19 März 2016

19. März, 2016


In einem Monat starten die NBA Playoffs. Im Osten wie im Westen ist das Rennen um die letzten Plätze offen. Multiple Gründe sprechen für die einzelnen Bewerber, also beleuchtet die #NBACHEFSQUAD die Kandidaten und nennt jeweils acht Argumente für die einzelnen Teams... inklusive unerschütterlicher Prognose, wo die jeweiligen Teams am Ende landen werden. Garantiert.

von NBACHEFSQUAD

Washington Wizards (30-34)
Philipp Landsgesell @Phillyland

#1 – Mit John Wall und Bradley Beal – hier allerdings ein dickes Fragezeichen durch seine Verletzungsanfälligkeit – haben die Wizards den besten Backcourt in der Eastern Conference. Nach anfänglichen Schwierigkeiten versucht Wall konsequent, seine Zauberer zum dritten Mal in Folge ein Playoff-Ticket lösen zu lassen.

#2 – Insgesamt 247 Spiele verpassten die verletzten Spieler: Ligaspitze! Besser spät als nie scheint der Kader nun verletzungsfrei. Guard Beal steht vor der Rückkehr in die Mannschaft, die damit zum ersten Mal vollzählig wäre. Im März!

#3 – Beals Vertrag läuft zum Saisonende aus. Vor seinen immer wiederkehrenden Verletzungen spielte der 22-Jährige eine tolle Saison. Gute Leistungen im Saison-Endspurt dürften ihm einen Maximal-Vertrag im Sommer sichern.

#4 – Head Coach Wittmann konnte bisher die Lineup aus Wall-Beal-Porter-kaum ausprobieren. Ist die Small Ball-Formation ein ähnliches Ass im Ärmel der Wizards, wie letztes Jahr Paul Pierce auf die Vier zu stellen?

Tonight's starting five in D.C. #WizBulls
Posted by Washington Wizards on Wednesday, March 16, 2016

#5 – Der Spielplan der Wizards ist einfach. Nur die Bucks & Pacers haben im Osten einen leichteren Rest-Spielplan. Unter anderem geht es noch gegen die Playoff-Anwärter Chicago, Atlanta und Detroit. Bis auf ein Auswärtsspiel bei den Warriors sind alle restlichen Spiele gewinnbar.

#6 – Mit Markieff Morris hat die Hauptstadt-Franchise einen hochtalentierten Spieler per Trade verpflichtet. Morris kann beide Flügel-Positionen spielen, lief aber auch schon als Center auf. Konzentriert er sich auf Basketball anstatt auf das Werfen von Handtüchern auf den Head Coach, kann er die Schlüsselfigur für die Wizards werden.

#7 – Selbst wenn die Chance minimal ist, Kevin Durant zu seinem persönlichem Homecoming zu überreden, dürfte eine Playoff-Teilnahme der Wizards sicherlich helfen.

#8 – Die Umsätze in den Playoffs von Wizards Edelfan Joe House an den Verpflegungsstationen innerhalb des „phone booth“ sind für die finanzielle Gesundheit der Franchise unerlässlich.

Projections:
6. Hornets, 7. Pacers, 8. Wizards, 9. Bulls, 10. Pistons


Chicago Bulls (32-32)
Onur Alagöz @LakersParadigm

#1 – Die Bulls sind momentan auf Rang neun und immer noch in Schlagweite. Detroit hat zwar eine positive Tendenz, ist aber wankelmütig, genauso wie Indiana. Konstanz ist im mittleren Bereich im Osten kaum zu finden. Die Wizards dahinter werden es richtig schwer haben, aufzuholen. Chicago ist in exzellenter Position.

#2 – Jimmy Butler ist zwar noch nicht fit – aber auf dem Weg dorthin. Mit ihrem emotionalen und spielerischen Anführer sind die Bulls eine komplett andere Hausnummer. Butler ist einer der besten Two-Way Player der Liga und ist mit einer Usage Rate von 25% Dreh- und Angelpunkt der Bulls.

#3 – Die Defense wird sich verbessern. Früher das Steckenpferd unter General Thibodeau, ist sie unter Hoiberg aus den Top-10 gefallen (DRtg 103.0, Rang 13). Der Trainer meint: “We seem to play harder defensively in practices.” Schaffen die Bulls es, ihr defensives Talent umzusetzen, ist der Playoff-Platz im Osten Formsache.


