18 März 2016

18. März, 2016


In einem Monat starten die NBA Playoffs. Im Osten wie im Westen ist das Rennen um die letzten Plätze offen. Multiple Gründe sprechen für die einzelnen Bewerber, also beleuchtet die #NBACHEFSQUAD die Kandidaten und nennt jeweils acht Argumente für die einzelnen Teams... inklusive unerschütterlicher Prognose, wo die jeweiligen Teams am Ende landen werden. Garantiert.

von NBACHEFSQUAD

Utah Jazz (32-35)
Peter Drews @PeterDrews90

#1 – Die Jazz haben die jüngste Mannschaft in der gesamten Liga. Gerade einmal 24,2 Jahre alt ist das Team im Schnitt. Die lange Saison macht ihnen nicht so zu schaffen wie z. B. den Konkurrenten aus Dallas oder Memphis

#2 – In der Mannschaft stimmt die Chemie. Nachdem Trey Burke im Interview zu seinen Trade-Gerüchten befragt wird, platzt Rodney Hood in das Gespräch und gibt seine Meinung kund: “We’re happy to have Trey Burke, man. We love Trey Burke, Baby.“

#3 – Hustle. Trevor Booker, Rudy Gobert und Derrick Favors leben es vor. Kein Rebound wird verloren gegeben, um jeden Ball gekämpft. Gold wert im Kampf um die Playoffs.

#4 – Der Schedule meint es gut mit den Jazz. Lediglich die Spiele gegen Cleveland, Oklahoma, Golden State und die Spurs scheinen von vorne herein entschieden. Der Rest ist vollkommen offen. Darunter auch die richtungsweisenden Duelle gegen die Mavs und die Rockets.

#5 – Nachdem die Playoffs letztes Jahr knapp verpasst wurden, erwarteten viele Fans dieses Jahr die Postseason von ihrem Team. General Manager Dennis Lindsey und Head Coach Quin Snyder sehen das hingehen realistisch und haben die Playoffs – vor allem nach dem Verletzungspech – nicht als Ziel ausgesetzt. Die junge Mannschaft kann ohne Druck aufspielen.

#6 – Mit Gobert und Favors stehen zwei der besten Verteidiger der Liga im Kader der Jazz. Die beiden sind die besten Shotblocker und Defensiv-Rebounder ihres Teams und müssen in den nächsten vier Wochen ihre Defensivqualitäten unter Beweis stellen.

#7 – Gordon Hayward. Der Borderline All-Star zeigt sich in dieser Saison nicht so stark wie in der letzten. Allerdings weiß jeder um seine Fähigkeit und das Team vertraut ihm zu 100%. Legt er ein paar Prozent drauf, könnte er das Pendel in die richtige Richtung ausschlagen lassen.


#8 – Neuzugang Shelvin Mack hat Stabilität für die Point Guard Position gebracht. Der ex-Hawk legt mit 12.5 Punkten und 5.3 Assists pro Abend die mit Abstand besten Statistiken aller Jazz-Einser auf und gibt Coach Snyder eine abgezocktere, ruhigere Hand im Kampf um die entscheidenden Plätze im Westen.

Projections:
5. Grizzlies, 6. Rockets, 7. TrailBlazers, 8. Jazz, 9. Mavericks


Dallas Mavericks (34-33)
Torben Siemer @lifeoftorben

#1 – Chandler Parsons spielt seit dem Kurzurlaub rund um das All-Star Game den besten Ball der Saison, vielleicht sogar seiner Karriere – 19 Punkte im Schnitt bei Quoten von 53/44/82, dazu ein positives Net-Rating von 6.7. Parsons will sich für den Maximalvertrag im Sommer empfehlen.

#2 – Rick Carlisle. Der Headcoach sorgt seit Jahren dafür, dass die Mavericks die vor der Saison in sie gesteckten Erwartungen übertreffen. Er wird die schwächelnde Defensive (Platz 20 seit Jahresbeginn) einmal mehr in den Griff bekommen und den aktuellen Negativlauf stoppen.

