16 März 2016

16. März, 2016


Das NCAA-Feld ist nach dem mit Spannung erwarteten Selection Sunday gesetzt. Ab heute starten insgesamt 68 Mannschaften in die amüsanteste Basketball-Competition der Welt. Wir haben für euch alle Teams durchgecheckt, verraten euch wen und was es warum zu beachten gilt... und helfen euch nebenbei, eure Brackets wie ein Boss auszufüllen. Mehr March Madness geht nicht!

von AXEL BABST @CoachBabst

Kansas Jayhawks (1)

MVP: Perry Ellis, Big, 6’8’’, Senior
Im „Year of the Senior“ darf Perry Ellis nicht bei der Aufzählung der besten seiner Klasse vergessen werden. Und dennoch geschieht das viel zu häufig. Das liegt an seiner unspektakulären, aber höchst effizienten Spielweise. Es gibt keinen vielseitigeren Big Man in der Offense als Perry Ellis, der zudem auch Konstanz personifiziert. In diesem Jahr konnte er auch seinen Distanzwurf nochmal auf ein neues Niveau hieven, weshalb er im Eins-gegen-Eins für College Verteidiger nicht mehr zu halten ist. Der erste und auch der letzte Angriff einer Partie laufen fast immer über den modernen Vierer.

X-Faktor: Wayne Selden, Wing, 6’6’’, Junior
Nach einem sehr starken Saisonstart kam im Laufe der Conference Saison wieder der alte, inkonstante Wayne Selden zum Vorschein. Besonders sein Dreier fällt seit Januar gegen die bessere Competition nicht mehr so sicher. Damit die Jayhawks aber ihren Titeltraum erfüllen können, brauchen sie einen Selden in Topform. Dieser Selden zeichnet sich durch elitäre Defense, entschlossene Drives und selbstbewusste (aber keineswegs verfrühte) Distanzwürfe aus. Selden kann am Ende den Unterschied zwischen einem guten und sehr guten Jayhawks Team ausmachen.



Backcourt:
Dieses Jahr setzt Bill Self wieder auf zwei Point Guards, die viel Zeit nebeneinander auf dem Court verbringen. Diese Variante machte sich während seiner Kansas Ära bereits mehrfach bezahlt und war Bestandteil der besonders erfolgreichen Teams des vergangenen Jahrzehnts. 
Frank Mason ist der erfahrenere der beiden Guards. Er ist in erster Linie ein Scorer, der dank seines bulligen Körpers durchsetzungsstark durch die Zone wirbelt. Gleichzeitig verfügt er aber auch über einen guten Wurf und hat in diesem Jahr speziell bei seiner Entscheidungsfindung riesige Fortschritte gemacht. Mittlerweile kreiert er auch für seine Mitspieler. Davonte´ Graham ist offensiv etwas zurückhaltender, kann aber, wie beim Rückspiel gegen Oklahoma demonstriert, auch Spiele mit seinem guten Wurf erheblich beeinflussen. Besonders seine Defense ist jedoch wichtig für die Jayhawks. Ergänzt wird das Duo vom bereits angesprochenen Selden.
Von der Bank kommen dann die Shooter Brannen Greene und „Svi“ Mykhailiuk.

Frontcourt:
Neben Alleskönner Ellis hat sich Landen Lucas als Defensivanker und Reboundmaschine herauskristallisiert. Lucas kann das Pick & Roll verteidigen und den Ring beschützen, boxt an beiden Brettern seine Gegenspieler aus und macht offensiv kaum Fehler. Zusätzlich konnte er sich auch beim Abschluss deutlich steigern. Dahinter teilen sich Hustler Jamari Traylor, sowie die Freshmen Carlton Bragg und Cheick Diallo die Minuten auf. Je nach Tagesform und Bedarf auf dem Spielfeld dürfen die einzelnen Spieler mal länger, mal kürzer auf dem Feld stehen. Traylor bringt Erfahrung und Energie. Auch seine Passqualitäten sind nicht zu unterschätzen. Bragg ist offensiv bereits sehr weit entwickelt und hat einen butterweichen Jumper aus der Halbdistanz. Allerdings fehlt ihm noch die Kraft, um am Korb zu finishen. Cheick Diallo kann den Ring beschützen und an guten Tagen auch offensiv Akzente setzen. Erwischt keiner der Big Men einen guten Tag, steht notfalls auch Hunter Mickelson zur Verfügung, der zwischenzeitlich sogar zum Starter aufstieg, als Self mit der Intensität und Leistung seiner anderen Bigs nicht zufrieden war.

BBL/NBA Kandidaten:
Perry Ellis ist sicher der interessanteste Name. Wenn ein NBA Team Interesse an ihm entwickelt, kann er dort landen. Ansonsten ist er für die Topteams der BBL als Small Ball Vierer eine mögliche Option. Wayne Selden könnte in Erwägung ziehen, auf sein Senior Jahr zu verzichten. Ratsam wäre das allerdings nicht. Ähnliches gilt für Cheick Diallo, der aufgrund seines Potentials vermutlich gedraftet werden würde. Ein weiteres Jahr unter Bill Self in einer größeren Rolle würde dem Pivot jedoch helfen.

Spielweise:
Die Jayhawks sind offensiv seit Jahren eines der besten Teams der NCAA. Allerdings fehlt ihnen ein fähiger Big Man im Lowpost, was durchaus problematisch ist, da es kein Team gibt, das Big Men gezielter durch Offballscreens sucht, als es die Jayhawks tun. Daher ist dieses Jahr das Pick & Pop zwischen Graham/Mason und Ellis das zentrale Accessoire für Self. 
Für spektakuläre Momente ist dank der vielen Lobplays in Selfs Playbook, besonders gegen Zonenverteidigung, gesorgt. Auch den Fastbreak läuft KU sehr konsequent. 
In der Defense setzt der Serienmeister der Big12 normalerweise auf Mannverteidigung, gewann aber das Duell gegen den Dauerrivalen Kentucky dank einer Triangle-and-Two-Defense.



Tournament Aussichten:
Im Januar war der zwölfte (!) Conference Titel in Folge nach Niederlagen gegen West Virginia und Oklahoma State noch stark gefährdet. Doch das Spiel gegen Kentucky bedeutete den Wendepunkt. Seitdem verteidigen die Jayhawks wesentlich besser und aggressiver. Auch die gefestigte Rotation und die Konstanz von Big Landen Lucas waren in den vergangenen sechs Wochen wichtige Faktoren. Können die Jayhawks gerade defensiv dieses Niveau ins Tournament mitnehmen und fallen die Dreier weiterhin so sicher (zweitbeste Quote der NCAA), ist Kansas der vielleicht sicherste Final Four Pick. Doch gerade angesichts der schwierigen Route, die das Komitee den Jayhawks beschert hat, ist Kansas noch weit von Houston entfernt. Sollten sie jedoch diesen Weg überstehen, werden sie für die weiteren Aufgaben gerüstet sein. 

Prognose: NCAA Champion


Villanova Wildcats (2)

MVP: Josh Hart, Wing, 6’6’’, Junior
In jedem Jahr konnte sich Josh Hart enorm im Vergleich zum Vorjahr steigern. Ursprünglich nur ein athletischer Slasher von der Bank, ist Hart nun der beste Allrounder des Teams und die Allzweckwaffe, die den Wildcats Spiele gewinnt. Hart ist immer noch erstklassig beim Zug zum Korb. Sein Ballhandling ist mittlerweile so ausgereift, dass er nicht mehr nur von Cuts lebt, sondern sich aktiv selbst einen Wurf kreieren kann. Sein Repertoire an Wurf- und Dribbelfakes hilft ihm dabei genauso wie sein Eurostep, der schlicht nicht zu verteidigen ist. Auch Harts Distanzwurf ist mittlerweile eine hochbrisante Gefahr für den gegnerischen Korb. Dass Hart nebenbei noch einer der besseren Rebounder unter allen Guards der NCAA ist und in der Verteidigung gerne den besten Gegner an die Kette legt, fällt bei seiner Evaluation oft noch unter den Tisch.

X-Faktor: Daniel Ochefu, Big, 6’11’’, Senior
Während all die Jahre die Schützen Villanovas im Vordergrund standen und sowohl den Ruhm für die erfolgreichen Zeiten, als auch den Spott für die verfrühten Tournament Enden der Vorjahre ernteten, blieb Daniel Ochefu fast immer außen vor. Doch in diesem Schlagschatten konnte der Big Man zu einem der besten seiner Zunft evolvieren. Ochefu ist nun soweit, dass er ein Team im Alleingang auseinandernehmen kann. Im Postup ist er kaum zu stoppen, wird er jedoch gedoppelt, findet er eben jene freie Schützen. Diese Variabilität, die er in das Spiel der Wildcats integriert, scheint sie dieses Jahr vor einem frühen Ausscheiden bewahren zu können. Denn selbst wenn die Dreier nicht fallen, können sie zumindest ihren Big Man als Punktequelle anzapfen.

Congrats to Coach Wright on being named one of four finalists for the Naismith Men's College Coach of the Year! http://bit.ly/1TRb00q

Posted by Villanova Basketball on Thursday, March 17, 2016

Backcourt:
Ryan Arcidiacono ist einer der besten Point Guards der NCAA und Musterbeispiel dafür, was für einen Unterschied vier Jahre bei jungen Aufbauspielern machen können. Als Freshman wollte Arcidiacono oft zu viel auf eigene Faust regeln und riss Spiele an sich, forcierte Dinge. Doch das konnte er schrittweise ablegen und ist nun so routiniert, dass er das Zeug hat, ein Championship Team anzuführen. Arcidiacono unterlaufen kaum noch Fehler. Er ist der Organisator des Spiels und bestimmt das Tempo. Wird von ihm verlangt, dass er als Scorer in Erscheinung tritt, macht er auch das. Dank seiner Wurfqualitäten kann er auch abseits des Ball gefährlich sein, was Freshman Jalen Brunson die Möglichkeit gibt, Verantwortung zu übernehmen. Der MVP der vergangenen U19 Weltmeisterschaft spielt eine solide Saison und hilft dem Team mit seiner routinierten Art. Die Harmonie zwischen den beiden Guards stimmt, sodass sie sich die Last der Verantwortung aufteilen können. Josh Hart komplettiert dieses unberechenbare Trio. Von der Bank kommt mit Phil Booth ein tougher Guard, der der beste Verteidiger des Teams ist und offensiv seine Jumper trifft. Mikal Bridges ist ein spannender Spieler für die Zukunft, der bereits jetzt schon durch seine Athletik, Spannweite und seinen Touch auffällt. An der Spitze der Zonenpresse ist er besonders erfolgreich.

Frontcourt:
Außer Daniel Ochefu tummelt sich auf den großen Positionen niemand, der ein Big Man im klassischen Sinne abgeben könnte oder wirklich lange auf dem Feld stehen kann. Darryl Reynolds ist der Backup von Ochefu. Reynolds ist jedoch noch sehr weit von der spielerischen Klasse seines Vorgesetzten entfernt und kann bisher nur als Rebounder in Erscheinung treten. Solange Ochefu nicht in Foulprobleme gerät, verschafft Reynolds ihm nur kurze Pausen. Kris Jenkins ist einer der besten Stretch Vierer der NCAA. Wenn sein erster Wurf in einem Spiel erfolgreich ist, muss sich der Gegner auf einen Hagel weiterer Treffer gefasst machen. Jenkins konnte sich zudem als Rebounder verbessern und somit ist er auch defensiv eine Hilfe.

BBL/NBA Kandidaten:
Daniel Ochefu könnte ein Chance auf einen Rosterspot haben. Centerspieler wie ihn gibt es selten und sind doch einigermaßen begehrt in der NBA. Ochefu hält die Zone sauber, arbeitet hart und hat genug Skills, um in einem Small Ball System zu funktionieren. Ryan Arcidiacono wird in Europa eine gute Karriere haben.

Spielweise:
Die Wildcats spielen eine Offense mit vier Schützen und einem Big Man. Die Aufgabe des Bigs Ochefu besteht im wesentlichen darin, ordentliche Screens zu stellen und in Postups zu scoren oder daraus Mitspieler zu finden. Alle Außenspieler sind jederzeit schussbereit und lauern nur auf ihre Chance. Gleichzeitig sind sie sehr geduldig. Fast jeder Aktion geht ein Wurffake voraus, was beim Attackieren von Closeouts hilfreich ist. Die Wildcats attackieren für gewöhnlich pro Angriff mehrfach die Zone, bis die Defense so entzerrt ist, dass entweder die Hilfe beim Drive zu spät kommt oder ein Schütze an der Dreierlinie vollkommen freisteht.
In der Defense praktizieren sie fast nur Mannverteidigung. Immer wieder streuen sie jedoch im Vorhinein eine 1-2-2-Zonenpresse ein, die vor allem Zeit von der Wurfuhr nehmen soll, aufgrund der Läge von Bridges und Hart jedoch auch viele Ballverluste forciert.

