25 Juni 2016

25. Juni, 2016


von ANDRÉ NÜCKEL @AndreNueckel

Jedes sportinteressierte Kind wächst mit einer Heldensaga auf, mit einer Geschichte, an der es sich aufrichtet, die dafür sorgt, dass erste Ziele gesetzt und erfolgreich abgeschlossen werden. Retrospektiv wird jeder von uns, der kurz innehält, merken, dass in diesem Satz ein Fünkchen Wahrheit steckt.

Es ist dabei vollkommen irrelevant, ob diese mythisch anmutende Gestalt auf dem heimischen Sportplatz Woche für Woche in der untersten Klasse auf Torjagd geht oder den Spalding seit über 15 Jahren mit einer unheimlichen Konstanz durch die Reusen pfeffert. Sie ist einfach da und vermittelt uns in schwierigen Situationen Zuversicht und Rückhalt.

Oftmals können wir uns dieses Phänomen nicht aussuchen, es wird uns aufgezwungen – und wir leben voller Stolz damit. Auf der einen Seite können Hass und Wut in Momenten der Enttäuschungen kurzzeitig die Überhand gewinnen, aber andererseits bereuen wir unsere Taten schneller als uns lieb ist, denn die tiefwurzelnde Verbindung ist größer als die meisten Dinge in der menschlichen Existenz.

Diese Mischung aus Liebe und Glaube kann nicht nur individuell unglaubliche Kräfte freisetzen, mitunter entwickelt sie sich zum Massenphänomen und lässt im übertragenen Sinne die sprichwörtlichen Berge versetzen; vor allem dann, wenn der Heilsbringer menschlicher Natur und allgegenwertig ist.


Am 26. Juni 2003 zogen die Cleveland Cavaliers im NBA-Draft mit dem ersten Pick der Lottery einen gewissen LeBron Raymone James. Ein 19-jähriger Überathlet, der in einem Ein-Zimmer-Apartment in Akron geboren und von seiner aufopfernden Mutter alleine großgezogen wurde. Eine Story, wie sie der amerikanische Profisport beinahe jährlich schreibt.

Doch dieser Knabe ist mehr; er ist der Auserwählte, die Strahlfigur, die das Titel-Verlangen des ganzen Bundesstaates Ohio auf sich lädt. „Ich wurde geboren, um Basketball zu spielen und meiner Heimat einen Titel zu holen“, sollte James im Laufe seiner Karriere einmal sagen. Was folgt, ist ein Märchen, das tatsächlich ein ruhmreiches Ende haben soll.

Die Anfänge
In den ersten Jahren seiner Karriere entwickelte sich LBJ zum erhofften Superstar und offenbarte selbst den hartnäckigsten Kritikern, dass sein Talent schier unendlich scheint. Auch die beste Basketballliga forderte und förderte ihr neues Flaggschiff und erkannte den Beginn einer neuen Dynastie. 

2007 führte der Small Forward seine Cavs tatsächlich in die Finals um die sehnsüchtig erhoffte erste Championship, doch es hagelte eine weitere Lehrstunde für die geschundene Sport-Stadt. Die San Antonio Spurs zerstörten die Hoffnungen der tobenden Masse in der Quicken Loans Arena mit einem desaströsen 0-4. „Deine Zeit wird kommen“, flüsterte der frisch gewordene Meister Tim Duncan James anschließend zu. „Ganz sicher.“


Während die Sehnsucht in den Köpfen der Anhänger immer weiter anstieg und ihr Hoffnungsträger eine persönliche Auszeichnung nach der anderen einheimste, ließ das Potenzial seiner Franchise zu wünschen übrig. Es frustrierte ihn dabei zusehen zu müssen, wie andere, individuell unterlegene Spieler die Larry O’Bryan Trophäe in die Luft stemmen und ihren eigenen Meisterschaftsring um die Finger stecken. Es reichte.

The Decision
Was folgte, ist beinahe ebenso sagenumwoben wie die Auferstehung seines Mythos. James entschied sich 2010 in einer äußerst zweifelhaften Art und Weise seine Heimat, Akron, das unweit von Cleveland liegt, zu verlassen, um in Miami, am sonnigen wie wohlhabenden South Beach „nicht drei, nicht vier, nicht fünf“ Championships zu feiern.


