16 April 2016

16. April, 2016


Nicht, dass die abgelaufene Saison arm an guten Storylines gewesen wäre, aber... Playoffs, yo! In den nächsten acht Wochen ist endlich richtiger Basketball angesagt. Auch hier bei NBACHEF, wo wir euch mit Postseason-Content mästen. Zum Auftakt wie immer die acht Erstrundenserien im Schnellcheck - straight auf den Punkt.

von ANNO HAAK @kemperboyd & STEFAN DUPICK @Hoopsgamede

Entrée
Die Thunder spielen genau die Saison, die von Ihnen erwartet werden konnte. Das Team bringt ordentliche Leistung, konnte sich frühzeitig den Heimvorteil für die Playoffs sichern, die Dominanz der Warriors und Spurs jedoch nie gefährden.

In der Defensive und auf Shooting Guard sind die offensichtlichen Schwachpunkte der Thunder auszumachen. Beide Faktoren lassen sich jedoch zu Beginn der Playoffs kompensieren, so dass OKC als großer Favorit in die Serie gegen Mavericks geht. Wer von und für Dallas träumt, dem sei die Saisonbilanz ans Herz gelegt. 4 und...tusch: 0.


Die Mavs haben mit dem Playoffeinzug schon mehr erreicht, als alle Bananenboothater und Fans von Teams mit Franchiseplayern, die hässliche Stühle fotografieren, ihnen im Juli 2015 zugetraut hätten. Die Erfahrung der Mavs ist jedoch nicht zu unterschätzen, speziell Dirk Nowitzki, J.J. Barea oder auch David Lee wissen, wie Titel gewonnen werden, wenn auch mit besseren und / oder jüngeren Teams.


Warum OKC gewinnt
Um es ganz einfach zu machen, lässt sich der Grund für den Sieg in der Serie auf zwei Namen herunterbrechen: Durant und Westbrook. Die beiden Anführer der Thunder verfügen über so viel individuelle Klasse, dass sie die Mavs im Alleingang auseinandernehmen werden

Russell Westbrook spielt eine MVP-würdige Saison, legt ein Triple Double nach dem anderen auf, peitscht das Team mit seiner Mentalität und Athletik nach vorne und spielt zudem viel uneigennütziger als früher.


Auch Kevin Durant lässt sich nicht lumpen und agiert als überragender Scorer (28 PPG bei 50 / 39 / 90). In der zweiten Saisonhälfte hat Durantula noch einmal eine Schippe drauf gelegt und harmoniert zudem hervorragend mit Westbrook.

Man kennt sich (ewig), man hilft sich. Die offensive Power des Teams wird die Mavericks in der aktuellen Verfassung überrollen. Die Thunder können gegen jeden Gegner 120 Punkte oder mehr liefern und zudem ist es fast unmöglich, Westbrook und Durant aus dem Spiel zu nehmen.

Die Rollenspieler entlasten die Stars. Egal ob Ibaka, Adams oder Kanter, speziell der Frontcourt bringt ordentliche Unterstützung aufs Parkett und liefert wichtige Pausen für Durant und Westbrook. Das Team geht ausgeruht und fit in die Playoffs.

Der Heimvorteil wird in dieser Serie keine Rolle spielen, spricht im äußersten Notfall jedoch auch für ein Weiterkommen der Thunder. Am Ende wird es hier jedoch keine sieben Spiele geben.


Warum Dallas gewinnt
Weil Dirk. Weil 2007. Weil "This is why we play". Weil Carlisle.

Last thing first: wenn es in dieser Serie ein PMMM (pro Mavs Mismatch) gibt, dann das zwischen den Anzugträgern auf der Bank. Carlisle ist einer der besten Trainer der Liga unterhalb des Popovich-Pantheons. Wer das nicht glaubt, mache sich klar, dass er aus einem Team, in dem Ray Felton Ausgabe 2016 satte 31 Male startete, ein Playoffteam gemacht hat. Im Westen.

Billy D. dagegen droht sich einzureihen in die Gilde der Übungsleiter, die zwar aus Hühnerbeinen NBA-Prospects machen können, aber selbst in der Welt größter Basketballliga angekommen eher unterbelichtet wirken. In Boston nennt man das "den Pitino machen". Die "Ball zur Null oder zur Fünfunddreißig, ein Block und dann seht zu, dass Ihr nicht im Weg steht"-Offense des zukünftigen Rockets-Coaches (s/o to Dannney!) hat er jedenfalls kaum erkennbar flexibilisiert.


Die Menschen gucken ja Basketball, weil sie vorher nicht wissen, wie es ausgeht. (Oder sie leben in Oklahoma und es gibt halt sonst nichts zu tun.)  This is why we play. Warum nicht? Warum eigentlich nicht? Carlisle hat die Spurs an den Rand des Aus gecoacht. Die "Spurs on a mission" 2014. Man will glauben, dass ihm irgendetwas einfällt, um die Matchup-Alpträume Westbrook / Felton, Harris und Durant / X zu verstecken.

Ihm wird etwas einfallen. Ich weiß zwar noch nicht was, aber es wird. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass Jim Carreys Double die 96er Bulls gesweept hätte (s/o to Scotteeeeeey P.). Wer hat 2007 an die Warriors geglaubt, wer? Ich nicht. Ihr nicht. Carlisle, wo immer er damals gerade war, aber ganz sicher.

Und dann ist da Dirk. Hast Du Dirk, kannst Du jede Serie gewinnen (schwarz-rot-geil und so). Dirk N., David L. und JJB haben jeder für sich mehr Playoffserien gewonnen als Kanter, Waiters und Roberson kombiniert überhaupt gespielt haben. In den Playoffs gewinnt das Team mit mehr Erfahrung und dem besseren Trainer. Wenn Ihr jetzt nicht auf die Mavericks setzt, weiß ich auch nicht.


Stat Salat
Gegen die Thunder lassen die Rennpferde 114,5 Punkte pro 100 Besitze zu. Das sind schmackhafte acht (!) mehr als die Sixers im Schnitt.

Ich packe hier noch eine Mavs-Hoffnung rein. Durant hat einen Angstgegner: Dallas!! Bei nahezu gleicher Minuten-Sample-Size in annähernd allen Kategorien schlechter als im Schnitt (z. B. 3P% 32 vs. 38,7).

…und dann kommt wieder runter. Heimvorteil Oklahoma. RW0 zu Hause gegen die Mavs mit einem NetRtg von 23,2. Dreiundzwanzig. Komma. Zwei.


Die Rechnung, bitte!