#3 – Dirk Nowitzki, abseits des Balles. Wie immer in Dallas. Auch in seiner 18. Saison noch immer der Fixpunkt des Teams, sorgt er allabendlich für (mal mehr, mal weniger) Kopfzerbrechen bei gegnerischen Defensiven. „Gravity“ ist das Zauberwort, das den Mavericks immer wieder Räume in der Offensive öffnet.

#4 – Dirk Nowitzki, am Ball. Wie auch Parsons hat der alte Mann aus Würzburg die All-Star-Pause zum Durchschnaufen genutzt und zeigt unter anderem mit mehrfach 30+ Punkten seitdem, dass er noch immer Spiele übernehmen kann. Nur eben nicht mehr jeden Abend.


ICYMI: Chandler Parsons scored 24pts & Dirk added 23pts as the Mavs snap Charlotte's 7-game winning streak, 107-96! GALLERY: http://go.mavs.com/l/3hh
Posted by Dallas Mavericks on Tuesday, March 15, 2016

#5 – Erfahrung. Nach der Verpflichtung von David Lee sind von den neun Mavericks, die mindestens 18 Minuten pro Spiel sehen, jetzt sieben 31 Jahre und älter. Wes Matthews (29) und Chandler Parsons (27) sind die „Jungspunde“. Der Kader weiß, worauf es im Endspurt ankommt und hat so ziemlich alles schon gesehen. Nicht zufällig führt Dallas die Liga bei der Turnover-Percentage an.

#6 – Direkte Duelle. Zweimal die Blazers, je einmal Rockets, Jazz und Grizzlies. Fünf der letzten 12 Saisonspiele gehen gegen Konkurrenten um den Einzug in die Playoffs – und die Mavericks haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie mit diesem Druck umgehen können.

#7 – Die Konkurrenz. Utah ist als Neunter und aktuell Letzter der Playoff-Kandidaten zwar nur knapp hinter Dallas, aber Portland und Houston aktuell noch näher auf den Plätzen sechs und sieben. Die Rockets sind inkonstant, die Blazers und Jazz jung und weitgehend unerfahren.

#8 – Acht Gründe für die Playoff-Quali sind viel mit Blick auf die aktuelle Formkurve der Mavericks. Aber: In den letzten 15 Jahren fand nur eine Postseason ohne die Franchise von Mark Cuban statt. Und das American Airlines Center erwacht doch erst dort richtig zum Leben.

Projections:
5. Grizzlies, 6. Rockets, 7. TrailBlazers, 8. Mavericks, 9. Jazz


Houston Rockets (34-33)
Daniel Schlechtriem @W14Pick

#1 – Die Rockets sind das Comeback-Team der Liga. Das haben die Clippers vergangene Postseason zu spüren bekommen, zuletzt die Blazers und die Raptors. Die schlechte Saison wird auf den letzten Metern einigermaßen gerettet.

#2 – James Harden ist der individuell beste Spieler aller Teams im Rennen um die letzten Playoff-Plätze. Seit er sich von Ihr-Wisst-Schon-Wem getrennt hat, geht es steil bergauf: 29,0 Pts, 6,3 Reb und 8,4 Ass im März sprechen für sich. Dass sich die Trennung von einem (sogenannten) Promi auf einen Sportler positiv auswirkt, wurde zuletzt sogar wissenschaftlich bewiesen.


#3 – Dwight Howard, Donatas Motiejunas, Terrence Jones, Josh Smith – allesamt Free Agents im Sommer und momentan stehen ihre Aktien nicht hoch. Die vier Bigs haben ihren Wert zu beweisen. Viel Zeit bleibt ihnen nicht.

#4 – Die Blazers und Jazz sind jung und unerfahren, nicht selten geht diesen Teams auf der letzten Gerade der Sprit aus. Utah hat mit Verletzungssorgen zu kämpfen, Portland mit einem unausgewogenen Kader und fehlender Tiefe. Im Endspurt macht sich das bemerkbar.

