im Nirgendwo, da kann der Ruf aus Miami schon sehr verlockend sein! Das ist der Ruf aus den Städten Los Angeles oder New York jedoch auch, der große Unterschied an dieser Stelle ist die Organisation.


Die Miami Heat haben sich in den letzten Jahren als eine Konstante in der Liga behauptet. Während die Knicks und die Lakers in der Versenkung verschwunden sind und vermutlich so bald nicht wieder erstrahlen werden, sind die Heat zu jeder Zeit ein Borderline-Contender und mischen immer irgendwie mit.

Der Erfolg der Heat hat in Präsident Pat Riley einen sehr bekannten Namen. Jeder sollte in seiner Karriere einmal für Riley gespielt haben und Durant hat nun die Chance dazu. Mit Durant würden Riley und die Heat unter Garantie wieder einen Contender formen.

Die aktuelle Cap Situation in Miami wird derzeit als schwierig bezeichnet, da Deng, Whiteside oder auch Wade Free Agents werden. Wenn es jedoch jemand hinbekommt, alle Spieler zurückzubringen und zudem Durant zu verpflichten, dann ist das Pat Riley.

Kevin Durant wird dem Charme von Riley nicht wiederstehen können und in der kommenden Saison an der Seite von Wade und Whiteside die Sonne am South Beach genießen!



SAN ANTONIO SPURS

von Daniel Schlechtriem @W14Pick

Die Thunder mögen in der ablaufenden Spielzeit die Spurs hinter sich gelassen haben. Und doch ist San Antonio der richtige Platz für Durant – denn hier findet er all das, was ihm in Oklahoma City abhanden geht. Der beste Coach der Liga? Ein gefestigtes System, das dem Team alles unterordnet? Eine beeindruckende Championship-Historie? Check, check, check.

Das Verlangen nach einem Ring wird nirgends so zuverlässig gestillt wie im AT&T Center. Gregg Popovich hat die Mittel, Durant in diese bestens funktionierende Symbiose zu integrieren und ihm die Qualität an die Seite zu stellen, die ein Spieler solchen Kalibers verdient.

Die Loyalität gegenüber Oklahoma City beweist, dass Durant nicht die Lichter der Großstadt braucht, nicht die Geltung einer Weltmetropole. Der sportliche Erfolg, Konstanz und Nachhaltigkeit stehen über allem und nirgends sieht er diese Charakteristika besser erfüllt, als in San Antonio. Popovich hat durchschnittliche Spieler zu Leistungsträgern geformt.


Sollte er sich gegen San Antonio entscheiden, würde Durant sein Leben lang von 'Was wäre wenn...' Gedanken verfolgt werden. Denn im Basketball wird oft vom 'Championship-Window' gesprochen: Aber auch das Fenster, von Popovich trainiert zu werden und an der Seite von Tim Duncan spielen zu können, ist nicht mehr lange und für nicht mehr viele Spieler geöffnet.

Auch wenn es gegensätzliche Theorien gibt, wird der Zahn der Zeit auch irgendwann an Duncan nagen. 'The Big Fundamental' hat schon immer alles dem Erfolg untergeordnet, sehr gute Spieler noch besser gemacht und wird auch die eigenen Aktionen an Durants Stil anpassen. Dies ist KDs einmalige Chance, in Duncans goldenem Herbst das Parkett, die Umkleidekabine und den Trainingsplatz mit der lebenden Legende zu teilen – und von ihm die Fackel zu übernehmen.

Nach dem nicht mehr allzu weit entfernten, endgültigen Aus der Big Three um Duncan, Ginobili und Parker begründet Durant mit Kawhi Leonard und LaMarcus Aldridge eine neue Ära. Es gibt schlechtere Voraussetzungen - erst recht weil dieses Trio das Potential mitbringt, ihre Vorgänger sogar zu übertreffen. Was wäre ehrenvoller, als eine Dynastie diesen Ranges abzulösen und in deren Fußstapfen zu treten?



LOS ANGELES CLIPPERS

von Seb Dumitru @nbachefkoch

Andere Szenarien sind realistischer? Ich sehe hier maximal zwei, die mehr Sinn machen - für alle Beteiligten. Boston, Houston und Atlanta sind ein Treppenwitz, der nicht mehr lustig ist. Durant weiß selbst, dass keiner dieser Klubs besser als Mittelklasse ist. Und Mittelklasse ist bekanntlich nicht einmal 'meh'. Auch Miami und San Antonio können, sportlich gesehen, nicht mit dem mithalten, was Los Angeles im Falle einer Durant-Verpflichtung aufs Parkett bringt. Golden State, OKC... und die Clippers... das ist die Liste.

Das Wichtigste vorweg: Paul - Redick - Durant - Griffin - Jordan ist der feuchte Traum aller Clippers-Fanatiker. Zwar besteht eine minimale, de facto aber derart unrealistische Chance, Durant als Free Agent zu holen und sein Startgehalt von mehr als 26 Millionen Dollar pro Jahr zu stemmen - wir sprechen von multiplen, separaten Sign-and-Trades mit fast allen eigenen Unrestricted Free Agents, um überhaupt den nötigen Platz unter dem Cap freizusprengen - dass wir dieses Szenario ins Reich der Fabel verweisen können, und uns lieber auf ein machbares konzentrieren.