Tournament Aussichten:
Nach mehreren Anläufen scheinen die Wildcats dieses Jahr für einen tiefen Run im Tournament gerüstet. Die wichtigsten Positionen im College Basketball, Point Guard und Center, sind qualitativ hochwertig und teilweise doppelt besetzt. Dazu haben die Außenspieler immer noch nicht das Werfen verlernt und können jeden Gegner aus der Halle schießen. Dennoch bleiben aufgrund der Dreierlastigkeit und der dünnen Big Man Rotation Restzweifel bestehen. Was passiert, wenn die Dreier nicht fallen und der Gegner aggressiver ist, illustrierte beispielsweise das Spiel gegen Oklahoma zu Saisonbeginn, bei dem die Wildcats keine Chance hatten. Auch wenn Spiele aus den ersten Saisonwochen im März wenig Aussagekraft haben, sollte diese Partie dennoch ein mahnendes Beispiel sein. Gegen Xavier wurde offenkundig, wie schwierig es für die Wildcats wird, wenn Jenkins und/oder Ochefu Fouls ansammeln und auf der Bank Platz nehmen müssen. Hier sind die Wildcats besonders verletzlich.

Prognose: 2. Runde


Miami Hurricanes (3)

MVP: Sheldon McClellan, Guard, 6’5’’, Senior
Der Texas Transfer ist in seinem zweiten Jahr endlich in Miami angekommen und mittlerweile der Spieler, den bereits die Fans in Texas in ihm sahen. McClellan trat während dieser Saison bereits öfter als Closer in einer engen Schlussphase in Szene. Schlüssel dafür ist sein erheblich größerer Drang zum Korb. McClellan zieht öfter und entschlossener zum Korb, wobei er endlich seine Athletik und seine gute Körperkontrolle beim Abschluss zur Geltung bringen kann. Auch sein Distanzwurf ist dieses Jahr sicherer, was vor allem an seiner verbesserten Wurfauswahl und seinem erhöhten Selbstvertrauen liegt. Da Miami viele Lobplays für McClellan läuft, ist er außerdem regelmäßig für die Highlights der Spieler zuständig.

X-Faktor: Angel Rodriguez, Guard, 5’11’’, Senior
Angel Rodriguez konnte als Senior leider nicht die Konstanz an den Tag legen, die sich ein Coach von seinem Senior Point Guard wünscht. An manchen Tagen bekam sogar Backup Ja’Quan Newton den Vorzug in der Crunchtime. Doch gerade in den Spielen gegen Topteams war Rodriguez präsent und mitverantwortlich für die vielen Siege. Genau diese Mentalität muss Rodriguez im Tournament in jedem einzelnen Spiel an den Tag legen. Denn in der March Madness gibt es wenig, was wichtiger als hochwertiges Guardplay ist.


Backcourt:
Rodriguez und McClellan bilden die Basis beim Ballvortrag und sind im Halbfeld hauptsächlich für das Ballhandling und Drives verantwortlich. An ihrer Seite startet Junior Davon Reed, der sich dieses Jahr enorm steigern konnte. In seinen ersten Jahren war er ein reiner Catch-and-Shoot-Spieler. Mittlerweile setzt er auch gezielt Wurffakes ein oder attackiert mit wenigen Dribblings den Ring. Er ist athletisch und kräftig genug, um in der Zone abzuschließen. Als Backup Guard kommt Ja’Quan Newton in die Partie. Newton ist jung und unbekümmert. Äußerst gnadenlos zieht er zum Korb, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. Als sechster Mann und Energizer ist er damit perfekt aufgehoben. Gegen Zonenverteidigungen setzt Coach Larrañaga den Wirbelwind gerne auf den Highpost, wo er genug Verwirrung stiftet, um seinem Team einen guten Wurf zu ermöglichen. James Palmer ist ein weiterer Shooter von der Bank.

Frontcourt:
Oklahoma State Transfer Kamari Murphy ist ein Power Forward im klassischen Sinne. Er lebt von seiner Athletik und weiß genau, wie er sie einsetzen muss. Offensiv fühlt er sich in Zonennähe am wohlsten, kann aber auch aus der Mitteldistanz mal einen Wurf einstreuen. Murphy ist ein guter Finisher in der Zone, der auf Lobs und Durchstecker wartet oder bei Offensivrebounds selber die Initiative übernimmt. In der Defense ist er ein sehr vielseitiger Verteidiger und kann selbst Guards am Perimeter vor sich halten. Hin und wieder sieht er auch Minuten als Small Ball Fünfer. Normalerweise ist aber Tonye Jekiri der Mann in der Mitte bei den Canes. Jekiri konnte sich jedes Jahr kontinuierlich steigern und darf mittlerweile zu den besseren ACC Centern gezählt werden. Besonders defensiv hat er einen großen Einfluss auf das Spiel, da er ein exzellenter Rimprotector ist. Zwar blockt er nicht sehr viele Würfe, dafür begeht er verhältnismäßig wenig Fouls und nutzt seine Länge, um Würfe zu erschweren. Beim Rebound packt er beherzt zu. In der Offense konnte der Senior die größten Fortschritte verzeichnen. Als Pick & Roll Finisher befindet er sich nun auf einem guten Niveau. Hin und wieder streut er sogar Postups ein. Von der Bank kommt Ivan Cruz Uceda als Stretch Vierer. Leider ist der Wurf des Spaniers in dieser Saison nicht sehr konstant. Auch mit Foulproblemen hat er ständig zu kämpfen. Freshman Anthony Lawrence wird gerne als zu klein geratener Power Forward eingesetzt, da er einen kräftigen Körper hat und seine Gegenspieler problemlos überlaufen kann.

BBL/NBA Kandidaten:
Sheldon McClellan hat großes Potential als 3-and-D-Spieler in der NBA zu landen. Sein Wurf ist butterweich und dank seiner Athletik kann er in der Defense einen guter Stopper abgeben. Auch Tonye Jekiri wird dank seiner Defense zumindest unter Beobachtung bei den NBA Teams stehen. Sollte es dann doch nicht reichen, wird er in Europa sicher fündig. Dort scheint Angel Rodriguez am besten aufgehoben zu sein. Allerdings muss er als Profi deutlich konstanter auftreten, wenn er in höheren Ligen spielen möchte.

Spielweise:
Die Canes profitieren enorm von der Erfahrung im Kader. Dadurch müssen sie keine hochkomplexen Plays laufen, sondern können oft mit einfachen Mitteln schon gute Würfe herausspielen, weil meistens alle fünf Spieler auf dem Feld erfahren und clever genug sind, die Optionen, die die Defense ihnen gibt, zu lesen. Oft reicht daher ein simples Side Pick & Roll mit einigen offensiven Prinzipien aus, um die Defense außer Balance zu bringen und anschließend gezielt die Lücken zu attackieren. Notfalls haben die Canes noch Floppy und Baseline Runner Sets im Repertoire, die den Schützen offene Würfe gestatten. Am liebsten erzielen die Canes aus guter Defense heraus einfache Fastbreakpunkte. Auch im Halbfeld kann es spektakulär zugehen, wenn Murphy oder McClellan gezielt mit Alley-Oop-Anspielen versorgt werden.

Tournament Aussichten:
Die Canes sind ein Team, das kaum erkennbare Schwächen hat und prototypisch für einen Final Four Anwärter ist. Sie haben viele erfahrene Spieler im Kader. Davon können mehrere das Ballhandling übernehmen und durch individuelle Stärke einen Angriff retten. Gleichzeitig wissen aber alle fünf Spieler auf dem Feld, was ihre Aufgaben sind, und können Spielsituationen hervorragend lesen. Die Defensive ist eine Bank mit Jekiri als Anker. Eigentlich gibt es wenig, was die Canes in Bedrängnis bringen könnte. Foulprobleme bei den großen Spielern, wovon die Canes wenige haben, oder ein schlechter Tag von Rodriguez könnten Angriffsflächen ergeben. Zudem agieren die Canes nur sehr ungern gegen Zonenverteidigung.

Prognose: 2. Runde


California Golden Bears (4)

MVP: Jaylen Brown, Wing, 6’7’’, Freshman
Dass Jaylen Brown der wichtigste Spieler beide Golden Bears ist, sollte eigentlich kein Anlass zur Sorge sein. Schließlich galt er vor der Saison im allgemeinen Tenor als drittbester Spieler des Jahrgangs und schien einer dieser Spieler zu sein, die ein Team auf Anhieb besser machen. Allerdings ist Brown bei weitem nicht so stark, wie ihn teilweise immer noch einige Draft Experten evaluieren. Brown ist besonders im Fastbreak nicht zu stoppen, da es ohne Foul nicht möglich ist, Brown aus der Zone zu halten, wenn man ihm genug Raum lässt zur Beschleunigung. Im Halbfeld ist er jedoch schon wesentlich eingeschränkter, dribbelt sich häufig fest und hat Probleme beim Finish gegen NBA Länge. Da sein Wurf ihm auch nicht die besten Dienste erweist, wirken seine Aktionen oft gezwungen. Andererseits ist er jedoch so aktiv, dass er die Aufmerksamkeit der gesamten Defense auf sich zieht und seinen Mitspieler damit Freiraum verschafft, den diese zu Dreiern oder Putbacks nutzen.

Ready for you March #CalBears

Posted by Jaylen Brown on Wednesday, March 16, 2016

X-Faktor: Jordan Mathews, Wing, 6’3’’, Junior & Jabari Bird, Wing, 6’6’’, Junior
Die beiden Juniors sind die einzigen Spieler im Kader, die konstant den Dreier treffen. Beide sind jedoch ein wenig streaky, wobei Jordan Mathews deutlich sicherer im Sattel sitzt. Nur wenn mindestens einer der beiden ein gutes Spiel abliefert und seine Distanzwürfe versenkt, haben die Bears gute Karten. Denn gerade Brown braucht bei seinen Drives einfach Raum, um wirklich in die Zone gelangen zu können. Bleibt ihm das verwehrt, kommt oft auch die Offense der Bears zum Erliegen und sie leben nur noch von Putbacks.

Backcourt:
Nach überstandener Handverletzung ist Tyrone Wallace zurück in der Starting Lineup. Als einziger Senior dient der Aufbauspieler oft als Ruhepol, im negativen wie positiven Sinn. So gut Wallace auch die Emotionen aus einem Spiel nehmen kann, hat er dennoch die schlechte Angewohnheit, den Ball sehr lange in den eigenen Händen zu halten und damit das Ballmovement zu stören. Auch seine Ähnlichkeit zur Brown ist dem Spiel der Bears oft abträglich. Wallace Wurf fällt alles andere als konstant, weswegen er ähnlich wie Brown zum Korb ziehen muss. Umso wichtiger ist daher die Präsenz von Mathews und Bird, wobei die beiden selten nebeneinander starten, jedoch relativ oft in der Crunchtime gemeinsam auf dem Feld stehen. Sam Singer ist der Energizer des Teams und der Backup von Wallace. Neben Wallace und Brown zieht er am energischsten zum Korb und kann damit viel Verwirrung stiften. Stephen Domingo war eigentlich als Shooter eingeplant, doch in seinen wenigen Minuten bleibt der Georgetown Transfer oft blass.

Frontcourt:
Jaylen Brown startet in der Regel auf der Drei, allerdings kann es bei Small Ball Lineups durchaus passieren, dass er als Vierer aufgestellt wird. Da er kräftig genug ist, um verwurzelte Power Forwards zu verteidigen, und zugleich offensiv enorme Vorteile daraus zieht, ist eine solche Formation oftmals erfolgreiche als die herkömmliche Starting Five. Ivan Rabb, der zweite talentierte Freshman des Kaders, rutscht dann auf den Centerspot. Rabb ist ein exzellenter Rebounder und besitzt offensiv viel Potential. Auf dem Feld ist er noch zu schüchtern und fordert nicht energisch genug den Ball, weswegen er für große Teile eines Spiels nicht sonderlich auffällt, was eine Schande ist. Rabb kann im Lowpost beide Hände nutzen und hat einen vielversprechenden Wurf. Nur seine Physis hindert ihn daran, bei jedem Touch zu scoren. Als Starter auf der Fünf wechseln sich Kingsley Okoroh und Kameron Rooks ab. Beide sind groß, haben lange Arme und gehen jedem Rebound hinterher. Sobald sie lernen, unnötigen Fouls aus dem Weg zu gehen, ist diese Hydra kaum zu überwinden.

BBL/NBA Kandidaten:
Jaylen Brown und Ivan Rabb werden beide Lottery Picks in der diesjährigen Draftnacht sein. Welcher Pick es letztlich wird, hängt möglicherweise auch am Ausgang des Tournaments für die beiden ab. Tyrone Wallace könnte gedraftet werden, allerdings passt sein Spiel nicht sonderlich gut in die NBA. Die D-League scheint am wahrscheinlichsten.

