03 Mai 2016

3. Mai, 2016


von TIM SEITTER @Timuslav

Als in San Antonios Estrundenserie gegen Memphis während Spiel vier am Sonntag der Strom ausfiel und für eine lange Unterbrechung sorgte, kamen schon erste Befürchtungen auf, Tim Duncan würde seinen 40. Geburtstag in den dunklen Weiten des FedEx Forums erleben müssen. 

Nach knapp 20 Minuten ging es dann doch weiter, die Grizzlies wurden erwartungsgemäß gesweept und 'The Big Fundamental' konnte seinen Vierzigsten am Montag standesgemäß auf dem heimischen Sofa feiern.

Von seinen 40 Lebensjahren hat Duncan die Hälfte in der NBA verbracht. Gefühlt ist Timmy schon ewig dabei. Selbst ein Teamkollege wie LaMarcus Aldridge weiß nicht genau, wie alt sein Frontcourt-Partner eigentlich wirklich ist: „Tim ist 100 Jahre alt. Typen wie er brauchen ihre Erholung“, antwortete LMA auf die Frage bezüglich der langen Pause für die Spurs zwischen Runde eins und zwei. 

Vermutlich war das ein Scherz von Aldridge (und was für einer!), doch bei all den Zahlen und Rekorden, die Duncan über die Jahre aufgestellt hat, ist ein Durcheinanderkommen nicht ungewöhnlich. 


5x NBA Champion, 3x Finals-MVP, 2x Most Valuable Player, 15x All-Star, 15x All-NBA Team, 15x NBA All-Defensive Team, Rookie of the Year... das sind nur die wichtigsten Auszeichnungen in der Hall of Fame Karriere des Dauerbrenners. Hinzu kommen zahlreiche Rekorde in der regulären Saison und Playoffs, was Punkte, Rebounds, Blocks und absolvierte Spielzeit angeht. 

Wie ist es möglich, solche Rekorde aufzulegen und im Alter von 40 Jahren immer noch mithalten zu können? Duncan ist immer der nette Kerl geblieben, ein hervorragender Teamkollege - und hat dabei nie vergessen, das gegnerische Team auseinanderzunehmen.

OKC-Center Steven Adams sagte dazu vor dem Duell gegen San Antonio: „ Er ist kein krasser Athlet, aber er zerstört dich. Und ist ein netter Kerl.“ Hinzu kommt, dass Duncan durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Trash Talk funktioniert nicht, nett zu ihm zu sein bringt aber auch nichts. Er liefert eiskalt seine Leistung ab und geht danach nach Hause.


Duncan ist unerschütterlich und spielt dabei seine Gegner an die Wand. Dass er heute nicht mehr so dominant ist wie noch vor Jahren, sollte selbstverständlich sein. Typen in seinem Alter sind längst in Rente. Von Zeit zu Zeit aber, wie in den Spielen gegen die Los Angeles Clippers in den letztjährigen Playoffs, beweist Duncan nach wie vor, dass offensiv immer noch Gas in seinem Tank ist.

Dank der Offensivpower von Aldridge und Kawhi Leonard sind die Spurs längst nicht mehr auf die Angriffsbemühungen ihres Big Man angewiesen. In der Defensive bleibt er nach wie vor ein enorm wichtiger Baustein der besten Verteidigung der Liga. 

Wie lange 'Old Man Riverwalk' nach der Serie gegen Oklahoma City noch seine Basketballschuhe schnüren wird, steht in den Sternen und hängt nicht zuletzt vom Abschneiden in diesen Playoffs ab. Dank einer Spieleroption für die nächste Saison liegt Duncans Zukunft allein in seinen Händen. Klar ist jedenfalls, dass sich die Spurs und eine Liga ohne Tim Duncan keiner so richtig vorstellen kann. Bleibt nur noch eins zu sagen: #timbetterthankobe ;)