01 März 2016

1. März, 2016


Der Februar ist der Monat der klaren Entscheidungen, zumindest in der #NBACHEF Redaktion. Zum Spieler des Monats gewählt werden Kyle Lowry (Toronto Raptors) und Stephen Curry (Golden State Warriors) – beide mit überwältigender Mehrheit. Lowry folgt auf seinem Teamkollegen DeMar DeRozan und holt sich den Award zum insgesamt zweiten Mal nach der Auszeichnung im Oktober/November 2014. Curry gewinnt den Award ebenfalls zum zweiten Mal, nachdem er die Stimmberechtigten bereits im Oktober/November 2015 von sich überzeugte.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick

Kyle Lowry
(Toronto Raptors)

Stats Feb:
23,6 PPG | 4,4 RPG | 6,9 APG | 0,4 BPG | 1,7 SPG | 50,3% FG | 77,5% FT in 10 gm.

Highlights u. a.:
30 Pts, 6 Reb, 8 Ast, 7-10 TPM beim Sieg über die TrailBlazers [4.2.]
22 Pts, 11 Reb, 11 Ast, 7-13 FG, beim Sieg über die Knicks [22.2.]
43 Pts, 5 Reb, 9 Ast, 4 Stl, 15-20 FG beim Sieg über die Cavaliers [26.2.]

Zu Saisonbeginn hielten nicht wenige einen Durchmarsch der Cleveland Cavaliers in der Eastern Conference für wahrscheinlich. Deren ärgster Rivale des Vorjahres, die Atlanta Hawks, hatten schließlich in DeMarre Carroll einen Schlüsselspieler verloren und keinen gleichwertigen Ersatz verpflichtet.

Nach zwei Drittel der Saison kann von einem Durchmarsch nicht die Rede sein, aber es sind etwas überraschend die Toronto Raptors, die den zuletzt strauchelnden Cavs die Tabellenführung streitig machen – und das ohne besagten Carroll, der nach Kanada wechselte, aber verletzungsbedingt ausfällt.

Der Hauptgrund für diesen Erfolg im Air Canada Centre liegt beim Anführer des Teams, Kyle Lowry, der 2016 endgültig in der Elite der NBA angekommen ist. Im Februar spielte er nicht zufällig zum zweiten Mal in Folge beim All-Star Game, Lowry legt Karrierebestwerte bei Punkten, Rebounds und Steals auf, er trifft aus dem Feld und von der Dreierlinie so gut wie noch nie.

Torontos beharrliches Spielsystem (26. in Pace) liegt dem Aufbauspieler. Anders als viele Point Guards kommt er nicht über Schnelligkeit oder pure Athletik, sondern strahlt wie kaum ein anderer seiner Zunft Robustheit und Zähigkeit aus, die er trotz der im Sommer stark reduzierten Kilos nicht verloren hat. Mit Lowry an vorderster Front sind die Dinos für die Playoffs gerüstet und eine ernsthafte Bedrohung für die Konkurrenz im Osten.

Dabei hätte es ganz anders kommen können: Vor zwei Jahren hatten die Raptors noch Zweifel an ihrem Point Guard und hätten ihn um ein Haar zu den Knicks geschickt. Der Trade scheiterte in letzter Sekunde am Veto von deren Teambesitzer James Dolan. Dieser hat einmal mehr seine fehlende Fachkenntnis unter Beweis gestellt.

Toronto wird’s freuen. Zum ersten Mal in der noch jungen Geschichte dieser Auszeichnung gewinnen sie zwei Spieler vom selben Team unmittelbar nacheinander. Lowrys Ergebnis von 93% ist zudem das deutlichste, das je ein Spieler aus dem Osten erhalten hat. Die übrigen 7% und damit der weit abgeschlagene zweite Platz geht an Kyrie Irving von den Cleveland Cavaliers. Ein Omen?