Spielweise:
Die Bears definieren sich in erster Linie über ihre Defense. Die Guards am Perimeter machen Druck, während die Shotblocker in der Zone auf verzweifelte Wurfversuche lauern. Aus Steals und Blocks heraus schalten die Bears, meist in Person von Brown, blitzschnell um und erzielen viele leichte Punkte im Fastbreak.
Im Setplay sieht das Spiel dann weniger dynamisch aus. An den Sets gibt es nicht viel auszusetzen. Cal läuft beispielsweise Dukes UCLA Motion, bei der ein Side Pick & Roll auf das nächste folgt. Besonders mit Rabb als Blocksteller klappt das Play gut, da Rabb gute Hände und gutes Timing hat. Ansonsten haben sie diverse Sets für ihre Shooter, die um versetzte Blöcke an der Baseline oder auf der Weakside herumlaufen. Auch Postups für Brown und Rabb gibt es, wenn auch zu selten und meist zum falschen Zeitpunkt. Allerdings ist das Spacing oft schlecht und die Wurfauswahl vieler Spieler lässt zu wünschen übrig. Da die Bigs jedoch aggressiv am Brett sind und viele Offensivrebounds holen, sind schlechte Würfe teilweise Cals beste Offense.

Tournament Aussichten:
Das Team ist jung, wirft nicht konstant und ist foulanfällig. Das sind keine idealen Voraussetzungen für einen aufsehenerregenden Run. Doch auf der Defense lässt sich aufbauen. Denn diese will erst mal überwunden werden. Außerdem haben die Bears sehr viele Waffen in der Offensive, die allesamt an einem guten Tag ein Spiel entscheiden können. Gerade wenn Mathews und/oder Bird heißlaufen, wird es schwierig Cal zu stoppen. Zudem konnte sich das Team mit jedem Monat steigern und sollte dadurch selbstbewusst ins Turnier. Dennoch darf nicht ausgeklammert werden, dass der 18:0-Record in heimischer Halle, übrigens die erste ungeschlagene Saison in heimischer Halle seit gut 50 Jahren, den ersten Eindruck der Bears ein wenig verzerrt.

Prognose: 1. Runde


Maryland Terrapins (5)

MVP: Melo Trimble, Guard, 6’2’’, Sophomore
Ist Trimble wirklich noch der wichtigste Spieler bei Maryland? Was zu Saisonbeginn geradezu ketzerisch gewirkt hätte, ist nun tatsächlich die Frage. Gemessen an den Erwartungen blieb der Point Guard in dieser Saison blass. Er führt das Team zwar immer noch beim Scoring ist und verteilt gleichzeitig knapp fünf Assists, allerdings hält er auch jeden Angriff den Ball in den Händen und die Offense ist komplett auf den Playmaker zugeschnitten. Einzig bei seinen Pässen konnte sich Trimble deutlich sichtbar steigern. Seine Pocketpässe im Pick & Roll sind eine Augenweide. Ansonsten gibt es vor allem im letzten Monat nicht viel zu bewundern. Seit seinem Buzzerbeater gegen Wisconsin sinkt die Formkurve.



X-Faktor: Robert Carter, Big, 6’9’’, Junior
Bei den Terrapins gibt es viele Anknüpfungspunkte, an denen Coach Mark Turgeon ansetzen könnte/müsste, um das Spiel seiner Mannschaft zu verbessern. Viele Überlegungen betreffen Georgia Tech Transfer Robert Carter. Carter ist ein wandelndes Mismatch. Für einen Power Forward ist er ungemein kräftig und fühlt sich Postup pudelwohl. Besonders seine Jump und Running Hooks sind bemerkenswert sicher. Daneben besitzt Carter aber einen sehr ordentlichen Dreier. Weil seine Gegenspieler bei Closeouts also volles Tempo gehen müssen, kann Carter hier ebenfalls gezielt attackieren und dank seines Ballhandlings zum Korb penetrieren. Ihn auf die Fünf in einer Small Ball Aufstellung zu positionieren, könnte viele Gegner auf dem falschen Fuß erwischen.

Backcourt:
Neben Trimble startet Duke Transfer Rasheed Sulaimon. Der Neuzugang konnte sich aber noch nicht richtig akklimatisieren und läuft immer noch seinen Freshman Leistungen hinterher. Vor allem seine überhasteten Entscheidungen schaden dem Team in vielen entscheidenden Phasen. Oft versucht er es mit der Brechstange und rennt Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand. Allerdings kann er durchaus noch eine wichtige Rolle spielen, wenn er seine Würfe in der Crunchtime versenkt. Von der Bank kommen kaum Alternativen. Jared Nickens ist ein Shooter, der schon die ganze Saison lang seinen Wurf sucht und ihn einfach nicht finden kann. Ansonsten sehen Jaylen Brantley und Varun Ram wenige Minuten, in denen sie defensiv die Schlagzahl erhöhen, offensiv aber kaum zu gebrauchen sind.

Frontcourt:
Wie fast alle Terrps läuft auch Jake Layman seiner Form hinterher. Die neue Rolle als Starter auf der Drei ist immer noch ungewohnt für den Swingman, der sich als Small Ball Vierer sichtlich wohler fühlte. Besonders in der Offense verhungert Layman des Öfteren. Er versucht, die meist kleineren Gegenspieler aufzuposten, doch entweder erhält er den Ball nicht oder er macht dann zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Immerhin defensiv ist Layman weiterhin sehr zuverlässig. In der Presse der Terrapins richtet er als Frontmann erheblichen Schaden an, da gegnerische Guards mit seinem Paket aus Länge und Schnelligkeit überfordert sind. Neben Layman und Carter konnte sich Freshman Diamond Stone den Starterposten auf der Fünf erkämpfen. Stone ist ein begabter Offensivspieler, der alles verwertet, was ihm in Zonennähe zwischen die Finger kommt. Am Brett räumt er ordentlich auf und sichert sich viele Ballbesitze. Wäre er nur halb so geschickt bei der Verteidigung des Pick & Roll, hätte Maryland ein Problem weniger. Dafür gibt es aber noch Damonte Dodd, der der deutlich bessere Verteidiger ist und beim Rebound ähnlich aktiv wie Stone ist. Michal Cekovsky ist ein weiterer Big Man, der offensiv ein wenig Basketball spielen kann.

BBL/NBA Kandidaten:
Die gesamte Starting Five könnte früher oder später in der NBA landen. Melo Trimble konnte diese Saison beweisen, dass er auch für andere kreieren kann. Entwickelt er seinen konstanten Wurf und fängt an bessere Defense zu spielen, wird das Interesse an ihm steigen. Diamond Stone würde wohl Mitte der ersten Runde gedraftet werden. Nicht viele Freshmen vereinen einen solch massigen Körper mit Scoringinstinkten. Sein Potential ist jedoch begrenzt. Carter ist dank seiner offensiven Vielseitigkeit interessant. Sulaimon und Layman könnten als erfahrene Rollenspieler dienen, wobei beide auch sicher gut in Europa zurecht kämen.

Spielweise:
Im Halbfeld ist das Pick & Pop zwischen Trimble und Carter eine sehr beliebte Waffe und wird teilweise bis zur Erschöpfung gelaufen. Trimble kann seine Pocketpässe anbringen, Carter seinen Wurf und sein Ballhandling. Ansonsten agieren die Terrapins gerne aus Horns-Sets heraus. Meistens initiiert ein Handoff ein Pick & Roll, während der Weakside Flügel einen Pindown erhält. Aus Auszeiten heraus ist Coach Turgeon besonders stark. Zwei Dinge, die er dieses Jahr besonders gerne probiert, sind entweder Postups für Layman oder Clearouts auf der Weakside für einen Lobpass auf Stone. 
In der Defense kann Maryland mit der 1-2-2-Presse ein Spiel blitzschnell wieder spannend machen oder mit einem Vorsprung davon eilen. Auch die 1-3-1-Zone, die Turgeon dieses Jahr nicht so oft zeigte, kann phasenweise sehr effektiv sein.

Tournament Aussichten:
Die Terrapins gehören zu den besten Mannschaften der NCAA, wenn es in enge Schlussphasen geht. Dafür sind sie jedoch meistens selbst verantwortlich, da sie es vorher verpassen, mit der richtigen Intensität ans Werk zu gehen. Das darf ihnen im Tournament nicht zu oft, am besten überhaupt nicht passieren, sonst kann die Reise ganz schnell vorbei sein. Das Team hat auf dem Papier alles, was ein Final Four Team dieses Jahr auszeichnen sollte, allerdings müssen die Schildkröten nun die Panzer zusammenstecken und einen Weg finden, als geschlossene Einheit zu agieren. Gelingt dies, ist für die Terrps eine Menge drin. Gelingt dies nicht, ist bereits der Auftaktsieg in Gefahr.

Prognose: 2. Runde


Arizona Wildcats (6)

MVP: Kaleb Tarczewski, Big, 7’0’’, Senior
Alleine die Tatsache, dass Kaleb Tarczewski der Spieler mit den meisten Siegen in der Schulhistorie der Wildcats ist, verdeutlicht, wie wichtig „Zeus“ für den Teamerfolg ist. Klar ist die Bilanz durch die Anwesenheit von vier NBA Spielern etwas geschönt, doch Zeus war vier Jahre lang Starter und ein wichtiger Grund dafür, weshalb die Wildcats in beinahe jedem Spiel die Zone kontrollieren. Tarczewski ist einer der besten Verteidiger unter allen NCAA Bigs. Er kann das Postup im Eins-gegen-Eins verteidigen und ist gleichzeitig mobil genug, um beim Pick & Roll hart zu hedgen. In der Defense ist er ein Stabilisator und der Taktgeber, was bei dem diesjährigen Team dringend notwendig ist.

X-Faktor: Gabe York, Guard, 6’3’’, Senior
Gabe York kam ursprünglich nur als Beigabe der ersten starken Recruiting Class von Sean Miller auf den Campus, mauserte sich jedoch von Jahr zu Jahr mehr Minuten und ist nun der Hoffnungsträger in der Offense. Leider lässt er sich oft eine Halbzeit lang Zeit, bis er demonstriert, warum er Arizonas gefährlichste Offensivwaffe ist. Dafür explodiert er dann in der Regel nach dem Seitenwechsel und war somit bei allen größeren Comebacks der Saison, wovon es eine Menge gab, beteiligt. Seine Dreier aus acht Metern und sein patentierter Floater sind nicht zu verteidigen, allerdings muss er zunächst ein Erfolgserlebnis haben, um diese zwei Waffen anzubringen.


Backcourt:
Nachdem Abgang von T.J. McConnell klafft auf der Point Guard Position eine riesige Lücke, die bisher kein Kandidat zufriedenstellend schließen konnte und worin auch eines der größeren Problemfelder liegt. Sophomore Parker Jackson-Cartwright ist in allen Belangen inkonstant, was ein Aufbauspieler nicht sein sollte. Sein Wurf ist wackelig, seine Pässe nie ohne Risiko behaftet und seine Defense mäßig. Oft sieht er den freien Mitspieler beim Pick & Roll nicht und dribbelt stattdessen ein Loch in den Boden oder im Kreis um die Zone herum. Kadeem Allen, ehemaliger Junior College Spieler des Jahres, ist nicht viel besser. Mit seinen kopflosen Aktionen killt er oft das Momentum, auch wenn es positiv ist, dass er sich vor der Verantwortung wenigstens nicht scheut. Zwischendurch wurde daher sogar York als Point Guard ausprobiert, wobei sich das negativ auf seine Dreierquote auswirkte. Allonzo Trier ist mit Abstand der beste Scorer des Teams. Auch wenn er sich gerne mal in Einzelaktionen verstrickt, tut er dem Team damit insgesamt gut. Einen Scorer, der sich so sicher einen eigenen Wurf erarbeiten kann, gab es unter Miller noch nicht. Da seine Defense sich ebenfalls bessert, ist er dort keine Belastung mehr. Im Ernstfall kommt Justin Simon von der Bank, wenn das Intensitätlevel nicht stimmt.

Frontcourt:
Ryan Anderson startete extrem stark in die Saison und baut seit Conference Beginn beständig ab. Besonders in den letzten Februar Wochen hinterließ er einen ausgelaugten Eindruck. Anderson ist ein guter Rebounder und arbeitet unter dem Korb mit vielen Fakes. Ein Double-Double ist selbst bei schlechter Leistung immer in Reichweite. Ihm fehlt jedoch die Explosivität, um beim Abschluss und in der Defense das Niveau zu erreichen, das Arizona von ihm bräuchte. Zeus muss daher viele seiner Fehler bereinigen und oft für zwei ackern. Das zermürbt auf Dauer und zeigt sich immer öfter in frustrierten Blicken zu seinen Nebenleuten. Aus den Vorjahren ist er einfach anderes gewohnt. Von der Bank kommt mit Dusan Ristic ein offensiv beschlagener Big Man, der jedoch immer noch Kraft im Rumpfbereich vermissen lässt und defensiv relativ langsam auf den Beinen ist. Mark Tollefsen kam als Graduate Transfer aus San Francisco und konnte bislang noch nicht überzeugen. Sein Wurf ist nicht so konstant wie erhofft und er fällt seine Entscheidungen oft zu langsam. Als Alternative tat sich zuletzt Chance Comanche hervor. Der Freshman ist beweglich und athletisch, als einziger Arizona Big,  und hat zudem einen guten Touch. Allerdings fehlen ihm ein wenig Spielpraxis und die Erfahrung seiner Mitspieler.