#5 – Die Grizzlies und die Mavs sind alt und haben den schwersten Restspielplan. Memphis geht ohnehin auf dem Zahnfleisch und musste zuletzt mit nur sieben Spielern antreten. Auf Dauer legt Matt Barnes kein Triple Double auf. Dallas befindet sich schon im ganzen Kalenderjahr auf dem absteigenden Ast. Bilanz 2016: 15-20, Tendenz fallend.

#6 – Houstons finale vier Gegner: Suns, Lakers, Wolves, Kings – allesamt im April nur noch an Ping-Pong-Bällen interessiert. Dazu finden sieben der letzten elf Partien im heimischen Toyota Center statt. Die Rockets werden im Endspurt keine Federn lassen.

#7 – Im direkten Vergleich liegen die Rockets sowohl gegen die Mavs (2-1), als auch gegen die Jazz (2-1) in Front und können in den anstehenden finalen Duellen nicht nur an Boden gewinnen, sondern sich im Erfolgsfall sogar eine identische Bilanz erlauben. Keiner der Konkurrenten hat den direkten Vergleich gegen Houston gewonnen (MEM 2-2, POR 2-2).

#8 – Ty Lawson ist weg und ohne ihn stehen die Rockets bei 12-2. Sein Nachfolger (nicht positionsgerecht... ihr wisst schon...) Michael Beasley hat bereits ein ausgezeichnetes Spiel absolviert (18 Pts, 8 Reb gegen die Celtics) – viel mehr hatte Lawson in der ganzen Saison nicht.

Projections:
5. Grizzlies, 6. Rockets, 7. TrailBlazers, 8. Mavericks, 9. Jazz


Portland Trail Blazers (35-33)
Stefan Dupick @hoopsgamede

#1 – Damian Lillard. Der Point Guard und Star des Teams spielt eine überragende Saison und legt neben seinen 26,1 Punkten auch noch 6,9 Assists pro Spiel auf. Zudem wird er im Laufe der Saison immer besser und trifft seine Würfe auch in den entscheidenden Phasen.

#2 – C.J. McCollum. Ein Kandidat für den Most Improved Player Award und zudem kongenialer Backcourt Partner von Damian Lillard. McCollum befindet sich in seiner Break-Out Saison, trifft von überall auf dem Feld und genau wie Lillard kann McCollum zum Ende der Saison zulegen.

#3 – Effiziente Rotation. Die Ergänzungsspieler funktionieren sehr gut, neben den beiden Stars gibt es zahlreiche Spieler die in die Bresche springen, wenn dies notwendig ist. Die Frontcourt Rotation um Plumlee, Davis, Vonleh und Leonard funktioniert sehr solide und auch im Backcourt bekommen die Lillard und McCollum viel Unterstützung durch Crabbe und Henderson.

Top 5 Plays of the Week | March 7 - 13
CJ, Pat, Mason, Meyers and LOTS of Gerald Henderson round out last week's Top 5 Plays
Posted by Portland Trail Blazers on Tuesday, March 15, 2016

#4 – Coaching. Terry Stotts führt in außerordentlichem Maße Regie und koordiniert die junge Truppe viel besser als erwartet. Stotts lässt einen offensiven Stil spielen, lässt seine Stars Entscheidungen treffen und sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis bei der Verteilung der Spielzeit je Spieler.

#5 – Langer Atem und aufsteigende Form. Während sich die reguläre Spielzeit dem Ende zuneigt und vielen Teams langsam die Puste ausgeht, haben die Trail Blazers eine positive Bilanz vorzuweisen und auch die individuellen Statistiken vieler Spieler entwickeln sich positiv.

#6 – Dreierquote. Die Trail Blazers stehen mit 36,3% Dreier Quote auf Platz 5 in der Liga und treffen absolut sogar die viertmeisten Dreier pro Spiel (10,3), mit diesen Werten können sie enormen Druck auf den Gegner ausüben.