Tränen kullerten, Träume zerplatzten, Trikots brannten. Aus dem Philanthropen wurde ein Antagonist oder, um es plastischer auszudrücken: LeBron avancierte zum Staatsfeind Nummer eins in seinem Geburtsstaat.


Tief im Inneren hat dieser Wechsel nicht nur bei den Fans eine tiefe Narbe hinterlassen, aber der dominanteste Basketballer dieser Zeit kompensierte den Schmerz mit Erfolg. Zusammen mit den Allstars Dwyane Wade und Chris Bosh zog er in vier konsekutive Endspiele und verließ die Serien zweimal als Sieger. Er bestieg endlich den NBA-Olymp, doch damit nicht genug.

Homecoming
Nach vier Jahren bei den Heat wurde Bron-Bron unrestricted Free Agent und konnte sich seinen neuen Arbeitgeber selbst aussuchen. Es war die wichtigste Entscheidung im Sommer, weil anschließend die Machtverhältnisse in der Liga neu verteilt werden würden.

„I’m coming home.“ Die Kinnladen aller Experten schnellten tiefer auf die Schreibtische als die Kavaliere den passenden Trikotflock  aus der verbannten Ecke kramen konnten. Zwar haben die Cavs mit Kyrie Irving einen aufstrebenden Guard und mit Tristen Thompson einen rohen Energizer besessen, doch ansonsten war der graue Schleier noch trister und hässlicher als bei der erstmaligen Ankunft von „The Chosen One“.

Diesmal war nicht nur auf dem Papier eine neue Zeitrechnung an angebrochen. Die Cavaliers samt Besitzer Dan Gilbert, der mit einem fast schon hasserfüllten Brief nach James Abgang auf sich aufmerksam gemacht hatte, haben in einen potenziellen Contender investiert. 


Mit Kevin Love kam für die beiden Firstpicks der Draft 2013 und 2014 Anthony Bennett und Andrew Wiggins ein Abo-Allstar an den Lake Erie, sodass die Weichen mit einer neuen glorreichen Big Three und leistungsfähigen Rollenspielern gestellt waren.

Trainiert von David Blatt, der eigentlich für einen talentbasierten Neuaufbau aus Europa verpflichtet worden war, startete der King abermals seine Mission. „Für mich ist es am wichtigsten, eine Trophäe nach Ohio zu bringen. (...) Ich komme zurück, um der Franchise, um der Stadt und den Fans endlich diesen Titel zu schenken.“

Von Anfang an wurde das Bündnis von Love, Irving und James als Zweckgemeinschaft abgestempelt – und Kritiker sollten lange Zeit Recht behalten. Es knisterte an allen Ecken und Kanten und die Kompetenzen des Coaches wurden in regelmäßigen Abständen angezweifelt.

Erst mit den Trades für den russischen Center Timofey Mozgov und den Shooting Guards / Small Forwards J.R. Smith sowie Iman Shumpert keimte der Charakter der Gruppe. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder fiel, war „Brotherhood“. Brüderschaft. 

Der Prozess schritt auf und abseits des Parketts fort. Die Cavaliers liefen hinter historischen Altanta Hawks zwar nur auf Platz zwei nach der regulären Saison 2014/15 im Osten ein, doch niemand wettete nur ansatzweise dagegen, dass diese Maschinerie in die Finals kommen würde. 

Golden Golden State
Sportlich lief es immer besser für die Cavs, doch im Gesamtkontext genossen sie nicht die primäre Aufmerksamkeit. Die Golden State Warriors schlossen die Metamorphose von einem aufstrebenden Team zu einer Naturgewalt ab und dominierten die Association in allen Belangen. 

Angeführt vom MVP Stephen Curry wäre es in einem Vakuum zu den perfekten Finals gekommen, doch schon wieder reichte es nicht für James. Trotz übermenschlicher Leistungen feierten die Bay Areaner nach Game 6 den Titel – und das sogar in Cleveland. Seine Kronprinzen Irving und Love verfolgten die Serie verletzt nur aus der vordersten Zuschauerreihe, sein Gefolge hatte dem besten Shooting-Klub aller Zeiten in der Crunchtime nur wenig entgegenzusetzen.

Es war erneut das Schicksal, das Größeres verhinderte. Ausgerechnet bei LeBrons Homecoming entstand in San Francisco eine neue Dynastie, die im Folgejahr den besten Seasonrecord (73-9) aufstellen würde.