BBL/NBA Kandidaten:
Kaleb Tarczewski könnte in der modernen NBA tatsächlich einen Spot ergattern, da er das Pick & Roll hervorragend verteidigt, reboundet und offensiv ein guter Finisher ist. In Europa sollte er auf jeden Fall schnell Interessenten haben. Allonzo Trier ist einer der besten Scorer des Jahrgangs. Ob er sich zum Draft anmeldet ist ungewiss, aber durchaus wahrscheinlich. Als Scorer von der Bank kann er eine Zukunft haben. Für Ryan Anderson ist die NBA zu athletisch, allerdings könnte er in Europa eine gute Rolle spielen.

Spielweise:
Die letzten Jahre unter Miller war Arizona defensiv eines der besten Teams der NCAA, hatte dafür aber offensiv immense Probleme, einfache Punkte im Halbfeld zu erspielen. Dieses Jahr gestaltet sich die Situation etwas anders. Defensiv sind die Wildcats sehr anfällig, da außer Zeus kein anderer Spieler als guter individueller Verteidiger bezeichnet werden kann. Auch die Teamdefense funktioniert nicht so gut, wie in den Vorjahren. Dafür schienen die Wildcats besonders zu Saisonbeginn im Angriff wesentlich variabler zu sein, allerdings fehlte in den vergangenen Wochen immer wieder das Timing bei den Plays und die Spieler versuchten ihr Glück lieber auf eigene Faust. Arizona bevorzugt es, den Ball zu den Bigs in den Post zu bringen. Besonders beliebt sind Duck-ins bei Pick & Rolls. Dabei werden die beiden zentralen Elemente, das Pick & Roll und Postups, kombiniert.

Tournament Aussichten:
Arizona ist eines dieser Teams, was extrem schwer einzuschätzen ist, da einfach die Konstanz vergangener Jahre fehlt und selbst innerhalb eines Spiels große Qualitätsunterschiede festzustellen sind. In keinem Jahr unter Miller gab es so viele Comeback-Siege wie in dieser Spielzeit. Gleichzeitig gab es in dieser Saison sehr viele Tiefpunkte, wie das Ende der längsten Siegesserie auf heimischem Parkett. Letzten Endes wird es darauf ankommen, dass Arizona es endlich schafft, Stopps zu generieren, wenn sie notwendig sind. Bei vielen Niederlagen gelang dies einfach nicht. Vom Erstrundenaus bis zum zweiten Wochenende scheint viel möglich zu sein.

Prognose: 1. Runde


Iowa Hawkeyes (7)

MVP: Jarrod Uthoff, Wing/Big, 6’9’’, Senior
Wer Jarrod Uthoff zum ersten Mal bei seinen staksigen Bewegungen beobachtet und seine unscheinbare Art betrachtet, würde kaum vermuten, dass dieser Spieler zumindest eine Erwähnung in der Diskussion zum Spieler des Jahres verdient. Uthoff ist ein großer Allrounder, der offensiv vor allem von seinem guten Touch lebt. Speziell sein hoher Releasepunkt und seine leicht nach hinten geneigte Haltung beim Wurf machen es jedem Verteidiger schwer, Uthoff ernsthaft zu irritieren. Dadurch versuchen seine Bewacher ihn hauteng zu verteidigen, was dieser mit seinen Wurffakes und Jabsteps geschickt zu kontern weiß. Dank seiner langen Schritte und seiner Spannweite ist Uthoff meist nach den ersten Metern beim Drive nicht mehr am Abschluss zu hindern. So kann er problemlos ein Team im Alleingang aus dem Turnier werfen.

X-Faktor: Peter Jok, Wing, 6’5’’, Junior
Der Sudanese ist der beste Schütze des Teams und kann einen Gegner mit seinen Würfen regelrecht demoralisieren. Prominentestes Opfer waren bislang die Michigan State Spartans, denen Jok in eigener Halle einen Jumper nach dem nächsten einschenkte und damit Ratlosigkeit in die Gesichter der Coaches, Spieler und Fans zauberte. Besonders in der Transition ist Jok nicht scheu, den schnellen Sprungwurf zu nehmen und scheint dabei aus allen Lagen treffen zu können. 

Backcourt:
Mike Gesell ist ähnlich wie Uthoff auf den ersten Blick ziemlich unscheinbar, doch spätestens nach seinem spektakulären Dunk gegen Ohio State sollten Gegner vor dem Guard auf der Hut sein. Gesell hat den Pull-up-Jumper aus der Halbdistanz perfektioniert, dafür allerdings Probleme beim Dreier. Insgesamt unterlaufen ihm jedoch sehr wenige Fehler. An der Seite von Gesell steht mit Anthony Clemmons ein zweiter gelernter Point Guard, der vor allem von seinem Drive lebt. Clemmons hat eine gute Körperkontrolle und weiß, wie er das Foul provozieren kann. Die beiden tun ihr bestes, um Peter Jok offene Würfe zu verschaffen. Von der Bank kommt auf den kleinen Positionen nicht mehr viel. Shooter Brady Ellingson ist inkonstant, Freshman Christian Williams feierte erst am Anfang des Monats ein kleines Breakout-Game gegen Indiana. 

Frontcourt:
Jarrod Uthoff kann sich vor allem auf die Offense konzentrieren, weil ihm Center Adam Woodbury den Rücken freihält. Der Australier ist zwar manchmal etwas hölzern in seinen Bewegungen, das hindert ihn jedoch nicht daran, beim Rebound beherzt zuzugreifen. Auch offensiv gibt er als Senior wesentlich häufiger Lebenszeichen von sich als noch in den Jahren zuvor. Wichtig ist vor allem, dass er gute Screens stellt und seine Shooter freiblockt. Von der Bank kommt als sechster Mann der Frankfurter Dom Uhl, der oft als nomineller Fünfer aufläuft und damit ein Mismatch darstellt. Sein Dreier fällt dieses Jahr sehr sicher und auch körperlich konnte er zulegen. Von den Positionen Drei bis Fünf kann er prinzipiell alles spielen oder verteidigen. Nicholas Baer ist ein Stretch Vierer, der schnell heißläuft, körperlich aber noch Defizite hat. Freshman Ahmad Wagner ist physisch hingegen schon auf einem sehr hohen Niveau und bringt jede Menge Energie bei seiner Einwechslung ins Spiel. Er lernt die Kniffe des Spiels erst noch kennen und ist auf lange Sicht ein interessanter Spieler.

Hawkeyes Upbeat and Focused On Eve of NCAA Tournament

The Iowa Hawkeyes took to the floor at the Barclays Center in Brooklyn, NY March 17th as they ready for their NCAA game with Temple. Head Coach Fran McCaffery and his players are ready to play in their 3rd consecutive Big Dance.

Posted by Iowa Hawkeyes on Thursday, March 17, 2016

BBL/NBA Kandidaten:
Jarrod Uthoff wird als Stretch Big sicher seinen Platz in der NBA finden. Sollte er dann doch noch aus den Kadern fallen, wird er in Europa eine gute Karriere haben, weil seine Spielweise einfach hervorragend passt. Bei den anderen Seniors sind Karrieren in Europa möglich, allerdings noch nicht auf gehobenem Niveau.

Spielweise:
Die Hawkeyes präferieren eine schnelle Spielweise, bei der die Dreier gerne mal bei 25 Sekunden verbleibender Angriffszeit genommen werden. Die Schützen haben grünes Licht und danken für den Vertrauensvorschuss mit guten Quoten. Ist Iowa doch zum Halbfeldangriff gezwungen, favorisiert Fran McCaffery Blöcke abseits des Balls, um Shooter frei zu spielen oder Big Men in gute Position zu bringen. Auch das Pick & Roll laufen die Hawkeyes gerne. Teilweise übernimmt dabei Power Forward Uthoff den Part des Ballhandlers. 
Defensiv finden die Hawkeyes oft einen guten Mix aus normaler Mannverteidigung, einer 2-3-Zone und einer 1-2-2-Zonenpresse. Besonders die Presse ist sehr gefährlich und kann einen möglichen Rückstand in wenigen Minuten egalisieren.

Tournament Aussichten:
Zuletzt hatten die Hawkeyes gewaltige Probleme und mussten viele Niederlagen einstecken. Hier machte sich negativ bemerkbar, dass sie einfach sehr vom Wurfglück abhängig sind. Sollten die Durststrecke bis zum Beginn der March Madness anhalten, werden die Hawkeyes Schwierigkeiten haben, Spiele zu gewinnen. Besonders von Uthoff hängt eine Menge ab. Ist er in Topform, können die Hawkeyes im Prinzip jedes Team schlagen. Gleiches gilt, wenn Joks Hand vor Hitze zu glühen beginnt. Doch selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, haben die Hawkeyes aufgrund ihrer Erfahrung gute Chancen, auch enge Spiele auf verschiedene Art und Weisen zu gewinnen. Vom Gefühl her gehören die Hawkeyes dieses Jahr zu den am schwierigsten einzuschätzenden Teams, was sie als sehr unangenehmen Gegner deklariert.

Prognose: 1. Runde


Colorado Buffaloes (8)

MVP: Josh Scott, Big, 6’10’’, Senior
Die Collegekarriere von Josh Scott war überwiegend geprägt von Verletzungen und erst jetzt als Senior konnte er wieder einigermaßen fit durch die Saison schreiten. Scott konnte sich dadurch nicht zu dem Spieler entwickeln, der er vielleicht hätte sein können, und hat auch in der Zwischenzeit an Explosivität eingebüßt. Allerdings war er ohnehin nie ein Spieler der von seiner Athletik gelebt hat, sondern viel mehr das Spiel versteht und durch seine Skills überzeugt. Einige Kommentatoren ziehen daher immer wieder Vergleiche mit Tim Duncan aufgrund seiner Fundamentals zu Rate. Abgesehen davon, dass Duncan auf einem ganz anderen Level anzusiedeln ist, operiert Scott ebenfalls gerne im Lowpost und zeigt dort bereits die Geduld und den Ideenreichtum eines Centerspielers in seinen besten Jahren. Zudem ist Scott defensiv ein Turm in der Schlacht und bereinigt alleine durch seine guten Rotationen viele brenzlige Situationen.

X-Faktor: George King, Wing, 6’6’’, Sophomore
Nach einer enttäuschenden Freshman Saison und einem weiteren Redshirt-Jahr hatte niemand George King auf dem Zettel. Doch bereits in den ersten Saisonspielen deutete King an, wie wichtig er für das Team sein kann. Er ist nicht nur der beste Shooter des Teams, sondern gleichzeitig auch ein guter Athlet und Slasher, auch wenn ihn sein Ballhandling beim Drive noch limitiert. Besonders im Fastbreak ist King mit seinen langen Schritten beim Eurostep gefährlich. An guten Tagen kann er mit seinen Dreiern die Offense der Buffaloes im Alleingang oder mit Unterstützung von Scott schultern.

Backcourt:
Auf der Position des Aufbauspielers haben die Buffaloes die größten Probleme. Einen klaren Anführer auf den kleinen Positionen gibt es nach dem Abgang von Askia Booker nicht mehr. Xavier Talton und Dominique Collier wechselten sich im Saisonverlauf als Aufbauspieler in der Starting Five ab. Beide sind jedoch für ein NCAA Tournament Team keine Spieler, die die offensiven Geschicke leiten sollten. Talton hat einen ordentlichen Wurf und kann ein wenig das Spiel strukturieren, allerdings ist er im Normalfall niemand, der anderen offene Würfe kreiert. Dominique Collier ist offensiv beschlagener. Er kann getrost als Shooter bezeichnet werden, der gleichzeitig auch den Ball ganz gut verteilt, defensiv aber nicht ganz so gut wie Talton ist. Auch der Belgier Thomas Akyazili sieht als Freshman bereits viele Minuten, was vermutlich nicht mal der Coaching Staff der Buffs für möglich gehalten hätte, da sie von ihm vor dieser Saison nie ein komplettes Spiel gesehen hatten. Komplettiert wird die Starting Five auf den Außenpositionen von King. Als weiterer Flügelspieler kommt Providence Transfer Josh Fortune als sechster Mann von der Bank und kann sich in der Regel durch sein Scoring direkt einfügen.