#7 – Schwächelnde Konkurrenz. Portland profitiert natürlich auch sehr stark von der schwächelnden Konkurrenz. Während die Formkurve der Blazers nach oben zeigt, schwächeln viele direkte Konkurrenten um die Playoff-Plätze gewaltig.

#8 – Rebounds. Hinsichtlich der Rebounds je Spiel liegen die Blazers auf Platz fünf in der Liga. Die Arbeit unter den Brettern ist beachtlich, zumal sich die gesammelten Boards auf viele Spieler verteilen.

Projections:
5. Grizzlies, 6. Rockets, 7. TrailBlazers, 8. Mavericks, 9. Jazz


Memphis Grizzlies (39-28)
Harald Mainka @Harrystocats

#1 – Hier an der Herdplatte hantieren wir nicht gerne mit Zahlen herum, für unsere naturwissenschaftlichen Gourmets habe ich dennoch eine Zahl vom 13.03.2016 vorbereitet: Memphis trennt ganze neun (in Worten: neun) Siege zum Neuntplatzierten (Freunde der Naturwissenschaft erkennen die Gesetzmäßigkeit) aus Utah und der knüppelharte Restspielplan bietet trotz allem genug Gelegenheiten, noch drei doppelte Us einzuheimsen. 42 Siege werden in diesem Jahr definitiv reichen.

#2 – Noch nicht überzeugt? Im Vergleich zu den Konkurrenten ist Memphis das bisher beste Heim- sowie Auswärts-Team. Trotz all der, ehm, "Charakteren" hat die Mannschaft nichts von seiner Jagdlust verloren: im Westen haben nur die Warriors, Spurs und Clippers mehr Spiele gewonnen.

#3 – Dallas ist gerade auf dem Weg dorthin, wo es hingehört. Bei James Harden wurde wieder defensive Narkolepsie diagnostiziert. Die Konkurrenten sind mehr mit sich selbst beschäftigt, als die Playoffs klar zu machen.

#4 – In letzter Zeit stand das "ph" hin und wieder für "Javale McGees Bruder im Geiste", dennoch bleibt festzuhalten, dass Lance Stephenson den Grizzlies neue spielerische Möglichkeiten bietet, die das Team in den letzten Jahren nicht hatte. "Born Ready" zockt beinahe wie in alten Indiana-Tagen und wird nach dem Ausfall von Mike Conley als Spielgestalter und Scoring-Option gebraucht.


#5 – Marc Gasol, Mike Conley, Brandan Wright, Chris Andersen, Zach Randolph, Jordan Adams, Vince Carter. In Dave Joergers Büro schneit es zur Zeit Krankmeldungen im Tagestakt herein. In der Association haben sehr wenige Teams einen ähnlichen Mannschaftsgeist wie die Grizzlies. Der Rest grittet und grindet für die Rekonvaleszenten mit!

#6 – Das Meisterschaftsfenster ist für diese unkonventionelle Truppe zwar geschlossen, die Veteranen wissen jedoch wie Spiele gewonnen werden und werden sich kaum von den Jazz oder Blazers noch abfangen lassen. Dies wird der letzte gemeinsame Playoffs-Run, bevor im Sommer deutliche Veränderungen bevor stehen.

#7 – Falls es noch nicht jeder mitbekommen hat: Dave Joerger gehört zu den besten Männern seines Fachs! Der 42-Jährige hat großen Anteil daran, dass die Mannschaft trotz der vielen Verletzten und dem Stempel als "NBA-Auslaufmodell" recht komfortabel auf dem fünften Platz der Western Conference liegt.

#8 – Das FedExForum ist und bleibt das Grindhouse! Seit dem All Star Break gibt es für Gegner in Tennessee so gut wie nichts zu holen: die Grizzlies gewannen fünf ihr sechs Heimpartien und haben den Vorteil, in den letzten Partien einige Contender im eigenen Gehege zu begrüßen. Wenn all das nicht reichen sollte: der Grindfather persönlich wird es schon richten. Irgendwie.

Projections:
5. TrailBlazers, 6. Grizzlies, 7. Rockets, 8. Jazz, 9. Mavericks