#4 – Sie spielen im Osten. Zwischen #4 und #9 liegen gerade einmal 4,5 Spiele. Ein kleiner Lauf der Bulls und ein kleiner Absacker von einer höher gesetzten Mannschaft kann den Standings-Reiter in der NBA App komplett anders aussehen lassen.

#5 – Die Bulls haben keinen außergewöhnlich schwierigen Restspielplan mehr. Außer den Raptors und den Heat kommen nur noch die Cavs dran, die wirklich hochkarätig sind. Letztere sogar fast am Schluss und zuhause, wenn Cleveland seine Spieler vielleicht schon schont.

#6 – Doug McDermott hat sich enorm verbessert. Mit so viel Selbstbewusstsein wie 'McBuckets' momentan hat, kann er diesem Team nur helfen. Im Februar legte er 14,4 PPG bei 41% von Downtown auf, im März sind es sogar 44% von Außen. Bleibt er in dieser Form oder verbessert sich sogar, wird das für die zweite Unit Gold wert sein.

#7 – Rose zeigt im Ansatz sein altes Ich. Nach der traurigen Verletzungshistorie ist Rose auf dem Weg der Besserung. Er ist zwar immer noch für gelegentliche DNPs gut, aber im Februar war er mehr als beeindruckend: 21,9 PPG, 6,0 APG & 5,6 RPG bei 43% aus dem Feld. Die Bulls brauchen ihn. Die Heimstimmung ist eine komplett andere, wenn er heiß läuft.

#8 – Die Bulls waren ein Lazarett. Butler, Rose, Mirotic, Dunleavy, Noah – alle haben signifikant Spiele verpasst. Wenn auch nur ein Bruchteil des Kaders für den Playoff-Push fit wird, ist das eine absolute Bereicherung. Butler ist zurück, Rose halbwegs, Mirotic ebenfalls. Das letzte Aufbäumen kann beginnen.

Projections:
5. Hawks, 6. Hornets, 7. Pistons, 8. Bulls, 9. Pacers, 10. Wizards


Detroit Pistons (33-32)
Tim Seitter @Timuslav

#1 – Mit Stan Van Gundy haben die Pistons einen der besten Head Coaches der Liga auf der Bank. Der Mann verfolgt einen Plan, den er auch als GM konsequent umsetzt. Wie schon zu Orlando-Zeiten möchte er seinen Center - damals Dwight Howard, heute Andre Drummond - mit Werfern umringen und so sein Team zum Erfolg coachen.

#2 – Detroit hat mit Drummond und Reggie Jackson eines der gefährlichsten Pick & Roll Duos in ihren Reihen. Beide können nur von wenigen Teams in der Liga verteidigt werden. Drummond ist mit 15 Boards pro Spiel der beste Rebounder der NBA. Kein Team im Playoff-Rennen kann mit solchen Argumenten glänzen.


#3 – The Trend is your Friend. Seit drei Jahren wird die Bilanz der Pistons mit jedem Jahr besser. Die 32 Siege aus der Vorsaison wurden bereits erreicht. Dieses Jahr wird die Bilanz das erste Mal seit 2009 wieder für die Playoffs reichen.

#4 – Mit Drummond, Steve Blake und Anthony Tolliver haben die Pistons gleich drei Spieler unter Vertrag, die im Sommer Free Agent werden. Drummond ist Restricted Free Agent und wird wohl in Detroit einen Maximalvertrag unterschreiben, doch Blake und Tolliver spielen um ihre sportliche Zukunft, die nicht zuletzt von einem Erreichen der Playoffs abhängt.

#5 – Von den letzten 13 Spielen bestreiten die Pistons nur vier in fremden Arenen. Elf Heimspiele stehen noch auf dem Programm, darunter noch sieben von neun am Stück. Im Palace of Auburn Hills steht Detroit bei 20-12. Ganz dickes Plus!

#6 –  Zur Trade Deadline haben sich die Pistons die Dienste von Tobias Harris gesichert. Was auf den ersten Blick wie ein Trade für die Zukunft aussah, macht sich bereits jetzt bezahlt. Pro 36 Minuten legt der Forward 3.2 Punkte und 0,5 Assists mehr pro Spiel auf als in Orlando. Auch sein Shooting hat sich in 'Motor City' stark verbessert. Vom Parkplatz stehen starke 41% Dreier in den Statistikbüchern, im Gegensatz zu mageren 31% Dreier in Orlando. Harris‘ Input könnte den entscheidenden Playoff-Push bringen.

