25 Juni 2016

25. Juni, 2016


*"In fünf Jahren wird die Franchise ein vollkommen legitimes Unternehmen sein." Michael Corleone

von ANNO HAAK @kemperboyd

At least we got Steven Adams out of it...
Das wird hier niemanden interessieren, aber: da wir wieder in die Tradephase eingetreten sind, muss ich mal erzählen, warum ich dem nicht mehr folgen kann. Das Problem mit dem, was man "moderne" oder "smarte" (brrrrr) NBA nennt, ist, dass sie trotz der gruselig gescheiterten Union sozialistischer Sowjetrepubliken (USSR (TM)) in Fünf-Jahres-Zeiträumen denkt.

Gehen wir mal in ein Jahr, das Historiker 2014 nennen, die Älteren werden sich erinnern. Ich sitze also 2014 in einem Büro. NBA Front Office. Der Regen peitscht gegen die Scheiben, es ist Juli. Ruft ein Agent an. "Mein Klient würde in Eure hässliche Stadt kommen." Der Spieler: 29 Jahre, 2,05 Meter, 11 Jahre in den Knochen, nachlassende Athletik, wackeliger Dreier, VB 20 Mio. $ pro Saison für maximal zwei Jahre. Ich nehme an, Sam Presti hätte aufgelegt, bevor Rich Paul "Chosen" gesagt hätte. Gott sei Dank saß er nicht in Cleveland...

Einen NBA-Titel nimmt Dir niemand. Niemand. Kein Salary-Cap-John-Nash, kein verschenkter Zweitrundenpick. Was ist eigentlich los mit Euch? Zach Lowe knows best: "Larry O'Brien is what it's all about."

"Ich habe zwar einen Spieler unter Wert abgegeben, aber ich habe die Trophäe für den Sparer des Jahres gewonnen", sagte niemand. Jemals. Was ein Unfug das auch wäre. Du hast eine Mannschaft, die eine Meisterschaft gewinnen kann? Dann bricht man das nicht auseinander. Punkt. Absatz. Komm' mir nicht mit Cap Space in 2019, Draft Picks oder Fits. Geh James Harden und mach den Kopf zu!

Wo sind wir eigentlich gelandet, dass sechs Playofferscheinungen am Stück mehr zählen als eine Meisterschaft, nach der es mit der Herrlichkeit vorbei ist. Brooklyn war nicht kurzsichtig, Brooklyn wollte die Meisterschaft mit Spielern gewinnen, die dafür nicht (mehr) geeignet waren. Ich applaudiere der Idee. So weit ist das gekommen.

Ich nehme an, Ihr wisst, dass wir über der Welt einzigen Kongospanier reden? Auf Euch ist Verlass. Du kannst Hinkie verspotten, aus der NBA entfernen, ihm die Abfindung verweigern und offene Briefe in Comic Sans mit Advanced-Stats-Bashing schreiben. Das Vermächtnis von Hinkie ist unkaputtbar. Es lebt in seinem Bruder im Geiste weiter.

Da hast Du das zweitbeste Trio der Liga, das zwölf Minuten von den Finals entfernt ist, in einer Serie gegen die vermeintlich beste Mannschaft aller Zeiten. Die gehört natürlich gesprengt, weil 'Cost Control', und weil Oladipo ist auch 2021 relevant.

Wie stelle ich mir das vor:
"Der Spanier könnte in einem Jahr gehen, der jammert und hat kein Postgame. Außerdem haben wir da diesen Waiters, ein ziemlich unsicherer Kantonist. Der nimmt erratische Würfe und will nicht von der Bank kommen. Ideen?"
*Presti guckt in leere Gesichter*
"Zwei-Fliegen-mit-einer-Klappe-Plan: Oladipo und Ilyasova für Ibaka!"
*Stehende Ovationen*

Gehen wir das durch: Ibaka over Harden, weil länger im Rookiedeal. Weil Flexibilität 2013. Tradegegenwert? Null. Doch, warte: Adams. Der macht Ibaka überflüssig. Und: Oladipo länger im Rookiedeal. Flexibilität 2017. Der Kreislauf des Unsinns. Nennen wir es das Reinsdorf-Zirkeltraining.

Den NBA-Champion 2017 wird man 2019 schon vergessen haben? Drölfzig Playoffteilnahmen bleiben für immer? Geht mir aus der Sonne!

Ich weiß, dass das den Geeks nicht gefällt, aber wir sind zurück im Zeitalter des Heroball. Hab ich selbst gesehen. Ist keine Woche her. Wieviele PPP macht Irving im Zurückfallen aus der Innenstadt mit einer 2x-MVP-Wurfhand im Gesicht? Wenns drauf ankommt? 3,0. Matchups gewinnen Serien. Die besten Spieler gewinnen Matchups. Die besten Spieler kosten Geld.

Die 11er Finals gehörten den Heat, die 12er Finals waren Durants Krönungszeremonie, die 13er Finals hätten im Alamo versinken sollen. Wenn die Serien zehn Mal gespielt werden, gewinnt acht Mal der Verlierer. Jawollja, und in fünf Jahren schon mal gleich sowieso. Smart? Bart!


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