Frontcourt:
Auf den großen Positionen starten Scott und Wesley Gordon, die vor allem beim Rebounding zu den besten Duos der NCAA gezählt werden dürfen. Während Scott als klassischer Brettcenter mit ordentlichem Midrange Jumper durchgeht, fällt es bei Gordon schwer, ihn einer bestimmten Kategorie oder einem bestimmten Spielertypen zuzuordnen. Gordon macht die vielen kleinen Dinge, die dem Team helfen, Spiele zu gewinnen. Mal scort er mehrere Angriffe in Folge und setzt sich stark am Brett durch, in einem anderen Spiel sind seine guten Pässe siegbringend. Die Konstanten in seinem Spiel sind das Rebounding und Shotblocking. Damit hält er Scott den Rücken frei und gibt den Außenspielern einen Rückhalt, der diese befreit aufspielen lässt. Tre´Shaun Fletcher ist der Stretch Vierer des Teams, der auch mal Minuten auf dem Flügel sieht. Seine Offense hilft den Buffaloes, wenn sie Scott unter dem Brett etablieren wollen. Tory Miller ist ein weiterer Big Man, der reboundet und alles verwertet, was ihm in die Hände fällt.

BBL/NBA Kandidaten:
Josh Scott wird aufgrund der fehlenden Explosivität und der Verletzungshistorie wohl nicht in der NBA landen. In den europäischen Basketball passt Scott aber auch hervorragend.

Spielweise:
Tad Boyle weiß genau, dass er nur erfolgreich sein kann, wenn Scott die erste Option im Angriff ist. Daher versuchen die Buffaloes in vielen Sets Scott tiefe Position im Lowpost zu verschaffen und ihr ganzes Spiel auf diesen Touches aufzubauen. Umringt von Schützen hat Scott dann entweder die Möglichkeit, im Eins-gegen-Eins zu arbeiten oder beim Doppeln die freien Schützen zu bedienen. Die Buffaloes nutzen verschiedene Box-Sets und Crossscreens, um Scott zu involvieren. Brauchen sie einen Dreier oder hat einer der Schützen eine gute Phase, lässt Boyle gerne Elevator Plays laufen. Auch Horns-Sets oder andere Plays, bei denen das Pick & Roll im Vordergrund steht, haben die Buffaloes im Repertoire, wobei der Fokus meist auf den abrollenden Big Man gelegt wird.
In der Defense spielen sie meist normale Mannverteidigung, sind aber auch bereit, eine 2-3-Zone zu demonstrieren, die sich aufgrund der Länge des Teams anbietet.

Tournament Aussichten:
Die Frage wird sein, ob das Guardplay ausreicht, um im Tournament Erfolg haben zu können. Einerseits ist es sicher kein Nachteil, dass dieses Jahr ein dominanter Scoring Guard fehlt und die Buffs somit dazu gezwungen sind, ihren Big Man Scott gezielt zu suchen. Andererseits lässt es sich manchmal nicht vermeiden, dass am Ende eines Spiels ein Guard die Verantwortung übernehmen muss, wenn Scott beispielsweise gedoppelt wird. Die Buffaloes sind dieses Jahr auf jeden Fall hartnäckiger und tougher als in den Vorjahren. Damit Colorado erfolgreich sein kann, müssen sie eine gute Mischung aus Inside-Outside-Spiel finden und Scott kontinuierlich mit Touches versorgen.

Prognose: 1. Runde


UConn Huskies (9)

MVP: Daniel Hamilton, Guard, 6’7’’, Sophomore
Ein ungewöhnliches Matchup stellt Daniel Hamilton dar. Der Sophomore hat Guard-Skills bei der Größe eines Flügelspielers und der Länge eines Big Man. Hamilton bekommt am Ende eines Angriffs fast immer den Ball und soll den missglückten Bemühungen einen versöhnlichen Abschluss verschaffen. Dank seines langen ersten Schrittes kann er sich oft einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Hat er diesen erst einmal, wird es für den Verteidiger schwierig, Hamilton noch großartig zu stören, da er oft einfach über seine Gegenspieler hinwegwirft. Seine Floater sind nicht zu verteidigen und sein Mitteldistanzwurf aus dem Dribbling fällt zu einem hohen Prozentsatz. Hin und wieder wäre es dennoch hilfreich, wenn er seinen Drive bis zur Zone durchziehen und Foulpfiffe forcieren würde. Diese Dimension fehlt dem relativ kompletten Offensivpaket noch.

X-Faktor: Jalen Adams, Guard, 6’3’’, Freshman
Nicht erst seit seinem Buzzerbeater zur vierten Verlängerung gegen Cincinnati, der UConn im Nachhinein betrachtet vermutlich erst die Teilnahme gesichert hat, ist Jalen Adams das entscheidende Puzzleteil für den Erfolg der Huskies. Bereits in der Conference Saison konnte Adams in einigen Partien oder während kurzer Phasen sein Potential als Leader des Teams andeuten. Genau das fehlt dem Team nämlich. Adams ist der einzige Spieler des Kaders, der spielerische Qualität und charismatische Persönlichkeit so vereinen kann, dass er das komplette Team mitreißt und auf ein anderes Level hieven kann. Seine Auftritte im AAC Tournament sollten ihm für den Big Dance das nötige Selbstvertrauen gegeben haben.



Backcourt:
Adams teilt sich die Aufgaben als Aufbauspieler mit Graduate Transfer Sterling Gibbs. Gibbs ist eher ein Scorer, der sich gerne auf den eigenen Wurf versteigt. Gibbs’ Wurf fällt im bisherigen Saisonverlauf jedoch nicht so, wie man es angesichts seiner hervorragenden Technik vermuten könnte. Zumindest hat sich Gibbs im Saisonverlauf vom Freshman an seiner Seite abgeschaut, wie er sich Vertrauen durch entschlossene Drives holt. Als dritter Guard startet oft Rodney Purvis. Der ehemalige NC State Transfer ist in diesem Jahr immer noch nicht an seine Leistungsgrenze gestoßen, wirkte jedoch auf dem Feld wesentlich entspannter. Purvis nimmt sehr viele Dreier, obwohl er aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen ein guter Driver sein könnte. Dafür fehlen ihm jedoch das Ballhandling und die Konsequenz im Abschluss. Viel zu oft versucht er es mit Floatern, anstatt einfach den Kontakt aufzunehmen und zu finishen. Omar Calhoun ist als Senior wieder aus seiner Trance aufgewacht und knüpft endlich an seine Ansätze aus seiner Freshman Saison an. Allerdings ist er immer noch abhängig von seinem Jumper. 

Frontcourt:
Als Starter ist Daniel Hamilton etabliert. Je nach Gegner und Form seiner Mitspieler kann er jedoch entweder als dritter Guard oder als mobiler Power Forward der auflaufen. Shonn Miller ist der Starter, wenn Ollie lieber größer spielen will. Der Cornell Transfer hat sich als positive Überraschung entpuppt. Er ist körperlich und athletisch den meisten Gegenspielern überlegen, hat gleichzeitig aber auch noch viele Skills. Er kann den Jumper treffen, im Lowpost scoren oder sogar von der Dreierlinie zum Korb ziehen. Amida Brimah ist nach überstandener Verletzung wieder einigermaßen in Form. Defensiv kontrolliert er als Shotblocker die Zone. Offensiv ist er immer noch darauf angewiesen, dass seine Mitspieler für ihn kreieren. Auch als Rebounder besteht weiter Luft nach oben. Brimahs Backup ist Kentan Facey, der im Gegensatz zu Brimah ein exzellenter Rebounder ist. Philip Nolan ist der erfahrenste Big Man und kann vor allem als Postverteidiger überzeugen.

BBL/NBA Kandidaten:
Spieler wie Amida Brimah oder Daniel Hamilton sind auf dem Radar der NBA Teams, allerdings sollten beide noch ihre verbleibenden Collegejahre für die persönliche Entwicklung nutzen. Stand jetzt würden sie wahrscheinlich frühestens in der zweiten Runde gezogen, wenn überhaupt. Shonn Miller könnte in Europa eine gute Karriere als Power Forward hinlegen.

Spielweise:
Die Defense ist der Schlüssel zum Erfolg für die Huskies. Kevin Ollie wechselt gerne zwischen Mannverteidigung und einer 2-3-Matchup-Zone, je nach dem was besser läuft. Agieren sie hier aggressiv, setzen sie ihren Gegner unter Druck und arbeiten sorgfältig beim Rebound, können sie der Begegnung ihren Stempel aufdrücken und sich viele leichte Fastbreakpunkte sichern. Diese sind auch dringend notwendig, da die Offense oft zu wünschen übrig lässt. 
Die Sets der Huskies sorgen für viel Bewegung abseits des Balls und beinhalten viele Screens. Allerdings stimmt oft das Timing nicht und es fehlt bislang ein Spieler, der Gefahr für die Zone ausstrahlt. Daher ist es wichtig, dass Adams selbstbewusst ist, da er der Spieler sein kann, der Pick & Rolls für seine Drives nutzt. Viele Angriffe laufen aufgrund der fehlenden Penetrations auf Eins-gegen-Eins-Situationen am Ende der Shotclock hinaus. Hier kann Hamilton oft als Feuerwehrmann einschreiten.

Tournament Aussichten:
Die einprägsamsten Tournament Runs der vergangenen fünf Jahre gehörten jeweils den Huskies, als sie 2011 und 2014 Meister wurden. Solche Erfahrungen sollten zur Vorsicht ermahnen und Gegner dazu veranlassen, die Huskies nicht zu unterschätzen. Doch bei allem Momentum, das die Huskies aus dem AAC Tournament ziehen werden, scheint es dieses Jahr dann doch außerhalb der Möglichkeiten der Huskies zu liegen, einen solchen Lauf wieder zu starten. Dafür fehlen die Erfahrung und Vertrautheit vergangener Jahre. Viele wichtige Spieler sind erst seit dieser Saison dabei, andere hatten mit Verletzungen oder Formschwankungen zu kämpfen. Solange UConns Defense steht und die Offense von Hamilton und Adams getragen werden kann, sind die Huskies jedoch wieder in der Lage, es mit den meisten Tournament Teilnehmern aufzunehmen.

Prognose: 2. Runde


Temple Owls (10)

MVP: Quinton DeCosey, Guard/Wing, 6’5’’, Senior
Quinton DeCosey ist einer dieser typischen Spieler, die unter Fran Dunphy seit Jahren zu den besten Akteuren des Kaders aufsteigen, ohne dass davon wirklich Notiz genommen wird. DeCosey ist einer sehr vielseitiger Spieler, der offensiv in der Lage ist, das Kommando zu übernehmen und die Dinge in die eigene Hand zu nehmen. Er kann zum Korb ziehen, da er das Ballhandling und den kräftigen Körperbau dazu hat. Ihn aus der Bahn zu drängen, wenn er einmal den richtigen Weg gefunden hat, ist nahezu unmöglich. Auch den Dreier trifft DeCosey. Speziell aus dem Dribbling und beim Pick & Roll muss man dem Senior auf den Füßen stehen.

X-Faktor: Obi Enechionyia, Big, 6’8’’, Sophomore
Als Stretch Vierer überrumpelt Obi Enechionyia regelmäßig seine Gegenspieler. Bereits letzte Saison nahm er gerne mal den Dreier, traf ihn jedoch nur sehr selten und erntete ob seiner Wurfauswahl gerne mal grimmige Blicke seines Coaches. Doch in diesem Sommer trifft er diese Würfe fleißig und kann auch gerne mal drei in Folge verwandeln und damit für spielentscheidende Runs sorgen. Gerade als Spieler im Pick & Pop ist er nun sehr wichtig, da er entweder den offenen Dreier treffen kann oder seinen Verteidiger bindet und somit der Ballhandler freie Bahn hat.

Backcourt:
Josh Brown ist der Motor der Temple Owls. Der Aufbauspieler konnte in dieser Saison das Erbe von Will Cummings würdig antreten und bislang überzeugen. Unter anderem ist es ihm und seiner kontrollierten Spielweise zu verdanken, dass sich die Owls so wenige Ballverluste leisten und dem Gegner so konsequent ihren Stil aufdrücken. Am Ende der Shotclock ist er neben DeCosey die verlässlichste Option, um doch noch einen misslungenen Angriff zu retten. Als dritter Guard starten entweder Daniel Dingle oder Devin Coleman. Dingle ist der bessere Verteidiger und Rebounder, der dem Team mit seinen Hustle Plays an beiden Enden des Courts Ballbesitze sichert. Coleman ist hingegen der beste Schütze des Teams. Der Linkshänder denkt nicht eine Sekunde nach, wenn er freien Blick auf den Korb hat und kann seine Verteidiger damit zur Verzweiflung bringen. Trey Lowe und Levan Alston erhalten als Freshmen schon viele Minuten. Alston ist ein weiterer Ballhandler, Lowe hingegen ein athletischer Flügelspieler. Beide müssen spielerisch und körperlich noch einiges gegenüber den Startern aufholen.