#7 – Von Rang acht aus würden die Pistons in der ersten Runde auf Cleveland treffen. Warum das hier aufgeführt wird? Weil Drummond und Co. bisher zwei der drei Partien gegen den Vizemeister für sich entscheiden konnten. Riecht nach einer spannenden Erstrundenserie!

#8 – Deeeeeeeeeeeeeetroit Basketbaaaaaaaaaaall! Seit sieben Jahren warten die leidenschaftlichen Basketballfans aus Motor City bereits auf eine Playoff-Teilnahme ihres Teams. Nach den dunklen Jahren des Rebuilds haben es sich Franchise, Fans und Stadt einfach verdient, mal wieder Postseason-Luft zu schnuppern. Diese Macht der Verzweiflung wird die letzten Kräfte freisetzen.

Projections:
5. Hornets, 6. Hawks, 7. Bulls, 8. Pistons, 9. Pacers, 10. Wizards


Indiana Pacers (34-30)
Marc Wudi @MarcCTB

#1 – Paul George. Auch wenn PG13 immer mal wieder schwache Spiele hat, so gehört er immer noch zu den besten Two-Way Spielern der NBA und wird den Pacers maßgeblich dabei helfen, die Playoffs zu erreichen. Zudem ist er ein geborener Leader, der die Pacers schon mehrfach zu einem tiefen Playoff-Run und bis ins Conference-Finale geführt hat.


#2 – Myles Turner. Der Rookie des Monats Februar spielt immer größer auf. Nachdem er zu Beginn nach einigen DNPs verletzt ausfiel, kommt der junge Center immer besser in Fahrt und überzeugt neben Big Man Ian Mahimni mit guter Range, einem soften Touch und guter Rim Protection. Turner wird Paul George immer mehr entlasten.

#3 – Ty Lawson. Die Neu-Addition könnte der Schlüssel für das Team aus Indianapolis sein. Der Point Guard überzeugt nämlich nicht an der Theke, sondern kann mit seiner bissigen Defense, dem Drive zum Korb und seinem Playmaking dem Team an beiden Enden des Feldes entscheidend helfen.

#4 – Tiefe. Langsam aber sicher werden die Pacers wieder gesund. Nachdem sie durch Verletzungen von Myles Turner, George Hill, CJ Miles und Rodney Stuckey vom dritten auf den siebten Platz der Eastern Conference katapultiert wurden, können die Pacers wieder auf die volle Bank zurückgreifen und jede Position durch junges und bissiges Talent doppelt besetzen.

#5 – Monta Ellis. Er wird besser. Der in der Offseason verpflichtete Shooting Guard kann zeigen, warum er bei den Dallas Mavericks so eine große Rolle eingenommen hat. Nachdem Ellis im ersten Saisonabschnitt dem „berühmten" (nicht im positiven Sinne) 40-25-70 Club gefährlich nahe kam, agiert er in den letzten Wochen deutlich effizienter und konnte gerade im vierten Viertel mit wichtigen Punkten und guten Vorlagen glänzen. Die Addition von Ty Lawson wird weitere Lücken für ihn reißen.

#6 – Frank Vogel. Der erfahrene Coach weiß, wie man ein Team in die Playoffs führt. Er machte aus einem eher schlechten Team das Team, das LeBron James während seiner gesamten Zeit in Miami Kopfschmerzen bereitete und die historisch guten Heat immer wieder am Rande der Niederlage hatte. Vogel konnte das von Verletzungen geplagte Team vergangene Saison trotz des Ausfalls von Paul George beinahe in die Playoffs coachen. Mit PG13 an Bord sollte dies kein Problem darstellen.

#7 – Verträge. Ty Lawson, Solomon Hill, Ian Mahimni, Jordan Hill... Allesamt werden sie nach dieser Saison Free Agents und wollen möglichst viel Geld für die nächsten Jahre verdienen. Sie alle werden von nun an so hart spielen wie es ihnen nur möglich ist um einen guten Eindruck zu machen, was den Pacers bei ihren Playoff-Ambitionen nur helfen kann.

