04 Mai 2016

5. Mai, 2016


"I still a champion." Dwight Howard mit Kevin-Durant-voice

von ANNO HAAK @kemperboyd

Dostojewski
Das Schockierendste an KD, dem MVP von zweitausendvierzehn P.D. ist nicht sein reflexhaftes Gebelle, sondern die mangelhafte Kenntnis der Konjugation relativ simpel zu merkender Auxiliarverben. (WEHE, EINER GOOGLET DAS JETZT!) "You the real MVP" war kein Ausrutscher. "He a idiot". Okay, wenn man sich das Video oft genug ansieht, kann man ein "s" erahnen, es fehlt auch eher das "n", aber ich konnte mir die Chance nicht verbauen lassen, "Auxiliarverb" zu schreiben.

Mark Cuban hatte ein Knöchelchen geworfen und der künftige Laker, der dafür sorgen wird, dass nach den Nummern 32 – 34 auch Nr. 35 unter die Decke des Staples gezogen wird (s/o to Magic), bellte wie aufs Kommando. Und womit? Mit Russell. Es gibt ja kaum etwas, worüber ein durchschnittlich tiefenentspannter NBA-Aficionado seinen Blutdruck so aus dem Auge verlieren kann, wie die Frage, ob Spieler X ein Superstar ist. Wie beim DPOY hat die NBA einfach vergessen, das zu definieren. Wenn Ihr Todessehnsucht habt, stellt Euch einfach mit Handykamera in den MSG, drückt auf Aufnahme und sagt laut und deutlich: "Melo just a scorer!" Das wird ein Snuffvideo.

Cuban machte das wie alles im Leben cooler als der Durchschnittsbürger und ließ sich von Profis in Chesapeake dabei filmen, wie er Westbrook einen "Allstar" nannte. Um Himmels Willen. ER HAT "SCORER" GESAGT! Skip Bayless antwortete, man könne eine Menge Dinge über Mark Cuban sagen, "Idiot" gehöre nicht zu diesen Dingen; und wenn Dich Skip Bayless verteidigt, dann weißt Du, dass Russell  Westbrook den Sonntagsanzug aus dem Schrank geholt hat.

Definitionsvorschlag zur Güte: "Superstar" ist jeder, den der coolste Typ der Liga (Fanboyalert!) nehmen würde. Dirk würde Russell nehmen, ergo ist Russell ein Superstar. Ende der Deduktion. Gut, Dirk hätte sich auch nicht gegen den 26,5-%-Freiwerfer gewehrt, aber jede Definition hat Schwächen.


3 Dinge/3 peat
Freunde, ein Mann muss in seinem Leben drei Dinge getan haben: einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen (oder ganz viele Söhne, wir sind bei Dwight H.). Ein Thunderspieler muss einen Kleiderschrank mit schockierend hässlichen Designer-Klamotten vollstopfen, ein Leben lang untere Kante(r) (Kanter, versteht Ihr?!?!?!?) 3,54 Meilen von Seattle entfernt bleiben und sich hartnäckig weigern, jedwede Form von "to be" zu benutzen.

Champions müssen mehr tun. Champions müssen drei mal drei. Sie müssen drei Franchises in vier Jahren durchlaufen, sie müssen es sich in drei Weisen mit drei NBA-Legenden verscherzen und natürlich müssen Sie innerhalb von drei Jahren drei mal in Runde eins der NBA-Playoffs die Segel streichen, ohne auch nur einmal jeweils drei Spiele zu gewinnen.

Wer jetzt das Rechnen aufgibt, um sich auf die Suche nach dem Gerundium von "to be" zu machen, dem sei gesagt: Das ist die gültige Beschreibung eines echten Meisters im Egozentriker-Paralleluniversum des Grauens. Diese ferne Galaxie des Realitätsverlusts hat Dwight David Howard binnen sechs Tagen aus den Rippchen des Stan van Gundy, also aus dem Nichts, mit der eigenen Hände Arbeit geschaffen. Als er am siebten Tage ruhte, hatte er wohl gerade nichts anderes zu tun, als einen neuen Wörterbucheintrag für "Champion" zu erfinden und obige 3x3-Definition zugrunde gelegt.

Wie es der Zufall (der ein Trikot mit der Nummer 12 zu tragen scheint) will, passt die Definition in der NBA nur auf einen einzigen Spieler, nämlich auf...und alle im Chor. In diesem Parallelsternensystem, nennen wir es Andwighteda, ist der Center mit der ungeschützten Libido übrigens auch ein Maximalspieler. Cuban soll bereits die nächste Hirschjägersafari auf dem zum Sternensystem gehörenden Urlaubplaneten planen. Wahrscheinlich haben sich beide an Nate Robinson den Kopf gestoßen.

Er ist also immer noch ein Champion. "Superstar" (ist) was für Mädchen. Ein Champion lässt nur nicht unter Androhung einer Tradeforderung einen Trainer feuern und fordert den Trade nach der Entlassung dann trotzdem, er fordert auch nicht unter Androhung des Abgangs nach Houston einen Trade von Kobe und geht dann trotzdem. Ein Champion spielt pick and roll, lässt sich nicht von Lillard aus den Playoffs schießen und respektiert, dass der größte Star im Team immer der Spieler mit der stabilsten Gesichtsbehaarung ist, aber *Skip Bayless voice*: "That’s just me!"