Frontcourt:
Während Enechionyia als Stretch Vierer vermehrt das Perimeter als sein Terrain beansprucht, hat Jaylen Bond die Zone für sich ganz alleine. Bond ist ein harter Arbeiter am Brett, der dank seiner kräftigen Statur und seiner langen Arme exzellent für den Kampf um Rebounds gerüstet ist. Er boxt seine Gegenspieler konsequent aus und sichert sich auf diese Weise sogar Putbacks, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Auch im Lowpost fühlt sich Bond pudelwohl und hat einige Standardmoves zum Finish. Selbst als Jumpshooter aus der Halbdistanz muss die Verteidigung Bond respektieren und damit die Zone freigeben. Backup Mark Williams ist ähnlich schwierig zu kontrollieren. Er ist noch massiger als Bond, kann aber den Dreier treffen und nimmt ihn auch gerne.

BBL/NBA Kandidaten:
Quinton DeCosey kann als Allrounder sein Glück in Europa probieren, allerdings wird er sich an eine neue Spielweise gewöhnen müssen. Auch Jaylen Bond könnte in Europa unterkommen und sich für höhere Aufgaben empfehlen.

Spielweise:
Die Owls sind nicht leicht zu durchschauen, da sie einerseits einen relativ langsamen Stil bevorzugen und sehr bedacht mit dem Ball umgehen, andererseits jedoch auch mal pressen und Ballverluste provozieren. Zudem ist auch die mannschaftliche Geschlossenheit ein Faktor, der sie unberechenbar macht. Die ersten fünf oder sechs Spieler der Rotation können einen Lauf initiieren und das auf teils gänzlich unterschiedliche Arten. In der Halbfeld Offense laufen die Owls in Ruhe ihre Sets und wählen die sich ergebenden Optionen mit Bedacht aus. Sehr beliebt ist ein Standardplay mit einem Shuffle Cut und anschließenden staggered Screens für mehrere Spieler, bis ein Werfer einen freien Schuss hat oder ein Ballhandler zum Korb curlen kann.

Tournament Aussichten:
Aufgrund der nervenaufreibenden Spielweise, die dem Gegner schnell die Geduld rauben kann und den vielen Entscheidungsträgern in der Offensive sind die Owls ein Team, das man als potentiellen Upset Kandidaten im Auge haben sollte. Allerdings standen sie sich im bisherigen Saisonverlauf auch ganz gerne selber mal im Weg, wenn die Partie von größerer Bedeutung war. Für das Bracket ist ein solches Team der absolute Killer, da im Vorhinein keine klare Entscheidung in Bezug auf den Erfolg des Teams zu fällen ist.

Prognose: Sweet Sixteen


Wichita State Shockers (11)

MVP: Fred VanVleet, Guard, 5’11’’
Fred VanVleet kann auf glorreiche College Laufbahn zurückblicken und ist mit allen Wassern gewaschen. Doch dieses letzte Jahr war dann doch nochmal eine ganz neue Herausforderung für ihn. VanVleet fiel zu Saisonbeginn für einige Spiele aus und wirkte danach lange angeschlagen und nicht so, als wäre er im Vollbesitz seiner Kräfte. Dadurch verloren die Shockers mehrere Spiele und gerieten überhaupt erst in die brenzlige Situation, das Tournament womöglich zu verpassen. Doch nun ist der Floor General in Hochform und seziert die gegnerischen Verteidigungen in gewohnter Manier. Mit tödlicher Präzision findet er seine Mitspieler oder übernimmt zur Not auch selber das Scoring.

X-Faktor: Markis McDuffie, Wing, 6’8’’, Freshman
Markis McDuffie hat das Potential der beste Spieler der Shockers in der Gregg Marshall Ära zu werden. McDuffie ist einer der jüngsten College Spieler der gesamten NCAA. Trotzdem kann er mit seinem Scoring jetzt schon einen entscheidenden Beitrag zum Teamerfolg leisten. Allerdings fehlt McDuffie noch die Konstanz, um ihn als verlässliche Stütze einzustufen. Daher sind die Shockers immer ein wenig abhängig von der Tagesform und dem Nervenkostüm des Freshman. Insofern dürfte zumindest für ihn das First Four Spiel gegen Vanderbilt eine Hilfe gewesen sein, um die Nervosität abzulegen und sich ab der ersten richtigen Tournament Runde wohler zu fühlen.

Backcourt:
An VanVleets Seite ist die Erscheinung von Ron Baker schon ein gewohntes Bild. Das Spiel gegen Arizona wird sein zwölftes NCAA Tournament Spiel als Starter sein, womit er zu den erfahrensten Spielern im gesamten Teilnehmerfeld gezählt werden kann. Entsprechend tritt Baker auf dem Feld auf. Ohne auch nur ein einziges Mal die Miene zu verziehen und sich irgendeine Gefühlslage anmerken zu lassen, spielt Baker in jeder Sequenz mit der gleichen Intensität und Konzentration. Seine Dreier und seine Skills als Ballhandler im Pick & Roll sind wichtige Impulse für die Offense der Shockers. In Kombination mit VanVleet scheint der Backcourt der Shockers nicht aufzuhalten zu sein. Seit Conner Frankamp von der Bank kommt, haben die beiden zudem einen soliden Backup, der künftig eine ähnliche Rolle wie die beiden spielen könnte. Frankamp ist einer der besten Shooter in der Collegewelt, allerdings steht er sich manchmal noch selber im Weg und scheint mit zu viel Bedenken in eine Partie zu gehen.

Frontcourt:
Auf der Drei startet Sophomore Zach Brown. Der Athlet konnte in den vergangenen Monaten deutliche spielerische Fortschritte verzeichnen. Sein Dreier ist mittlerweile eine akzeptable Waffe, die von der Verteidigung respektiert werden muss. Als Verteidiger hat Brown ebenfalls Fortschritte gemacht und ist nun der perfekte Rollenspieler neben dem dominanten Backcourt. Evan Wessel ist weiterhin der Bodyguard des Teams und ein ulitmativer Glue Guy. Er trifft den Dreier, verteidigt verschiedene Positionen und schmeißt sich jedem Ball hinterher. Auf der Fünf ist Shaquille Morris als Starter gesetzt. Morris ist zwar nicht sonderlich groß, aber sehr kräftig und kann auch mal ein Alley-Oop auf Ringhöhe finishen. Auch gegen größere Gegenspieler holt er seine Rebounds und zieht in der Offense Fouls. Cleveland State Transfer Anton Grady ist ein talentierter Big Man, der nach einem Zusammenprall wochenlang kein Gefühl in einigen Körperregionen hatte, nun aber wieder in Form und angetrieben von seiner ersten Tournament Teilnahme höchst motiviert ist. Er trifft den Wurf aus der Mitteldistanz und hat auch gute Postmoves im Repertoire. Dritter Big Man ist der Este Rauno Nurger, der aus der Distanz treffen kann, dafür unter dem Korb öfter mal eine Chance ungenutzt lässt. Markis McDuffie ist der sechste Mann auf den Außenpositionen und kann dank seiner Athletik, seiner Länge und seines guten Wurfes schnell heißlaufen. Rashard Kelly ist der Backup von Wessel und passt vom Profil her perfekt zum Starter. Kelly ist ein harter Arbeiter, der offensiv jedoch keine Bank ist.

BBL/NBA Kandidaten:
Ron Baker und Fred VanVleet werden den Sprung in die NBA Kader versuchen und wenn ein Coach/GM einen Narren an einem der beiden frisst, ist ein Rosterspot möglich, allerdings scheinen gute Karrieren in Europa wahrscheinlicher. Besonders VanVleet kann als Maestro im Pick & Roll einer der besten Guards Europas werden.

Spielweise:
Gregg Marshall lässt seine Shockers sehr gepflegten und strukturierten Basketball spielen. Jedes Play sagt Marshall an und weiß dank VanVleets Anwesenheit, dass es auch genauso umgesetzt wird, wie Marshall es sich vorstellt. Das Pick & Roll aus allen Lagen und in verschiedenen Kombinationen ist das zentrale Element der Offense. Oft arbeiten die Shockers auch mit einem zweiten Blocksteller oder nutzen das Pick & Roll als Dekoration für die eigentliche Aktion. Sehr beliebt ist beispielsweise ein Play, bei dem VanVleet auf der linken Spielfeldseite ein Ballscreen zur Mitte erhält. Anschließend stellt der Blocksteller entweder einen Downscreen für Baker oder Baker stellt andersherum einen Backscreen für den Blocksteller. In jedem Fall hat Baker entweder einen offenen Dreier oder Blocksteller die Möglichkeit zum Alley-Oop. Besonders zu Beginn einer Partie oder nach Auszeiten nutzen die Shockers diesen Spielzug sehr gerne.

Tournament Aussichten:
Momentan ist die Gefühlslage der Shockers eine ganz gefährliche Mischung aus Erleichterung über die Teilnahme, Zorn über die Zweifel/die verkorkste Saison und Fokussiertheit auf einen tiefen Run, den vor allem die Seniors im Blick haben. VanVleet und Baker sind in bester Form und werden ihr Team schultern. Hinzu kommt, dass Coach Marshall immer einen Plan verfolgt, der meistens den richtigen Weg beinhaltet und den sein Team sehr konsequent ausführt. Die Shockers dürfen auch diesem Jahr mal wieder nicht unterschätzt werden.

Prognose: Elite Eight


South Dakota State Jackrabbits (12)

MVP: Mike Daum, Big, 6’9’’, Freshman
Die Konstellation bei den Jackrabbits ist einzigartig. Mike Daum ist der beste Spieler des Teams. Dabei ist er erst ein Redshirt Freshman. Zudem ist er noch nicht mal Starter, sondern kommt bewusst als sechster Mann von der Bank. Steht Daum jedoch erst mal auf dem Feld, wird klar, wieso er der wichtigste Spieler für die Jackrabbits ist. Für einen Freshman ist das Skillset des Bigs bereits sehr ausgereift und er scheint in der Regel immer zu wissen, welche Fähigkeit gerade am wertvollsten ist und daher am sinnvollsten ausgewählt werden sollte. Daum startet am liebsten am linken Zonenrand und bahnt sich seinen Weg in die Mitte, um dort seinen Jumphook mit der rechten Hand anzubringen. Ist die Zone zu voll, kann er aber auch aus der Halbdistanz mal einen Jumper einstreuen.

X-Faktor: George Marshall, Guard, 6’1’’, Senior
Der ehemalige Wisconsin Badger ist seit seiner Stressfraktur auf der Suche nach seiner Form und immer noch sichtlich gehandicapt. Er kann immer noch nicht das volle Pensum im Training gehen und scheint auch beim Spiel vorsichtiger als normalerweise zu agieren. Wollen die Jackrabbits jedoch für Furore beim NCAA Tournament sorgen, brauchen sie einen Marshall, der furchtlos in die Zone zieht und in der Lage ist, mit seiner Athletik Lücken in die gegnerische Defense zu reißen. Denn sonst droht das Setplay des Summit League Champs schnell in Monotonie und Berechenbarkeit zu fallen.

Backcourt:
Neben Marshall startet mit Deondre Parks ein Combo Guard, der Marshall bei der Spielorganisation entlasten kann. Parks ist ein stämmiger Guard, der in der Zone ein ordentlicher Finisher sein kann. Das Problem ist jedoch, dass er es oft nicht in die Zone schafft, da ihm die Explosivität beim ersten Schritt und das Ballhandling fehlen. Daher muss er oft in der Mitteldistanz abstoppen und einen Pullup-Jumper aus dem Dribbling nehmen. Die trifft er ganz gut. Neben Marshall und Parks, die größtenteils das Ballhandling übernehmen, startet Reed Tellinghuisen. Der Sophomore ist athletisch, hat lange Arme und bewegt sich gut abseits des Balls. Leider fehlt ihm beim Abschluss oft die notwendige Hüftstabilität, sodass er bei leichtem Kontakt bereits „verwackelt“. Von der Bank kommt Keaton Moffitt, der Tellinghuisen sehr ähnelt. Auch Moffitt ist ein Sophomore, der sprunggewaltig über das Feld fegt. Er ist ein exzellenter Offensivrebounder und hat oft seine Finger am Ball bei Tip-Ins. Als vierter Starter läuft Jake Bittle auf. Zu langsam für einen Guard, zu klein und schmächtig für einen Big Man wandelt er zwischen mehreren Positionen und soll daher vor allem Energizer seine Minuten rechtfertigen.