Unterdessen behielt das Management die Nerven und die Füße still. Mit einem gesunden Roster würde es schon im Sommer 2016 für die Meisterschaft reichen – so zumindest in der Theorie. Nennenswert war einzig die Addition von Veteran Richard Jefferson, der sich etwas unerwartet als Glücksgriff erweisen sollte.

Trotz guter Perfomance fackelte es weiter innerhalb der Truppe. Die fehlende Einbindung von Love im System wurde mitunter lautstark diskutiert, zudem sendete James in unregelmäßigen Abständen kryptische Tweets, die ebenfalls nicht dazu beitrugen, dass die Schlagzeilen um Cleveland sportlicher Natur werden.


Doch Plötzlich stand die NBA-Welt still, niemand konnte so recht glauben, was am 22. Januar diesen Jahres durch die sozialen Medien sickerte: Obwohl die „Wine & Golden“ den Osten mit einem Record von 30-11 anführten, wurde Blatt entlassen. Für die Gegner und Medienwelt war es ein gefundenes Fressen, um den Standort weiter zu verpönen, für das den Roster dagegen ein Befreiungsschlag.

„Er wollte von allen geliebt werden“, sagt Ex-Cavs-Center Brendan Haywood über den vom Hoff gejagten Trainer. Ein Starensemble mit Samthandschuhen anzufassen war die eine Sache, seinen besten Spieler vor Ehrfurcht niemals zu kritisieren dagegen ein Zeichen von Schwäche.

Viele Schreiberlinge vermutetn hinter dem Personalwechsel James, der sich schon immer einen Coach mit Spieler-Vergangenheit wünschte und diesen in Co Tyronn Lue auch bekam.  Seit seiner Rückkehr war Lue der Mann seines Vertrauens, mit dem er über taktische Feinheiten diskutierten konnte. Somit war es im Sinne des Front Office nur die einzig logische Lösung.

Believeland
Der mittlerweile 39-jährige Übungsleiter implementierte Warriors-Elemente in das Spiel seiner Schützlinge; er erhöhte das Tempo und ließ mehr Dreier werfen – ganz nach dem Geschmack und den Qualitäten seines Kaders. Zusätzlich fand er die richtigen Wege, um die Defense zu verbessern und ebenso Love besser einzubinden. 

Mit einer gewollten Aussage lenkte Lue zudem von seiner Mannschaft ab, als er den Medienvertretern auf seiner ersten Pressekonferenz mitteilte: „Es geht nicht darum, was ich anders mache als David, es geht darum, was ich besser mache als er.“ In der zweiten Saisonhälfte sorgten zwar noch die Geschichten um die Ex-Freundin von Irving und dem kriselnden Verhältnis von James zu Love für Schlagzeilen, doch der Grundtenor war ruhig. Andere lieferten die Geschichten.

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Am letzten Tag der Trading-Deadline wurde Publikumsliebling Anderson Varejao für den Scharfschütze Channing Frye geopfert. Der Veteran ballerte sich die Skepsis durch seinen Wechsel mit zahlreichen Longballs von den Schultern und führte zwischenzeitlich die gesamte Liga in dieser Kategorie sogar an. Es lief.

Cleveland dominierte den Osten, ohne ihn wirklich zu dominieren, denn mit einer Bilanz von 57-25 fuhr die immer besser eingespielte Truppe nur einen Sieg mehr als Verfolger Toronto ein. Nichtsdestotrotz änderte sich die Ausgangslage vor den Playoffs nicht. Die Cavs dominierten diesmal im Wortsinn die Gegner und leisteten sich bis auf einen nicht nennenswerten Ausrutscher in Kanada keinen Fehltritt.

Die Sweeps gegen Detroit und Atlanta sowie das 4-2 gegen die Raptoren sicherten zum zweiten Mal in Serie die Krone des Ostens und den Einzug in die Finals. Während dieser Runden verbrachten die Jungs auch die Zeit an ihren freien Tagen miteinander, wie Jefferson Tag ein Tag aus dokumentiert. Der Snapchat-G.O.A.T. der NBA berichtete aus sämtlichen Lagen über seine Mates und war ein wesentlicher Faktor für die harmonische wie ausgelassene Atmosphäre im Inneren. 