Wenn Durant kommen soll, werden entweder Blake Griffin oder DeAndre Jordan für den ehemaligen MVP getradet. Die Wahl fällt auf Griffin. Das ergibt sowohl für L.A. als auch für OKC mehr Sinn. Signalisiert Durant den Thunder, dass er nicht weiter in Oklahoma City spielen will, haben die Western Conference Vizechampions zwei Möglichkeiten: entweder sie lassen einen der besten Spieler der Liga für lau ziehen. Oder sie sichern sich im Gegenzug, Sign-and-Trade-Style, einen ernstzunehmenden Gegenwert. Wir sprechen von einem All-NBA kalibrigen Power Forward, der nicht nur aus Oklahoma ist, sondern perfekt in diesen Kader passt und OKC dank seiner Produktivität weiterhin auf Kurs Conference Finals hält.

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Stellen sich die Thunder quer, können die Clippers cool wie Klimaanlagen bleiben – und Griffin bei irgend einem anderen Team unterbringen. Das wäre nicht nur innerhalb von Stunden oder Tagen erledigt – je nachdem, wie fix der Doc diese Operation abwickelt – sondern ließe sich problemlos zu einem Wettbieten für die Dienste eines Karriere 20/10 Bigs in seiner Prime beschleunigen.

Boston will nicht? Philly hat Assets. Philly will nicht? Phoenix hat Assets. Phoenix will nicht? Milwaukee hat Assets. Und immer so weiter, Karussell-Style durch die halbe NBA, wenn's sein muss. Der Punkt: es ist ein Kinderspiel, genügend Platz zu schaffen, um Durant entweder einen langjährigen oder möglichst kurzen Deal anzubieten. Was auch immer er möchte, sein Erlaucht hat freie Auswahl.

KD muss nicht für vier Jahre kommen. Er kann Los Angeles und die Clippers ohne großen Druck antesten, kann ein Jahr lang mit Chris Paul und DeAndre Jordan das beste Trio der Liga bilden, kann mit Redick das beste Shooting-Tandem der NBA stellen, kann für einen von nur fünf NBA-Championship-Coaches auflaufen, kann nacheinander San Antonio, OKC und Golden State in den Sommerurlaub ballern, kann an freien Wochenenden mit Delfinen schwimmend in Malibu entspannen...

Und hey: Falls ihm die drei W's in La-La-Land und die unzähligen anderen zwischen Oktober und Juni nicht ausreichen - dann kann er immer noch im Sommer 2017 seinen Fünfjahres-Max für wen auch immer wo auch immer unterschreiben. Niemand wird sein Trikot verbrennen oder ihn einen Judas schimpfen. Die Clips müssten dann so oder so umdenken. Und gegebenenfalls den Reset-Knopf durchdrücken. Nur der Champisonship-Klunker, der würde bleiben. Und der ist bekanntlich 'forever.' Fragt mal LeBron...



GOLDEN STATE WARRIORS

von Stefan Dupick @hoopsgamede

Für Kevin Durant gibt es in diesem Sommer nur ein realistisches Ziel, KD wechselt zu den Warriors und wird in der kommenden Saison an der Seite von Steph Curry auflaufen. Hätten die Dubs ihren Titel verteidigt, dann wäre eine Argumentation pro Kevin Durant schwierig gewesen, denn frei nach dem Motto „never change a winning team“ wären die Verantwortlichen in Golden State nicht auf den Durant-Train aufgesprungen.


Nun gab es jedoch diese verheerende Niederlage gegen die Cavs in den Finals und somit steht einem Pitch für den besten Free Agent des Sommers nichts mehr im Weg. Die Warriors können zuversichtlich sein, denn sie haben sehr viel zu bieten. Die Bay Area bietet sehr viel Lebensqualität. San Francisco ist eine der attraktivsten Städte in den USA und die Menschen in der Region lieben den Sport und besonders die Warriors.

Neben der positiven Lebensqualität haben die Warriors auch sportlich das beste Paket im Angebot. Das Team besteht aus einer beeindruckenden Mischung von Spielern im besten Alter, zudem stimmt die Chemie zwischen den Charakteren. Streitigkeiten oder Starallüren sind hier nicht zu finden. Die Dubs waren ohne KD der Favorit der NBA. Mit ihm wären sie das erst recht!

Auch der Stil der Warriors dürfte Durant gefallen. Das Team lässt den Ball laufen und spielt offensiv. Die offensive Ausrichtung dürfte mit KD noch weiter zunehmen, so dass Durant ausreichend Würfe bekommen wird, um sein offensives Killer-Gen zu befriedigen.

Ein Lineup um Curry, Thompson, Iguodala, Durant und Green wäre nur schwer zu stoppen. In Golden State könnte diese Aufstellung Wirklichkeit werden. Nachdem KD in den Playoffs gezeigt hat, dass er im modernen Small Ball auch einen guten Power Forward abgibt, dürfte ihm auch die Variabilität der Warriors zusprechen, denn bei den Dubs kann Durant sowohl als Small Forward als auch als Power Forward auflaufen.

