11 Juni 2016

11. Juni, 2016


*Warriors Diss Edition

von ANNO HAAK @kemperboyd

With the first Pick in the 2016 NBA Draft, the Golden State Warriors select...
Freunde des orangefarbenen Kunstleders! Jetzt, da die Finals durch und die Geschichten geschrieben sind, ist es an der Zeit, über das unendliche schwarze Loch zu reden, das die Sinnlosigkeit von Quervergleichen ist. Wo also stehen die Warriors im historischen Kontext? In Philadelphia, Pennsylvania, wenn man den Altvorderen glauben darf.

Das Trio infernale der Senilität aus der Windy City hat die Komparatistik des Schwachsinns in herzerwärmendem Zusammenspiel zugespitzt. Der Metallresteverwerter mit der Ed-Hardy-Leidenschaft berief sich noch auf ein hypothetisches Urheberrecht für 82 und Null. Der Tränenmann fand 73 zwar recht prall, wollte aber erst abwarten, was man so in der Postsaison liefert. Der Flügelmann prognostizierte gleich einen Sweep der 96er Bulls gegen die16er Warriors.

Wer glaubte, das sei die Klimax des Historikernonsense, der hatte die Rechnung ohne den Magic gemacht. Der nutzte das Momentum des unter die Nase gehaltenen Mikros, um unwiderleglich festzustellen, dass die Showtime Lakers die Dub Nation im Sturm erobert hätten. Der alte Buddy Mychal (don't call me Michael...or Mycal...or Mychelle) Thompson widersprach. Zweimal. Nur ist der Rollenzauberer aus vergleichsweise naheliegenden Gründen natürlich befangen.

Da es langweilig ist, den ganzen Tag mit Kenny Smith den größten Laker aller Zeiten zu diskutieren, musste Shaqstein noch einen draufsetzen und bediente den Abakus. 15:1 > 73:9 war das Ergebnis. Will sagen, die 2001er Lakers hätten mit den Innenstadtschützen aus Oakland ebenfalls den Boden oder noch schlimmeres gewischt. Ja, sakralot.

Ich nehme mit: in der virtuellen Liga der Dynastien wären die Warriors ein Lotterie-Team. Bleibt die Frage, in welcher Fantasy-Draft die Warriors dann ziehen dürfen, um den Abstand zu den großen Jungs zumindest zu verkleinern. Es wäre wohl nur fair, wenn man die 96er Draft zugrunde legt, die Bulls, die Lakers und die Sixers ihre Erstrundenpicks nach Oakland verschiffen und hernach Allen Iverson, Ray Allen und Steve Nash als Backups für den schlechtesten dynastischen Backcourt der Ligageschichte fungieren. Damit sie in den 97er Finals wenigstens ein Spiel gegen die Bulls gewinnen. Hätten wir das auch geklärt.

Was offen bleibt, ist, was frühverrentete Multimillionäre dazu bringt, auf aktuell dominante Teams angesprochen ständig die Alter-Mann-Platte aufzulegen. "Früher war halt alles besser, die Dreierballerei ist nicht ernst zu nehmen und über Green und Bogut hätte ich noch mit Riley auf den Schultern gedunkt gewonnen. Weil wir hatten Testikel aus Stahl." Kinners, geht doch mal in die Sonne!


Under Sneakerheads
Weil es noch nicht reicht, den Warriors historische sportliche Größe abzusprechen, muss man offenbar den Rest der kostbaren Freizeit dazu nutzen, die neuen "Low Tops" (habe ich das richtig geschrieben?) von Chef Steph rhetorisch in den Lokus zu spülen.

"Die sind ja weiß...und hässlich...und haben voll keinen Flavor. Wie Joghurt ohne Obst." Auch wenn ich mich wiederhole: Ja, sakralot. Eines muss mal klar sein: Wer Signaturschuhe von NBA-Spielern für 786 $ (shipping not included) für ein Lifestyle Asset hält, hat die Kontrolle über sein Leben ohnehin komplett verloren. Stephen Marbury gefällt das.


Der Isiah Thomas unter den Dynastiearchitekten
Deine Mudder-Schuhe und eine Backsteindynastie also. Was jetzt noch fehlt, ist Kritik am glücksbefallenen, unfähigen Management. Aber beruhigen Sie sich wieder, ich bin ja hier.

Die Warriors hatten 2011 DeAndre Jordan verpflichtet. DEANDRE! JORDAN! Sorry für die Inversion, DJ! Die Clippers zogen mit, ergo zog Jordan nicht um. Die Warriors orientierten sich um und boten um Tyson Chandler mit. TYSON! CHANDLER! 2011! Und um Dwight Howard (Champions brauchen keine Großbuchstaben). 2013. Unfähigkeit, Dein Name sei Warriors-Front-Office!

Abgesehen davon, dass Jordan wohl der einzige Spieler ist, der in seiner Karriere bei drei Teams zugesagt, aber nur für eins gespielt hat: Wieso wird mangelbehaftetes Decision Making auch noch mit Glück belohnt? Gut, der S&T für Igoudala war nicht vollkommen unclever, die Draft von Green, Ezeli und Barnes kann man so machen, Thompson nicht für Love abzugeben, war jetzt nicht völlig verblödet. Aber let's face it: der Warriors GM? Just a shooter.


Videoanalyse
Es hagelt Lowblows aus allen Richtungen für Draymond Green und Konsorten. Aber noch stehen die kleinen Krieger. Betonung auf noch. Finish 'em off, Swagy!


Jaha! Das ist sprachlich von gewohnt gehobenem Niveau und interpretationsbedürftig. Gibt es Fans ausschließlich von den Warriors Ausgabe 2016? Meint er Leute, die sich in diesem Jahr auf den Bandwagon gequetscht haben? Kennt Nicky Boy die Bedeutung der doppelten Negation? Seit wann mag Young keine Dreier? Und warum tweetet er nicht einfach Bananenbootemojis?

Die Warriors sind wirklich die schlechteste Dynastie diesseits der Bad Boys. Sie passen zuviel, haben ein Management ohne Plan, Fans ohne Ahnung und einen reinen Shooter als Franchise Player. Und dann noch diese Schuhe...


Fundstück der Woche
Drei Wünsche auf einmal und bitte: NBA-Finals, Happy Birthday und Hall of fame in einem GIF. Keep ballin'!