Schließlich kulminierte die Saison im Rematch mit den Warriors, die als vielleicht bestes Team aller Zeiten kurz davorstanden, den Repeat einzutüten, obgleich Cleveland gewappnet und gesund in die Best-of-seven-Serie ging. Darüber hinaus war die Truppe um Lue mehr als „confident“, doch davon sahen die Zuschauer zunächst nichts. Eine Märchensaga.

Am Ende?
Aufgrund der bereits geschilderten historischen Leistung des Aufgebots von Steve Kerr begann die Serie in Oakland, wo die Cavs in den letzten Jahren gegen den neuen Angstgegner nie was rissen. Auch diesmal nicht. 0-2 hieß es vor Amtsantritt in the Q, und die Anhänger waren desillusionierter als jemals zuvor. 

Viele Experten sprachen LeBron seine Anführerfähigkeiten ab und prämierten die Warriors bereits zum Champion. Tatsächlich entwickelte sich die Lage zu einer aussichtslosen, zumal der wertvollste Werfer der Liga, der erstmals einstimmig gewählt wurde, immer drohte, heiß zu laufen. Die Rede ist natürlich von Curry, der mit seinem Splash-Brother Klay Thompson immer zu einem tödlichen Run ansetzen kann.

Lue fand im dritten Aufeinandertreffen die richtigen Worte und Kniffe; es folgte ein nicht für möglich gehaltener 120-90-Blowout, der jedoch schnell an Wert verlor. GSW bouncedte back und erholte sich von dem vermeintlichen Schock ohne mit der Wimper zu zucken. 

Ein Blick auf die Geschichtsbücher verriet an dieser Stelle, dass sich noch nie ein Team von einem 1-3 erholten konnte. Nur zwei schafften es überhaupt in ein Game 7. Aber Cleveland? Bei dem Gegner und dem bisherigen Effort? Keine Chance. Niemals. Nicht in diesem Leben, nicht gegen diese Warriors.

Doch die Sportwelt machte die Rechnung ohne den Auserwählten. LeBron James verlieh diesem religiös anmutenden Believeland einen Jesus-artigen Wink, denn für ihn galt in gewisser Hinsicht dasselbe wie für unseren Erlöser: Totgesagte leben länger. 

Geschichten geschrieben
„An diesem Punkt haben wir einfach keine andere Wahl“, erklärte Irving vor dem ersten Elimination-Game, „wir werden dem Kerl rechts neben mir folgen.“ Uncle Drew bewegte seinen Kopf in James Richtung – und sprach damit für das gesamte Team. 

Vor einer aggressiven Meute, die den Leader der Cavs ununterbrochen ausbuhte und beleidigte, weil sich seinetwegen Draymond Green eine Sperre einfing und nicht auflaufen durfte, wurden die Grundsteine für Historisches gelegt. Irving und James hauten jeweils 41 Punkte raus. Diese einmalige Performance kombiniert mit knüppelharter Defense besorgten das erste W in der Bay Area. 2-3.

Trotz der aufsteigen Formkurve verbreiteten die Buchmacher nur wenig Optimismus für die Cavs Nation, denn die Ausgangslage ähnelte der letztjährigen, als Golden State sich in Game 6 in Cleveland die Krone aufsetzte. Doch wieder wurden die Skeptiker belehrt. 

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"Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Spieler nicht nur sein ganzes Team beziehungsweise seine ganze Franchise auf die Schultern gepackt hat, sondern auch seinen Bundesstaat, seine komplette Heimat.“ Die Fassungslosigkeit Jeffersons untermauerte kurz nach dem Buzzer das Geschehene, denn erneut hatte die Nummer 23 der Cavaliers 41 Zähler im Boxscore vermerkt. 3-3.

Game 7. Alleine schon die Tatsache, dass ein siebtes Match in der Endrunde 2016 im Terminkalender der NBA fett markiert wurde, war eine Sensation. Ebenso die vielen Kleinigkeiten, die dazu führten. Niemand hielt eine effektive wie gute Verteidigung des Eastcoast-Vertreters für bare Münze, auch die Adjustments von Lue wurden über weitere Strecken belächelt respektive nicht für möglich gehalten.

Beispielweise sorgte Dahntay Jones in einem äußerst kleinen Stretch (2:37 Minuten) für fünf Punkte, weil absolut niemand mit einem Einsatz des Verteidigungsasses gerechnet hatte. Für Staunen sorgten auch die vielen Minuten von Tristan Thompson gegen Curry. Der Center, ein stiller Held dieses Wettkampfs, störte den Edelshooter bereits am Perimeter – und der MVP wusste überhaupt nicht, wie ihm geschah.