Frontcourt:
Auf der Centerposition startet Ian Theisen. Der Big Man stellt gute Screens, hat einen guten Touch mit beiden Händen und holt viele Rebounds. Mindestens genauso gerne wie am Brett hält sich Theisen jedoch am Perimeter auf und versenkt Dreier. Von der Bank kommt mit Mike Daum dann der Star des Teams und erwischt die zweite Garde des Gegners zunächst auf dem falschen Fuß, ehe er in der Crunchtime auch gegen die gegnerischen Starter sein Paket zur Schau stellt.

BBL/NBA Kandidaten:
Weder für die NBA noch BBL Kader der kommenden Saison werden Teams bei den Jackrabbits fündig.

Spielweise:
In der Regel bewegen sich vier, manchmal sogar fünf, Spieler am Perimeter im Setplay. Viel läuft über Ballscreens oder Handoffs an den Spielfeldseiten. Hieraus versuchen die Jackrabbits die Mitte zu attackieren. Gleichzeitig werden auf der Weakside oft Flarescreens gestellt, um die Verteidigung dort zu binden und an der Hilfe beim Drive zu hindern. Problematisch wird das jedoch, sobald der Ballhandler es nicht schafft, seinen Gegenspieler auf den ersten Metern zu schlagen und immer weiter zur Seite gedrängt wird. Dann kann es plötzlich sein, dass sich drei Angreifer gegenseitig auf den Füßen stehen. Neben dem Pick & Roll sind Postups für Daum am linken Zonenrand eine beliebte Punktequelle. Oft stellt Daum zunächst einen Ballscreen im Side Pick & Roll, bewegt sich beim Rollen zum Zonenrand und wird über den Flügelspieler bedient.

Tournament Aussichten:
Schaffen es die Jackrabbits, ihr Insidespiel zu etablieren und treffen sie genügend Würfe aus der Distanz, ist das eine gute Grundlage für ein enges Spiel. Können dann noch die Guards Marshall und Parks im Pick & Roll oder Eins-gegen-Eins ihre Gegenspieler schlagen und möglichst oft in die Zone vordringen, sind die Jackrabbits ein wesentlich gefährlicheres Team. Zudem werden sie den Favoriten mit ihrer Aggressivität beim Rebound ordentlich piesacken. Für einen Upset müssen aber sehr viele Dinge gleichzeitig funktionieren. Die Jackrabbits werden in der Lage sein, das Spiel möglichst eng zu halten, um jedoch wirklich zu gewinnen, muss der Favorit schon ordentlich Beihilfe leisten.

Prognose: 1. Runde


Hawai'i Rainbow Warriors (13)

MVP: Stefan Jankovic, Big, 6’11’’, Junior
Stefan Jankovic ist einer der variabelsten Bigs, die sich an der Pazifikküste finden lassen. Jankovic besticht gerade offensiv durch seine hohe Qualität. Er bevorzugt das Spiel am Perimeter, obwohl er als Fünfer aufgestellt ist. Sein Dreier ist eine sichere Option. Wesentlich gefährlicher ist er jedoch, wenn er sich seines Geschwindigkeitsvorteils bedient und die langsamen Bigs des Gegners dank seines guten Ballhandlings bereits nach einem Dribbling hinter sich lässt. Da er meist den größten Verteidiger des Gegners im Eins-gegen-Eins schlägt, ist die Helpside für den Big Man keine Gefahr. Das kommt ihm zu Gute, da er gerne mal die Tendenz zeigt, Kontakt auszuweichen. Nimmt er den Kampf in der Zone an, kann er jedoch auch ein passabler Scorer im Lowpost zu sein.

X-Faktor: Aaron Valdes, Wing, 6’5’’, Junior
Aaron Valdes ist einer der spektakulärsten Spieler, die die NCAA zu bieten hat. Valdes war ursprünglich nur ein Walk-On ohne Stipendien-Angebote, der sich jedoch in Hawai’i kontinuierlich steigern konnte und mittlerweile mehr als eine wandelnde Dunkmaschine ist. Zwar ragt er immer noch durch seine Alley-Oops heraus und die Rainbow Warriors haben auch mittlerweile ein Einwurfplay, bei dem Valdes einfach zum Korb sprintet und den Lobpass finisht, doch sein Wurf und seine Skills mit dem Ball sind mittlerweile respektabel. Valdes ist ein Allrounder, der ein Spiel auf verschiedene Weisen beeinflussen kann. Er reboundet den Ball, trifft seine Würfe und zieht zum Korb.

Backcourt:
Die Aufbauposition teilen sich Roderick Bobbitt und Quincy Smith. Bobbitt ist in der Regel derjenige, der das Spiel organisiert und den Ballvortrag übernimmt, allerdings kann auch Smith die Parts als Playmaker oder Organisator übernehmen. Bobbitt trifft im Pick & Roll gute Entscheidungen und macht alles in seinem Tempo. Er lässt sich nicht in Hektik versetzen. Smith ist dafür schon eher anfällig und spielt auch gerne mal für die Galerie, was in leichtsinnigen Pässen enden kann. Genauso gut können solche Aktionen jedoch auch gelingen, was der Mannschaft oft einen ähnlichen Push gibt wie die Dunks von Valdes, der auf der Drei startet. Sheriff Drammeh ist ein Freshman, dem seinem Alter entsprechend noch die Konstanz in den Aktionen fehlt, jedoch durchaus Impulse geben kann. Als einziger Backup auf den kleinen Positionen sind die Warriors auch darauf angewiesen, dass der Freshman eine Unterstützung darstellt.

Frontcourt:
Auf der Vier startet Mike Thomas. Thomas ist ein sehr athletischer Spieler, der von seinem Rebounding und seiner Intensität lebt. Als Komplementärspieler zu Jankovic eignet er sich hervorragend, da er sich gerne in der Zone aufhält und den Kontakt sucht. Sai Tummala ist der Shooter von der Bank und Thomas’ Backup. Sein Distanzwurf ist der sicherste des Teams und kann eine wichtige Stütze in der Offensive sein. Als Stretch Big kann der Linkshänder das Spielfeld entzerren und so auch mit Thomas zusammen auf dem Feld stehen. Backup von Jankovic ist Stefan Jovanovic. Die beiden Namen kann man auf den ersten Blick verwechseln, allerdings ähneln sie sich auf dem Spielfeld kaum. Jovanovic ist eher ein klassischer Center, der sich in der Zone am wohlsten fühlt und Rebounds einsammelt.

BBL/NBA Kandidaten:
Von den Rainbow Warriors wird in der nächsten Saison wohl keiner in einer höheren europäischen Liga landen. Eventuell hat Roderick Bobbitt die Anlagen, zukünftig mal ein guter Aufbauspieler in Europa zu werden.

Spielweise:
Die Offense der Warriors ist nicht sehr kompliziert, doch die einfachen Strukturen sind genau richtig, um die Qualitäten der einzelnen Spieler zu betonen und individuelle Stärken auszuspielen. Im Playbook von Eran Ganot nehmen Horns-Sets einen wichtigen Bestandteil ein. Die Variationen sind vielseitig, reichen von simplen Pick & Roll Entries bis hin zu High Post Splits oder Flex Sequenzen. Auch andere Standard-Plays wie ein Shuffle Cut mit anschließenden staggered Screens wenden die Warriors an. Zudem gibt es noch gezielte Sets, die speziell auf Jankovic und Valdes zugeschnitten sind. Beispielsweise erhält Valdes oft einen Handoff zur Mitte, während er von der linken Spielfeldseite Tempo aufnimmt und im Anschluss in Höchstgeschwindigkeit über rechts zum Korb ziehen kann.

Tournament Aussichten:
Die Warriors konnten bereits mehrfach in dieser Saison demonstrieren, dass sie auch mit starken Teams außerhalb ihrer Conference mithalten können. Sehr beeindruckend war ihre Darbietung gegen Oklahoma, als sie die Sooners am Rande einer Niederlage hatten. Hawai’i hat die Tiefe, Qualität und Disziplin, um nicht nur einen einzelnen Favoriten zu ärgern, sondern auch einen Run hinzulegen. Viel hängt vom Guardplay und den Leistungen ihres Topscorers Jankovic ab. Ist hier die Produktivität gegeben und nehmen sie das physische Spiel an, wird Hawai’i für gute Stimmung auf der Insel sorgen.

Prognose: Sweet Sixteen


Buffalo Bulls (14)

MVP: Lamonte Bearden, Guard, 6’3’’, Sophomore
Wenn man Lamonte Bearden dabei beobachtet, wie er sein Team instruiert und die Kontrolle am Schaltknüppel wahrt, käme man nicht auf die Idee, dass Bearden tatsächlich erst ein Sophomore ist. Bearden strahlt eine bewundernswerte Ruhe beim Aufbauspiel aus, obwohl die Bulls die vierthöchste Pace aller teilnehmenden Teams spielen und es entsprechend viele Möglichkeiten gäbe, bei denen der Guard überdrehen könnte. Doch das ist nicht der Fall. Selbst wenn er selber mal einige gelungene Aktionen aneinanderreiht, hat sich Bearden unter Kontrolle und verfällt nicht in verfrühte Euphorie, sondern behält die Contenance. 

X-Faktor: Blake Hamilton, Wing/Big, 6’5’’, Junior
Ähnlich wie seine Cousins Isaac (UCLA) und Daniel (UConn) ist Blake Hamilton ein exzellenter Basketballer, der über vielseitige Skills verfügt und gegnerische Mannschaften vor Matchup Probleme stellt. Hamilton wird in der Regel als Power Forward eingesetzt, verbringt jedoch die meiste Zeit am Perimeter. Hamiltons Wurf ist erstklassig. Am liebsten nimmt er ihn aus dem Pick & Pop. Hamilton ist jedoch auch körperlich sehr stark und kann dank seiner Explosivität und seiner muskulösen Erscheinung seine Drives mit Kraft vollstrecken. Besonders in Transition, wenn er die Möglichkeit hat, Tempo aufzunehmen, erscheint es nahezu unmöglich, Hamilton am Punkten zu hindern.

Backcourt:
An der Seite von Bearden startet Jarryn Skeete. Als einer der wenigen Senior im Team kann er oft seine Erfahrung einbringen, wo bei das dank Bearden nur sehr selten wirklich nötig ist. Skeete hat einen exzellenten Wurf, kann aber auch Closeouts attackieren und in der Zone abschließen. Auf der Drei startet Junior College Transfer Willie Conner, der offensiv ein wahrer Allrounder ist. Er ist nicht sehr wählerisch in Bezug auf die Art und Weise, wie seine Punkte zustande kommen. Er bewegt sich gut abseits des Balls, kann als Slasher zum Korb ziehen, den Fastbreak vollenden oder auch den Dreier treffen. C.J. Massenburg ist der sechste Mann des Teams. Der Freshman ist überaus selbstbewusst und bringt immer frischen Wind in die Partie. Er ist ein guter Verteidiger und zeigt auch im Angriff, wie gut er jetzt schon ist und wie gut er einmal werden kann. Sein Dreier ist sehr sicher, womit er der beste Schütze des Teams ist. Aber auch beim Zug zum Korb kann der Athlet erfolgreich sein und zumindest das Foul ziehen. 

Frontcourt:
Hamilton kann dank seiner Spielart auch als vierter Guard angesehen werden. Das ist bei seinem Backup Rodell Widdington schon etwas schwieriger, da dieser keinen guten Wurf hat. Dafür ist er ein guter Finisher und Rebounder, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Ikenna Smart ist ein weiterer talentierter Freshman, der von seinem Coach bereits in seiner ersten College Saison als Starter benannt wurde. Smart ist der größte und kräftigste Spieler des Teams, stellt gute Screens, reboundet den Ball und beschützt den Korb. Linkshänder Nick Perkins interpretiert die Fünf jedoch etwas anders und nimmt gerne mal den Dreier.

BBL/NBA Kandidaten:
Da das Team relativ jung ist, wird wohl kein Spieler nächste Saison in Europa oder der BBL unterkommen.

Spielweise:
Wie bereits beschreiben spielen die Bulls einen relativ schnellen Stil, was jedoch nicht heißt, dass sie darauf angewiesen sind und Probleme bekommen, sobald das Tempo verschleppt wird – eher das Gegenteil ist der Fall. Im Setplay sind die Bulls ihren Gegnern oft überlegen. Offensiv starten die meisten Sets damit, dass ein Außenspieler einen Downscreen erhält und auf Höhe der verlängerten Freiwurflinie erstmalig den Ball berührt. Anschließend gibt es verschiedene Variationen, die in der Regel darin münden, dass ein Side Pick & Roll mit gutem Spacing gelaufen wird. Die Ballhandler sind ausgezeichnet, wenn es darum geht, das Pick & Roll korrekt zu nutzen, weshalb sie de facto nach Belieben in die Zone kommen. Entweder schließen sie dort ab oder leiten mit einem Kickout schnelles Ballmovement ein, das zu einem guten Wurf führt. Nach Auszeiten nutzt Coach Nate Oats gerne die Elbows und bringt den Ball dorthin, um anschließend Layups durch Backcuts oder Handoffs zu akquirieren. 

