20 April 2016

20. April, 2016


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt. 

von ANDRÉ NÜCKEL @AndreNueckel

Und der Preis für den meistverbesserten Spieler geht an...

Most Improved Player: CJ McCollum
(Portland Trail Blazers)

Stats ‘15/16: 
20.8 PPG | 3.2 RPG | 4.3 APG | 1.2 SPG | 44,8% FG | 41,7% 3P | 82,7% FT in 80 gm.

Highlights:
- Niemand hatte so wirklich diesen Leistungssprung auf der Rechnung
- Career High mit 37 Pts gegen die New Orleans Pelicans
- Verbesserte Dreierquote (von 39,6% auf 41,7%) bei deutlich mehr Würfen pro Spiel (von 2.2 auf 5.9)

Wenn es im Frühjahr 2016 eine individuelle Auszeichnung in der besten Basketballliga der Welt gibt, die hinter der nicht vorhandenen MVP-Diskussion ebenfalls nicht angezweifelt werden sollte, dann die des Most Improved Players. C.J. McCollum ballerte sich von Oktober bis April in einen nicht für möglich gehaltenen Rausch, der von der NBACHEF-Redaktion entsprechend gewürdigt wird.

Nach Endabrechnung des Votings weist der Scharfschütze der Portland Trail Blazers satte 34 Stimmen Vorsprung auf Stephen Curry und Jae Crowder (je sieben) auf. Und womit? Mit Recht! 

Der Abgang von Wes Matthews nach Dallas katapultierte den zehnten Pick des 2013er Drafts und dessen Spielzeit in astronomische Höhen: vom ordentlichen Rotationswerfer (15.7 MPG) zum Backcourt-Partner von Damian Lillard (34.8 MPG). Ein Verlust in Sachen Effizienz wäre eigentlich die logische Folge gewesen, aber was ist in dieser Welt schon normal?

McCollum trotzt dieser Annahme und verbessert seine Quoten in allen Bereichen: aus dem Feld (um 1,2%), von Downtown (2,1%) sowie von der Freiwurflinie (12,8%). Und das bei durchschnittlich zwölf Würfen pro Game mehr!!! Wahnsinn.


Dass dabei die Punkteausbeute fast schon krachender ausfällt als der Jumper des Zweiers, ist folgerichtig die logische Konsequenz. Mit 20.8 PPG (Saison 14/15: nur 6.8 PPG) jagt der 24-Jährige den Spalding mit einer Konstanz durch die Reusen, die niemand, wirklich niemand, wirklich, wirklich niemand erwarten konnte. Wer jetzt das Gegenteil behauptet, kann der next BFF von D’Angelo Russell werden...

Neben seiner Polyvalenz im Scoring (Dreier aus Catch-and-Shoot, Dribbling/Pick and Roll, Drive, Fadeaways, Floaters etc. pp. & Co. KG) entlastet McCollum als Ballhandler auch Buddy Lillard. Seine Pässe finden 4.8 Mal pro Abend einen dunkenden Abnehmer.

Einzig die Defensive bot den Kritikern während der regulären Saison Grund zum Mosern. Dabei halten sich die 0,5%, die die Gegner im direkten Duell gegen C.J. besser treffen, im Rahmen. Kopf und Körper des Dreijahres-Profis verkraften die Mehrarbeit deutlich besser, als Auge und Experten vielleicht meinen.

Wer noch nach weiteren Kriterien sucht, braucht nur die Leistung von Rip City mit der Erwartungshaltung zu vergleichen. Das Erreichen der Playoffs von Portland grenzt an ein Wunder. Ein potenzloser Kader voller Youngsters hat es tatsächlich als Fünfter in die Postseason geschafft. Ohne ihren SG wäre der prognostizierte Lottery Pick Realität geworden.

Nach Zücken des Taschenrechners und Addition aller geschilderten und vergessenen Faktoren, kann es nur ein Urteil geben: Kein Athlet, kein Schütze, kein Stephen Curry dieser NBA verdient 2015/16 die Ehrung des „meist verbesserten Spielers“ mehr als C.J. McCollum.

Abstimmungsergebnis:
1. CJ McCollum (41)
2. Steph Curry (7)
-. Jae Crowder (7)
4. Giannis Antetokounmpo (5)
-. Reggie Jackson (5)
6. Evan Fournier (4)
-. Will Barton (4)
8. Kawhi Leonard (3)
-. Kemba Walker (3)
-. Zaza Pachulia (3)
11. Rodney Hood (2)
-. Andre Drummond (2)
13. Draymond Green (1)
-. Kent Bazemore (1)
-. JR Smith (1)
-. Ian Mahinmi (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.