Ein Ausdruck, der in diesem Zusammenhang oft und gerne fällt, ist das Momentum. Das Kräfteverhältnis samt Mindset drohte nicht nur zugunsten Clevelands zu kippen, es war tatsächlich der Fall. Trotz Heimvorteil der Warriors war der Trumpf im Ärmel der Gäste. 

Für den Basketball an sich konnte es keine bessere Werbung geben; für die treuen Fans allerdings auch nicht. Eine lange Saison erreichte in einer epischen Endpartie ihren Höhepunkt, und neben der Meisterschaft des Fußballzwergs Leicester City in der englischen Premiere League sollte im Weltsport tatsächlich nochmal ein Eintrag in den Annalen vorgenommen werden.

Es war ein dramatisches Match, das vor lauter Spannung auf einer nicht enden wollenden Dramatikwelle reiten wollte. Die Warriors führten zur Halbzeit mit acht, aber der Rückstand wurde von Smith schnell wieder egalisiert und damit kippte zum zweiten Mal das Momentum gegen den Sonnenstaat. 


Als ´Bron bei einem Stand von 89-89 mit „the Block“ knappe 60 Sekunden vor der letzten Shotclock für absolute Stille in der Oracle Arena sorgte, Irving den wichtigsten Dreier seines Lebens verwandelte und James anschließend auch noch einen Freiwurf zum 94-89 traf, richteten sich die Haare am ganzen Körper bereits auf. Gänsehaut. 

Ausgerechnet Love, der für seine Defense immer wieder medial deklassiert wurde, zwang Curry zu einem schlechten Wurf – und danach passierte nicht mehr immens viel. 

Versprechen gehalten
LeBron James, einer der größten Lichtgestalten auf diesem Planeten, brach vor lauter Emotionen zusammen. Er weinte. Minutenlang. Immer wieder wurden im Laufe seiner Karriere die Vergleiche zu Michael Jordan gezogen, anstatt sich an seinem Talent zu erfreuen; immer wieder redeten ihn Leute schlecht; immer wieder – vor allem seit seiner Rückkehr nach Cleveland – schrieb ihn die Liga ab, doch er hat in der vielleicht eindrucksvollsten aller Arten gezeigt, dass er immer noch der beste Spieler auf dieser Welt ist.

Nach 52 Jahren feierte die Stadt Cleveland wieder eine Meisterschaft in den großen Sportarten Amerikas, die erste in der Geschichte der Cavaliers. Die Gefühle, die gezeigt, und die Tränen, die nach dem Gewinn verdrückt wurden, untermauern allesamt, was der Glaube bewirken kann.


Dieser Glaube kanalisierte sich am 26. Juni 2003 auf eines der größten Highschool-Talente, die Amerika je gesehen hat. 13 Jahre, drei Kinder und etliche Trophäen später ist dieser damals noch recht schlaksige Athlet am Ziel seiner Träume angekommen und hat gezeigt, dass mit Passion, Wille, Beständigkeit, Überzeugung und einer gewissen Arroganz alles wahr werden kann. Aus Believeland wurde endlich wieder eine Championship City.

"Ich liebe es hier in Cleveland. Ich habe keinerlei Pläne, die Franchise zu verlassen“, sagte James vor Hunderttausenden von Menschen während der Meisterschaftsparade. Zuvor zerstörte er via Instagram seine Hater und Kritiker – und dass verdientermaßen: „Sie haben deinen Drive, deine Leader-Qualitäten, deinen Killer-Instinkt in Frage gestellt und gesagt, dass deine Rückkehr nach Hause der größte Fehler in deiner Karriere ist.

Er hat dafür gesorgt, dass der Coach gefeuert wurde und Spieler getradet wurden. Er kann nicht mit Kyrie Irving oder Kevin Love koexistieren und hängt zu sehr an einigen Mitspielern. Er wird nie im Leben eine Meisterschaft nach Hause bringen, und so weiter und so fort.“ Auf dem Bild zu sehen: der einstimmig gewählte Finals-MVP mit der Larry O’Bryan Trophäe. Gänsehaut. Ende. 4-3.