Tournament Aussichten:
Einige Stützen des letztjährigen Teams sind nicht mehr mit von der Partie und deren Rollen wurden mit Freshmen oder Junior College Spielern aufgefüllt. Daher können die wenigsten Spieler des diesjährigen Kaders von der letztjährigen Teilnahme profitieren. Nichtsdestotrotz spielen die Bulls mit offenem Visier und können ohne Druck die Erfahrung genießen. Sie spielen ansehnlichen Basketball, der zugleich auch sehr erfolgsversprechend ist, da sie nicht unmittelbar an das Tempo der Partie gebunden sind. Sie können erfolgreich sein, egal ob das Spiel schnell oder langsam ist. Das können die wenigsten Teams von sich behaupten. Insofern ist ein Upset nicht ausgeschlossen, dennoch nicht sehr wahrscheinlich in Anbetracht der Jugend von Team und Trainer.

Prognose: 1. Runde


NC Ashville Bulldogs (15)

MVP: Ahmad Thomas, Wing, 6’5’’, Sophomore
Im Prinzip ist es sinnlos sich aus einer Rotation von sechs Spielern einen oder zwei herauspicken zu wollen und diese in den Vordergrund zu stellen. Denn UNC-Asheville hat Probleme, sobald ein einzelner Akteur nicht seine normale Leistung erbringen kann. Allerdings kann Ahmad Thomas durchaus der Schlüssel zu einem möglichen Upset sein. Denn der Flügelspieler ist ein sehr schwieriges Matchup. Je nach Gegenspieler kann er am Perimeter oder auch im Postup erfolgreich sein. Er hat einen guten Wurf, schnelle Hände und gute Moves. Als Power Forward aufgestellt provoziert Thomas fast immer eine Mismatch.

X-Faktor: Dylan Smith, Guard, 6’5’’, Freshman
Dylan Smith hat von allen Spielern das größte Potential und ist für UNC-Asheville ein hochklassiger Spieler. Smith ist ein großgewachsener Aufbauspieler, der seinem Team auf mehrere Arten unter die Arme greift und mehrere Schlüsselrollen einnimmt. In der Verteidigung ist er der vordere Spiele der 1-3-1-Zone und nimmt den Ballhandlern durch seine Schnelligkeit und langen Arme sowohl die Möglichkeit zum Drive als auch den einfachen Pass weg. In der Offensive kann Smith variabel scoren. Oft ist er der Ballhandler im Pick & Roll und trifft in solchen Momenten gute Entscheidungen. Dank seines schnellen ersten Schrittes kann er sich leicht den Weg in die Zone bahnen. Allerdings muss er noch aufpassen, nicht den Überblick zu verlieren. Gleichzeitig hat Smith einen guten Schuss aus dem Dribbling.

Backcourt:
Die vier Guards sind der Kern der Bulldogs. Auf ihnen lastet die Verantwortung über Sieg und Niederlage. Sie bekommen aufgrund der kurzen Rotation kaum Pausen, müssen trotzdem jedoch speziell in der Defensive viele Kohlen verfeuern. Smith ist oft der Aufbauspieler und zugleich Speerspitze in der Verteidigung. Kevin Vannatta ist derjenige, der die wichtigen Würfe trifft und sein Team mit seinen Dreiern auf Kurs halten kann. Gleichzeitig hat er in der Defense das größte Laufpensum auf dem Aufgabenzettel, scheint aber trotzdem nie wirklich müde zu werden. Freshman Dwayne Sutton ist ein weiteres interessantes Talent. Der Flügelspieler bringt eine gute Länge mit und ist damit in der Defense eine große Hilfe. Zudem ist er der beste Finisher im Fastbreak und zeigt auch im Setplay hohe Qualität, wenn sich eine Lücke zum Drive auftut. Abgerundet wird das Quartett von Thomas, der offensiv die größte Rolle schultert und defensiv durch seine Cleverness für Ballgewinne sorgt.

Frontcourt:
Da es keinen Spieler über zwei Metern in der kurzen Rotation gibt, kann eigentlich nicht von Big Men die Rede sein – höchstens von Innenspielern. Starter ist Sam Hughes, der gegen jeden Gegenspieler einen Kopf Größenunterschied abgibt. Allerdings ist er mobil und kräftig genug, um in der Defense zu helfen. Offensiv profitiert er von der Athletik der Guards und deren Drives. Die Durchstecker auf ihn sind meist sichere zwei Punkte. Als Backup kommt Will Weeks ins Spiel, der größer und kräftiger ist. Er scort gerne im Lowpost und hat dafür genügend gute Postmoves drauf. Er umgeht mit Fakes und Up-and-Under-Bewegungen geschickt den Block der größeren Verteidiger.

BBL/NBA Kandidaten:
Bei den Bulldogs drängt sich keiner für die BBL oder gar NBA in der näheren Zukunft auf.

Spielweise:
Coach Nicholas McDevitt macht aus der Not eine Tugend. An beiden Enden des Feldes spielen die Bulldogs relativ losgelöst von Positionen und sind dadurch sehr unangenehm zu spielen. Vor allem ihre Defense gewinnt ihnen Spiele. Ist UNC-Asheville in Mannverteidigung, switchen sie alle Screens und Cuts zwischen den Positionen Eins bis Vier. Postups werden aggressiv gedoppelt. Häufig erweist sich jedoch die 1-3-1-Zone als effektiver. Durch die Länge und Schnelligkeit der vier Außenspieler ist die Zone sehr aktiv und fälscht viele Pässe ab. Aus Steals heraus generieren die Bulldogs viele einfache Punkte. Auch eine 2-3-Zone ist ein probates Mittel der Bulldogs, um Größennachteile zu kaschieren. Im Setplay hat UNC-Asheville Probleme, ordentliche Würfe zu erspielen. Gefährlichste Waffe ist auch hier die Unberechenbarkeit und Vielseitigkeit einzelner Spieler. Am besten funktionieren Horns-Sets oder Postups. 

Tournament Aussichten:
Den Bulldogs fehlen Tiefe, Größe und Erfahrung, um als aussichtsreicher Kandidat auf einen Upset durchgehen zu können. Immerhin sind die Bulldogs unbekümmert und dank ihrer 1-3-1-Zone ein sehr unangenehmer Gegner. Fallen dann auch noch die Dreier, wird es spannend zu sehen sein, wie der Favorit reagiert. Fangen die Knie an zu zittern und versteift sich das Team mit dem großen Namen auf Dreier, könnte es tatsächlich spannend werden. Insgesamt ist ein Upset jedoch nicht sehr wahrscheinlich.

Prognose: 1. Runde


Austin Peay Governors (16)

MVP: Chris Horton, Big, 6’8’’, Senior
Chris Horton konnte sich in dieser Saison an der Spitze der Reboundstatistik der gesamten NCAA festsetzen. In der Tat ist er auch ein sehr geschickter Rebounder, der sich schon beim Wurfversuch direkt unter dem Netz in Stellung bringt und antizipiert, in welche Richtung der Ball abprallen mag. Dank seiner extrem langen Arme kann er sich die Fehlversuche selber zu tippen und greift erst dann nach dem Ball, wenn er ihn wirklich sichern kann. In der Offense verfügt er über einen guten Touch und wird entsprechend oft im Lowpost gesucht. Kontakt absorbiert er gemessen an seiner dünnen Statur relativ gut, lässt aber dennoch viel liegen. In der Defense trottet er hinterher und wirkt desinteressiert. Erst wenn es offensiv läuft, agiert er auch bei seinen Verteidigungsaktion mit einem Mindestmaß an Intensität.

X-Faktor: Josh Robinson, Guard, 6’3’’, Sophomore
Im NCAA Tournament ist das Guardplay entscheidend. Daher können die Governos froh sein, mit Josh Robinson einen Aufbauspieler zu haben, der in der Crunchtime nicht die Courage verliert. Robinson bewies beim OVC Tournament einige Male, dass er durchaus die wichtigen Würfe nehmen will und treffen kann. Er liest das Spiel gut und wählt meist die richtigen Optionen aus. In erster Linie ist Robinson ein Scorer, der eine gute Mischung aus Drive und Jumpshot findet. Von der Linie zeigt er sich sehr sicher, was vor allem in einer engen Schlussphase sehr wertvoll sein kann.

Backcourt:
Neben Aufbauspieler Robinson startet Senior Khalil Davis, der die Kleinigkeiten erledigt, die die Mannschaft braucht, um erfolgreich zu sein. Sein Wurf ist sehr streaky, dafür umso gefährlicher, wenn er fällt. Für einen Guard ist Davis ein sehr aggressiver Rebounder. Als dritter Außenspieler startet Freshman Jared Savage. Savage ist ein hervorragender Schütze. Gerade im Conference Tournament zeigte Savage eine Leistungsexplosion und zu manchem Zeitpunkt schien er gar nicht mehr verfehlen zu können, unabhängig von Distanz und Verteidigungsleistung seines Gegenspielers. Der Wurf sieht sehr sauber aus und ist kaum zu verteidigen. Savages Dreier können durchaus einen Lauf initiieren. Sechster Mann ist Freshman Chris Porter-Bunton, der mehrere Positionen bedecken kann und für sein Alter wenige Fehler begeht. John Murry verpasste den kompletten Februar, kam jedoch formstark im OVC Tournament zurück und konnte als Scorer von der Bank mehrere wichtige Würfe und Freiwürfe erzielen. Besonders in der Verlängerung gegen Belmont bewies er Nervenstärke. Die Guards Zach Glotta und Tre´ Ivory sehen bei Bedarf auch Minuten

Frontcourt:
Außer Horton gibt es nicht viele große Spieler im Kader und entsprechend ist er oft der einzige Big Man auf dem Feld. In der Regel startet mit Kenny Jones noch ein zweiter Big Man, wobei „big“ das falsche Wort ist. Jones ist athletisch, aber dünner als Horton und hat Probleme mit Kontakt zu finishen. Immerhin ist er sehr aktiv, läuft viele gute Cuts abseits des Balls und hat gute Hände. Auch als Rebounder hat Jones immer seine Finger im Spiel und sichert sich viele zweite Chancen. Hinter den beiden darf Assane Diop immer mal wieder für ein paar Minuten auf das Parkett.

BBL/NBA Kandidaten:
Chris Horton wird als Reboundspezialist sicher auf dem Radar einiger NBA Scouts sein. Damit er jedoch tatsächlich in der NBA landet, muss er seine lethargische Art, speziell in der Verteidigung, ablegen und für den Kampf unter den Brettern gewaltig an Masse zulegen. Körperlich und in seiner Bewegungsart ähnelt er sehr Christian Wood, der letztes Jahr ungedraftet blieb, wobei sich die Spielstile stark unterscheiden.

Spielweise:
Im Halbfeld laufen viele Angriffe über Horton. Dafür wird er gezielt im Lowpost gesucht. Kommt ein Doppeln, sind die Außenspieler bereit für den Kickout. Horton hat eine gute Übersicht und findet meist den freien Mitspieler, woraus sich gute Würfe ergeben. Ansonsten haben die Governos klassische UCLA Entries und auch die Dribble Weave mit anschließendem Ballscreen vom Big Man im Playbook. Insgesamt sind die Governos ein wenig davon abhängig, dass die Würfe fallen, denn sonst, ist es einfacher Horton gefahrlos zu doppeln.
In der Verteidigung wechselt Austin Peay zwischen normaler Mannverteidigung und einer 2-3-Zone. Beide Verteidigungsvarianten sind nicht sattelfest, da die Intensität bei mehreren Spielern von der offensiven Leistung abhängt.

Tournament Aussichten:
Dass sich die Governos überhaupt für das Tournament qualifizieren konnten, ist schon eine große Überraschung. Erst vier Siege in vier Tagen beim Conference Turnier machten diesen Erfolg möglich. Als erster 8 Seed in der Conference Geschichte gewannen sie das Turnier. Daher können die Governos ganz überkümmert aufspielen, was in Kombination mit dem gesteigerten Selbstvertrauen durchaus eine gefährliche Mischung für die Favoriten sein könnte. Gerade in den letzten beiden Spielen fielen die Würfe aus allen Lagen. Gleichzeitig gehören die Governos zu den besten Teams der NCAA, wenn es darum geht, Fouls zu ziehen und an die Freiwurflinie zu treten. Die Variabilität aus Inside- und Outsidegame ist vielversprechend, allerdings scheint die Tagesform der Schützen darüber zu entscheiden, ob Austin Peay wirklich auch noch für eine Überraschung im NCAA Tournament sorgen kann. Doch selbst wenn es offensiv laufen sollte, wird sich die fehlende Tiefe auf den großen Positionen bemerkbar machen. Gerät Horton in Foulprobleme, haben die Governos keine Chance.

Prognose: 1. Runde