#8 – Wer sonst? Nach unten stellen nur die Detroit Pistons und die Chicago Bulls eine wirkliche Gefahr dar. Nach oben jedoch kann es mit einer kleinen Serie sogar noch auf den dritten Platz in den Standings gehen, vorbei an den Celtics, Heat, Hornets und Hawks. Obwohl die Eastern Conference dieses Jahr deutlich besser ist als zuletzt, sollte für die Pacers in den letzten vier Wochen nicht viel anbrennen.

Projections:
5. Hornets, 6. Hawks, 7. Pacers, 8. Bulls, 9. Wizards, 10. Pistons


Charlotte Hornets (36-28)
André Nückel @AndreNueckel

#1 – Charlotte hat’s schlichtweg verdient. Die Jordan-Franchise spielt eine famose Saison und lässt sich trotz zahlreicher Verletzungssorgen nicht unterkriegen. Dass mit Michael Kidd-Gilchrist ein wichtiges Puzzlestück fast komplett ausfällt, ist der homogenen Truppe kaum anzumerken.


Highlights from the Charlotte Hornets 107-99 victory over the Orlando Magic!
Posted by Charlotte Hornets on Wednesday, March 16, 2016

#2 – Sieben Spiele ungeschlagen, neun von zehn gewonnen und eine aktuelle Bilanz von 39-29: kein Team im Osten ist heißer! Die Hornets schlagen dabei nicht nur Schlachtvieh wie Philly, sondern triumphieren auch regelmäßig gegen Playoff-Anwärter wie Houston, Miami und Indiana.

#3 – Coach Steve Clifford hat nach aus dem enttäuschenden Vorjahr gelernt und nachjustiert. Seine Jungs scoren stark und verteidigen ebenso gut. Stat gefällig? Charlotte rangiert in der offensiven (9.) und in der defensiven Effizienz (9.) jeweils in der Top Ten. Wer hätte damit gerechnet?

#4 – Letztmals 2014 als Bobcats in der Postseason gewesen und damals nur die Kondensstreifen der übermächtigen Heat gesehen. Heuer ist dank Statements gegen Cleveland oder Chicago sogar ein Auftritt im Mai möglich, und wer weiß, vielleicht wird diesmal Miami in Runde eins ausgestochen.

#5 – Kemba Walker. Der Point Guard ist neben Damian Lillard der größte All-Star Snub 2016, weil er die beste Performance seiner Karriere abliefert. Seine 21.4 Punkte pro Spiel und 8.4 Win-Shares sind krass, aber seine aberwitzige Vorstellung gegen die Utah Jazz waren am 16. Januar zu viel für die Gemüter. 52 Zähler von Walker? Is this real?

#6 – Nicolas Batum. Ähnlich wie Walker feiert der Franzose in diesem Jahr sämtliche Bestwerte. Nach seinem miesen letzten Jahr in Portland rechneten viele mit dem konstanten Abfall des elitären Verteidigers – denkste! 14.5 Punkte, 6.3 Rebounds und 5.6 Assists machen ihn zu einer krachenden Allzweckwaffe, die in den Playoffs nochmal eine Schippe drauflegen wird. Denn: Im Sommer geht’s in die Free Agency.

#7 – Al Jefferson. Mr. Low Post soll mit seinem Gesicht eigentlich die Plakate in North Carolina zieren, doch der angepeilte Franchise-Player wird seinem Ruf in diesem Jahr nicht gerechnet. Abermalige Verletzungen und eine Sperre wegen eines „Doping-Deliktes“ trüben das Bild. Seit einigen Wochen sorgt er als sechster Mann wieder für Schlagzeilen von der Bank und wird sich ebenfalls nochmal steigern, denn auch für ihn geht das Buhlen um einen Vertrag ab Juli los.

#8 – Teamwork. Charlotte besitzt einen unerwartet tiefen Kader. Alle Additionen haben sich positiv bemerkbar gemacht. Falls es bei Walker mal nicht laufen sollte, springen andere in die Bresche. Sagenhafte acht Baller (mit MKG neun) erzielen mindestens 8.8 Zähler pro Nacht. Diese Ausgeglichenheit beziehungsweise Gefahr von der Bank ist ebenfalls ein Top-Ten-Wert und könnte das Zünglein an der Waage in einer knappen Serie spielen.

Projections:
5. Hawks, 6. Hornets, 7. Bulls, 8. Pacers, 9. Pistons 10. Wizards