Das wichtigste Argument für eine Unterschrift im Norden Kaliforniens ist jedoch die Titel-Chance. Mit diesem Team hat Durant die Möglichkeit, gleich mehrere Titel zu holen, schließlich ist kaum ein Spieler aus der Rotation auf der falschen Seite der 30.

Hinsichtlich Talent, Potential, Spaß-Faktor und Location kann kein Team in der Liga den Warriors das Wasser reichen. Da kann auch die Rentner-Truppe aus Texas nicht gegen anstinken... auch wenn deren Trainer noch so gut ist.



OKLAHOMA CITY THUNDER

von Marc Wudi @MarcCTB

KD muss in Oklahoma City bleiben! Zum einen geht es um seine „Legacy“: Seit 2007 spielt Durant schon in OKC. Nur für einen Ring reichte es noch nicht. Der Ansicht vieler Fans nach muss KD hier einen Ring holen, um wirklich Legenden-Status in der NBA zu erreichen. Sollte er sich dieser Herausforderung nun nicht stellen und das Team verlassen, könnte er wie LeBron James nach seiner „Decision“ von einem der beliebtesten Spieler zu einem der verhasstesten werden, und den Makel angehängt bekommen, kein wahrer Gewinner zu sein.

Im Gegensatz zu LeBron in Cleveland hat KD in Oklahoma jedoch alle Chancen und die nötige Unterstützung, um einen Titel zu gewinnen. Mit Westbrook steht nicht nur einer der drei besten Playmaker der Liga an seiner Seite, sondern auch sein bester Freund, der KDs wichtigste Bezugsperson außerhalb der Familie darstellt. Auf der Shooting Guard Position findet sich neuerdings neben Andre Roberson und Dion Waiters auch Victor Oladipo wieder. Der zweite Pick des 2013 Drafts wurde frisch von den Orlando Magic für Serge Ibaka geholt. Alle drei Spieler glänzen mit ihrer Fähigkeit, den Ball gegen mehrere Positionen zu verteidigen und können somit KD in der Defense entlasten.

Zudem kann Roberson in Zukunft mit weiterer Arbeit an seinem Wurf zu einem Elite 3&D-Spieler werden. Dion Waiters hat in den Playoffs gezeigt, dass er mit seinem Ballhandling und Playmaking für Entlastung sorgen kann. Ähnlich gut sieht es im Frontcourt aus. Auf der Vier wird in Zukunft ein Shooter in Ersan Ilyasova und ein vielversprechendes Lottery-Talent in Domantas Sabonis auflaufen.

Auf der Center Position überzeugen die „Stache Bros“ Enes Kanter und Steven Adams, die sich mit ihren starken Qualitäten in der Offensive (Kanter) und in der Defensive (Adams) perfekt ergänzen. Auf der Trainer-Bank konnte Rookie-Coach Billy Donovan besonders in den Playoffs überzeugen, so brachte er hochgehandelte Coaches wie Gregg Popovich und Steve Kerr mit taktischen Kniffen an den Rand der Verzweiflung.

Dass dieses Team also durchaus in der Lage ist, mit KD einen Titel zu gewinnen, hat sich in den vergangenen Playoffs gezeigt. Die hochfavorisierten San Antonio Spurs wurdn in sechs Spielen nach Hause geschickt, gegen die 73-9 Warriors war OKC nur zehn Minuten von den NBA Finals entfernt. Außerdem sollte man nicht vergessen, wie jung dieses Team immer noch ist.


Alle oben genannten Spieler sind jünger als KD selbst. Roberson (24), Waiters (24), Adams (22) und Kanter (24) stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung. Dieses Team kann auf jeden Fall mit anderen Top-Teams mithalten und wird auch in Zukunft weiterhin an der Spitze der Tabelle wiederzufinden sein. Doch nicht nur sportlich wäre OKC für Durant der einzig richtige Schritt. Auf finanzieller Ebene können ihm die Thunder in diesem Sommer einen 5-Jahres-Max im Wert von 163,8 Millionen Dollar anbieten und ihn zu einem der bestbezahlten Athleten der Welt machen.

Jedes andere Team könnte ihm diesen Sommer „nur“ maximal 120,6 Millionen Dollar über vier Jahre bieten. Die zur Zeit wahrscheinlichste Variante sieht aber so aus: Durant unterschreibt einen Vertrag über ein Jahr bei den Thunder, schaut wie erfolgreich er diese Saison mit dem Team sein kann, um dann gemeinsam mit Russell Westbrook 2017 erneut Free Agent zu werden. Im nächsten Sommer könnten die Thunder ihm nämlich einen astronomischen Vertrag über 5 Jahre und 251,7 Millionen Dollar anbieten.

Für KD sollte klar sein: Die Oklahoma City Thunder bieten ihm einen Mix aus Sportromantik, sportlicher Klasse und finanzieller Sicherheit, die so kein anderes Team aufweisen kann. OKC braucht KD, und KD braucht OKC!