82games.com/RW0
Der Übergang von Gesichtsbehaarung zu Charlie Villanueva mag mutig erscheinen, aber ich setze hier nicht die Agenda. Das tut der Superstar mit der Nummer 0. Villanueva redet smack? 82 Spiele auf der Bank. Shots fired! Von der Dreierlinie. Russell halt. Ein Superstar. Immer noch besser als "Krebspatient". Shots fired! Grüße an KG. Acht Sätze ohne Auxiliarverb? Check! Let’s dance!


Take your vitamins, Doc!
"Wir hatten das auch damals mit Kendrick Perkins in Spiel 7 der NBA Finals 2010", war der Kommentar von Doc Rivers zur Verletzung von Stephen Curry. Während Ihr Euch überlegt, was Kevin Durant über Doc gesagt hätte, wenn er Perkins und Russell verglichen hätte, mache ich hier schon mal weiter.

Du kannst ja über Curry sagen, er sei nur ein Scorer. Du kannst ja sagen, er sei kein Superstar. Du kannst ja sagen, das Mundschutzgekaue sei eklig. Dann bist Du halt ein Cuban. Aber Kendrick Perkins (selbst der von 2010)? Der Vergleich ist nicht mal mehr "Äpfel / Birnen". Das ist "Johannisbeere / Ananas". Come on, in dem Bild ist Kendrick nicht mal Obst. Ach so...Moment!

Auf jeden Fall ist das ist Trash Talk Endlevel. Doc Rivers ist ehemaliger NBA-Pro, Trainer des Jahres, Champion (s/o to Dwight) und jetzt auch Träger der Gary-Payton-Ehrennadel in gold. Solche Respektlosigkeit wird mit saisonbeendenden Verletzungen von nicht unter zwei Superstars bestraft.


TrainerkaRussell (Russell, versteht Ihr?)
Scott Brooks hat wieder einen Job. Betonung auf "einen". Er soll Kevin Durant nach Hause holen. Das System "Block für Kevin Duran...äh John Wall, der Rest geht aus dem Weg" kann wohl nicht der Grund für die Einstellung gewesen sein. Nur meine Meinung, ich bin kein Experte (s/o to Sandro).

Andrew Wiggins spielt dann ab nächster Saison 47 Minuten und 54 Sekunden pro Spiel und Karl Anthony Towns wird sich einen Männerdutt wachsen lassen. Das wird legen...es kommt gleich...där (Marshall kommt aus Minneapolis, Popkulturreferenz: check!). Thibodeau ist jetzt schon der Top-Kandidat für den COTY 2017.

Dafür muss man nur rund 40 Spiele coachen, wie ich jetzt lernte*. Gregg Popovich ist der beste Trainer aller Zeiten und Universen, aber mit einer halben Saison Trainer des Jahres zu werden, hat er nie geschafft**. DAS macht einen Superstar und Champion aus. Dwight und Russell weinen im Chor. Steve Kerr ist sowas von ready.

*Sidenote: Ohne nachzugucken: Wer war COTY 2015? Na, nichts? Stotts-Jünger, beruhigen Sie sich wieder.

**Sidenote 2: hat Popovic natürlich doch geschafft (s/o to lockout 2011).

In der anderen Hälfte einer Warriors-Saison ercoacht man sich den Job in Tinseltown. Die Lakers haben nun Byron Scott endlich für den Traumjob in Philadelphia freigegeben, wo er ganz offiziell die schlechteste Bilanz der Liga jagen darf, ohne dass es jemanden stört oder Opa vom 2000er Krieg gegen die Blazers erzählt und dann 50 Würfe pro Spiel nimmt.

Derweil interviewen sie in Sactown am Tag pro Divac-Zigarette einen Trainerkandidaten. Sollte Eure Bewerbung noch nicht raus sein: Vinny Del Negro ist ein Kandidat. Stellt Euch eine NBA vor, in der die Sixers, gecoacht von Byron Scott, auf die Kings, gecoacht von Vinny Del Negro, treffen. Das klingt, als ob in der NBA des Dwight-Howard-Paralleluniversums die League-Pass-Alert-Sirene klingelt.


Playoffs
Zwischen den Pressekonferenzen und den Auszeichnungen laufen ja ab und zu auch noch Basketballspiele. In denen merkwürdige Dinge passieren.

Lance Stephenson war der beste Spieler einer Serie. Zumindest der beste unter denen, die die Serie nicht gewonnen haben. Dennis Schröder ist der Topscorer eines Playoffspiels, an dem LeBron James beteiligt war. Die Toronto Raptors haben die zweite Runde erreicht. Mai 2016, das ist nicht mehr meine NBA.


Fundstück(e) der Woche(n)
Game 7 in Miami. Aber das Popcorn war gut. Buzzzzzzzzzzzzzzzzzzz.


Der Link lockt wie...


(Wer hat sich eigentlich diese neue Einbettungsfunktion ausgedacht?)

And this! Wenn Ihr meine Freunde oder wenigstens Champions wärt, würdet Ihr nächste Woche wieder einschalten. Keep ballin‘!