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Es ist nicht lange her, da hat man in Toronto noch mit einem Lowry-Trade geliebäugelt. Inzwischen ist das undenkbar, denn der Point Guard ist das Gesicht der Franchise. Lowry und DeRozan lassen die Fans zumindest von den Conference Finals träumen, in aktueller Verfassung kann Lowry die Kanadier genau dorthin führen. (Stefan Dupick

Im Januar haben wir DeMar DeRozan gewählt, jetzt seinen Backcourt-Partner Kyle Lowry - der gerade seinen besten Monat der Saison gespielt hat und seine Raptors unbedingt zu einem tiefen Playoff-Run führen möchte. Toronto ist dank Lowry ein ernsthafter Kandidat um die Krone im Osten. (Torben Siemer)




Stephen Curry
(Golden State Warriors)

Stats Jan:
36,7 PPG | 5,6 RPG | 7,3 APG | 0,3 BPG | 1,9 SPG | 54,9% FG | 87,5% FT in 10 gm.

Highlights u. a.:
51 Pts, 7 Reb, 3 Stl, 11-15 TPM beim Sieg über die Wizards [3.2.]
51 Pts, 7 Reb, 8 Ast, 20-27 FG beim Sieg über die Magic [25.2.]
46 Pts, 3 Reb, 6 Ast, 12-16 TPM beim Sieg über die Thunder [27.2.]

Auch wenn die Vergleiche lästig sind, verdichten sich immer mehr die Zeichen, dass die Golden State Warriors die Chicago Bulls dieses Jahrzehnts sind. Jenes Team um Michael Jordan, das in den Neunziger Jahren sechs Titel holte und einen Rekord an Siegen der Regular Season aufstellte – unerreicht, bis jetzt.

Die Warriors schicken sich an, diesen Rekord zu brechen und bei allem Respekt vor seinen Mitspielern ist der Name, der am meisten damit in Verbindung zu bringen ist, Stephen Curry. Die menschliche Wurfmaschine hat sich auf den Lorbeeren des Titelgewinns und der MVP-Trophäe der vergangenen Saison nicht ausgeruht, sondern sich – auch wenn das schier unmöglich schien – weiter verbessert.

Bereits im Februar hat er den neuen Rekord für die meisten Dreier in einer Saison aufgestellt und den von ihm selbst aufgestellten Höchstwert überboten - bei noch 24 zu absolvierenden Partien.

Im Februar war Curry noch weniger zu stoppen als ohnehin: In keiner der zehn Begegnungen erzielte er weniger als 20 Punkte, dafür sieben Mal über 30, vier Mal über 40 und zwei Mal über 50 Punkte bei einer grotesken Dreierquote von 53,6 Prozent.

Der zweite MVP-Award in Folge ist Golden States Nr. 30 nicht mehr zu nehmen. Wenn es um die Championship geht, fallen einem auch nicht viele Teams ein, die Curry und den Warriors die Titelverteidigung noch streitig machen können. In einer Rekordsaison jagt der Point Guard einen Bestwert nach dem nächsten.

So auch hier: 100%. Das ist nicht nur seine gefühlte Trefferquote an jedem Abend, sondern auch das Abstimmungsergebnis der Redaktion. Alle Stimmen gehen an den Point Guard der Warriors. Das hat bisher nur Kevin Durant von den Thunder im Januar 2014 zustande gebracht.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:

Zu Steph „MVP“ Curry gibt es derzeit keinen Superlativ, der nicht bereits ausreichend strapaziert wurde. Er legt nach Belieben 30, 40 oder auch 50 Punkte aufs Parkett und dabei fallen die Dreier wie er es möchte. Curry kann werfen wie im Training, gefühlt trifft er immer. Es ist einfach geil ihm zuzusehen und immer wieder zu staunen. (Stefan Dupick)

Wow, Steph, wow. Die Garde der Ehemaligen wundert sich schon, ob der Warriors-Guard nicht das Spiel zerstöre - ein größeres Lob gibt es wohl kaum, denn so einen Spieler wie Curry gab es bisher, bestenfalls, im Videospiel. Wobei, naja - auch 2K sagt, dass sie seine Fähigkeiten nicht ausreichend abbilden können. MVP, MVP! (Torben Siemer)



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